KFHist: (B 6) Polemius Silvius Skip to main content

Ein Editionsprojekt der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

HHUD Düsseldorf

(B 6) Polemius Silvius



S. 143

Einleitung

I. Vorbemerkungen zur historischen Einordnung

Der Autor Polemius Silvius ist durch drei Zeugnisse bekannt1. Aus der Vorrede, mit der er seinen Laterculus dem Bischof Eucherius überreichte, geht hervor, dass er mit dem Bischof Eucherius in literarischem Austausch stand2. Ferner war er Teil eines kultivierten Netzwerkes um den Bischof Hilarius von Arles, wie man aus der Vita des Hilarius erfährt.3 Ein ungünstiges Urteil fällt schließlich die Gallische Chronik von 452: „Völlig geisteszerüttet verfasst Silvius nach Vollbringung seiner Dienstaufgaben am Kaiserhof einige Werke über Religion.“4 Diese Notiz verrät, dass Polemius Silvius in der kaiserlichen Bürokratie – vermutlich, wie der Bezug zu Hilarius zeigt, in Arles – tätig war. Da die von Polemius verfassten religiösen Werke nicht bekannt sind, ist unklar, ob die geistige Zerrüttung in der Nähe zu welcher Häresie auch immer zu erkennen ist oder nicht. Rein hypothetisch ist dagegen die Annahme, Silvius sei mit dem Bischof identisch, an den Eucherius einen Brief gerichtet hat und der wohl eher Salvius als Silvius hieß5.

Das allein erhaltene Werk des Polemius Silvius, der Laterculus, ist ein für das spätantike Bildungsgeschehen typisches Konvolut von verschiedenen Listen, in denen für wissenswert gehaltene Dinge gemischten Inhalts zusammengestellt werden. Hier sind es ein Katalog von Monatsnamen, eine Aufzählung der Kaiser, eine Liste der römischen Provinzen, eine Liste von Tieren, einer Liste zur Topographie und zu den Bauten der Stadt Rom, eine Kurzgeschichte von Ninus bis zum Konsulat des Postumianus und Zeno, ein Tierstimmenkatalog sowie eine Tabelle zu Maßen und Gewichten. Eingelegt waren diese Listen zwischen den Abbildungen einzelner Mo­nate. Das Erhaltene weicht dabei teilweise von den Gegenständen ab, die Polemius selbst in der Widmung seines Werk­s an den Bischof von Ly­on Eucherius in einer Inhaltsangabe festgehalten hat. Es fehlen die TafelnS. 144 zur Bestimmung des Osterfestes, die Poeticae fabulae und die Liste von Phi­losophensekten. Ein großer Teil dieses Handbuchs wurde anscheinend aus einer illustrierten Vorlage abgeschrieben, die die für das vierte Jahrhundert typische Mischung heidnischer und christlicher Inhalte enthalten haben dürfte. Das machen die Hinweise des Autors in der Einleitung deutlich, in denen erläutert wird, welche Rubriken aus religiösen Gründen bewusst ausgeklammert wurden.

Aus diesem Konvolut wurden, dem Programm des Unternehmens der „Kleinen und fragmentarischen Historiker“ entsprechend, ausschließlich die Stücke ausgewählt, die die politische Geschichte der späten Kaiserzeit betreffen6. Das ist einerseits die Kaiserliste (Nr. I), die in den Handschriften die Überschrift Nomina omnium principum trägt, anderseits das als Breviarium temporum (Nr. V) betitelte Kleinwerk. In der Inhaltsangabe stellt Polemius Silvius beide Werkteile in einer von den Überschriften abweichenden Form vor, nämlich als Enumeratio principum cum tyrannis und als Romanae historiae breviter conclusa series. Beim Breviarium tem­porum erübrigt sich ein historischer Kommentar für die meisten Notizen, da Polemius Silvius hier keinen selbständigen Quellenwert hat, sondern das meiste aus der Chronik des Hieronymus, sehr wenig auch aus Eutrop entnommen hat. Ein gewisses Interesse beanspruchen die sonst nicht erhaltenen Ausführungen zum Diadem und zur Frisur Konstantins.

Von größerem Gewicht ist dagegen die Kaiserliste. Ihre Besonderheit besteht darin, dass abweichend von den Listen des fünften und sechsten Jahrhunderts, die im dritten Band der Monumenta Germaniae Historica herausgegeben worden sind7, neben den Hauptkaisern auch Mitregenten und Usur­patoren aufgeführt werden. Diese Tyrannen und Caesares werden hin­ter dem herrschenden Kaiser in einer gesonderten Rubrik angeführt, die mit sub quo eingeleitet wird. Die Ähnlichkeiten mit den Gestaltungsprin­zipien der Historia Augusta, die die gleiche Form der Berücksichtigung von Usurpatoren und untergeordneten Regenten kennt8, liegen auf der Hand. Die Besonderheit dieser Liste hat der Autor selbst festgehalten, indem er in seiner Inhaltsübersicht von einer Enumeratio principum cumS. 145 tyrannis spricht. Sehr weitreichende Schlussfolgerungen sind aus der Zwischenüberschrift im Text selbst gezogen worden. Denn dass dort nur auf die Nomina omnium principum Romanorum verwiesen wird, sei nur da­durch erklärlich, dass hier die Tyrannen und Nebenkaiser selbst ebenfalls als principes Anerkennung gefunden hätten und es nur eine einzige Kategorie von Kaisern, von purpurati, gebe9. Diese Erklärung ist – sieht man von der Frage ab, ob die Überschrift wirklich von Polemius Silvius selbst stammt – keineswegs zwingend. Denn die Überschrift kann sich durchaus ausschließlich auf die Hauptkaiser beziehen, unter die die Tyrannen und Nebenkaiser ja lediglich in Relativsätzen untergeordnet sind. Die Namen der Usurpatoren tauchen an keiner Stelle ohne eine solche Einleitung mit sub quo auf. Sie sind in gleicher Weise lediglich als eine Erläuterung zum Hauptkaiser zu sehen, wie die knappen Notizen zur jeweiligen Todesart (fast immer occisus), oder die Hinweise auf Nebenregenten, die in der Regel mit cum an den Hauptkaiser angeschlossen werden.

Die Frage, welche Quellen Polemius Silvius benutzt hat, ist nicht völlig zu klären. Einen Überblick über die Parallelen zu Polemius Silvius bietet in tabellarischer Form Burgess10. Burgess vertritt die Ansicht, der Autor habe direkt aus der sogenannten Enmannschen Kaisergeschichte (EKG) ge­schöpft11. Nur in zwei Fällen, nämlich der Existenz von nur zwei statt drei Gor­dianen und in der Frage der Legitimität des von der EKG als Usur­pator betrachteten Aemilianus zeigten sich Unterschiede12. Nun stammt allerdings die Kaiserliste des Polemius Silvius erst aus der Mitte des fünften Jahrhunderts, so dass zwischen EKG und Polemius hundert Jahre einer kom­plexen historiographischen Überlieferung liegen. Zu berücksichtigen ist ferner, dass die aufgelisteten Historia Augusta, die Epitome de Caesaribus und die Origo Constantini keineswegs in allen ihren Teilen aus derS. 146 Enmannschen Kaisergeschichte abzuleiten sind. Bei der Usurpatorenliste für die Regierungszeit des Gallienus weist dementsprechend Polemius Silvius Übereinstimmungen für Nebenkaiser auf, die zwar in der Historia Au­gusta bekannt sind, die aber in der Regel in der Quellenkritik zur Historia Augusta gerade nicht der Enmannschen Kaisergeschichte zugewiesen werden. Die Angaben über die Ermordung des Crispus, die Mitregenten des Licinius Valens und Martinianus sowie die Würde des (von Polemius mit Dalmatius verwechselten) Hannibalianus teilt Polemius Silvius ferner zwar mit der Origo, wobei in den beiden letzteren Punkten sogar enge wörtliche Entsprechungen auffallen13. Ob aber die Origo hier die Enmannsche Kaiser­geschichte benutzt hat, ist nicht nachzuweisen, vielmehr zeigt die Erforschung der Quellen der Origo eher, dass gerade in den längeren erzäh­len­den Passagen zur Geschichte des Bürgerkriegs zwischen Konstantin und Licinius eine andere Tradition als die Enmannsche Kaisergeschichte be­nutzt worden ist14. In weitaus den meisten Fällen zeigen sich schließlich um­­gekehrt Berührungen nicht mit der EKG-Tradition im Allgemeinen, sondern vielmehr immer wieder ganz spezifische Übereinstimmungen, vor allem mit Aurelius Victor. In einigen Fällen sind gegenüber Aurelius Victor immer wieder auch Varianten zu bemerken, etwa zum Herrschaftsgebiet des Usurpators Iotapian oder den Umständen der Erhebung des Fau­sti­nus usw15.S. 147

Appendix: testimonia16

1. Pol. Silv. chron. I p. 518,1–15 (cod. B, Bapogr., apogr. Bollandi [= Boll.])

Polemii Silvii Laterculus. domino beatissimo Eucherio episcopo Silvius.

laterculum ... apud te potissimum, a quo mea omnia pro eius, qui inter nos

est, amoris studio comprobantur, digestum direxi. laetificabor iudicio tuo, si

eum tibi placuisse cognovero. quae in eo sunt: menses singuli ... et in alternis

5inter eos foliis enumeratio principum cum tyrannis, ... Romanae historiae

breviter conclusa series ... continentur.

