KFHist: (B 5) Origo gentis Romanorum Skip to main content

Ein Editionsprojekt der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

HHUD Düsseldorf

(B 5) Origo gentis Romanorum



S. 3

Einleitung

I. Historiographische Bemerkungen (von M. A. Nickbakht)

1. Gattung und Werk

Die anonyme Origo gentis Romanorum ist ein eigenartiges Werk. Es handelt sich bei ihr im Wesentlichen um eine römische Herrscherliste, die von den Anfängen in mythhistorischer Zeit bis ins erste Vier­tel des vierten Jahrhunderts n. Chr. reicht. „Gewissermassen umfasst sie also die ganze römische Geschichte“ (Mommsen). Als letzter in der Reihe der Herrscher ist der verstorbene Kaiser Licinius genannt (gest. 325), woraus auf eine Entstehungszeit des Werkes während der Alleinherrschaft Konstantins zwischen 325 und 337 geschlossen werden darf. Dazu passt der Über­lie­ferungsbefund, wonach dieses ursprünglich wohl eigenständige Werk ver­mutlich schon bald einer im Jahr 334 aus dem Griechischen ins La­tei­nische übersetzten christlichen Weltchronik angefügt wurde und dabei die am Ende der Weltchronik einst vorhandene Liste römischer Kai­ser voll­ständig ersetzt hat.1 Dass bei diesem Prozess der Name des Ver­fas­sers ver­loren gegangen ist, kann zwar nicht völlig ausgeschlossen werden, aber nä­her liegt doch die Annahme, dass es sich bei diesem literarisch an­spruchs­losen und weitgehend kompilatorischen Text stets um ein ano­ny­mes Werk handelte. Dass der Verfasser ein Christ war, wie Mom­m­sen noch glaubte, ist keineswegs sicher.2

Obwohl die Origo Rom. in der Forschung meist unter dem Titel ‚Chro­no­graph von 354‘ läuft, war sie offenbar nie Bestandteil dieses 353 in Rom zu­sammengestellten Konvoluts.3 Zwar ist hinsichtlich der Origo Rom. so gut wie sicher, dass sie ebenfalls in Rom entstanden ist, aber wie R. W. Bur­gess dargelegt hat, wurde die oben genannte Welt­chronik von 334 samt an­gefügter Herrscherliste (d. h. Liber generationis mundi II + Origo Rom.), an die zudem noch ein Regionenkatalog Roms (s. u.) sowie Kon­su­lar­fasten angehängt wurden, erst im 9. Jahrhundert mit einem Codex zuS. 4sammengebunden, der das Konvolut von 353 (‚Chro­no­graph von 354‘) ent­hielt.4 Da die maßgebliche Handschrift der Origo Rom. auf dieses ka­ro­lin­gische Bündel zurückgeht, wurde die Origo Rom. später als in­te­graler Teil des ‚Chronographen von 354‘ aufgefasst, obwohl sie lediglich in Hs. V (vgl. S. 13), aber nicht in den anderen Hand­schriften des Chro­no­gra­phen von 354 überliefert ist.5

Daneben wird die Origo Rom. zuweilen auch mit der von Mommsen stam­menden Umschreibung als Chronica urbis Romae bezeichnet, wobei die­se Beschreibung das Wesen des Textes nicht adäquat erfasst.6 Es han­delt sich nämlich nicht um eine Stadtchronik Roms, in der stadt­rö­mi­sche Ereignisse im Vordergrund stünden und die Regenten allen­falls zu Da­tie­rungszwecken aufgeführt wären, sondern vielmehr umge­kehrt: Die Reihe der Herrscher samt ihrer Herrschaftsdauer bildet den wesent­li­chen Kern dieses Werkes.7 Diese Aufzählung ist allerdings mit kurzen Nach­richten an­gereichert, die sich quasi ausschließlich auf die Stadt Rom be­zie­hen. Im Hinblick auf diese zusätzlichen Nachrichten zeigt die Origo Rom. eine strukturelle Ähnlichkeit mit der Gat­tung der Consularia, die um die Wende des 3. zum 4. Jahr­hundert, also etwa zur selben Zeit wie die Ab­fassung der Origo Rom. eine Renaissance erlebte.8 Es handelt sich bei ihnen um Kon­suln­listen (fasti), die hinter den Namen der Kon­suln­paare ver­einzelt histo­ri­sche Nachrichten auf­wei­sen. Als Parade­beispiel können die Consularia Constantinopolitana (KFHist G 1) gelten, die für die Zeit ab dem späten 3. Jahr­hundert meist reichsgeschichtliche Notizen wie z. B. Kai­serer­he­bun­gen enthalten, aber mitunter auch lokale Ereignisse wie den Bau der ‚Au­re­lianischen Stadtmauer‘ (Cons. Const. 271) oder die Hun­gers­not unter Ca­rinus (Cons. Const. 284) festhalten, zwei stadt­römische Ereignisse, dieS. 5 sich übrigens auch in der Origo Rom. wieder­finden (73. 78).9 Für den Zeit­raum von 356 bis 388 berichten die deshalb so ge­nannten Con­sularia Con­stan­tinopolitana fast jährlich über Lokal­ereignisse in Kon­stan­tinopel, wie es im Vergleich dazu die Origo Rom. für die Stadt Rom aber weder zu lei­sten vermag noch be­absichtigt. Während die Origo Rom. zwar durchaus chronistische Züge aufweist, sich aber einer strengen Zu­ord­nung zur Gattung der Chronik entzieht,– obgleich dieser dehnbare Be­griff mitunter recht weit gefasst wird10 –, bleibt jedenfalls festzuhalten, dass die­ses Werk in einem stadt­römischen Umfeld zu ver­orten ist, das ein aus­ge­prägtes In­ter­esse an Listen und Verzeich­nissen besaß. Neben den er­wähn­ten Con­sularia und dem Re­gionenkatalog, der, getrennt nach den 14 Re­gionen der Stadt, die unter­schiedlichen Gebäude in Rom registriert (Cu­ri­o­sum ur­bis Romae regionum XIV cum breviariis suis)11, ist vor allem an die beiden im Chronographen von 354 überlieferten Personenverzeichnisse zu den­ken, die in chro­nologischer Reihenfolge einerseits die Stadtprä­fek­ten und zum an­deren sämtliche Bischöfe Roms auflisten.12 Bemerkenswert an der Bi­schofsliste ist nicht nur, dass sie – wie die Origo Rom. (für die Kai­ser) – die jeweilige Amts­dauer genau nach Jahren, Monaten und Tagen an­gibt, son­dern auch vereinzelt zusätzliche historisch-biographische Nach­richten hin­ter den Bischofsnamen enthält. Im Fall von Bischof Julius (337–362) ist das eine Notiz über die von ihm errichteten Gebäude, die an die zahl­rei­chen Notizen über die kaiserliche Bautätigkeit in der Origo Rom. er­innert (s. u.).13 Ob schließlich sogar der sog. Laterculus Vero­nen­sis, ein Pro­vin­zen­verzeichnis aus dem frühen 4. Jahrhundert mit den nomina provinciaS. 6rum omnium, ebenfalls in dieses stadt­römische Umfeld gehört, muss al­ler­dings offen bleiben.14

2. Königszeit

So sehr der Blick der Origo Rom. auch in topographischer Weise auf die Stadt Rom fokussiert ist, setzt das Werk aber nicht erst ab urbe condita ein, sondern geht bis weit in mythhistorische Zeiten zurück. Neben den Kö­nigen Roms werden auch die Kö­nige von Alba Longa, Lavinium und sogar da­vor, als es noch keine Stadt gab, miteinbezogen, weil sie in der Ge­gend herrsch­ten, wo später Rom gegründet wurde. Den Anfang bildet eine Ab­fol­ge von acht Königsnamen (Picus bis Ascanius), an die sich als zweites eine Liste der 13 Könige von Alba Longa anschließt, auf die wie­de­rum als drit­tes und letztes die „acht Könige der Römer“ folgen.15 Zu­sam­men­ bilden die drei Königslisten eine fortlaufende Kette von Picus, dem ersten König La­tiums, bis zum letzten römischen König Tar­qui­nius Super­bus, die als eine aus insgesamt 26 Namen bestehende Königsliste mit An­gabe der je­wei­ligen Herrschaftsdauer den ersten Abschnitt des Werkes ausmacht. Als sol­ches ist die Königsliste vergleichbar mit den Herr­scher­listen und Ge­nealogien, wie sie ge­rade in der Weltchronik zu finden sind, an deren Ende die Origo Rom. an­gefügt wurde (s. o.).16 Anders als die mittlere Liste der Albaner­könige, die weitgehend nur aus Namen und Herr­schafts­jahren besteht, ist die Liste der laurentinischen sowie der römischen Kö­nige mit kurzen bio­gra­phi­schen Notizen angereichert. Für die römi­schen Könige sind vor allem die kul­turhistorischen Bemerkungen cha­rak­te­ris­tisch, die sie zu Er­findern und Be­gründern von römischen Bräu­chen ma­chen (primus inven­tor). Dabei wird der Ursprung besonders der­jenigen In­sti­tutionen festgehalten, die das Alltagsleben der Plebs angenehmer ge­stal­ten, nämlich Einrichtungsgegenstände, Getreide- und Geldspenden und das Spie­lewesen, die zum Teil als Leit­mo­tif im Abschnitt über die Kaiser­zeit wie­deraufgenommen werden. Aber auch das Gegenteil, die Ein­füh­rung von Strafmaßnahmen wird berücksichtigt.

S. 7

3. Republik

Die Liste der dictatores, die zwischen den Königen und den Kaisern steht, repräsentiert chronologisch die Epoche der Republik. Da für diesen Zeit­abschnitt der römischen Geschichte gewöhnlich die Konsuln als Re­prä­sentanten des Staates gelten, wäre an dieser Stelle eine Aufzählung ih­rer Namen zu erwarten gewesen, zumal wenn es wie in den Abschnitten zu den Königen und den Kaisern darum ginge, den Zeitraum lückenlos ab­zu­decken. Aber abgesehen davon, ob der Verfasser ein ernst­haftes In­ter­es­se an den Konsuln an sich gehabt hat oder nicht17, hätte eine voll­ständige Kon­sulnliste den Umfang seines Werkes erheblich erweitert. Vor einer ähn­lichen Situation stand rund 150 Jahre früher bereits Theo­philos von An­tio­cheia an einer Stelle in seiner Schrift ‚An Au­to­lykos‘, wo er sich mit der Chronologie der römischen Geschichte befasst. Nach der Berechnung der römischen Frühzeit bis zu Tarquinius Superbus stellt er fest: „Nach ihm regierten jeweils ein Jahr Konsuln, Tribunen und Aedile über 463 Jahre hin­weg, deren Namen aufzuzählen ich als zu umfangreich und un­mäßig er­ach­te.“18 Wer dennoch ihre Namen in Erfahrung bringen will, den verweist Theo­philos kurzerhand auf das von dem Frei­gelassenen Chryseros erstellte vollständige Verzeichnis. Auf diese Weise umgeht The­o­philos das Pro­blem der vielen Namen und kann mit der Reihe der Kaiser, deren Herrschaftsdauer er jeweils genau benennt, bis zu seiner eigenen Zeit fortfahren. Für eine andere Lösung entscheidet sich hin­gegen der Ver­fasser der Origo Rom., der an dieser Stelle eine Liste mit nomina dic­ta­to­rum bie­tet, die zudem nicht einmal chronologisch richtig geordnet ist. Obgleich die Namen zum Teil entstellt oder stark verkürzt sind und die genaue Iden­ti­tät der gemeinten Person oftmals nicht mehr zweifelsfrei zu ermitteln ist, be­steht dennoch kein Zweifel, dass es sich nicht aus­schließ­lich um Inhaber der Diktatur handelt. Folglich versteht G. F. Unger unter dem Begriff dic­ta­tores auch nicht die Inhaber dieser außerordentlichenS. 8 Magistra­tur der Re­publik, sondern – indem er den Begriff mit der ei­gen­artigen Notiz in den Konsularfasten im Chrono­graphen von 354 zum Jahr 49 v. Chr. (Chron. min. 1,56,705: hoc usque dictatores fuerunt) in Ver­bindung bringt – fasst er ihn so auf, dass damit Konsuln ge­meint sind, „aber nicht con­suln schlechtweg, son­dern consuln des frei­staats“ (641)19, also der Res pu­blica libera, welche die Konsularfasten anscheinend mit dem Jahr 49 v. Chr. enden lassen; gleich­zeitig lassen sie mit dem Konsulat des Julius Cae­sar im Jahr 48 v. Chr. implizit eine neue Epoche beginnen, und tatsächlich wird Caesar in der Origo Rom. nicht mehr zur Phase der Republik gezählt, son­dern bereits unter die Kaiser eingeordnet (vgl. 34 f.). Da es sich bei den auf­ge­führ­ten dictatores durchweg um Kon­suln han­delt (s. u.), darf dictator hier folglich im Sinne von consul verstanden werden.