1 Polemii Mommsen : poltmei B : polemei B apogr. : Patmei `P. Anneii´ Boll. 2 apud B : ad Bolland | pro eius Bolland : protius B : pro eo (olim pro tanto) Mommsen 4 sunt B : sint B corr.

Des Polemius Silvius Laterculus. Silvius an den glückseligsten Herrn Bischof Eucherius. Am liebsten sende ich Dir, von dem alle meine Arbeiten angesichts der intensiven, zwischen uns bestehenden Sympathie geschätzt werden, den revidierten ... Laterculus. Ich werde mich über Dein Urteil freuen, wenn ich erfahre, daß er Dir gefallen hat. Inhalt: Enthalten sind die einzelnen Monate ... und abwechselnd damit auf den Blättern dazwischen eine Aufzählung der Kaiser mitsamt den Usurpatoren, ... eine kurzgefaßte römische Geschichte ...

2. vita Hilarii Arelatensis (BHL 3882) 14,13–19 Cavallin (codd. VA, ed. Barralis [= Barr.], apogr. Caietani [= Caiet.])

si peritorum turba defuisset, simplici sermone rusticorum corda nutriebat

(sc. Hilarius); at ubi instructos supervenisse vidisset, sermone vultu pariter in

quadam gratia insolita excitabatur, se ipso celsior apparebat, ut eiusdem

praelati auctores temporis, qui suis scriptis meritissime claruerunt, Silvius,

5Eusebius, Domnolus, admiratione succensi in haec verba proruperint, non

doctrinam, non eloquentiam, sed nescio quid supra homines consecutum.

2 sermone vultu pariter VA Barr. : sermone pariter et vultu Caiet. 4 praelati VA Barr. Caiet. : prolati Quesnel : praeclari ed. Bolland. | auctores VA : doctores Barr. Caiet. | meritissime A : meritis summi V : meriti summi Barr. 5 domnolus V Caiet. : domnulus A : Donolas Barr. | proruperint V Barr. Caiet. : proruperunt AS. 148

Immer wenn die Schar der Kundigen fort war, nährte er (d. h. Hilarius) in einfacher Sprache die Herzen des Landvolkes; aber sobald er sah, daß gebildete Männer hinzugekommen waren, ließ er sich zugleich in Sprache und Mimik zu einer ungewohnten Gefälligkeit anspornen, schien über sich hinauszuwachsen, so daß vorzügliche zeitgenössische Autoren, die sich völlig zu Recht durch ihre Schriften auszeichneten, Silvius, Eusebius und Domnolus, in Bewunderung entflammt, in folgende Worte ausbrachen, daß er nicht Gelehrsamkeit, nicht Beredsamkeit erreicht habe, sondern etwas Übermenschliches. 17

3. Chron. Gall. (452) 121 (codd. LD)

Silvius turbatae admodum mentis post militiae in palatio exacta munera

aliqua de religione conscribit.

1 exacta Pithou : exacte LD a.c.

Völlig geisteszerrüttet verfaßt Silvius nach Vollbringung seiner Dienstaufgaben am Kaiserhof einige Werke über die Religion.S. 149 18

**4. Eucherius, epistula ad Salvium episcopum (BHL 5740) 39,24–40,11 Krusch, MGH SS rer. Merov. 3 (codd. A1.1* X7a.b.c)

domino sancto et beatissimo in Christo Salvio episcopo Eucherius. misi ad

beatitudinem tuam scriptam nostrorum (sc. Agaunensium) martyrum passio -

nem. ... nos scripta haec nostra, si vobis suffragantibus dignantur, offerimus.

1 ante domino inscr. incipit prologus beati eucherii ligdunensis episcopi in passione sanctorum martirum thebeorum add. X7b : epistola eucherii lugdunensis episcopi ad sylvium episcopum add. X7c | salvio A1 a.c. A1 * X7b : si(y)lvio A1 corr. X7a.c | episcopo A1 p.c. : epi(scopu)s A1 a.c. | post Eucherius add. episcopus X7a.b.c. 2 scriptam A1 corr. 3 haec nostra om. X7a.c | si (s evanuit) A1 : om. edd. | dignantur A1 : dignanter edd.

Eucherius an den heiligen und glückseligsten Herrn in Christus, den Bischof Salvius. Ich schicke Deiner Seligkeit diese Schrift über das Leiden unserer (d. h. der agau­nen­sischen) Märtyrer. Höflich tragen wir Euch diese unsere Schriften, wenn sie Eurer Unterstützung würdig sind, an.

II. Bemerkungen zum Text

Handschriftliche Überlieferung

Was die beiden Schriften des Pol. Silv., die Kaiserliste und das Breviarium temporum, angeht, hätte man sich in der Forschung weiterhin wie zuvor allein mit dem Codex Bruxellensis 10615–10729 begnügen müssen, wäre neuerdings nicht die bedeutsame Entdeckung des Codex Vallicellianus E 26 erfolgt. Seit der Auffindung dieser Handschrift durch David Paniagua19 ist es nunmehr unumgänglich, für die Textkonstitution der beidenS. 150 hier vorgelegten Schriften auch sie mit heranzuziehen, denn „[l]a scoperta dei testi di Polemio Silvio conservati nel codice Vallicelliano è, per giunta, di valore singolare, data la loro indipendenza in termini stemmatici rispetto al testo del Laterculus tramandato dal codice di Bruxelles“ (ebd. 179). Die handschriftliche Überlieferung spaltet sich dementsprechend in zwei Stränge, deren jeder durch eine Handschrift vertreten wird:

R = Vallicellianus E 26, Rom, Biblioteca Vallicelliana,20 entstanden in Lyon zwischen Ende des 8. und Anfang des 9. Jhs. Der Pergamentcodex, der im Format ca. 25,9 × 21,2 cm 166 (III + 163) Blätter zu je max. 25 Zeilen enthält,21 bietet auf fol. 155v–56r das Breviarium und auf fol. 156r–58r die Kaiserliste.22 Der Text ist in karolingischer Minuskelschrift in einer Kolumne geschrieben. Dem Breviarium geht auf fol. 155r eine knappe Liste mit Gewichts‑ und Maßbestimmungen (De ponderibus et mensuris)23 voS. 151raus, dieser wiederum auf fol. 153r–55r ein Verzeichnis der Päpste (Hic sunt pontifices sanctae Romanae ecclesiae beati Petri apostoli), dessen letzter Eintrag lautet: xcvii Adrianus sedit ann. xxiii mens. x d. xvii. Dies darf als wichtiges Indiz für die Datierung des Manuskriptes dienen.24 Da die Liste nämlich mit Papst Hadrian I. (772–795) abschließt, dessen Amtsdauer angegeben ist, wird das Manuskript mit ziemlicher Sicherheit während der Amtszeit seines Nachfolgers entstanden sein: im Pontifikat Leos III. (795–816).25 Auf die Kaiserliste folgt auf fol. 158v–62r als letztes Textstück des Codex De cyclis decemnovenalibus, danach kommt oben in der Mitte von fol. 162v das Karolus‑Monogramm.

In bezug auf den Laterculus des Pol. Silv. ist zweierlei hervorzuheben: Zum einen handelt es sich bei den in diesem Codex überlieferten silvianischen Texten nur um Exzerpte; neben dem Breviarium und der Kaiserliste sind darin auch noch ein kleines Stück De anno (fol. 136v–37r)26 sowie unmittelbar im Anschluß daran eine Zusammenstellung der kurzen Vorworte zu zwölf Kalendermonaten (fol. 137 recto u. verso) enthalten.27 Zum anderen finden sich diese Exzerpte nicht in der im cod. Bruxellensis dargestellten Gliederung, welche grosso modo als ursprüngliche betrachtet werden muß,28 d. h. die Bestandteile eines einheitlichen Ganzen sind dermaßen auseinandergeraten und im Nachhinein – teilweise beinahe beliebig – zusammengefügt, daß sowohl der Zusammenhang des Werkes als auch dieS. 152 Identifizierbarkeit des Autors völlig verlorengegangen ist. So bilden das Textstück De anno und die kleine Sammlung der dem Kalenderteil des Laterculus entnommenen Vorworte zu den zwölf Monaten einen eigenen Block (fol. 136v–37v), das Breviarium und die Kaiserliste – in dieser Reihenfolge – einen weiteren (fol. 155v–58r), und diese beiden Blöcke sind durch dazwischen eingeschobene fremde Texte29 voneinander getrennt.30

B = Bruxellensis 10615–10729, Brüssel, Koninklijke Bibliotheek van België (Bibliothèque royale de Belgique). Die Pergamenthandschrift, die aus dem 12. Jh. stammt, befand sich einst im Besitz des Cusanusstiftes und gehörte hernach dem ehemaligen Jesuitenkolleg in Antwerpen.31 Im Format 27,7 × 19,2 cm 233 Blätter à 70 Zeilen umfassend,32 enthält der Codex auf fol. 93 / 95 den Laterculus des Pol. Silv. Das Blatt 94 (recto u. verso) istS. 153 eine von späterer Hand angefertigte Abschrift von fol. 93,33 was jedoch, wie von Gutschmid anmerkt,34 nicht unbedingt implizieren muß, daß dortige (Sonder‑)Lesungen keinen Überlieferungswert haben. Die Kaiserliste befindet sich auf fol. 93r (u. 94r), das Breviarium auf fol. 95r. In seiner ed. altera hat Mommsen den Codex mit der Sigle P versehen,35 in der vorliegenden Ausgabe wird hingegen der Buchstabe B (< Bruxellensis) benutzt.36 Der Text ist in karolingischer Minuskelschrift („in una scrittura carolina mi­nuta, regolare e assai elegante“37) in zwei Kolumnen („2 coll. separate daS. 154 mm 8“38) geschrieben. Das Schriftbild wirkt insgesamt gleichmäßig und einheitlich. Aber nicht nur die relativ kleine Schrift39 sowie der geringe Zeilenabstand, sondern auch eine großflächige braune Verfärbung auf fol. 93r und vor allem die stark verblaßte und abgeriebene Schrift erschweren an etlichen Stellen der Kaiserliste das Lesen erheblich.40 Möglicherweise hat dieser Umstand dazu geführt, daß fol. 93 später kopiert (und als fol. 94 eingebunden) wurde.41 Abgesehen von den oben genannten physischen Gegebenheiten des Manuskriptes ist der im cod. Bruxellensis überlieferte Laterculus aber auch in textkritischer Hinsicht nicht ganz unproblematisch. So bemerkt Mommsen zu seiner ed. princ., deren Grundlage eine „von dem Chef des paläographischen Bureaus in Brüssel, Herrn Emil Gachet, sorgfältig revidierte Abschrift“42 bildete: „Der Text ist nicht interpoliert, aber sehr corrupt, so dass an manchen Stellen die Lesung zweifelhaft bleibt.“43 Im Codex geht dem silvianischen Laterculus ein Textstück Fra-gmentum de S. Dionysio auf fol. 91v voraus und diesem wiederum auf fol. 90v–91r Omelia Fulgentii epi(scopi) de natale Domini (Homilie des Bischofs Fulgentius über die Geburt des Herrn).44 Demgegenüber folgt dem Laterculus das Glossarium Bruxellense45 auf fol. 95v–96r, und im AnschlußS. 155 daran findet sich auf fol. 96r Haymo Autiss(iodorensis), expositio in Pauli epistolas 46. Nachfolgende fol. 97 und 98 sind unbeschrieben gelassen, und erst mit fol. 99r folgen Werke des (Ps.‑)Aratus von anderer Hand.47 So wird der Teil des Manuskriptes auf fol. 93 bis 96 (bzw. 98) als eine kodikologische Einheit betrachtet.48 Auffallend ist dabei, daß die Vorderseite von fol. 93 am oberen Rand mit folgender Notiz von späterer Hand versehen ist: „Hic incipit Poltmei Laterculus. Repetuntur autem hæc | pag. seq. 94: forte quod hæc maculata fuerint inter scribendum. | Hic porro scribitur Poltmei, ibi Polemei. Vide Bollandum in Præfatio|ne gen. ४ ǀǀǀ“.49 So wird nicht nur ein möglicher Grund für die Fertigung der Abschrift (fol. 94) genannt,50 sondern auch ausdrücklich vermerkt, daß ein Bestandteil des Autorennamens, Polemius, in der Vorlage und in der Abschrift unterschiedlich geschrieben ist.51 Ansonsten kann der Verfasser des Laterculus, wie dem Absender des Widmungsbriefes52 (fol. 93r) zu entnehmen ist,53 beinahe einwandfrei mit einem gewissen Silvius identifiziert werden, von dem u. a.S. 156 die Gallische Chronik (452) 12154 berichtet.55 Neben dieser wichtigen Information über den Autor hat der Bruxellensis einen weiteren Vorrang vor dem Vallicellianus: Im Bruxellensis ist die ursprüngliche Textform des gesamten silvianischen Laterculus bis auf wenige Ausnahmen56 unversehrt erhalten. Daher ist er für die Textherstellung des Werks des Pol. Silv. weiterhin gewinnbringend hinzuzuziehen.

Indes steht der Bruxellensis aufgrund seiner minderen Qualität57 bei der Textkonstitution der hier vorgelegten beiden Schriften des Pol. Silv. dem Vallicellianus deutlich nach. So bietet R die richtige bzw. eine bessere Lesart gegen B unter anderem an folgenden Stellen:

– princ. 5 a cereaR : caereia B

– princ. 34 gorgianiR : gorgianus B

– princ. 39 pugna guthorumR : pugnatorum B

– princ. 49 babalatusR : bala et B

– princ. 67 etiam romaeR : aetiamprome B

– princ. 73 filius tyranniR : tiranni filii tiranni B

– brev. 1 omni asiaeR : omnia si B

– brev. 6 corinthiiR : correnti B

  regnaveruntR : regnare ceperunt B

– brev. 11 dictusR : dicitur B

– brev. 12 per ius potestatisR : prius potestates B

– brev. 14 fuerint vicissim creatiR : sue vicisse creati B

– brev. 15 ei substitutusR : eis constitutus B

  regunturR : reiciuntur B

– brev. 16 astyrioR : asterio B.

Vor allem hat R an folgenden Stellen den von B ausgelassenen Teil des Textes: 58

– princ. 2 aegyptiom. B

– princ. 10 otho occisus. vitellius occisusom. B

– princ. 26 illiusom. B

– princ. 35 etom. B

– princ. 37 filioom. B

S. 157

– princ. 41 gallusom. B

– brev. 11 servius atque tarquiniusom. B.

Seiner minderen Qualität zum Trotz kommt aber auch dem Bruxellensis wegen folgender Trennfehler ein nicht geringer eigenständiger Überlieferungswert zu:

– princ. 39 herinnoovel ‑neo B : truscio R

– princ. 43 eosdemB : eos R

– princ. 63 ponticarumB : pontificarum R

– brev. 16 privilegiisB : privilegi sic R

 mosB : mors R.

Außerdem enthält B den von R ausgelassenen Teil des Textes:

– princ. 79 maximus1 om. R

– princ. 80–84 deest R.

Besonders bemerkenswert sind allerdings Stellen, an denen die beiden Hss. gemeinsam eine falsche oder zumindest zweifelhafte Lesart aufweisen; folgende Fehler gehen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf einen gemeinsamen Hyparchetyp:

– princ. 2 nepusRB : nepos B apogr.

– brev. 15 perdurantRB (statt perdurat)

– brev. 16 cognomenRB (statt cognomenti).

Zuletzt sind Irrtümer zu nennen, die womöglich sogar auf den Archetyp zurückgehen:

– princ. 7 syriaR : siria B (historisch falsch)

– princ. 47 quintiliusRB (richtig Quintillus)

– brev. 15 kalendisRB (richtig Idibus).

2. Die beiden Schriften im Laterculus

Das ursprüngliche Layout59 des gesamten Laterculus des Pol. Silv. läßt sich anhand der Textgestaltung seines in der Hs. B erhaltenen Teils nurS. 158 annähernd erschließen. Wie oben bereits angedeutet,60 leistet die Hs. R dabei keine Hilfe. Um ein besseres Verständnis für den Stellenwert und die Funktion der beiden Schriften des Pol. Silv. zu erlangen, wird im Folgenden eine kurze Übersicht über die inhaltliche Gliederung der in B überlieferten Texte gegeben.

Die praefatio (Pol. Silv. chron. I p. 518 f.) zur gesamten Kalendertafel besteht aus folgenden Abschnitten:

  1. Autorname und Werktitel
  2. epistola dedicatoria
  3. ‚Inhaltsverzeichnis‘
  4. De diebus
  5. De signis
  6. De anno
  7. Hauptteil und Beigaben

Der Ausdruck in alternis inter eos (sc. menses) foliis (Pol. Silv. chron. I p. 518,10 f.) läßt vermuten, daß die Beigaben bzw. ihre Teile nicht etwa auf der Rückseite eines Kalenderblattes, sondern „abwechselnd damit auf den Blättern zwischen den (Monaten)“ aufgeschrieben waren.67 So liegt die Kaiserliste68 zwischen Januar und Februar und das Breviarium69 zwischen August und September.