Statt der langen und unter Umständen auch langweiligen Abfolge der über 450 Konsulnpaare, trifft die Origo Rom. eine Auswahl von gut zwei Dut­zend Konsuln, bei denen es sich gleichsam um die bedeutendsten Män­ner (summi viri) aus der Zeit der Republik handelt. Auch wenn sich weder ihre genaue Zahl noch ihre Identität auf Grund von Verschreibungen und der häufigen Verkürzung der no­mina auf zwei Namen(sbestandteile) in jedem Fall genau be­stim­men lässt, zählen Gestalten wie die Sci­pi­o­nen, Decius Mus und Curius Den­tatus ebenso dazu wie Marius, Sulla und Pom­peius. Wie bereits schon lan­ge gesehen wurde, zeigt sich dabei eine kaum zufällige Über­ein­stim­mung mit Persönlichkeiten in der Schrift De viris illustribus im Corpus Aure­lianum, was wiederum zur Identifizierung der Personen in der Origo Rom. beiträgt.20 Tatsächlich lassen sich bis auf Po­pi­li­us L(a)enas, Barbatus und Rutulus alle Namen mit Personen in De viris illu­stribus in Verbindung brin­gen und im historischen Kommentarteil wird daher das entsprechende Ka­pitel in De viris illustribus stets als Referenz angeführt, ohne jedoch da­mit einen Anspruch auf eine zwingende Iden­ti­fizierung zu erheben. Ob Ori­go Rom. und De viris illustribus auf dieselbe Quelle zurückgehen, lässt sich im Übrigen nicht sagen. Be­mer­kenswerter scheint hingegen die Be­ob­ach­tung, dass bereits im Kleinen der Verfasser der Origo Rom. ein Tri­pty­chon aus Königszeit, Republik und KaiserzeitS. 9 erstellt, wie es dann später der Kompilator des Corpus Aure­li­a­num im Gro­ßen repliziert.

Eine Auswahl republikanischer summi viri existierte in Monu­mental­form schon seit dem Jahr 2 v. Chr. in Rom, als das Augustusforum ein­ge­weiht wurde. Dort gab es neben der Ahnengalerie der gens Iulia, in der un­ter anderem die Statuen des Aeneas, seines Sohnes Ascanius/Iulus und des Ju­lius Caesar standen, als Gegenstück die Statuengalerie der summi viri (vgl. Hist. Aug. Alex. 28,6; duces bei Suet. Aug. 31,5). Darunter be­fanden sich nach­weislich Ap. Claudius Caecus, Fabius Maximus Verru­cosus so­wie Marius, Sulla und Lucullus,21 allesamt Gestalten, die teils of­fen­sicht­lich, teils sehr wahrscheinlich in der Origo Rom. ebenfalls vor­kom­men. Eine derartige Übereinstimmung ist weder erstaunlich noch son­der­lich her­vor­hebens­wert, kämen in der Liste der dictatores nicht die Namen Aeneas und Iulius vor. Da es sich zumindest bei Aeneas nicht um eine Gestalt aus re­publikanischer Zeit handelt, könnte man ver­sucht sein, die Namen Aene­as und Iulius und überdies die gesamte Reihe der Namen der dictatores vom Au­gustusforum herzuleiten.22 Indes ist die Liste der dic­tatores ins­ge­samt stark entstellt, so dass Schlussfolgerungen aus dem Namen Aeneas (und Iulius) völlig spekulativ bleiben müssen.

4. Kaiserzeit

Die mit imperia Caesarum überschriebene Liste der Kaiser umfasst in 50 Einträgen (35–84) 58 Kaisernamen, wobei am Anfang der Liste Iulius Cae­sar steht (35), der bekanntlich kein Kaiser im eigentlichen Sinn war. Ob­wohl die Auf­fassung, dass die Kaiserzeit erst mit Augustus einsetzt, in der spät­la­teinischen Historiographie weit verbreitet ist, folgt die Origo Rom. der in­klu­siven Sichtweise, die vielleicht am prominentesten in Sue­tons Kaiser­viten zu fassen ist, sich jedoch z. B. auch bei Josephus (ant. Iud. 18,32) oder dem christ­lichen Apologeten Theophilos von Antiocheia (Autol. 3,27) findet.S. 1023

Die Kaisereinträge unterscheiden sich strukturell von den früheren Kö­nigs­einträgen nur geringfügig. Die Herrschaftsdauer wird nicht mehr allein in Jahren angegeben, sondern nunmehr werden auch die Monate und Tage ge­nau gezählt. Am Ende wird jeweils der Sterbeort genannt, wobei in den Fäl­len, in denen der Kaiser in der Hauptstadt den Tod fand, die Örtlichkeit fast immer genau bestimmt wird.24 Durch das jeweils verwendete Verb wird auch dem weit verbreiteten Interesse an der Todesart eines Kaisers ent­sprochen, indem so zum Ausdruck kommt, ob ein Kaiser einen natür­li­chen oder gewalt­samen Tod fand.25 Allerdings legen einzelne Irrtümer na­he, dass dies entweder nicht immer konsequent durchgeführt wird oder aber an besagter Stelle schlicht ein sachlicher Fehler vorliegt. Die vier An­ga­ben (Name, Herrschafts­dauer, Todesart und -ort) finden sich als Grund­in­for­mation in allen Ein­trägen, sie konstituieren in einigen Fällen sogar den gesam­ten Eintrag.26 In mindestens 35 Einträgen wird als eine weitere No­tiz das Con­giarium er­wähnt, das in dieser sys­tematisch doku­mentierten Wei­se ein Unikum in­ner­halb der kaiserzeitlich-spätantiken Überlieferung dar­stellt.27 Welche Bedeutung das Werk dieser nur der Plebs urbana vor­be­haltenen Gabe beimisst, wird auch daran ersichtlich, dass es stets un­mit­tel­bar nach Kaisername und Herr­schafts­dauer er­scheint und der aus­be­zahl­te Betrag (in mindestens 33 Fällen) fest­ge­halten wird (41. 72).28

So sehr die bemerkenswerte dem Congiarium geschenkte Beachtung be­zeichnend für die Ausrichtung der Origo Rom. auf die Stadt Rom ist, ver­rät sie gleichzeitig auch das besondere Augenmerk, das der Autor auf die Freigebigkeit der Kaiser gegenüber dem Volk legt.29 Dieses Interesse an der kaiser­lichen liberalitas erklärt das Vor­kommen vieler Nach­richten, die sich zu­nächst wie zufällig aus­gewählte Ereig­nisse aus der Stadtgeschichte le­sen lassen, aber bei näherem Hinsehen als eine Fokussierung auf die PerS. 11son des Kaisers zu verstehen sind und zwar vor dem Erwartungs­horizont der li­beralitas, zu deren Ausübung sich die Kaiser seit Augustus gerade ge­genüber der Plebs urbana immer besonders verpflichtet fühlten und es auch waren. Vor allem in den zahl­reichen Nach­richten über Er­rich­tung und In­standhaltung von opera pub­lica (vgl. 46. 78. 79), wie Thermen, Spiel­stät­ten oder Tempeln, lässt sich dieses Interesse un­missverständlich grei­fen.30 Zur Munifizenz des Kaiser gehört aber bekannt­lich auch das Ver­an­stal­ten von Spielen und Spektakeln (65. 66. 73. (76). 79) sowie ge­ne­rell ein groß­zügiges Austeilen von bene­ficia: Neben dem er­wähn­ten Congi­a­ri­um kön­nen das Schenkungen in Form von Geld (38. 47. 70. 79) oder Na­tu­ra­lien (73) oder sogar das Vernichten von Steuerschuld­scheinen (52) sein. Be­zeichnenderweise wird auch das Ausbleiben eines ver­sproch­enen Con­gi­arium festgehalten (41. 72) und – als groteske Ver­kehrung der kai­ser­li­chen liberalitas – die Einforderung von Gold durch den Kaiser selbst (82). Gleich­zeitig bleibt die Perspektive aber stets auf die Stadt Rom und ihre zi­vile Bürgerschaft beschränkt. Kaiserliche Freigebig­keit gegenüber dem Heer oder selbst der in Rom stationierten Prätoria­nergarde (Donativ) bleibt eben­so unbe­rück­sichtigt wie gegenüber ir­gend­welchen an­deren Städten in Ita­lien oder in den Provinzen. Dass den aus­ge­wählten Nach­richten eine in­hä­rente Wer­tung inne­wohnt und sie ein ent­sprech­endes Licht auf die Kai­ser werfen, steht außer Zweifel. Gleichwohl ist nicht zu erkennen, dass die Nach­richten auf eine intendierte Einteilung in boni principes und mali prin­cipes hinaus laufen. Vielmehr zeichnet sich die Origo Rom. weit­ge­hend durch eine zurückhaltende Sachlichkeit gerade auch ge­gen­über ver­ru­fe­nen Kaisern wie Nero, Commodus oder Ela­gabal aus, die wie bei Ca­li­gula allenfalls ambivalent ausfallen kann. Le­dig­lich auf Caracalla fällt für sein Verhältnis mit der Mutter ein schlech­tes Licht, während der Ein­trag zu Maxentius ohnehin einen besonderen Fall zu bilden scheint (s. u.).

Bei den übrigen Nachrichten, die zu einem Kaiser geboten werden, han­delt es sich durchgängig um aufsehen­er­regende Vorkommnisse, die als Sensationsmeldungen im weitesten Sinn charakterisiert werden können.S. 1231 Un­glücke und Katastrophen mit Toten und Ver­letzten bilden dabei die größ­te Gruppe (38. 50. 59. 68. 73. 78. 79. 82), darunter sogar ein Vorfall außer­halb Roms (37). Tote spielen auch bei den zwei Meldungen über ge­walt­same Zusammenstöße zwischen Bürgern und Prä­to­rianern hinein (62 [im­plizit]. 82 [explizit]) und natürlich bei der Hin­rich­tung von Gift­mi­schern und Zauberern (39). Ferner kommen drei Prodigien vor (51. 65. 79), zwei Vielfraße (40. 61), ein außer­ge­wöhn­liches Trans­port­schiff (36), so­wie ein prominenter Fall von Inzest (58) und die außerordentliche An­we­senheit von Frauen in den Kaiserthermen (48). Völlig unklar bleibt hier­bei, nach welchen Kriterien die Auswahl der Vor­komm­nisse getroffen wur­de, zumal die Nachrichten völlig auf eine Kontextualisierung der Er­eig­nisse verzichten. Die Nach­richten sind ganz auf den eigent­lichen Ge­gen­stand beschränkt, wie dies übri­gens auch bei Notizen in den Con­sularia häu­fig zu beobachten ist, so dass das Verständnis beeinträchtigt wird. Da­bei kann die Absicht, Platz ein­sparen zu wollen, nicht der aus­schlag­ge­ben­de Grund sein, wie etwa die aus­führliche Speiseliste der bei­den Vielfraße zu widerlegen scheint, obschon die Kürze der Notizen generell ein Cha­rak­te­ristikum der Ori­go Rom. ist. Zudem bestand offenbar auch keineswegs die Not­wen­dig­keit, zu jedem einzelnen Kaiser(paar) eine Sensation zu be­rich­ten. Dies darf aber nicht erstaunen, da die Nach­richten immer nur ein se­kundäre, quasi op­tionale Zugabe zu den eigentlich viel wesentlicheren im­peria Caesarum darstellen.32

Gemessen an den meisten anderen Einträgen ist derjenige zu Maxentius ver­hältnismäßig lang. Nur die Nachrichten zu Diokletian und Maximian sind noch umfangreicher. In beiden Fällen kommt sicherlich die zeitliche Nä­he des Verfassers zum Tragen. Die Nach­rich­ten zur Herr­schaft des Ma­xen­tius unterscheiden sich prinzipiell nicht von dem, was auch bei frü­he­ren Kai­sern zu finden ist. Es dreht sich um Bau­tä­tigkeit, Ver­sorgungs­schwie­rigkeiten und Unruhen. Den Auftakt bilden Brand und Wie­der­auf­bau des Roma-Tempels. Einen markanten Unterschied stellt je­doch die un­er­­hörte Gold­for­derung des Maxentius an die Stadtbewohner dar, die ihn als Kai­ser disqualifiziert. Dazu kommen aber noch die Details über seine Bau­tä­tigkeit: Maxentius baut sowohl eine Ther­menanlage als auch einen Cir­cus, aber diese typischen und äußerst beliebten opera publica sind nicht fürs Volk gedacht, sondern stellen sich – ein neues Bad im Palast und eine Pferderennbahn bei der Vor­stadt­villa – als Privatvergnügen des KaisersS. 13 heraus. Wenn zudem noch eine Hungers­not unter der Bevölkerung aus­bricht, 6.000 Stadtrömer vom Mi­litär getötet wer­den und am Ende nicht ein­mal der Befestigungs­graben fer­tig ge­stellt wird, spricht das Bände. Al­les in allem überwiegen die negativen Meldungen, so dass am Ende der Ge­samt­eindruck eines ma­lus prin­ceps übrig bleibt.