Der Hauptteil des Laterculus gliedert sich wie folgt 70 :

‚Inhaltsverzeichnis‘ (Quae in eo sunt) 71 Überschrift
IANVARIVS
1. enumeratio principum cum tyrannis Nomina omnium principum Romanorum
FEBRVARIVS
2. (sc.enumeratio) provinciarum Romanarum Nomina provinciarum 72
MARTIVS
3. (sc. enumeratio) spirantium quadrupedum, volatilium, natantium Nomina cunctarum (sic) spirancium atque qua-drupedum; item volucrum; item eorum que se non movencium; item colobrarum 73
APRILIS
Nomina insectorum sive reptancium; item natan-tium 74
MAIVS
4. ratio quaerendae lunae festivique paschalis 75
IVNIVS
5. urbis Romae fabricarum enarratio Quae sint Romae 76
IVLIVS
6. poeticae fabulae
AVGVSTVS
7. Romanae historiae breviter conclusa series Breviarium temporum
SEPTEMBER
8. cum stridoribus animantium
OCTOBER
9. (sc. cum) ponderibus sive mensuris
NOVEMBER
10. (sc. cum) metrorum omnium pedibus Voces varie animancium (= 8) 77
DECEMBER
11. (sc. cum) sectis filosoficis 78 Nomina ponderum vel mensurarum (= 9) 79

Wie die vorstehende Tabelle zeigt, fehlen die Texte 4, 6, 10 und 11 in der rechten Spalte. Sonst finden sich die in quae in eo sunt angekündigten Texte im Kalenderteil wieder.

3 . Editionen

Die bisher maßgebende kritische Ausgabe für die zwei Beigaben aus dem Laterculus des Pol. Silv., die Kaiserliste und das Breviarium, lieferte Mommsen im Jahre 1892 im ersten Band seiner Chronica minora (MGH AA 9,1 S. 520–23 [Nomina omnium principum Romanorum]. 547 [Bre-viarium temporum]).80 Sie ist genau genommen Mommsens editio altera, denn er hatte bereits 1857 im dritten Band der Abhandlungen der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften (= dem zweiten Band der Abh. der Phil.-Hist. Classe der Kgl. Sächs. Ges. Wiss., S. 231–77, bes. 242–47 [princ. mit Anm.]. 274–76 [brev. mit Anm.]) die praefatio und alle erhaltenen Beigaben des Laterculus81 herausgegeben.82

Diese ed. princ. beruhte aber auf einem „apographum non optimum“ (Mommsen, Chron. min. 1,517) der Hs. B, das zahlreiche Fehler ent­hielt, und in der Folge brachte Mommsen 1861, nachdem er eine Autopsie der Hs. vorgenommen hatte, im achten Band der Abh. Kgl. Sächs. Ges. Wiss. (= dem dritten Band der Abh. Philol.-Hist. Class. der Kgl. Sächs. Ges. Wiss., S. 694–96) viele Korrekturen sowie einige KonjektuS. 162ren83 an. Im Anschluß daran machte A. von Gutschmid 1862 in seiner Miszelle für RhM, Zum Kaiserverzeichniß des Polemius Silvius, (Neue Folge, 17. Jahrg., S. 326 f. = Kl. Schr. 5, Leipzig 1894, 277–79) nicht wenige substantielle Erwägungen und Vorschläge, denen Mommsen später in seiner editio altera teilweise Folge leistete, vgl. Mommsen, app. crit. etwa zu princ. 7 Syria. 45 ex fabro. 49 Romae Felicissimus.

Bei seiner beidmaligen Editionsarbeit stand Mommsen allein die Hs. B zur Verfügung, weil zu seiner Zeit nicht bekannt war, daß für einen Teil des Laterculus, insbesondere für die hier vorliegenden beiden Schriften, eine weitere Handschrift (R) existierte. So konnten einige Konjekturen, die teils auf Mommsen selbst, teils auf von Gutschmid zurückgehen, erst nach der Auffindung von R durch einzelne Lesarten dieser Hs. bestätigt werden, s. phil. Komm. zu princ. 39 pugna Gothorum. 49 Romae Felicissimus.

4. Orthographische und phonetische Bemerkungen

Die Orthographie des vorliegenden Textes wird weitgehend normalisiert und der klassischen (d. h. in modernen Editionen sonst üblichen) lateinischen Schreibweise angeglichen. Dabei wird bewußt darauf verzichtet, hsl. Lesarten, welche von den klassischen Rechtschreibregeln abweichen, erschöpfend im textkritischen Apparat aufzuführen, damit dieser nicht mit trivialen Auskünften überfrachtet wird. 84

Im Folgenden sind in den beiden Hss. R und B überlieferte Schreibweisen aufgezählt, die charakteristische Merkmale der mittelalterlichen Schreibpraxis widerspiegeln, doch zugleich in der vorliegenden Edition stillschweigend standardisiert werden 85 :

inp‑ für imp‑ 86 : inp‑ in den Formen von imperator (princ. 1. 62), bei imperium (princ. 2. 58. 62. 83; brev. 7. 10. 11) sowie in den Formen von imperare (princ. 63; brev. 8)S. 163 87 ;

e statt ae bzw. oe 88 : ces‑ in dem Namen Caesar in R und B (princ. 1. 2. 3. 26. 31. 41. 61. 62. 67; brev. 14); regine in R und B statt reginae (princ. 2); prelio in R statt proelio (ebd.); egypti in R statt Aegypti (ebd.); egypto in R bzw. egipto in B statt Aegypto (princ. 59); pred‑ 89 in den Formen von praedictus in R (princ. 2. 28. 56. 74); agripine in R und B für Agrippinae (princ. 8); thessalonice in R bzw. tessalonice in B statt Thessalonicae (princ. 62); antiochie in R bzw. anthiocie in B statt Antiochiae (princ. 72); cep‑ in den Formen von coepisse (princ. 62; brev. 5. 6 [nur in B]. 13); pena(m) in R und B statt poenam (princ. 8);

B verwendet Zahlzeichen oder schreibt die Zahlen aus, während R diese, ob Kardinal‑ oder Ordinalzahlen, ausschreibt 90 , z. B. sex in R, aber vi in B (princ. 2); decimo in R, dagegen x (o s. l.) in B (princ. 8)91; zusammengesetzte Zahlen werden sehr uneinheitlich geschrieben, so etwa ducentis quadraginta et tribus in R und B (brev. 11) oder mille et ducentis in R und B (brev. 17), aber quinquaginta et vi in B (princ. 2) oder xx et tribus in B (brev. 15); für die Zahl Zwei verfährt B nicht konsequent: duo in R und B (princ. 34. 49; brev. 19), dann duas in R, aber ii in B (brev. 7);

ti statt ci 92 und umgekehrt 93 : lutius in R statt Lucius (princ. 3); domicio in B statt Domitio (princ. 4); domicianus in B statt Domitianus (princ. 13); p(ro)vintiarum in R statt provinciar um (princ. 49); dioclecianus in Bapogr. statt Diocletianus (princ. 58); maxencius in B statt Maxentius (princ. 62); dalmacius in R und B statt Dalmatius (princ. 63); gencium in B statt gentium (ebd.); magnencius in B statt Magnentius (princ. 67); nacione in B statt natione (princ. 67); nepocianus in B statt Nepotianus (princ. 67); gracianus in B statt Gratianus (princ. 73. 75. 79);

th statt t (graphematischer Gräzismus) 94 und umgekehrt 95 : theberius in B statt Tiberius (princ. 4); tessalonice in B statt Thessalonicae (princ. 62);S. 164 antiochie in R bzw. anthiocie in B statt Antiochiae (princ. 72); sogar th statt tt: athalus in B statt Attalus (princ. 79);

e statt i 96 und umgekehrt 97 : theberius in B, richtig aber tiberius in der früheren Hs. R (princ. 4); aurilius in B, doch richtig aurēlius in R (princ. 21); afir in Bapogr. statt Afĕr (princ. 25); aurilianus in B statt Aurēlianus (princ. 48); iohannis in B statt Iohannes (princ. 83);

tt für t 98 : brittanici in R bzw. brittannici in B statt Britannici (princ. 6);

n für nn 99 : brittanici bzw. brittania in R für Britannici (princ. 6) und Britannia (princ. 59);

i statt y 100 und umgekehrt 101 : überwiegend häufig tir‑ in den Formen von tyrannus in B (princ. 7. 9. 14. 19. 26. 31. 34. 38. 40. 45. 49. 53. 57. 59 [auch in R]. 62. 63. 67. 72. 73. 76. 79. 83); gothyco in R statt Gothico (princ. 46); egipto in B statt Aegypto (princ. 59);

p für pp 102 : agripine in R und B statt Agrippinae (princ. 8);

b für p (Sonorierung) 103 : bisone in B statt Pisone 104 (princ. 10); procobius in B statt Procopius (princ. 72);

f für ph (Spirantisierung) 105 : stefano in R statt Stephano (princ. 13); filippus sowie filippo in R statt Philippus und Philippo (princ. 37);

s für ss 106 : casius in B statt Cassius (princ. 19);

ff für f 107 : affrica in B statt Africa (princ. 34);

t statt d und umgekehrt: aput in B statt apu d 108 (princ. 43); detrici in R statt Tetrici (princ. 49);

rr für r 109 : tyrranni in R statt tyranni (princ. 45); garrus in R statt Carus (princ. 54);S. 165

x für z: xenobia in B statt Zenobia (princ. 49); xenone in B statt Zenone (princ. 84);

Ausfall von u: proculs in B statt Proculus (princ. 53) 110 ;

si für ti (vor Vokal) 111 : dioclesianus in R und B statt Diocletianus (princ. 58); decensius in B statt Decentius (princ. 67); sabassianus in B statt Sebastianus (princ. 79);

ii für i: hii in B statt hi (princ. 58) 112 ;

l statt l l 113 und umgekehrt 114 : achileus in B statt Achilleus (princ. 59); gallerius in B statt Galerius (princ. 60);

Wegfall von p 115 : resumsisset in R statt resumpsisset (princ. 62);

Einschub eines i 116 : silvianus in Bapogr. statt Silvanus (princ. 67);

c statt ch 117 und umgekehrt118: anthiocie 119 in B (vgl. antiochie in R) statt Antiochiae (princ. 72); archadius in B statt Arcadius (princ. 77);

c für g: lucduni in R bzw. luctuni in B statt Lugduni (princ. 73) 120 ;

t für d: luctuni in B statt Lugduni (princ. 73);

u für o: theud‑ in R in dem Namen Theodosius (princ. 75. 77);

ci für si 121: theodocius in B statt Theodosius (princ. 75);

a für e: sabastianus in R bzw. sabassianus in B statt Sebastianus (princ. 79).

5. Analyse des Prosarhythmus

Die Analyse des Prosarhythmus erweist sich im Falle des Laterculus des Pol. Silv. als in mancherlei Hinsicht brauchbar und scheint, da die Kalendertafel das einzige überlieferte Werk des Autors ist, sogar unentbehrS. 166lich. Weisen die Satzperioden Phänomene wie Klauseln auf, so drängt sich die Klauselrhythmik als ein textimmanentes Kriterium für die Wahrnehmung der formalen Gestaltung des Textes sowie der Wortwahl des Verfassers auf.122

In der Kaiserliste begegnen z. B. Hexameterschlüsse (– ⏑ ⏑ – ⏓), die in guter Prosa möglichst gemieden werden: Regalianus ibīdem (45) und re-gnum deposuerunt (58).123 Abgesehen von dem ersteren (Grenz-)Fall, in dem das Kolon einen Teil des Eigennamens enthält,124 ist deposuerunt ein singulärer Verstoß. Aber in Anbetracht der Tatsache, daß Pol. Silv. – wie die Analyse unten im Detail zeigt125 – sich streng an die Klauselgesetze hält, erscheint es erwägenswert, ob der ursprüngliche Text nicht deposuerunt regnum (Dispondeus) lautete und beim Abschreiben zu regnum deposuerunt verändert wurde.126

In einem ähnlichen Zusammenhang dienen die Ergebnisse der Analyse zweifelsohne auch dazu, vorschnelle Urteile über Autor und Werk in der Spätantike127 gewissermaßen abzubauen. Mommsen räumt zwar ein, daß der Laterculus dem zeitgenössischen Leser für das Aneignen von Allgemeinwissen diverse nützliche Informationen bereitstellt,128 weist aber zugleichS. 167 darauf hin, daß diese größtenteils nicht vom Verfasser selbst stammen, sondern aus verschiedenen Vorlagen kompiliert sind.129 Mommsens Fazit lautet: „Die armselige Dürftigkeit der Kenntnisse wie der Ideen dieser Epoche, ihre platte Opposition gegen die Reminiscenzen des Heidenthums liegen in dieser Encyclopädie in einem Spiegel vor, der nicht schmeichelhaft, aber belehrend ist.“ 130 Noch Ziegler schließt seinen Artikel über Pol. Silv. mit dem oben angeführten Zitat von Mommsen. Zuvor äußert er sich selbst so: „Die sprachliche und stilistische Kümmerlichkeit des Machwerks eines Mannes, den die Zeit zu den praeclari auctores zählte, wird schon aus den wenigen hier gegebenen Proben deutlich.“131 Allerdings ist es keine leichte Aufgabe, anhand einer äußerst geringen Textmenge – es geht um Kurzlisten, durch die der christlich umgearbeitete Kalender, den zu erstellen die eigentliche Absicht des Kompilators war, ergänzt und angereichert wird – über die Frage zu diskutieren, ob Pol. Silv. tatsächlich ein ideenloser Abschreiber gewesen ist oder nicht. Aber selbst wenn man ihm Ideenlosigkeit vorwerfen mag, ist eine Pauschalkritik an seiner sprachlichen Fähigkeit keineswegs angebracht. Läßt etwa gedankliche und inhaltliche Armut zwangsläufig auf sprachliche und stilistische Dürftigkeit schließen? Ganz im Gegenteil, denn zumindest seine beiden Werke in der vorliegenden Edition132 zeugen vielmehr davon, wie sehr sich der VerfasserS. 168 gedanklich und sprachlich bemüht, umfangreiche und vielfältige Themen (sämtliche römischen Kaiser, sämtliche Tiere, Weltgeschichte usw.) in allerknappster Form (auf Zwischenblättern eines Kalenders) abzuhandeln.S. 169133 Bemerkenswert ist, daß Pol. Silv. ein bestimmtes Vokabular bevorzugt, welches mit den Motiven, die jeweils die ganze Schrift durchziehen, korrespondiert. Zudem finden sich häufig Klauselschemata, die für den Prosarhythmus charakteristisch sind, besonders im Zusammenhang mit diesem Vokabular134:

Kaiserliste

‚Tod‘

α. deficere

defecit (43 eosdem defecit [Dispondeus])

β. extinguere

extincti (62 extincti sunt [Dispondeus]); extinctus (83 tyrannus extinctus est [akatalektischer Dikretikus])

γ. fulminare

fulminatus (54 [Ditrochäus])

δ. incendere

incensus (71 incensus a Gothis [katalektischer Dikretikus (o lang gemessen) od. Hypodochmius (o kurz gemessen135)])

ε. occidere

occidi (67 iussit occidi [katalektischer Dikretikus]); occisi (29. 33 filio occisi, 35 Pupienus occisi [katalektischer Dikretikus], 44 filiis occisi [Di-spondeus]); occisus (13 occisus a Stephano, 24 Iulianus occisus, 27 occisus a fratre, 30 Heliogabalus occisus, 36 Gordianus occisus, 46 Gōthico occisus, 48 Aurelianus occisus, 51 eius occisus, 64 Constantii occisus, 65 infamissimae occisus [katalektischer Dikretikus]; 5 occisus a Chaerea, 62 natus occisus est [akatalektischer Dikretikus]; 10 Pisone occisus, Otho occisus u. Vitellius occisus, 22. 55 filius occisus, 23 Pertinax occisus, 46 Gŏthico occisus, 47 Quintilius occisus 136 [Dispondeus]; 73 Lugduni occisus est [Spondeus + Kretikus])

ζ. perire

perierunt (3 sorte perierunt [katalektischer Dikretikus])

S. 170

η. vitam finire

vitam finivit (74 [Dispondeus])

‚Usurpator‘

tyranni (9 Clodius tyranni fuerunt, 26 Caesare tyranni fuerunt, 31 Taurinus tyranni fuerunt, 34 Africa tyranni fuerunt, 40 Romae tyranni fuerunt, 45 Italia tyranni fuerunt, 49 Treveris tyranni fuerunt, 53 Bonosus tyranni fuerunt, 59 Britannia tyranni fuerunt, 67 Gallia tyranni fuerunt, 73 filius tyranni fuerunt, 79 Victor tyranni fuerunt [Kretikus + Ditrochäus]); tyrannus (57 Iulianus tyrannus fuit, 63 Cypro tyrannus fuit, 72 Antiochiae tyrannus fuit, 83 tyrannus extinctus est [akatalektischer Dikretikus]; 62 fuit tyrannus [Ditrochäus])

Breviarium temporum

‚Beginn‘

α. exordium

exordio (17 ab urbis exordio [akatalektischer Dikretikus])

β. incipere

coeperunt (5 regnare coeperunt, 15 esse coeperunt [katalektischer Di-kretikus]); coepit (10 coepit imperium [katalektischer Dikretikus]); incipit (17 annus incipit [Hypodochmius])

‚Erfindung‘

invenit (16 constringerentur invenit 137 [Ditrochäus + Palimbakcheus138])

‚Ernennung / Amtsantritt‘

α. creare

creari (14 suevissent creari [Ditrochäus]); creati (12 duo creati sunt [katalektischer Dikretikus])

β. procedere

processit (12 consorte processit [katalektischer Dikretikus])

S. 171

‚Geburt‘

α. generare

generatus (10 cum fratre generatus est [akatalektischer Dikretikus])

β. nasci

natus (2 Abraham natus est [Spondeus + Kretikus])

‚Herrschaft‘

α. imperare / imperium

imperant (10 sub quibus Lydi imperant [Spondeus + Kretikus139])

imperium (10 coepit imperium, 11 processit imperium [katalektischer Dikretikus])

β. postestas

potestas (15 nunc potestas [Ditrochäus])

γ. regnare / regnum / rex

regna (13 regna creverunt [katalektischer Dikretikus]); regnare (5 regnare coeperunt [katalektischer Dikretikus]); regnaverunt (6. 11 [Di-spondeus]); reges (2 reges fuerunt [Ditrochäus])

Diese gedanklichen und sprachlichen Bemühungen des Pol. Silv., die erst durch die Klauselanalyse ersichtlich werden, erscheinen weniger zufällig, wenn man die Tatsache berücksichtigt, daß der Laterculus noch weitere vier Schriften umfaßte,140 von denen möglicherweise zwei das Interesse des Pol. Silv. an Verslehre und Prosodie bezeugen: die im ‚Inhaltsverzeichnis‘ (Pol. Silv. chron. I p. 518,9–15) angezeigten, in der Hs. aber fehlenden zwei Beigaben, poeticae fabulae und pedes metrorum omnium.