Die zu Maxentius berichteten Notizen entwickeln hierbei eine nahezu nar­rative Qua­lität, wie sie sonst im Werk nicht zu beobachten ist, wobei sich das negative Bild des Maxenti­us ganz mit der kon­stan­ti­nischen Pro­pa­gan­da deckt, die nach dem Sieg an der Mil­vischen Brücke das Image eines ty­rannus verbreitete. Gleichwohl bewegt sich die Notiz im selben formalen Rah­men wie bei den vorherigen Kaisern, aber es ist vielleicht gerade die nüch­terne Faktizität, die ihr Glaubwürdigkeit ver­schafft. Der Eintrag zu Ma­xentius bildet gleichzeitig so etwas wie den Ab­schluss des Werkes (falls überhaupt von einem Abschluss gesprochen wer­den darf). Tat­säch­lich folgen nach Maxentius zwei weitere Kaisereinträge (Maximinus und Licinius). Aber mit Maxen­tius fällt ein letztes Mal der Blick auf Rom und die Stadtereignisse, frei­lich ohne dass das Werk an diesem Tiefpunkt en­det. Wie die zwei nach­fol­gen­den Kaiser zeigen, dreht sich das Rad der Ge­schich­te weiter, und auch der gegenwärtig herrschende Kaiser steht in Gedanken schon auf der Li­ste.

II. Bemerkungen zum Text (von M. Stein)

1. Handschriftliche Überlieferung

Den gesamten uns vorliegenden Text bietet der Vindobonensis 3416 (V), eine Hu­ma­nistenhandschrift vom Ende des 15. Jh. bzw. Anfang des 16. Jh., fol. 62r–65v u. 70r (vgl. Mommsen 31; Burgess, Manuscripts 359–61. 368–76 u. Burgess, Imperial Chronology 11 [ca. 1495]33); sie ist ein­zu­se­hen unter https://tinyurl.com/ycddcqzy (→Digitalisate DoD →3416).34

Fünf Exzerpte (40. 51. 61. 65. 68) von Walahfrid Strabos (808/09–849) Hand finden sich im Sangallensis 878 (S), p. 303 u. 305 (vgl. Momm­sen 32; Burgess, Ma­nu­scripts 357. 363–68 u. Burgess, Imperial Chronology 11 [zwi­schen 829 u. 838]), einzusehen unter https://tinyurl.com/ybmdjopd.

S. 14

Ein weiteres aus dem 10./11. Jh. stam­men­des Exzerpt (24) bie­tet der Cae­se­nas Malatestianus plut. S.XXI.5 (C) am obe­ren Rand von fol. 68r (vgl. Momm­sen 33; Burgess, Manuscripts 358. 379 f. u. Burgess, Imperial Chro­nology 11), ein­zu­se­hen un­ter https://tinyurl.com/y8smlcr9.

2. Titel und Zwischentitel

Die in der handschriftlichen Überlieferung greifbare formale Gestaltung des Werkes hat gewisse Auswirkungen auf die Textform. Einzige Grund­la­ge dafür ist V, da S und C lediglich Exzerpte bieten. Inwieweit freilich V das Ur­sprungs­exemplar oder spätere Veränderungen widerspiegelt, gar Feh­ler bie­tet (s. u. S. 16 f.), läßt sich nur in einem begrenzten Rahmen fest­stel­len.

Für die Text­ge­staltung von nebensächlicher Bedeutung ist der Um­stand, daß in V die Herr­schernamen in der Regel rubriziert sind.35 Wich­ti­ger ist die Un­ter­su­chung der Überschriften. In V sind nämlich mehrfach eini­ge Worte als Ti­tel oder Zwischentitel kenntlich gemacht.

Das gilt zum einen für 1 (item ori­go gentis Romanorum), 32 (item no­mi­na dictatorum) und 34 (item imperia Caesarum), welche Worte je­weils mit­tig in einer eigenen Zeile stehen, rubriziert und durch die zum Teil mit Ver­zierungen versehene Buchstabenform hervorgehoben sind. Das item in 1 erweckt dabei den Eindruck, daß der nun folgende Text an die vor­an­ge­hen­de Weltchronik (liber generationis II a. 334 [Chron. min. 1,89–140]) an­schließt36, ebenso wie auf die depositio episcoporum (Chron. min. 1,70) die depositio martyrum (Chron. min. 1,71), mit item ein­geleitet, folgt37. Wenn, wie allgemein angenommen, unsere Chro­nik ur­sprünglich ein selb­stän­diges Werk war (s. o. S. 3 f.), ist das item vor ori­go eine sekundäreS. 15 Hinzufügung.38 Dies gilt auch für das item vor no­mi­na dictatorum (32) und im­peria Cae­sa­rum (34), denn zumindest die letzterem nachfol­gen­de Kai­ser­liste (35–84) wird durch die gleiche Struktur, wie sie das Ver­zeich­nis der rö­mi­schen Kö­ni­ge (24–31) bietet (Angaben zur Herr­schafts­dau­er, z. T. zur Hö­he der Con­giarien, zu Leistungen und Taten sowie zum Tod; s. o. S. 10), als Teil des­sel­ben Wer­kes er­wie­sen. Die Worte no­mi­na dic­ta­to­rum (32) und imperia Cae­sa­rum (34) sind demnach, wie bis­her auch der Fall, als Zwischentitel an­zu­se­hen.

Eine zweite Form der Überschrift findet sich in 1 (ex quo primum in Ita­lia regnare coeperunt) und 23 (reges Romanorum numero VIII). Bei­de­mal stehen die Worte linksbündig zu Beginn einer neuen Zeile; die in 23 sind rubriziert, bei denen in 1 ist das am Anfang befindliche e von ex ver­ziert und rot. Beidemal schließt sich in derselben Zeile der jeweils erste Na­me der folgenden Liste unmittelbar daran an, geschrieben in der gän­gi­gen schwarzen Tinte, d. h. Picus (2) und Romulus (24). Die Zeile von 23 folgt auf die vorangehende im übli­chen Abstand, die von 1 ex quo pri­mum etc. in einem großen.

In 23 ist der Cha­rak­ter der Zwischenüberschrift offensichtlich. Ähn­li­ches wegen der vergleichbaren formalen Ge­stal­tung (obendrein mit einem großen Ab­stand zur vorherigen Zeile) für das ex quo pri­mum in Italia re­gna­re coeperunt in 1 anzunehmen, d. h. es als den bis­her fehlenden Zwi­schen­titel des er­sten Ab­schnitts (2–8) zu be­trach­ten, führt jedoch zu Schwie­rigkeiten: Zum einen paßt die vorliegende Ausdrucksweise nicht recht zu einem Titel. Dieser kann zwar die Form eines Relativ- oder in­di­rek­ten Fra­ge­satzes be­sitzen (z. B. Chronogr. a. 354 chron. I p. 65 ex tem­po­ribus Gal­lieni quis quantum temporis prae­fec­tu­ram ur­ba­nam ad­mi­ni­stra­vit [V : -ve­rit B]; Cod. Theod. 4,20 qui bonis ex le­ge Iulia cedere pos­sunt; 12,5 quem­admodum munera ci­vilia indicantur; 11,18 qui a prae­bi­tio­ne ti­ro­num et equorum excusentur; Inst. Iust. 1,6 q ui ex qui­bus causis ma­nu­mit­te­re non possunt), aber entsprechend diesen Beispielen würde man an unserer Stel­le eher eine For­mulierung wie qui pri­mum in Italia re­gna­re coe­perunt er­war­ten.

Die zweite Schwierigkeit betrifft das Subjekt zu coeperunt. Dies kann sich nämlich, wenn das ex quo pri­mum in Italia re­gna­re coeperunt (1) wirk­lich der Funktion als Zwi­schen­titel des er­sten Ab­schnitts (2–8) ge­recht wer­den soll, nicht an den vorhergehenden Worten origo gentis RomanoS. 16rum ori­en­tie­ren, sondern nur an den nachfolgenden, indem die in 2–8 ge­nann­ten Herr­scher Picus, Faunus, Latinus, Aeneas und As­ca­ni­us ge­meint wä­ren. Das jedoch ist ohne ein vorausweisendes Pronomen wie hi schwer vor­stell­bar.

Daher ist ex quo – coeperunt (1), wie seit Mommsen1 645 der Fall, mit dem vorangehenden ori­go gentis Ro­manorum zusammenzunehmen und als Teil des Ge­samt­ti­tels zu betrachten.39 Eine Parallele dazu bietet der Titel der Cons. Const. (Chron. min. 1,205): de­scriptio consulum, ex quo primum or­di­na­ti sunt.

Bei dieser Deutung ist das Subjekt zu coeperunt leicht aus dem Ro­ma­no­rum davor zu gewinnen, so daß die nach­fol­gen­den ersten Herr­scher, Pi­cus, Faunus, Latinus, Aeneas, Ascanius (2–8) und die Albanerkö­nige (9/10–22), allesamt für die Römer vereinnahmt werden. Dem wi­der­spricht nicht, daß sich 24–31 eine Li­ste der römischen Kö­ni­ge findet, die aus­drück­lich als reges Romanorum (23) bezeichnet werden, denn da­mit sind die römischen Herrscher nach der Gründung Roms gemeint im Ge­gensatz zu den vorangehenden, die in Latium (2–8) und Alba Longa (9–22) re­gier­ten.

Der den Worten ori­go gentis Ro­manorum folgende Zusatz ex quo – coe­pe­runt dient dazu, im Titel des Werkes den Anfangspunkt der historischen Ent­wicklung zu be­zeichnen (s. o. den Titel der Cons. Const.: de­scrip­tio con­su­lum, ex quo primum or­di­na­ti sunt).40

Auf eine eigene Zwischenüberschrift für den Abschnitt 2–8 hat der Ver­fas­ser nach dem Haupttitel anscheinend verzichtet, da er an keinen Sche­ma­tismus gebunden war.41 Wenn gleichwohl in der Hs. V aufgrund der for­ma­len Gestaltung ein derartiger Eindruck entstehen kann, ist dies auf einen Feh­ler der Über­lie­fe­rung zurückzuführen, wie sie auch sonst in der gra­phi­schen Darstellung in V, unserem einzigen Zeu­gen, begegnen. So istS. 17 der Zwi­schentitel reges Albani (9) als solcher fol. 62r nicht sichtbar, da die­se Wor­te unter Einschiebung eines et direkt hinter Albam Longam con­di­dit (8) stehen, als ob der Schreiber sie noch von dem condidit abhängen las­sen woll­te (unter Mißachtung des nom. Albani). Umgekehrt werden fol. 55v und 56r in die Überschriften li­ber generationis mundi bzw. divisio ter­rae tri­bus filiis Noe auch die Worte des jeweils ersten Eintrags, qua die fe­cit de­us Adam ad imaginem et si­mi­li­tu­dinem suam bzw. post diluvium tri­um fra­trum in tribus partibus divisa est terra, einbezogen (beide Stellen aus Lib. gen. II a. 334, 25 f. bzw. 46 f. [Chron. min. 1,91. 95]).42 Anlaß für die irr­tümliche Hervorhebung des ex quo – coe­pe­runt mag gewesen sein, daß in V der letzte Abschnitt des unmittelbar vorangehenden li­ber ge­ne­ra­tio­nis mun­di (fol. 61v = Chron. min. 1,140,11) mit einem ex quo beginnt, das zu Recht abgesetzt und verziert ist: Dies könnte den Kopisten von V oder einer der Vorlagen an unserer Stelle zu Ähnlichem verleitet haben.

Burgess, Imperial Chronology 9 Anm. 2 hält die ganzen als Einheit be­trach­teten Wor­te Ori­go gen­tis Ro­manorum ex quo pri­mum in Italia re­gna­re coe­pe­runt nicht für den Ge­samt­ti­tel, sondern für die Zwi­schen­über­schrift des er­sten Abschnitts (2–8), wobei er auf die im Cor­pus Aure­lianum über­lieferte Ori­go gentis Ro­manae verweist, die nur die An­fangs­zeit, von Sa­turn bis Romulus und Re­mus, umfaßt. Das beweist je­doch nicht, daß sich ein mit dem Wort ori­go betiteltes Werk auf die Früh­zeit be­schrän­ken muß: Catos Origines und Isi­dors v. Sev. De origine Go­thorum rei­chen je­weils bis in die Ge­genwart ih­rer Autoren. In klei­ne­rem Maßstab gilt dies auch für die mit unserer Schrift ungefähr gleich­zei­ti­ge Origo Constantini im­peratoris (Anon. Va­les. I), denn sie befaßt sich nicht allein mit der Her­kunft Konstantins, son­dern mit seinem ganzen Le­ben und Wirken sowie der historischen Ent­wick­lung insgesamt seit Dio­kle­tians Rück­tritt (Hin­weis von B. Bleck­mann). Iordanes’ De origine ac­ti­bus­que Ge­tarum und des­sen höchst­wahr­schein­lich gleichnamige43, von Cas­siodor stam­mende Quel­le tragen die ori­go ebenfalls im Titel, wenn auch mit ac­tus erweitert.S. 1844

Der Titel ist in solchen Fäl­len nicht nur wegen des Anfangsteils des je­wei­ligen Werks gewählt, son­dern auch zur Be­to­nung der Bedeutung, die die Frühzeit für die Fol­ge­zeit be­sitzt. Insofern paßt Ori­go gentis Ro­ma­no­rum gut zu einem Ver­fas­ser, der wie der un­se­ri­ge großes Interesse an Rom und seinen Ge­ge­ben­hei­ten zeigt (s. o. S. 4). Es gibt also keinen Grund, dar­in nicht den Ti­tel45 (bzw. dessen Beginn) unserer Schrift zu sehen.