Was genau Pol. Silv. mit den poeticae fabulae meinte, bleibt unklar. 141 Es könnte sich hierbei um eine weitere Liste142 handeln, in der Titel oderS. 172 sonstige Merkmale solcher Geschichten aufgezählt sind, oder um eine Aneinanderreihung etlicher Fabeln, die entweder von ihm frei ersonnen oder, was wahrscheinlicher ist, aus ihm leicht zugänglichen Quellen143 geschöpft sind. Wie dem auch sei, es läßt sich nicht leugnen, daß die Beigabe, deren Inhalt ‚poeticae‘ fabulae bilden, auf irgendeine Weise mit metrisch gebundener Sprache zu tun hat.

Die fehlende Beigabe pedes metrorum omnium legt nahe, daß Pol. Silv. über fundierte Kenntnisse der antiken Metrik verfügte. Auch hier strebt er – ähnlich wie bei der Kaiserliste (s. phil. Komm. zum Titel omnium) oder bei dem Verzeichnis der Tiernamen (vgl. chron. I p. 543 cunctarum spirancium etc.) – eine vollständige Liste an: metrorum omnium.144 Vermutlich hat er in diesem Fall die in der lateinischen Dichtung vorkommenden Versfüße (pedes) aufgeführt, die im einzelnen je nach Möglichkeit einem bestimmten Versmaß (Mono-, Di-, Tri-, Tetra-, Penta- und Hexameter) zugrundeliegen.

Am Ende der Klauselanalyse der Kaiserliste und des Breviariums stellt sich außerdem heraus, daß neben dem quantitierenden das akzentuierende Prinzip ziemlich deutlich zu beobachten ist. Wie weiter unten gezeigt wird, treten Satzschlüsse, die als katalektischer Dikretikus cursus planus oder als akatalektischer Dikretikus cursus tardus aufweisen, sehr häufig auf (bei Kretikus + Ditrochäus hingegen taucht cursus velox nur noch selten auf).145 Immerhin entspricht eine solche Verwendung der Kadenzen dem allgemeinen Wandel zum akzentuierenden Rhythmus im 4./5. Jh.146

Zuletzt sei darauf hingewiesen, daß nicht erst Pol. Silv., sondern bereits seine Vorgänger, u. a. Hieronymus und Eutrop, in ihren Geschichtswerken den Prosarhythmus verwandt haben. Da die Chronik des Hieronymus und das Breviarium Eutrops mit großer Sicherheit unserem Autor als Vorlagen dienten, stellt sich die wichtige Frage, inwieweit er den Text seiner Vorlagen wortgetreu wiedergibt oder anders formuliert, auf welche Weise und in welchem Umfang er Änderungen bzw. Umschreibungen vornimmt.147 Oft berühren solche Varianten oder Paraphrasen nicht nur den Sinn des Textes,S. 173 sondern auch die Rhythmik des Satzes. Als Paradebeispiele für Kolometrie und Prosarhythmus seien hier zwei Stellen genannt:

Pol. Silv. princ. 43:

Valerianus captus a Persis apud eosdem defecit.

Die Parallelen bei Hieronymus und Eutrop lauten148:

Valerianus in christianos persecutione commota statim a Sapore Persarum rege capitur ibique servitute miserabili consenescit (Hier. chron. 220d);

Valerianus in Mesopotamia bellum gerens a Sapore Persarum rege superatus est, mox etiam captus apud Parthos ignobili servitute consenuit (Eutr. 9,7).

Pol. Silv. verkürzt, indem er den für eine Liste römischer Regenten ir-relevanten Namen des Sasanidenherrschers wegläßt, den Ausdruck des Agens beim Passiv, a Sapore Persarum rege, zu a Persis und ändert entsprechend apud Parthos in apud eosdem (sc. Persas). Das Agens und die Passivform von capere werden umgestellt, was einen neuen Rhythmus zur Folge hat: captus a Persis (– ⏑ – – ⏓: katalektischer Dikretikus), vgl. bei Hieronymus a ... Persarum rege capitur (– – ⏑ ⏑ ⏑ ⏓: Spondeus + Kretikus [Auflösung der 3. Länge]) sowie bei Eutrop a ... rege, superatus est (– ⏑ ⏑ ⏑ – ⏑ ⏓: akatalektischer Dikretikus [Auflösung der 2. Länge]) / etiam captus (⏑ ⏑ – – ⏓: Dispondeus [Auflösung der 1. Länge]). Nicht minder auffällig ist aber der Satzschluß. Pol. Silv. ersetzt nämlich consenescere durch deficere 149 und kreiert somit einen puren Dispondeus: apud eosdem defecit (– – – ⏓), vgl. bei Hieronymus servitute miserabili consenescit (– ⏑ – – ⏑ – ⏓: Kretikus + Ditrochäus) und bei Eutrop servitute consenuit (– ⏑ – ⏑ ⏑ ⏓: katalektischer Dikretikus [Auflösung der 3. Länge]).150

Pol. Silv. brev. 16:

... Diocletianus gemmas vestibus habitus regalis inserere etc.

Bei Eutrop heißt es:

ornamenta gemmarum vestibus calciamentisque indidit (sc. Diocletianus) (9,26).

S. 174

Anders als in Beispiel (a) befolgt Pol. Silv. hier zur Paraphrasierung seiner Vorlage ein weiteres Prinzip: Wörter und Begriffe werden nicht nur gestrichen oder durch Synonyme ersetzt, sondern sogar aus eigenen Stücken hinzugefügt. So hat er in seinem Text ornamenta und calciamenta ausfallen lassen, indere mit inserere wiedergegeben, habitus regalis hingegen eingeschoben. Zusammen mit regalis bildet der Infinitiv inserere 151 einen katalektischen Dikretikus (mit Auflösung der 3. Länge), vgl. bei Eutrop calciamentisque indidit (– – – ⏑ ⏓: Spondeus + Kretikus [mit Elision des Vokals e von -que]; oder – ⏑ – ⏑ ⏓: Hypodochmius [ohne Elision]).

Schon aus diesen zwei Beispielen geht hervor, wie Pol. Silv. ältere Vorlagen umarbeitet und dabei dennoch die Klauselgesetze nicht außer acht läßt. Im Folgenden werden sämtliche Satzperioden (einschließlich rhythmisch gestalteter Sinneinheiten innerhalb eines jeden Satzes) in seinen beiden Schriften analysiert:152

A. Pol. Silv. princ.

1. katalektischer Dikretikus

– ⏑ – –⏓

ipse se fecit. (1) cursus planus

constituti sunt. (2)

S. 175

dictus Augustus (2) cursus planus

[sorte perierunt. (3) (i als Halbkonsonant) cursus planus]

ipse se ferro, (8) cursus planus

quaereretur, occidit. (8) cursus planus

Iulianus occisus. (24) cursus planus

occisus a fratre. (27) cursus planus

filio occisi. (29. 33) (o von filio elidiert) cursus planus

Pupienus occisi. (35) cursus planus

Gordianus occisus. (36) cursus planus

captus a Persis (43) cursus planus

[Quintillus occisus. (47) cursus planus]

Aurelianus occisus. (48) cursus planus

eius occisus. (51) (i von eius als Halbkonsonant153) cursus planus

habere permisit. (52) cursus planus

uxoris suae frater. (62)

imperium resumpsisset, (62)

esse coeperunt. (62) cursus planus

[factus est Caesar〉 (63) (Caesar von Mommsen ergänzt154) cursus planus]