3. Die Parallelberichte

Bereits Mommsen hat auf eine Reihe von Parallelen hingewiesen, die nicht nur inhaltlich, sondern bis in den Wortlaut hinein zwischen der Origo Rom. und anderen Werken des 4. Jh. und später bestehen, besonders Eutr., Hier. chron., Cons. Const., Isid. orig. und zwei frühen Zusätzen in Cedr.46 (s. Komm. zu 31. 36. 40. 46. 52). Mommsen nahm an, daß die anderen aus der Origo Rom. geschöpft hät­ten (z. B. Mommsen1 600 f.; Chron. min. 1,142). Doch die Über­schüs­se, die die Origo Rom. und die Parallelberichte mehr­fach gegenüber ein­an­der besitzen, zeigen, daß sie allesamt auf eine gemeinsame Quelle zu­rück­ge­hen (vgl. R. Helm, Hieronymus und Eutrop, RhM 76 [1927] 138–70 u. 254–306, bes. 156–58. 280; Schmidt, Ori­go 183 [§ 531.5 Lit. 2]).47

Für die Textkonstitution bedeutet dies, daß, wenn der Text der Origo Rom. sonst keinerlei Anstoß bietet, zusätzliche Nachrichten in den Par­al­lel­berichten keinen Grund für eine Ergänzung in selbiger darstellen (s. zu 36 vectores CC u. 46 atria – pantheum). Anders verhält es sich, wenn die Über­lieferung in der Origo Rom. gestört ist, weil in einem solchen Fall durch den Rückgriff auf die gemeinsame Vorlage eine Möglichkeit zur Kor­rektur besteht, sofern es nicht den begründeten Verdacht einer ab­sicht­li­chen Abweichung durch unseren Verfasser gibt: So hat Mommsen in der Li­ste der Bau­werke Domitians das unpassende synodum, das sicherlich nicht vom Autor stammt, mit Blick auf Hier. chron. 191a durch odeum er­setzt (s. zu 46 atria – pantheum); vgl. auch zu 31 in­ve­nit u. lautumiasS. 19.

4. Abkürzungen

Die Abkürzungen in den Hss. werden hier ebenso wie bei Burgess, Im­pe­rial Chronology (142 f.) im Gegensatz zu den vor­an­ge­henden Edd. auf­ge­löst und damit ver­ein­heit­licht.48 Letzt­lich wissen wir nicht, wie der Ver­fas­ser (bzw. sein Schrei­ber) ver­fah­ren ist. Die ab­ge­kürzten und die aus­ge­schrie­benen Wortformen kön­nen so­wohl von ihm selbst als auch von spä­te­ren Kopisten stam­men. Zu­dem sind in un­se­ren drei Hss. Divergenzen zu ver­zeichnen. So ist in 24 an­nos in V aus­ge­schrieben, während C die Ab­kür­zung a̅n hat. Um­ge­kehrt fin­det sich in 40, 51, 61 und 65 (stets hinter dem hoc von V) in S jeweils im­pe­ra­to­re 49 statt des imp. bzw. im­per. in V.50 Ja, dieselbe Abkürzung wird in beiden Hss. un­ter­schied­lich be­nutzt. So be­deu­tet in 68 im̅p̅p. in S im­pe­ra­toribus (we­gen des sonst aus­ge­schriebenen im­pe­ra­to­re zumindest eher als im­pe­ran­tibus), in V aber zu Be­ginn des­sel­ben Eintrags imperaverunt (s. zu 35 im­pe­ra­vit).

Für die Frage, wie die Abkürzung ann. bei An­gaben der Zeitdauer zu deu­ten ist, ergibt sich die zusätzliche Schwierigkeit, daß der Autor mit­un­ter seine Ausdrucksweise va­riiert hat, sofern man der in V greifbaren Über­lie­ferung folgt (S hat die betreffenden Partien nicht exzerpiert, und in C begegnet einmal a̅n). Statt des üblichen ann. findet sich nicht nur mehr­fach ausgeschrieben der acc. (annos: 11. 24. 25. 27. 30 quotquot an­nos. 35. 60; annum: 67. 71) und fünfmal der abl. (annis: 3. 7 f. 2951; anno uno [ne­ben menses IIII]: 59), sondern auch zweimal per mit dem acc. (29 per an­nos. 52 per dies).52 Wäh­rend annos und annis das Werk späterer Ko­pi­stenS. 20 sein können, ist dies bei per annos / dies nicht so leicht anzunehmen. Da nun aber der abl. nur selten belegt ist, wird das ann. der Hss. in dieser Ed. ge­nerell mit dem acc. aufgelöst außer in 2 ann(is) XXXVIII. Denn an den fol­genden drei Stel­len (3. 7 f.) ist allein der abl. überliefert, so daß wir hier der von Burgess, Im­pe­rial Chronology 142 Anm. 2 angekündigten Ver­fah­rens­weise fol­gen: „I ... ex­pand the ab­breviations ... according to the con­text provided by the un­ab­bre­viated forms.“ In 10 jedoch, wo sich Burgess, Im­pe­rial Chronology 144 für den abl. ent­schie­den hat, of­fen­bar weil dieser in den vor­an­gehenden zwei Ka­pi­teln 7 f. steht, ist hier der acc. gewählt wor­den. Zum einen finden sich näm­lich die drei Belege für den abl. pl. nur in dem ersten Absatz (2–8; in 29 als Kor­rek­tur), wäh­rend mit 9 die Reihe der reges Albani einsetzt; zum anderen ist in dem un­mittelbar fol­genden Ka­pitel 11 der acc. pl. über­lie­fert. Letzt­gül­ti­ge Si­cher­heit läßt sich freilich nicht erreichen.

5. Bemerkungen zur Orthographie

In der Regel werden im Text korrigiert, ohne im app. crit. angeführt zu wer­den:53

a) orthographische Fehler durch überflüssige oder unterlassene Ge­mi­na­tion, z. B. 2 opida V; 24 apellavit C; 25 nolluisset V; 29 li­teris V; 40. 61 pol­lyfagus S; 40 galinam V; 40 galligares SV; 41 decolatus V; s. auch S. 21–23;

b) Abweichungen, die sich durch die im Laufe der Zeit ge­än­derte Aus­spra­che bzw. Schreibweise ergeben: e statt ae (z. B. 3 rome V; 11. 33 ene­as V; 53 terme com­mo­diane dedicate V; 58 ianue ... ampliate ... termae an­toniniane de­di­cate V; 78 publice u. grecostadium V; 79 nymfea V) und um­gekehrt (z. B. 6 pae­nus V; 29 hodie quae V [statt hodieque]); ae statt oe (6 praelio V); i statt e (36 vitria V [aber 40 vitrea SV]) und um­gekehrt (40 pen­nas S [aber pinnas V]; s. u. S. 21); ti statt ci (z. B. 35. 38. 40. 55 oc­ti­sus V) und umgekehrt (z. B. 24 marcio V [aber mar­tio C]; 38 pa­la­cio V; 80 con­stancius [vor ex­ces­sit] V [aber am Anfang des Eintrags -tius])54; y statt i (46 clypea V) und um­gekehrt (77 ba­bi­lonis V); Auslassung eines über­flüs­si­gen, weil stum­men, h (40. 61 aduc V; 46 cal­cidicam, am­phi­te­a­trum [aber 37. 45 -thea-], termas [auch 48. 53. 58. 67], panteum V; 59 ar­ce­laida V; 61 tallos SV [aber 40 thallos SV]; 65 par­tiae V) bzw. Hin­zu­fü­gung eines sol­chen h (z. B. 28 hostiam [aber 30 ostia] V); f statt ph (31S. 21 del­finos V; 40. 61 pol(l)yfagus SV; 51 elefanti SV [aber 79 ele­phan­tes V]; 79 nymfea V)55; g statt c (40 galligares SV; vgl. 38 gallicula [s. u. S. 22 f.]); p statt b (36 opo­liscum V).

c) Die Assimilation der Präfixe wird einheitlich durchgeführt (so hat V z. B. 24 conparuit, aber 29 comparavit).

6. Bemerkungen zu den Namen

Bei fehlerhaften Namen von Personen oder Orten ist es häufig schwie­rig zu entscheiden, ob diese auf den Autor oder die Überlieferung zu­rück­ge­hen. Das zeigt sich auch im Schwanken der bisherigen Editoren: So be­hält Momm­sen Gallicula (38) und Maximianus (83) bei, setzt aber Vi­tel­li­us (statt bit­tel­lus 43) und Licinius (statt lucinius 84) in den Text. Selbst Bur­gess, Im­pe­rial Chronology läßt nicht alles so stehen, wie in V über­lie­fert, sondern ändert zu­min­dest von ihm als Deklinationsfehler ein­ge­schätz­te Formen (vgl. 142 Anm. 1), weshalb er 29 Oli, 44 f. Curibus und 59 Ar­ce­laide schreibt. Ähn­li­ches findet sich bei Frick und Valentini / Zucchetti.

In dieser Ausgabe werden triviale Fehler bei den Namen korrigiert bzw. ver­einheitlicht; da­zu zählen (alle Belege aus V):

a) offenkundig falsche Formen wie 2 laurentine, 10 aenae, 26 ve­stas u. 33 plutatius; überflüssige oder unterlassene Ge­mi­na­tion, z. B. 47 sa­lu­sti­a­nis; 50 ap­po­li­na­ri­bus; 56 britaniae; 73 aggrippe (sic);

b) Abweichungen durch verän­derte Aus­spra­che bzw. Schreibweise (s. o. S. 20 f.), z. B. e/ae (33 le­nas), h (10 post­hu­mus; 28 hostiam [richtig 30 ostia]; 75 tharso [richtig 83 tarso]56; 40 ar­pocras; 49 adrianus [richtig 27 ho­sti­li­us]; 46 calcidicam; 59 arcelaida; 65 par­tiae [richtig 84 thes­sa­lo­ni­ca]); ti/ci (z. B. 80 constancius); i/y (77 ba­bi­lonis [rich­tig 70 syria]); Ver­men­gung von e- und i-Lauten (48 s ilenunti; 58 edis­sa; 72 aqui­legia [rich­tig 62 aquileia]).

In den übrigen Fällen wird wie folgt verfahren:

Die Personennamen in 2–33 (14 Appius; 16 Campeius; 17 Titus; 19 Ad­ven­tinus; 21 et milius; 27 Tullius; 28 Man­cius; 29 Olis; 30 Servilius; 33 [s. z. St.]) werden nicht ge­ändert, weil die Namen aus der mythhistorischen Zeit auch in den übri­gen Quellen schwan­ken (vgl. die Auf­stel­lun­gen bei Bur­gess, Im­pe­rial Chronology 21–25 u. hist. Komm.) und weil die aus derS. 22 Re­publik (33) den Ver­fasser bzw. seine Vor­la­ge nicht son­der­lich in­ter­es­siert zu haben schei­nen (s. z. St.).

Die Kaisernamen dagegen werden kor­ri­giert. Denn mögen auch die An­ga­ben zur Herrschaftsdauer aufgrund mangelhafter Quellen oder will­kür­li­cher Ent­scheidungen des Autors vielerlei Fehler aufweisen (vgl. Burgess, Im­pe­rial Chronology 93–114), so gilt dies nicht für die Namen der Kaiser, was schon daraus er­sicht­lich wird, daß nur sieben der mehr als 50 Namen von der richtigen Form abweichen. Hinzu kommt, daß wir in den Par­al­lel­be­richten (s. o. S. 18) eine Kontrollmöglichkeit besitzen, um zu be­ur­tei­len, ob eine be­stimm­te Namensform in dem „Pool von Informationen“ (Bleck­mann, KFHist G 1–4,255), aus dem offenbar auch unser Autor ge­schöpft hat, ge­läu­fig war. Wenn also z. B. Eutr. 9,2,1 f. und Hier. chron. 216g. i richtig Pu­pienus überliefert ist57, spricht nichts dafür, pupenius (V in 64) als die vom Verfasser gewählte Variante anzusehen, statt einen leich­ten Fehler der Hs. anzunehmen.

Die Korrekturen der sieben problematischen Kaisernamen ergeben sich nun aus den folgenden Gründen:

a) Offensichtlich ist die Not­wen­dig­keit dazu bei dem anscheinend in V über­lieferten Commalus (53)58, zumal sich gleich danach in der Nach­richt hoc imperante thermae Com­mo­di­anae dedicatae sunt die richtige Na­mens­form findet.

b) Des weiteren darf man annehmen, daß der Verfasser die Namen der zeit­genössischen Herrscher gekannt und somit 83 f. korrekt Maximinus und Licinius angegeben hat. Das in V überlieferte maximianus (83) wird un­ter dem Eindruck von 79 f. entstanden sein (62 ist richtig Maximinus no­tiert).

c) Dieses maximianus verweist auf eine weitere Facette, die An­fäl­lig­keit man­cher Namen für Fehler auch sonst in Teilen der Überlieferung. So fin­det sich die­sel­be Variante in einigen Hss. bei Hier. chron. 228f u. 229h so­wie Eutr. 10,2,1 (umgekehrt Cons. Const. 310). Gleiches gilt für gal­li­cuS. 23la (38)59, so daß man die Vertauschung der Schuhformen ca­li­gula und gal­li­cula nicht dem Autor zuzuschreiben braucht, für eli­o­ga­bal­lus (60)60 und für pupenius (64)61. Bei letztgenanntem liegt eine Umstellung der Vo­kale vor, die in gewisser Hinsicht vergleichbar ist mit (48) silenunti (statt Se­li­nun­ti).62

d) Die Namensformen gallicula (38) und eliogaballus (60) wiederum zeu­gen ebenso wie bit­tel­lus (43) von der im Laufe der Zeit verän­derten Aus­spra­che bzw. Schreib­weise (s. o. S. 20 f.).63


1 Burgess, Imperial Chronology 9 f.

2 Mommsen, Über den Chronographen 599(Ges. Schr. 558).

3 Zu dem als ‚Chronograph von 354‘ (Mommsen) bekannten Konvolut von 353 zuletzt aus­führlich Divjak / Wischmeyer, Das Kalenderhandbuch von 354, 52: Während ein „Ur­exemplar (sc. des Kalenderhandbuchs) nicht vorausgesetzt und auch nicht rekonstruiert wer­den“ kann, gilt die Origo Rom. jedenfalls als ein „später in die Überlieferung ein­ge­drun­gene[r]“ Text.

4 Burgess,Imperial Chronology, 10; ders., Chronograph of 354, 387 f.

5 So noch Salzman, On Roman Time, 52.Vgl. zur Überlieferung des Chronographen zu­letzt Divjak / Wischmeyer, Das Kalenderhandbuch von 354, 57–72.

6 Mommsen, Chron. min. 1,141. Schmidt, Origo 183, der das Werk zwar nach dem in der Handschrift überlieferten Titel benennt, aber eine „stadtrömische Chronik“ darin sieht; ähnlich Salzman, On Roman Time 50 f.

7 Anders Mommsen, Über den Chronographen 598 f.(Ges. Schr. 557 f.). Vor Momm­sen war das Werk bezeichnenderweise als Catalogus im­pe­ra­torum Vindobonensis be­kannt.

8 Vgl. zum Aufkommen der Consularia Burgess / Kulikowski, Mosaics of Time 177; zur Ähnlichkeit der Einträge mit Consularia Salzman, On Roman Time 53.Burgess, Im­pe­rial Chronology 105 vermutet Consularia sogar als eine Quelle für die Origo Rom.

9 Die in der Origo Rom. verwendete Wendung hoc imperante / his imperantibus, mit der diese Nachrichten häufig eingeleitet werden, entspricht dabei dem in den Consu­la­ria ge­bräuch­lichen his consulibus.

10 Eine Definition der Gattung Chronik bieten Burgess / Kulikowski, Mosaics of Time, bes. 1–62; vgl. zum Charakter der Origo Rom. ebd. 98: Das Werk „lacks an overall chrono­lo­gi­cal struc­ture, or even an in­te­rest in chronology, both of which are fundamental aspects of a chron­icle“; Burgess, Imperial Chronology 5.

11 Neben den Stadt­teil­ver­zeich­nissen werden zusätzlich in eigenen Kategorien alle Bib­li­o­theken, Thermen, Foren, La­trinen etc. aufgelistet. Vgl. zur Gliederung und Ent­ste­hung R. Behrwald, Die Stadt als Mu­seum? Die Wahrnehmung der Monumente Roms in der Spät­antike, Berlin 2009, 192–205.

12 Chron. min. 1,65–69 (Praefecti Urbis Romae), ebd. 73–76 (Episcopi Romani).

13 Vgl. Chron. min. 1,76,14–17 hic (sc. Iulius) multas fabricas fecit: basilicam in via Por­tese …, basilicam in via Flaminia …, basilicam Iuliam …, basilicam trans Tiberim …, ba­silicam in via Aurelia etwa mit der Notiz zu Domitian (Origo Rom. 46).

14 Vgl. zu dieser Liste Barnes, New Empire 201–8.

15 Vgl. unten II. 2 zu Titel und Zwischentitel.

16 Daher mag Mommsen, Über den Chronographen 599 (Ges. Schr. 558) der Meinung gewesen sein, die Origo Rom. sei überhaupt mit Hin­blick auf diese Weltchronik verfasstworden.

17 Vgl. Burgess,Imperial Chronology 12: „In the autocracy of the fourth century, it would appear, constitutional arrangements other than monarchy were not worth con­si­de­ring.“

18 3,27μεθ’ ὃν ἦρξαν ἐνιαύϲιοι ὕπατοι, χιλίαρχοι ἢ ἀγορανόμοι ἔτεϲιν υξγʹ, ὧν τὰ ὀνό­ματα καταλέγειν πολὺ καὶ περιϲϲὸν ἡγούμεθα. Vgl. Eus. chron. armen. 141,26: „und wiederum Hypaten (Konsuln). Von denen einzelnen je ein Jahr die Obergewalt innehabenden ich für überflüssig erachte hier zu vermelden, eine maßlose Menge von Namen anhäufend. Und wenn wir erst auch noch dazu die Taten derselben eingehend auf­zuzählen beabsichtigten, so würden sich allzu weitschweifig ausspinnen diese Ge­schichts­erzählungen“.

19 G. F. Unger, Die Glaubwürdigkeit der Capitolinischen Consulntafel, Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik 143 (1891) 625–49, hier 640 f.

20 Vgl. Fugmann, Ps. Aurelius Victor 16–20. Zahlreiche Übereinstimmungen gibt es zu­dem mit der 23 clarissimi duces Romanorum umfassenden Liste im Liber memorialis (18) des Ampelius.

21 Vgl. J. Geiger, The First Hall of Fame. A Study of the Statues in theForum Augus­tum, Leiden 2008, bes. 129–56.

22 Vgl. Burgess, Imperial Chronology 19 Anm. 1, der im Zusammenhang mit der Herr­schafts­dauer der Könige an das Augustusforum erinnert.

23 Bei Aurelius Victor (Caes. 1,1), Rufius Festus (2,4) und in der Epitome de Caesaribus (1,1) beginnt die Kaiserzeit mit Augustus, vgl. auch Eutrop (7,8,1 f.). Ebenso für den Autor der Historia Augusta: Ael. 7,5 (post Caesarem dictatorem); Alex. 10,4, vgl. Au­relian. 42,3. Hier. chron. 156a wiederum erklärt: Gaius Iulius Caesar primus aput Romanos singulare op­tinuit imperium, a quo Caesares Romanorum principes appellati.

24 Vgl. 35. 38–42. 46. 47. 53–55. 57. 66. 81. 82; nur Romae: 60. 64.

25 Vgl. generell T. Arand, Das schmähliche Ende. Der Tod des schlechten Kaisers und sei­ne literarische Gestaltung in der römischen Historiographie, Frankfurt a. M. 2002.

26 Vgl. 42. 43. 55. 57. 63. 69. 74. 75. 77. 81. 83. 84.

27 Vgl. 35–41. 44. 46–54. 56. 58–62. 64–68. 70–73. 78–80. Vgl. Burgess, Imperial Chro­no­logy 12: „only literary source to provide such detailed information.“

28 Während für die Kaiser des ersten Jahrhunderts meist nur die Höhe eines ein­zel­nen Con­giarium genannt ist, wird spätestens ab Traian die Ge­samt­summe der Congiaria an­ge­ge­ben, vgl. van Berchem, Distributions 152 Anm. 1.

29 Vgl. generell Kloft, Liberalitas principis; C. E. Manning, Liberalitas. The decline and re­habilitation of a virtue, G&R 32 (1985) 73–83; P. Zan­ker, Der Kaiser baut fürs Volk, Op­la­den 1997.

30 Thermen (46. 53. 57. 58. 61. 67. 73. 79. [82]), Spielstätten (36. 39. 44–46. 49. 58. 79. [82]), Tempel (46. 60. 73. 79. 82), andere Bauwerke (41. 46. 57. 73. 79. 82). Anders Bur­gess, Imperial Chronology 12, der diese und weitere Nachrichten als eine eigene „archi­tec­tu­ral“ Kategorie auf­fasst, die dem persönlichen Architekturinteresse des Verfassers ge­schul­det sei.

31 Vgl. Burgess,Imperial Chronology 12: „‘sensationalist’ or ‘tabloid’ stories, many of the type that the Greeks called παραδοξολογίαι, ‘tales of the marvellous’.”

32 Von 50 Kaisereinträgen weisen 18 keine besonderen Nachrichten auf (35. 42. 43. 54. 55. 57. 63. 64. 69. 71. 72. 74. 75. 77. 80. 81. 83. 84.)

33 Vgl. auch W. Wischmeyer, Die christlichen Texte im sog. Filocalus-Kalender, in: A. Prim­mer u. a. (Hgg.), Textsorten und Textkritik, Wien 2002, 51 f.; terminus ante quem ist der Todestag Fuchsmagens (3. 5. 1510).

34 Katharina Kaska hat freundlicherweise mehrere Stel­len im Original genauer überprüft.

35 Ausnahmen sind 2 Picus, 10 Silvius, 12–22 die Namen der Albanerkönige, 24 Ro­mu­lus, 33 alle Namen, beginnend mit Cornelius, 35 Iulius Caesar, 63 duo Gordiani. Von La­ti­nus zu Beginn des Eintrags in 5 ist allein das L in roter Tinte geschrieben; dafür ist 42 u. 47 das imp. hinter den Namen Otho bzw. Nerva zusätzlich rubriziert und 40 Nero im­pe­rator (s. phil. Komm. zu 35 imperavit). Die Angaben zur Rubrizierung stützen sich hier und im fol­gen­den, wenn sie nicht aus den Schwarz-Weiß-Aufnahmen ersichtlich sind, auf Burgess, Im­pe­rial Chronology 144–56 (app. crit.) und Burgess, Manuscripts 369 Anm. 80.

36 Vgl. Mommsen1 598 (= Ges. Schr. 557), Mommsen 141 (der dort erwähnte letzte Ein­trag im Index der Welt­chronik [imperatorum Romanorum no­mina a Gaio Iulio Caesare et con­sulibus] steht Chron. min. 1,90 [nicht 88]), Burgess, Manuscripts 369 f. und Burgess, Im­pe­rial Chronology 10, die darauf hin­wei­sen, daß der für die Zu­sam­menstellung der Texte ver­antwortliche Re­dak­tor unsere Chro­nik sogar bewußt als Teil der Weltchronik angefügt hat.

37 In den Hss. BG, in V umgestellt, vgl. Burgess, Manuscripts 361. 372 f.

38 Valentini / Zucchetti 269 und Burgess, Im­pe­rial Chronology 144 haben es deshalb ge­tilgt.

39 Vgl. Mommsen1 598. 644 (= Ges. Schr. 557. 566); Frick 111; Burgess, Im­pe­rial Chro­no­logy 144; Mommsen 143 und Valentini / Zucchetti 269 ver­teilen die Worte auf zwei Zei­len.

40 B. Bleck­mann weist auf das ab urbe condita bei Livius hin.

41 Damit war der Verfasser auch der Schwierigkeit enthoben, einen gemeinsamen Ober­be­griff für die in 2–8 folgende Reihe an Herrschern zu finden, wie dies in 9 (reges Al­ba­ni), 23 (reges Romanorum nu­me­ro VIII), 32 (no­mi­na dic­ta­to­rum) und 34 (im­peria Cae­sarum) der Fall ist. Mommsen 141 bezeichnete sie zwar als „re­ges La­ti­nos“, aber nach der vor­lie­gen­den Darstellung werden die Bewohner erst seit Latinus als Latini bezeichnet (5), und auf den Trojaner Aeneas (6 f.) trifft dies ohnehin nicht zu, auf Ascanius (8) al­len­falls, wenn er als Sohn des Aeneas mit Lavinia – die nicht erwähnt wird – ge­dacht sein soll­te.