Constantii occisus. (64) (2. i von Constantii elidiert) cursus planus

infamissimae occisus. (65) (ae elidiert) cursus planus

iussit occidi. (67) cursus planus

[incensus a Gothis. (71) (o lang gemessen) cursus planus]

factus Augustus. (75) cursus planus

⏑ ⏑ ⏑ – –⏓

Heliogabalus occisus. (30) (Auflösung der 1. Länge) cursus planus

– ⏑ ⏑ ⏑– ⏓

sorte perierunt. (3) (Auflösung der 2. Länge) cursus planus

hominum omne superavit, (8) (Auflösung der 2. Länge) cursus planus

– ⏑ – ⏑ ⏑⏓

solus obtinuit. (2) (Auflösung der 3. Länge) cursus planus

factus in Syria. (7) (Auflösung der 3. Länge) cursus planus

occisus a Stephano. (13) (Auflösung der 3. Länge) cursus planus

S. 176

2. akatalektischer Dikretikus

– ⏑– – ⏑ ⏓

Lucius Caesares (3) cursus tardus

privignus ex Livia, (4) cursus tardus

coniugio suo iunxerat. (4) (keine Synizese bei suo)

Germanici filius (5) cursus tardus

occisus a Chaerea. (5) cursus tardus

[paterque Brittannici 155 . (6) cursus tardus]

Marcus Aurelius. (21) cursus tardus

Herennio filio (39) cursus tardus

Iulianus tyrannus fuit. (57)

Constantii filius, (62) cursus tardus

natus occisus est, (62) cursus tardus

Caesares sibi fecerat, (62) (sibi legitur pro iambo)

Cypro tyrannus fuit, (63)

Antiochiae tyrannus fuit. (72)

tyrannus extinctus est (83) cursus tardus

– ⏑ ⏑ ⏑– ⏑⏓

in Cappadocia fuit. (38) (Auflösung der 2. Länge)

–⏑– ⏑ ⏑ ⏑⏓

[eius 156 Domitio (4) (Auflösung der 3. Länge)]

3. Ditrochäus

– ⏑ – ⏓

gentis subactor. (12)

frater eius, (13) (i von eius als Halbkonsonant, s. o. S. 175 Anm. 1)

Severus Afer. (25)

filio Philippo, 157 (37)

in pugna Gothorum. (39)

fulminatus. (54)

Caesares fuerunt. (61)

fuit tyrannus, (62)

S. 177

suae maritus, (62)

qui imperavit, (63)

Iulianus. (68)

[Valentinianus. (70) (2. i als Halbkonsonant)]

possidetur. (83)

4. Kretikus + Ditrochäus

– ⏑ – – ⏑– ⏓

Clodius tyranni fuerunt. (9)

illius tyranni fuerunt. (26)

Taurinus tyranni fuerunt. (31)

in Africa tyranni fuerunt. (34)

factus est Christianus. (37) cursus velox

Romae tyranni fuerunt. (40)

in Italia tyranni fuerunt. (45)

Treveris tyranni fuerunt. (49)

Bonosus tyranni fuerunt. (53)

in Britannia tyranni fuerunt. (59)

gentium Ponticarum. (63) cursus velox

in Gallia tyranni fuerunt, (67)

filius tyranni fuerunt, (73)

Victor tyranni fuerunt. (79)

Placidus Valentinianus, (82)

⏑ ⏑ ⏑ – – ⏑– ⏓

[Caesare tyranni fuerunt. (26) (Auflösung der 1. Länge)]

– ⏑ ⏑ ⏑ – ⏑ – ⏓

consulibus adnotavi. (84) (Auflösung der 2. Länge)

5. Dispondeus

– – – ⏓

devicisset, (2)

quam praegnantem (4)

[primum factus (7)]

Pisone occisus. (10) (e elidiert)

Otho occisus. (10) (o von Otho nicht elidiert)

S. 178

dici iussit, (13)

Antonius fuit. (14) (i von Antonius als Halbkonsonant158)

ex praefecto. (15)

Antoninus Pius. (18) (i bei Pius lang gemessen159)

Pertinax occisus. (23)

frater praedicti. (28)

[in pugnatorum (B). (39)]

apud eosdem (eos [R]) defecit. (43)

filiis occisi. (44)

provinciarum facti sunt, (49) (mit vorangehendem Kretikus)

[haberi (B) permisit. (52)]

frater praedicti. (56)

Romanorum divisum est; 160 (58) (e von est elidiert)

extincti sunt. (62)

praedictorum. (66)

Valentinianus. (70) (2. i als Vokal)

vitam finivit. (74)

frater praedicti. (78)

praesens Augustus, (81)

⏑⏑ – –⏓

Vitellius occisus. (10) (Auflösung der 1. Länge)

filius occisus. (22. 55) (Auflösung der 1. Länge)

Gothico occisus. (46) (2. o von Gothico elidiert, Auflösung der 1. Länge)

Quintilius occisus. (47) (Auflösung der 1. Länge)

– ⏑⏑ ⏑ ⏑⏓

filius Theodosii. (77) (Auflösung der 2. und 3. Länge)

– – ⏑ ⏑ ⏓

et dedecora, (8) (Auflösung der 3. Länge)

6. Spondeus + Kretikus

– – –⏑⏓

occiso in curia (in curia Bmarg.)161 (2)

S. 179

Agrippinae filius, (8)

poenam quaeritur, (8)

Antoninus Pius. (18) (i bei Pius kurz gemessen162)

Volusiano Caesare. (41)

praedicti filius (44)

Lugduni occisus est. (73) (i von Lugduni elidiert)

⏑ ⏑ – – ⏑⏓

Lepido mortuo, (2) (Auflösung der 1. Länge)

Ingenuus Sirmii (44) (Auflösung der 1. Länge)

– ⏑ ⏑– ⏑⏓

post quadriennium, (2) (Auflösung der 2. Länge)

paterque Britannici. (6) (Auflösung der 2. Länge)

[quaeritur (B), occidit. (8) (Auflösung der 2. Länge)]

Eugenius fuit. (76) (Auflösung der 2. Länge)

– – ⏑ ⏑ ⏑⏓

eius Domitio (4) (Auflösung der 3. Länge)

Salonino et Licinio (44) (2. o von Salonino elidiert, Auflösung der 3. Länge)

7. Hypodochmius 163

– ⏑ – ⏑ ⏓

ab urbe condita (1)

quadriennium, (2)

filia nepos, (2)

Antonius fuit. (14) (i von Antonius als Vokal)

Traianus Ulpius. (16)

Hadrianus Aelius. (17)

Cassius fuit. (19) (i von Cassius als Vokal)

et Galerius. (60)

incensus a Gothis. (71) (o kurz gemessen)

[Eugenius fuit. (76) (i von Eugenius als Halbkonsonant, vgl. S. 175 Anm. 1)]

– ⏑ ⏑ ⏑ ⏑⏓

in Macedonia (39) (Auflösung der 2. Länge)

S. 180

8. Hexameterschluss

– ⏑ ⏑– ⏓

Regalianus ibidem, 164 (45)

deposuerunt. 165 (58)

9. Ionicus a maiore

– – ⏑⏓

Constantius. (80)

10. Ionicus a minore

⏑ ⏑– ⏓

Iovianus. (69)

B. Pol. Silv. brev.

1. katalektischer Dikretikus

– ⏑ – – ⏓

regnare coeperunt. (5) cursus planus

consorte processit; (12) cursus planus

duo creati sunt, (12) (duo einsilbig lang gemessen [Synizese] oder s. u.)

regna creverunt (13) cursus planus

Pontusque migravit. (13) (mi vor gr lang gemessen166) cursus planus

ipse se fecit. (14) cursus planus

esse coeperunt, (15) cursus planus

cuncta, perdurat. (15) cursus planus

⏑⏑ ⏑– – ⏓

S. 181

duo creati sunt, (12) (Auflösung der 1. Länge)

– ⏑ ⏑ ⏑– ⏓

esse voluisset , (12) (Auflösung der 2. Länge)

– ⏑ – ⏑ ⏑⏓

coepit imperium. (10) (Auflösung der 3. Länge)

processit imperium, (11) (Auflösung der 3. Länge)

regalis inserere (16) (Auflösung der 3. Länge)

Zenone consulibus, (17) (Auflösung der 3. Länge)

2. akatalektischer Dikretikus

– ⏑ – – ⏑ ⏓

urbe depulsus est, (11) cursus tardus

alter obsisteret. (12) cursus tardus

odorata confectio est, (16) (e von est elidiert) cursus tardus

urbis exordio (17) cursus tardus

– ⏑ ⏑ ⏑ – ⏑ ⏓

cum fratre generatus est, (10) (Auflösung der 2. Länge)

⏑ ⏑ ⏑– ⏑ ⏑ ⏑⏓

tempore sui similium, (12) (Auflösung der 1. und 3. Länge)

3. Ditrochäus

– ⏑– ⏓

reges fuerunt. (2)

Cecrops Athenis, (3)

suevissent creari, (14)

nunc potestas, (15)

propria capillos (16) (propria abl.)

constringerentur) (16)

⏑ ⏑ ⏑– ⏓

[asiriorum (B). (8) (a kurz gemessen, Auflösung der 1. Länge)]