42 Zu 4 bellum cum Troianis s. Komm. z. St.

43 Vgl. H. Peter, Die Schrift Origo gentis Romanae, Ber. sächs. Ges. Wiss., Phil.-hist. Kl. 64 (1912) 104 f.; Th. Mommsen, Iordanis Romana et Getica (MGH AA 5,1), Berlin 1882, XLII.

44 Vgl. E. Norden, Die germanische Urgeschichte in Tacitus Germania, Stuttgart 19233 (ND Darmstadt 1959), 451–54; zur Origo-gentis-Literatur in der Folgezeit vgl. H. Wolfram u. a., Art. Origo gentis, RGA 22 (2003) 174–210.

45 So die Bezeichnung bei Schmidt, Ori­go 183 (§ 531.5).

46 Zu diesen Zusätzen, die offenbar schon in dem nahe der Lebenszeit des Autors ent­standenen Archetyp vor­han­den waren, vgl. Tartaglia (Cedr.) 1,58–61; Κ. Schwein­burg, Die ursprüngliche Form der Kedrenchronik, ByzZ 30 (1929) 68–77, bes. 75–77.

47 Auch hier treffen wir also auf einen „Pool von Informationen“, aus dem „Nachrichten ... in wech­selnden Konstellationen neu zusammengestellt wurden“ (Bleckmann, Einl. zu [G 3] Ber­liner Chronik, KFHist G 1–4,255).

48 Ausnahmen sind die üblichen Abkürzungen der Praenomia, des Denarzeichens (statt des in V überlieferten X ist in der Ed. das gängige verwandt; vgl. F. Hultsch, Art. De­na­ri­us, RE 5,1 [1903] 213 f.) und der Kalendae in 24 (die übliche Ab­kür­zung Kal. statt des kl in CV; Maias mit C ausgeschrieben [V hat mai()], vgl. 48 Idus Iulias).

49 Davor steht anders als in V nicht hoc, sondern der Name im abl., weil das Exzerpt je­weils erst dort einsetzt; ähnlich in 68 nicht his, sondern Gallo et Volusiano.

50 Obwohl S anders verfährt (bedingt durch die Exzerpierung [s. letzte Anm.]), werden die in V neben den abl. hoc und his verwandten Abkürzungen imp. bzw. imper. nach dem Vor­bild von 6 hoc regnante (letzteres ausgeschrieben) mit imperante bzw. imperantibus auf­gelöst (vgl. Valentini / Zucchetti 272 Anm. 12 mit Verweis auf Eutr. 9,14 hoc im­pe­ran­te). Das Mommsen1 647,40 gedruckte imperat. (67) ist ein Irrtum: fol. 65r steht imp(er).

51 Hinter regnavit; ursprünglich annos, in annis korrigiert. Wie zuverlässig die Än­de­rung ist, läßt sich schwer beurteilen, da das Bild in V gemischt ist: Richtig sind die Kor­rek­tu­ren in 10 (nepos), 24 (martis), 36 (Romano), 52 (Umstellung) und 54 (Streichung), falsch in 73 (porticus) und wohl auch 36 (portu; die abl.-Form auf -o ist nur schwach bezeugt [vgl. ThLL s. v. Sp. 59,52–56] und hier durch das nachfolgende Romano bedingt).

52 Die Monats- und Tagesangaben stehen, wenn sie nicht abgekürzt sind, stets im acc.

53 Vgl. KFHist G1–4,14–16. 27 f.; G 5–6,57 f.; G 7–8,37–39.

54 Vgl. K.-H. 30. 35 f.

55 Vgl. K.-H. 45 (2) u. 167 (h).

56 Das Schwanken findet sich auch sonst vereinzelt, vgl. W. Ruge, Art. Tarsos 3, RE 4 A 2 (1932) 2413 f.

57 Bei Hier. mit der Variante popienus.

58 Burgess, Im­pe­rial Chronology hat als erster an dieser Stelle Commalus und nicht Com­modus gelesen. Das al sieht zwar sonst in V etwas anders aus, aber links von dem l sind auch im Original keine Spu­ren zu erkennen, die auf ein d hindeuten würden (Auskunft von Katharina Kaska). Of­fen­sichtlich ist im Laufe der Überlieferung das od als al verlesen wor­den.

59 Vgl. Eutr. 7,12,1. 13,1. 14,1, wo von den Hss. zwei (LO) gallicula haben (vgl. Droy­sen, MGH AA 2,122. 124 app. crit.), und Hier. chron. 177c galicula u. 181f calicula (je­weils ein­zig in L); vgl. ThLL onom. s. v. Caligula Sp. 83,37–39.

60 Vgl. Hier. chron. 214e (He­lio­ga­bali AN : elio­ga­bali OBMP : elio­qa­vali L) u. 214g (He­lio­ga­balum AMNP : elio­ga­balum OLB).

61 Vgl. A. Stein, Art. Clodius 50, RE 4,1 (1900) 92,28–46; die ebd. angeführten grie­chi­schen Münzen mit der Namensform Πουπήνιοϲ (vgl. Th. E. Mionnet, De­scrip­tion de mé­dail­les antiques, grecques et romaines 3, Paris 1808, 545 [nr. 46] u. 642 f. [nr. 524]; vgl. BMC 21 [Cilicia, Tarsus] 210 f. nr. 244. 248 [Ποπλήνιοϲ]. 247 [Πουπῆνοϲ]. 250 [Που­πή­νιοϲ]) sind ins­gesamt nachlässig gefertigt.

62 Weitere Fehlerformen sind z. B. cupienum (Aur. Vict. Caes. 26,7) und popienus (Pol. Silv. princ. 35, Hs. B).

63 Zur v/b-Vertauschung (Vitellius / Bittellus) vgl. K.-H. 34. 42 f. (vgl. hier 27 ver­be­cem); zur häufiger in V be­geg­nenden Verdoppelung eines Konsonanten (tt bzw. ll), c/g-Ver­tauschung und Auslassung des (stummen) h s. o. S. 20 f.; zudem kann bei Vitellius das i hin­ter den zwei l leicht über­se­hen worden sein.

Erklärung der Siglen, Zeichen und Abkürzungen in Text und Apparat

Origo Rom. Origo gentis Romanorum
  V cod.Vindobonensis 3416
  Exzerpte (s. Einl. S. 13 f.):
  S cod.Sangallensis 878
  C cod.Cae­se­nas Malatestianus plut. S.XXI.5
{aaa} vom Editor getilgte Buchstaben
⟨aaa〉 vom Editor hinzugefügte Buchstaben
(aaa) vom Editor aufgelöste Abkürzungen
ạạạ unsicher erhaltene Buchstaben
[aaa] vom Editor in einer Lücke ergänzte Buchstaben
̣ ̣ ̣ ̣ ̣ ̣ unleserliche Reste von Buchstaben
[ ̣ ̣ ̣] Zahl der in einer Lücke verlorengegangenen Buchsta­ben
⟦aaa⟧ vom Schreiber oder anderer Hand getilgte Buchsta­ben
`aaa´ vom Schreiber oder anderer Hand über der Zeile hin­zu­ge- füg­te Buchstaben
| Zeilenende in einer Handschrift
Aa.c. Lesart in A vor der Korrektur (ante correctionem)
Ap.c. Lesart in A nach der Korrektur (post cor­rec­tio nem)
add. addidit(-erunt) vel additus, -a, -um
alt. alter, -a, -um
corr. correxit(-erunt) vel correctus, -a, -um
del. delevit(-erunt)
dub. dubitanter
e. g. exempli gratia
fort. fortasse
om. omisit(-erunt) vel omissus , -a, -um
restit. restituitvel restitutus , -a, -um
ut vid. ut videtur
v. versus

Erklärung der Sonderzeichen in der Übersetzung

(?) Unsicherheiten in Gestaltung bzw. Verständnis des tra­dierten Textes
(oder ... ?) im kri­tischen Ap­pa­rat des Text­teils an­ge­führte Kon­jektur


(1) {item} Origo gentis Romanorum, ex quo primum in Italia

item del. Valentini / Zucchetti

regnare coe­pe­runt

ceperunt V : corr. Mommsen

1 item del. Valentini / Zucchetti2 ceperunt V : corr. Mommsen

(2) Picus Saturni filius regnavit agro Laurentino usque ad eum lo-

Laurentino Momm­sen : -ne V

cum, ubi nunc Roma est, annis XXXVIII. eo tempore ibi nec oppida nec

5vi­ci erant, sed passim habitaverunt.


3 Laurentino Momm­sen : -ne V

(3) Faunus Pici filius eisdem locis regnavit annis XLIIII. eo tempore

Her­cules, cum ab Hispania reverteretur, aram quae est Romae ad forum

ara V : corr. Mommsen

Bo­arium, posuit et dedicavit, eo quod Cacum filium Vulcani ibi in spe-

lun­ca sua occiderat.

occideret V : corr. Mommsen

7 ara V : corr. Mommsen9 occideret V : corr. Mommsen

10(4) {bellum cum Troianis}

bellum  –  Troianis del. Mommsen

10 bellum  –  Troianis del. Mommsen

(5) Latinus isdem locis regnavit ⟨   〉. hic ex suo nomine cives suos

post regnavit add. annis XXXVI Mommsen

La­tinos appellavit. (6) hoc regnante {et} Troia capta est. unde Aeneas

et del. Mommsen

Ve­ne­ris et Anchisae filius venit et se cum Latino iunxit unaque bellum

et se Mommsen : esse V

ges­se­runt ad­versus Rutulos. eo proelio Latinus occisus est et regnum

15eius pe­nes Aene­am remansit.

pe­nes Mommsen : pae­nus V | Aene­am Mommsen : ̣ ̣ineam V

Aene­am Mommsen : ̣ ̣ineam V


11 post regnavit add. annis XXXVI Mommsen12 et del. Mommsen13 et se Mommsen : esse V15 pe­nes Mommsen : pae­nus V15 Aene­am Mommsen : ̣ ̣ineam V

(7) {bellum} Aeneas oppidum {Rutulis} condidit Lavinium ibique

bellum et Rutulis del. Mommsen

re­gnavit annis tribus.


16 bellum et Rutulis del. Mommsen

(8) Ascanius Aeneae filius regnavit annis XXXVI. Albam Longam

con­didit.

20(9) {et} reges Albani:

et del. Mommsen

20 et del. Mommsen

(10) Postumus Silvius Aeneae nepos regnavit annos XXXVII. ab hoc

posthumus V : corr. Mommsen

aenae V : corr. Mommsen

nepos (o ex u restit.) V

pro­gnati postea Albae regnaverunt ac Silvi sunt cognominati.

pro­gnati postea Mommsen : post­ea prognati V

21 posthumus V : corr. Mommsen21 aenae V : corr. Mommsen21 nepos (o ex u restit.) V22 pro­gnati postea Mommsen : post­ea prognati V

(11) Aeneas Silvius regnavit annos XXXI, (12) Latinus LI, (13) Alba

XXVIII, (14) Appius XLI, (15) Capys XXVIII, (16) Campeius XXI,

25(17) Titus VIII, (18) Agrippa LI, (19) Adventinus XXXVIII, (20) Pro­cas

VIII, (21) †et milius† LI, (22) Remus Silvius regnavit XVII; eum Ro-

et milius V : Amulius Mommsen : possis et Aemilius

mu­lus in­terfecit.


25 post LI add. Remulus regnavit annos XIX Burgess ducibus Valentini / Zucchetti, perperam25 Aventinus Mommsen26 et milius V : Amulius Mommsen : possis et Aemilius


(23) reges Romanorum numero VIII:

(24) Romulus Martis et Iliae filius regnavit annos XXXVIII. urbem

Romulus  –  est accedit C

martis C, (s, ut vid., ex r restit.) V

iliae V : el- C

regnavit om. C

30Ro­mam condidit XI Kal. Maias, qui dies appellatur Parilia. hic X men-

maias C : mai. V | X V : decem C

X V : decem C

ses in annum constituit a Martio in Decembrem. iuvenes de plebe Ro-

annum V : anno C

in‌2 V : usque a C

om. C

Ro­ma­na le­git V : ele­git romana C

ma­na le­git, quos milites appellavit, et centum seniores, quos senatores

seniores elegit C

di­xit. con­giarium dedit congium vini inter homines XII. hic cum natat

con­giarium dedit V : condidit C | hominos C | dum C

hominos C

dum C

ad pa­lu­dem Caprae, subito nusquam comparuit. in numerum deorum re-

in pa­lu­de C | re­la­tus Mommsen : re[latus C : sellatus V

re­la­tus Mommsen : re[latus C : sellatus V

35la­tus deus Quirinus appellatus est.

appellatus est V : est appell[atus C

29 Romulus  –  est accedit C29 martis C, (s, ut vid., ex r restit.) V29 iliae V : el- C29 regnavit om. C30 maias C : mai. V30 X V : decem C31 annum V : anno C31 in‌2 V : usque a C31 om. C31 Ro­ma­na le­git V : ele­git romana C32 seniores elegit C33 con­giarium dedit V : condidit C33 hominos C33 dum C34 in pa­lu­de C34 re­la­tus Mommsen : re[latus C : sellatus V35 appellatus est V : est appell[atus C

(25) Titus Tatius dux Sabinorum una cum Romulo regnavit annos

quin­que. hic Tarpeiam virginem Vestalem vivam armis defodit, eo quod

defodit mirum, exspectaveris obruit

se­creta Romuli ei propalare noluisset.


37 defodit mirum, exspectaveris obruit

(26) Numa Pompilius regnavit annos XVI. pontifices, virgines Ve­sta-

XLI Mommsen | Ve­sta­les Mommsen : vestas V : Vestae Frick

Ve­sta­les Mommsen : vestas V : Vestae Frick

40les instituit. hic duos menses ad X menses Romuli instituit, Ianuarium

diis superis, Februarium diis inferis. hic prior hominibus adinvenit gra-

ba­ta mensas sellas candelabra. congiarium dedit scortinos asses et mi­li-

ti­bus donativum aere incisum dipondium semis.


39 XLI Mommsen39 Ve­sta­les Mommsen : vestas V : Vestae Frick42 scortinas (-os Mommsen) asses V : an scorteum (Stein) assem semis (dub. Mommsen)?

(27) Tullius Hostilius regnavit annos XXII. hic prior censum egit

XXXII Mommsen

45edic­toque suo cavit, ut quicumque temporibus ipsius falsum fecisset, da-

cavit Mommsen : vocavit V

ret pro capite suo dimidium verbecem.


44 XXXII Mommsen45 cavit Mommsen : vocavit V

(28) Mancius Philippus regnavit annos XXXVI. congiarium dedit as-

Marcius Mommsen

XXXVI ex XXXIII restit. V : XXIII Momm­sen (1859)

as­se V : corr. Momm­sen

sem semis et militibus donativum dipondium semis. Ostiam coloniam

hostiam V : corr. Momm­sen

con­didit.


47 Marcius Mommsen47 XXXVI ex XXXIII restit. V : XXIII Momm­sen (1859)47 as­se V : corr. Momm­sen48 hostiam V : corr. Momm­sen


50(29) L. Tarquinius Priscus regnavit annis XXVIII. hic cum fun­da-

annis (-i ex -o) V | XXXVIII Momm­sen (1859)

XXXVIII Momm­sen (1859)

men­ta Capitolii ca­va­ret, in­ve­nit caput humanum litteris Tuscis scriptum

„ca­put Olis regis“, unde hodieque Capitolium appellatur. hic prior Ro-

olis V : Oli Burgess

ma­nis duo paria gladiatorum edidit, quae comparavit per annos XXVII.


50 annis (-i ex -o) V50 XXXVIII Momm­sen (1859)51 ca­va­ret in­ve­nit Momm­sen : calcaret et in­ve­nis­set V52 olis V : Oli Burgess

(30) Servilius Tullius serva natus regnavit annos XXV. hic votum fe-

Servius Momm­sen

XXV V : XLV Momm­sen : XLIV Momm­sen (1859)

hic prior V

55cit, ut quotquot annos regnasset, tot ostia ad frumentum publicum con-

sti­tueret.


54 Servius Momm­sen54 XXV V : XLV Momm­sen : XLIV Momm­sen (1859)54 hic prior V

(31) Tarquinius Superbus regnavit annos XXV. hic prior hominibus

hic  –  meruit cf. Isid. orig. 5,27,23

in­venit lautumias tormenta fustes metalla flagella carceres exilia. ipse

adin­venit Isid. ibid.

lau­tum­nas V (cf. Isid. ibid.) : corr. Mommsen

pri­or exilium meruit. inter duos pontes a populo Romano fuste mactatus

post mactatus add. est Momm­sen, non necessario

60et positus in circo Maximo sub delphinos.


57 hic  –  meruit cf. Isid. orig. 5,27,23 58 adin­venit Isid. ibid.58 lau­tum­nas V (cf. Isid. ibid.) : corr. Mommsen59 post mactatus add. est Momm­sen, non necessario

(32) {item} nomina dictatorum:

item del. Valentini / Zucchetti

61 item del. Valentini / Zucchetti

(33) P. Cornelius Scipio Africanus, Fabius Maximus, Apulius Clau-

di­us, Popilius Laenas, Valerius Publicola, Pompeius Maximus, Aene­as

lenas V | post Aene­as interpunxit Frick : an delend.?

post Aene­as interpunxit Frick : an delend.?

Iu­li­us, Sulla Felix, Barbatus, Scipio Nasica, Aemilius Paulus, Fa­bi­us,

65Cin­cin­natus, Decimus, Titus Marius, P. Lutatius Catus, Marius Ru­tu­lus,

Va­le­rius Corvinius, Cornelius Scipio, P. Decius, Q. Fabius, Metellus

Pius, Ma­rius, Licinius, Salinator, Curius Dentatus, Iulius Brutus.

post Licinius interpunxit Stein, duce Burgess

62 P. – Brutus temere interpunxit V : corr. fere Mommsen63 lenas V63 post Aene­as interpunxit Frick : an delend.?65 P. Lutatius Burgess ducibus Valentini / Zucchetti, qui Q. Lutatius : plutatius V67 post Licinius interpunxit Stein, duce Burgess

(34) {item} imperia Caesarum:

item del. Valentini / Zucchetti

68 item del. Valentini / Zucchetti

(35) C. Iulius Caesar imperavit annos III, menses VII, dies VI. con-

70gi­arium dedit C. occisus curia Pompeia.

(36) Divus Octavianus Augustus imperavit annos LVI, menses IIII,

di­em unum. congiarium dedit ter CCCLXIIS. hoc imperante navis

Mommsen : A V


72 Mommsen : A V


Alex­andrina primum in portu Romano introivit nomine Acatus, qui at­tu-

portu (u in o corr.) V

Romano (alt. o ex e restit.) V

qui V : an quae?

lit frumenti modios CCCC, vectores ∞CC, piper, lin­te­a­men, carta, vitrea

CCCC Mommsen : CCCC V

post ∞CC add. nau­tas CC Mommsen (1857), perperam

carta V : an cartam?

vitria V

75et oboliscum cum sua sibi base, qui est in circo Ma­xi­mo, altum pedes

opo­lis­cum V

LXXXVIIS. excessit Nola.


73 portu (u in o corr.) V73 Romano (alt. o ex e restit.) V73 qui V : an quae?74 CCCC Mommsen : CCCC V74 post ∞CC add. nau­tas CC Mommsen (1857), perperam74 carta V : an cartam?74 vitria V75 opo­lis­cum V

(37) Tiberius Caesar imperavit annos XXII, menses VII, dies

XXVIII. congiarium dedit LXXIIS. hoc imperante in civitate Fidenis

po­pulo spectante amphitheater ruit et oppressit homines IIIICCV. ex­ces-

80sit Miseno.

(38) C. Caligula imperavit annos III, menses VIII, dies XII. con­gi­a­ri-

gallicula V

um dedit LXXIIS et de basilica Iulia sparsit aureos et argenteos, in

qua rapina perierunt homines XXXII, mulieres CCXLVII et spado. oc-

XXXII, mulieres CCXLVII Mommsen : XXXIICCXLVII V

ci­sus palatio.


81 gallicula V83 XXXII, mulieres CCXLVII Mommsen : XXXIICCXLVII V

85(39) Tiberius Claudius imperavit annos XIII, menses VIII, dies

XXVII. congiarium dedit LXXV. hoc imperante primum venenarii et

venerarii V : corr. Mommsen

ma­lefici comprehensi sunt; homines XLV, mulieres LXXXV ad sup­pli-

ci­um ducti sunt. hic metas in circo Maximo deauravit. excessit palatio.


86 venerarii V : corr. Mommsen

90de­dit C. hoc imperante fuit polyphagus natione Alexandrinus nomine

hoc  –  videbatur accedit S

hoc imperante V : nerone im­pe­ra­to­re S

Har­pocras, qui manducavit pauca aprum coctum, gallinam vivam cum

Har­pocras Valentini / Zucchetti : ar­pocras SV

su­as sibi pinnas, ova C, pineas C, clavos caligares, vitrea fracta, thallos

pinnas V : pennas S | caligares Burgess : galligares SV

caligares Burgess : galligares SV

de scopa palmea, mappas IIII, porcellum lactantem, maniculum feni et

maniculum SV : manipulum Roncallius

ad­huc esuriens esse videbatur. Nero occisus via Patinaria.


89 Nero  –  polyphagus : nero imperator (corr. Mommsen) `ann. – poly´fagus V90 hoc  –  videbatur accedit S90 hoc imperante V : nerone im­pe­ra­to­re S91 Har­pocras Valentini / Zucchetti : ar­pocras SV92 pinnas V : pennas S92 caligares Burgess : galligares SV93 maniculum SV : manipulum Roncallius


95(41) Galba imperavit menses VIII, dies XII. congiarium promisit,

sed non dedit. hic domum suam deposuit et horrea Galbae instituit. de-

col­latus foro Romano iacuit.

(42) Otho imperavit dies XC. ipse se Brixelli interfecit.

brixellis V : corr. Stein

98 brixellis V : corr. Stein

(43) Vitellius imperavit menses VIII, dies XI. occisus palatio.

bittellus V : corr. Mommsen

99 bittellus V : corr. Mommsen

100(44) Divus Vespasianus imperavit annos XII, menses VIII, dies

XXVIII. congiarium dedit LXXV. hic prior tribus gradibus am­phi­the-

am|amphiteatrum V : corr. Roncallius

a­trum dedicavit. excessit Curibus Sabinis.

aedificavit dub. Nickbakht | curis V : corr. Momm­sen

curis V : corr. Momm­sen


101 am|amphiteatrum V : corr. Roncallius102 aedificavit dub. Nickbakht102 curis V : corr. Momm­sen

105ad­iecit. excessit Curibus Sabinis cubiculo patris.

curis V : corr. Momm­sen

103 VIII  –  dedit ut ex c. 41 re­pe­ti­ta del. Mommsen, pro quibus II, menses II, dies XX. con­gi­a­ri­um dedit LXXV suppl. Burgess104 am­phi­the­a­tri {a} Stein : am­phi­the­a­trum a V : ad am­phi­the­a­trum {a} Bur­gess : am­phi­the­a­tro a Valentini / Zucchetti105 curis V : corr. Momm­sen

(46) Domitianus imperavit annos XVII, menses V, dies V. con­gi­a­ri-

um dedit ter LXXV. hoc imperante multae operae publicae fabricatae

multa V : corr. Momm­sen

sunt: atria VII, horrea piperataria, ubi modo est basilica Constantiniana,

et horrea Vespasiani, templum Castorum et Minervae, portam Capenam,

capaena V : corr. Momm­sen

110gen­tem Flaviam, Divorum, Iseum et Serapeum, Minervam Chalcidicam,

minervam V (sic) | calcidicam V

calcidicam V

ode­um, Minuciam veterem, stadium et thermas Titianas et Traianas, am-

ode­um Mommsen : synodum V

phi­theatrum usque ad clipea, templum Vespasiani et Titi, Capitolium,

se­natum, ludos IIII, palatium, Metam sudantem et pantheum. occisus

pa­la­tio.


107 multa V : corr. Momm­sen109 capaena V : corr. Momm­sen110 minervam V (sic)110 calcidicam V111 ode­um Mommsen : synodum V

115(47) Nerva imperavit annos V, menses IIII, diem unum. congiarium

de­dit LXXV et funeraticium plebi urbanae instituit LXIIS. excessit

funeraticum V : corr. Momm­sen

hor­tis Sallustianis.


116 funeraticum V : corr. Momm­sen


(48) Traianus imperavit annos XIX, menses IIII, dies XXVII. con­gia-

ri­um dedit DCL. hoc imperante mulieres in thermis Traianis laverunt.

120VII Idus Iulias excessit Selinunti.

Iulias V : Aug. dub. Mommsen | silenunti V : corr. Momm­sen

silenunti V : corr. Momm­sen


120 Iulias V : Aug. dub. Mommsen120 silenunti V : corr. Momm­sen

(49) Hadrianus imperavit annos XX, menses X, dies XIIII. con­gi­a­ri-

Hadrianus Va­len­ti­ni / Zuc­chet­ti : adrianus V

um dedit ∞. hoc imperante templum Romae et Veneris fabricatum est.

ex­cessit Bais veteribus.


121 Hadrianus Va­len­ti­ni / Zuc­chet­ti : adrianus V

(50) Antoninus Pius imperavit annos XXII, menses VIII, dies

125XXVIII. congiarium dedit DCCC. hoc imperante circensibus Apol­li-

appoli­na­ribus V

na­ribus partectorum columna ruit et oppressit homines ∞CXII. excessit

Lo­rio.


125 appoli­na­ribus V

(51) Divus Verus imperavit annos VII, menses VIII, dies XII. con­gi-

a­rium dedit CCCC. hoc imperante scrofa porcellum peperit in ef­fi­gi-

hoc  –  elephanti accedit S

hoc imperante V : divo vero im­pe­ra­to­re S

in ef­fi­gi­em S : infi­gi­em V

130em elephanti. excessit Altino.


129 hoc  –  elephanti accedit S129 hoc imperante V : divo vero im­pe­ra­to­re S129 in ef­fi­gi­em S : infi­gi­em V

(52) Marcus Antoninus imperavit annos XVIII, menses XI, dies

XIIII. congiarium dedit DCCCL. hoc imperante instrumenta de­bi­to-

rum fisci in foro Romano arserunt per dies XXX. excessit Pannonia su-

fisci V : fisco Burgess, non necessario

pe­riore.


132 hoc  –  de­bi­to­rum Vp.c. : instr. deb. hoc imp. Va.c.133 fisci V : fisco Burgess, non necessario

135(53) Commodus imperavit annos XVI, menses VIII, dies XII. con­gi-

commalus, ut vid., V

a­rium dedit DCCCL. hoc imperante thermae Commodianae dedicatae

sunt. excessit domo Victiliana.

Vectiliana dub. Nickbakht

135 commalus, ut vid., V137 Vectiliana dub. Nickbakht

(54) Pertinax imperavit dies LXXV. congiarium dedit CL. excessit

LXXV ccisus palatio congiarium V

pa­latio.


138 LXXV ccisus palatio congiarium V

140(55) Iulianus imperavit dies LXV. occisus palatio.

(56) Divus Severus imperavit annos XVII, menses XI, dies XXVIII.

con­giarium dedit ∞C. hoc imperante Septizonium et thermae Se­ve­ria-

termes V : corr. Momm­sen

nae dedicatae sunt. excessit Britanniae.

Britanniae Eccardus : britaniae V

142 termes V : corr. Momm­sen143 Britanniae Eccardus : britaniae V

(57) Geta imperavit menses X, dies XII. occisus palatio.

XII V : XV Halfmann : XXII von Domaszewski

144 XII V : XV Halfmann : XXII von Domaszewski


145(58) Antoninus Magnus imperavit annos VI, menses II, dies XV.

con­giarium dedit CCCC. hoc imperante ianuae circi ampliatae sunt et

ther­mae Antoninianae dedicatae sunt. hic suam matrem habuit. excessit

in­ter Edessam et Carras.

Edessam Mommsen : edissa V

148 Edessam Mommsen : edissa V

(59) Macrinus imperavit anno uno, menses IIII, dies II. congiarium

150de­dit CL. hoc imperante amphitheater arsit. occisus Archelaide.

Arcelaide Burgess : -da V

150 Arcelaide Burgess : -da V

(60) Antoninus Heliogabalus imperavit annos VI, menses VIII, dies

XVIII. congiarium dedit CCL. hoc imperante Heliogabalium de­di-

hoc imperante add. Nick­bakht

Heliogaballium Va­len­ti­ni / Zuc­chet­ti : eliogaballium V

ca­tum est. occisus Romae.


151 Heliogaballus Va­len­ti­ni / Zuc­chet­ti : eliogaballus V152 hoc imperante add. Nick­bakht152 Heliogaballium Va­len­ti­ni / Zuc­chet­ti : eliogaballium V

(61) Alexander imperavit annos XIII, menses VIII, dies IX. con­gi­a­ri-

155um dedit DC. hoc imperante fuit polyphagus natione Italus, qui man-

hoc  –  vi­debatur accedit S

hoc imperante V : alex­an­dro im­pe­ra­tore S

du­ca­vit pauca cistam lactucas, vascellum sardinarium sardas X, me­lo­pe-

po­nes LXX, thallos de scopa palmea, mappas IIII, panes castrenses IIII,

ci­stam cardos cum suas sibi spinas et ebibit vini †grecanicum ple­num et

ve­nit ad templum Iasurae et ebibit labrum plenum et adhuc esu­ri­ens es­se

iasurae S : lasurae V | et‌2  –  vi­debatur

et‌2  –  vi­debatur

160vi­debatur. et thermae Alexandrinae dedicatae sunt. Alexander oc­ci­sus

Mo­gontiaco.


155 hoc  –  vi­debatur accedit S155 hoc imperante V : alex­an­dro im­pe­ra­tore S156 me­lo­pe­po­nes ut ex S Momm­sen : me­lo­po- S (potius quam -pe-), V158 grecanicum S, (alt. c fort. delet.) V : Graecanici cadum dub. Momm­sen : an Graecanicum cadum?159 iasurae S : lasurae V159 et‌2  –  vi­debatur

(62) Maximinus imperavit annos III, menses IIII, dies duos. con­gi­a­ri-

um dedit CL. hoc imperante magna pugna fuit cum Romanis et prae-

to­rianis. occisus Aquileia.

165(63) duo Gordiani imperaverunt dies XX. excesserunt Africae.

(64) Pupienus et Balbinus imperaverunt dies XCIX. congiarium de-

pupenius V : corr. Mommsen

de­runt CCL. occisi Romae.


166 pupenius V : corr. Mommsen


(65) Gordianus imperavit annos V, menses V, dies V. congiarium de-

dit CCCL. hoc imperante mula hominem comedit. agonem Minervae

hoc  –  comedit accedit S

hoc imperante V : gordiano imperatore S

170in­stituit. excessit finibus Parthiae.

Parthiae Valentini / Zucchetti : partiae V

169 hoc  –  comedit accedit S169 hoc imperante V : gordiano imperatore S170 Parthiae Valentini / Zucchetti : partiae V

(66) duo Philippi imperaverunt annos V, menses V, dies XXIX. con-

gi­a­rium dederunt CCCL. hi saeculares veros in circo Maximo edi­de-

runt. occisus senior Verona, iunior Romae in castris praetoriis.

Veronae Mommsen

173 Veronae Mommsen

(67) Decius imperavit annum unum, menses XI, dies XVIII. con­gia-

175ri­um dedit CCL. hoc imperante thermae Commodianae dedicatae

sunt. occisus praetorio Abrypto.

an Abrytto vel Abryto?

175 Commodianae V : Decianae exspectari intellexit Mommsen176 an Abrytto vel Abryto?

(68) Gallus et Volusianus imperaverunt annos II, menses IIII, dies

IX. congiarium dederunt CCL. his imperantibus magna mortalitas

his  –  fuit accedit S

his imperantibus V : gallo et volusiano imperatoribus S

fuit. occisi in Foro Flamini.


178 his  –  fuit accedit S178 his imperantibus V : gallo et volusiano imperatoribus S

180(69) Aemilianus imperavit dies LXXXVIII. occisus ponte San­gui­na-

san­gui­na`r´io V

rio.


180 san­gui­na`r´io V

(70) Gallienus cum Valeriano imperavit annos XIIII, menses IIII,

dies XXVIII. Valerianus occisus in Syria. Gallienus congiarium dedit

∞CCL et binionem aureum. occisus Mediolano.

185(71) Claudius imperavit annum unum, menses IIII, dies XIIII. con­gi-

a­rium dedit CCL. excessit Sirmi.

(72) Quintillus imperavit dies LXXVII. congiarium promisit, sed

non dedit. occisus Aquileia.

aquilegia V : corr. Mommsen

188 aquilegia V : corr. Mommsen

(73) Aurelianus imperavit annos V, menses IIII, dies XX. congiarium

190de­dit D. hic muro urbem cinxit. templum Solis et castra in campo

Agrip­pae dedicavit. genium populi Romani aureum in rostra posuit. por-

aggrip­pe V (sic) | por­ti­cus (u in o corr.) V

por­ti­cus (u in o corr.) V


191 aggrip­pe V (sic)191 por­ti­cus (u in o corr.) V


ti­cus thermarum Antoninianarum arserunt et fabricatae sunt. panem,

arserunt V : arsit Burgess

fabricatae sunt Stein : fabricatum est V : fabricata est Burgess

ole­um et sa­lem populo iussit dari gratuite. agonem Solis instituit. oc­ci-

sa­lem Burgess : sa­le V : sal Mommsen

192 arserunt V : arsit Burgess192 fabricatae sunt Stein : fabricatum est V : fabricata est Burgess193 sa­lem Burgess : sa­le V : sal Mommsen194 Caenophrurio Mommsen : ceno flu­vio V : Cenofru­rio Frick

195(74) Tacitus imperavit menses VIII, dies XII. occisus Ponto.

(75) Florianus imperavit dies LXXXVIII. occisus Tarso.

tharso V

196 tharso V

(76) Probus imperavit annos VI, menses II, dies XII. hoc imperante

se­natores agitaverunt in circo Maximo missos XIIII. occisus Sirmi.

missos V : missus Valentini / Zucchetti

XXIIII Burgess


198 missos V : missus Valentini / Zucchetti198 XXIIII Burgess

(77) Carus imperavit menses X, dies V. excessit Seleucia Babylonis.

200(78) Carinus et Numerianus imperaverunt annos II, menses XI, dies

II. congiarium dederunt D. his imperantibus fames magna fuit et ope-

rae publicae arserunt: senatum, forum Caesaris {patrimonium}, ba­si­li-

p(at)ri­mo­(n)i­(u)m V : del. Mommsen

cam Iuliam et Graecostadium. occisus campo Margense.


202 p(at)ri­mo­(n)i­(u)m V : del. Mommsen

(79) Diocletianus et Maximianus imperaverunt annos XXI, menses

205XI, dies XII. congiarium dederunt ∞DL. his imperantibus multae ope-

rae publicae fabricatae sunt: senatum, forum Caesaris, basilica Iulia,

basilicam Iuliam, scaenam Burgess

scae­na Pompei, porticos II, nymphaea III, templa II Iseum et Serapeum,

porticus Ec­car­dus

ar­cum novum, thermas Diocletianas. sparserunt in circo aureos et ar­gen-

termeas V : corr. Eccardus

te­os. partectorum podius ruit et oppressit homines XIII. et mulier no­mi-

partectorum vel parteitorum V

podius V : po­di­um Burgess

XIII V : corr. Mommsen

210ne Irene peperit pueros tres et puellam. regem Persarum cum om­ni­bus


206 basilicam Iuliam, scaenam Burgess207 porticus Ec­car­dus208 termeas V : corr. Eccardus209 partectorum vel parteitorum V209 podius V : po­di­um Burgess209 XIII V : corr. Mommsen210 an simul peperit vel uno partu peperit vel peperit quaternos?211 post gen­tibus lacunam statuit Burgess, ce­pe­runt excidisse cen­sens vix recte; possis e. g. vi­ce­runt, eius coniuges, sorores, liberos in triumpho ante currum duxerunt


do­mini posuerunt; elephantes XIII, agitatores VI, equos CCL in ur­bem

do­mini del. Mommsen, fort. recte | an XXVI?

an XXVI?

ad­duxerunt. excessit Diocletianus Salonas, Maximianus in Gal­lia.

Salonas V : -nis Valentini / Zucchetti : -na Momm­sen

212 do­mini del. Mommsen, fort. recte212 an XXVI?213 Salonas V : -nis Valentini / Zucchetti : -na Momm­sen

(80) Constantius et Maximianus imperaverunt annos XVI, menses

215VIII, dies XII. congiarium dederunt bis ∞D. Constantius excessit in

Gal­lia, Maximianus in Dardania.

(81) Severus imperavit annos III, menses IIII, dies XV. ipse se in­ter-

fe­cit via Latina miliario III.

(82) Maxentius imperavit annos VI. hoc imperante templum Romae

220ar­sit et fabricatum est. thermas in palatio fecit et circum in Catecumbas.

est Mommsen : et V | an Catacumbas?

an Catacumbas?

fa­mes magna fuit. Romani traxerunt militem Moesiacum et occisi sunt

Ro­mani a militibus homines VI. Romanis omnibus aurum indixit et de-

Ro­mani V : an delend.? | VI V : corr. Mommsen

VI V : corr. Mommsen

de­runt. fossatum fecit, sed non perfecit. occisus ad pontem Mul­vium in

fecit Stein : ferunt V : aperuit Mommsen

220 est Mommsen : et V220 an Catacumbas?222 Ro­mani V : an delend.?222 VI V : corr. Mommsen223 fecit Stein : ferunt V : aperuit Mommsen224 post Ti­berim lacunam sta­tu­it Stein; possis e. g. praecipitatus vel demersus

225(83) Maximinus imperavit annos IX, menses VIII, dies VI. occisus

ma­xi­mi­a­nus V : corr. Va­len­ti­ni / Zuc­chet­ti

Tar­so.


225 ma­xi­mi­a­nus V : corr. Va­len­ti­ni / Zuc­chet­ti

(84) Licinius imperavit annos XV, menses IIII, dies XVI. occisus

lucinius V : corr. Mommsen

Thes­salonica.


227 lucinius V : corr. Mommsen