4. Kretikus + Ditrochäus

– ⏑ ⏑ ⏑ – ⏑ – ⏓

vulneribus interempto (15) (Auflösung der 2. Länge)

S. 182

5. Dispondeus

– – – ⏓

commutassent. (1)

regnaverunt. (6. 11)

partes divisum est. (7) (e von est elidiert [Prodelision])

successerunt. (9)

Ancus, Priscus, (11)

erecti sunt, (11)

custoditur. (16)

completis annis (17)

– – ⏑ ⏑⏓

Troiae excidium. (4) (ae elidiert, Auflösung der 3. Länge)

Constantinus senior, (16) (i von senior als Vokal)

6. Spondeus + Kretikus

– – – ⏑⏓

Beli filius, (1)

Abraham natus est (2)

Moyses 167 fuit. (3)

[partes divisum est. (7) (ohne Prodelision)]

sub quibus Lydi imperant (10) (i von Lydi elidiert)

Superbus dicitur (11)

quadraginta et tribus, (11) (letztes a von quadraginta elidiert)

Constantinus senior, (16) (i von senior als Halbkonsonant)

privilegiis communiit, (16)

⏑ ⏑ – – ⏑⏓

chlamydem blatteam, (16) (Auflösung der 1. Länge)

7. Hypodochmius

– ⏑ – ⏑ ⏓

annus incipit. (17)

S. 183 6. Zur Textkonstitution

Sowohl in R als auch in B ist der Text der Kaiserliste und des Breviariums fortlaufend geschrieben. Mommsen, der in seiner ed. princ. (s. u. S. 161 f.) ohne weitere Bearbeitung diesen Fließtext gedruckt hatte, hat in der zweiten Ausgabe (s. u. S. 161 f.) die Kaiserliste in 84 kleine Kapitel eingeteilt. Mommsens Kapiteleinteilung wird in der vorliegenden Edition beibehalten; wenn aber ein Haupt‑ oder Nebensatz Informationen über tyrannus enthält, wird kein Zeilenvorschub durchgeführt. Anders verhält es sich mit dem Breviarium: Der Text wird im Unterschied zur MGH‑Ausgabe fortlaufend geschrieben und in 17 Kapitel untergliedert.


1 Vgl. die Appendix zu diesem Abschnitt der Einleitung, wo auch die originalsprachlichen Zeugnisse mit Übersetzung zu finden sind (S. 147–49).

2 Pol. Silv. chron. I p. 518; s. Appendix, test. 1.

3 Vit. Hil. Arel. 14; s. Appendix, test. 2.

4 Chron. Gall. (452) 121; s. Appendix, test. 3.

5 Eucher. epist. ad Salv. 39 sq.; s. Appendix, test. **4.

6 Das Verzeichnis der Provinzen und das Verzeichnis der stadtrömischen Bauwerke und topographischen Besonderheiten sind in der vorliegenden Sammlung der KFHist trotz ihres historischen Interesses wegen der Abwesenheit irgendwelcher auf die Ereignisgeschichte zu beziehenden Vorgänge nicht erfasst.

7 Chron. min. 3,411–15.

8 Rösger, Usurpatorenviten 382–86.

9 Rösger, Usurpatorenviten 391 f. Diese „Gleichsetzung von legitimen Kaisern und tyranni gleichermaßen unter dem Oberbegriff princeps“ entspreche der Auffassung der Historia Augusta, vgl. Avid. 3,3: proposui enim, Diocletiane Auguste, omnes, qui imperatorium nomen sive iusta causa sive iniusta habuerunt, in litteras mittere, ut omnes purpuratos, Auguste, cognosceres. Rösger geht von einer pragmatischen Auffassung des Autors der Historia Augusta aus, der am Beispiel von Maximus und Victor, die bald als Mitregenten des Theodosius anerkannt waren, bald als Tyrannen abgestempelt wurden, gelernt habe, wie relativ der Unterschied zwischen Usurpatoren und legitimen Kaisern war und dies auch immer wieder angibt, vgl. Hist. Aug. Pesc. 1,1; quadr. tyr. 2,2; Aur. Vict. Caes. 33,24.

10 Burgess, Principes cum tyrannis 499 f.

11 Burgess, Principes cum tyrannis 493 f.

12 Burgess, Principes cum tyrannis 494.

13 Anon. Val. 25: Licinius Martinianum sibi Caesarem fecit; dagegen Pol. Silv. 62: Li­ci­ni­us (…) qui Martinianum et Valentem Caesares sibi fe­cerat. Anon. Val. 38: eius fra­trem Annibalianum (…) regem regum et Ponticarum gentium constituit; Pol. Silv. 63: Dalmatius (in Wirklichkeit Hannibalianus) factus est rex regum gen­tium Ponticarum. Einer unveröffentlichten Saarbrücker Staatsarbeit folgend, geht König von einer Benutzung des Anonymus Valesianus durch Polemius Silvius aus.

14 Zur Frage König, Origo Constantini 22–24. Barnes, Kaisergeschichte 27 schließt eine Benutzung der Kaisergeschichte durch die Origo aus.

15 Mommsen, Chron. min. 1,517 geht davon aus, dass in der Kaiserliste fast alles bei Polemius Silvius auf Aurelius Victor und teilweise auf die Epitome de Caesaribus zurückgeht, wobei keine der beiden Schriften von Polemius Silvius direkt benutzt worden sei. Beim Bre­viarium ist die Benutzung des Hieronymus und Eutrops gesichert. Zusätzlich ist ein Ano­nymus hinzugezogen: „alia autem descendunt ex scriptore, cuius nobis copia non est.“

16 Zwei Sternchen (**) vor der Ziffer: Die Zuweisung des Passus zum vorliegenden Werk ist nicht sicher. Zur Erklärung der Siglen, Zeichen und Abkürzungen in Text und Apparat s. u. S. 185 f.

17 In der Vita des Hilarius von Arles (H. Lietzmann, Art. Hilarius 12, RE 8,2 [1913] 1604), die dessen Schüler Honoratus von Marseille (H. Lietzmann, Art. Honoratus 18, RE 8,2 [1913] 2276) wohl verfaßt hat (Cavallin, praef. III [in: S. Cavallin (Hg.), Vitae sanctorum Honorati et Hilarii episcoporum Arelatensium, Lund 1952], 35–40), kommt „Silvius“, ein Namensbestandteil unseres Autors, vor, vgl. PL 50,1231 f. Anm. d (= 50,1231 D u. 1232 CD): „Quinam fuerint hi tres auctores (sc. Silvius, Eusebius, Domnolus) Bollandi continuator non invenit. Joannes Salinas Domnulum a Sidonio Apolllinari lib. iv, ep. 25, et lib. ix, ep. 13 et 15, commendatum notavit ; ex quibus testimoniis is natione Afer, et vir apprime doctus, ac ob litteras quæstor fuisse cognoscitur. Silvium vero in Chronico Pro-speri Tironis nomine edito memoratum reperimus ad annum 15 Theodosii Junioris post Honorii mortem, id est ad an. 439 : Silvius, inquit, turbatæ admodum mentis post militiæ in palatio exactæ munera, aliqua de religione conscripsit. Est etiam auctor Kalendarii a Bollandistis editi tom. VI Junii, part. ii, pag. 182, et inscripti Eucherio episcopo an. 449, ut patet ex notationibus Bollandi tom. I Januar. in præfat. c. 4, § 3, ac ex epistola nuncupatoria ipsius Silvii apparet, eum aliorum quoque operum fuisse auctorem, quæ ad eundem Eucherium legenda miserat. De Eusebio nihil scimus.“; hingegen J. Salinas (Hg.), Sanctorum Prosperi Aquitani et Honorati Massiliensis opera, Rom 1732, der sonst über Domnolus einiges zu berichten weiß: „... De Silvio, Eusebio, ac Ædesio nihil certi reperire potui“ (275 f. Anm. k). Allerdings ist mit dem Chronicon, das „Prosperi Tironis nomine“ (PL 50,1231 f. Anm. d [= 50,1232 C]) herausgegeben wurde, die anonyme Gallische Chronik von 452 gemeint, s. zu test. 3; vgl. C. Scardino, Einl. (Kap. IV 1) (zur Gallischen Chronik von 452 [KFHist G 7]), KFHist G 7–8, 25–30.

18 Zur periphrastischen Steigerung „völlig geisteszerrüttet“ (admodum [vgl. Scardino a. a. O. 38] zum Partizipialadjektiv turbatae gesetzt) s. Stotz 4,301. – Zur ausführlichen Diskussion der Formulierung turbata admodum mens s. Dulabahn, Studies on the Laterculus 19–23; vgl. hist. Komm. zu Chron. Gall. (452) 121 hochgradig geistesgestört (KFHist G 7). – Zum acc. pl. neutr. exacta (Pithous Vorschlag) statt des gen. sg. fem. exactae (LD a.c.) s. phil. Komm. zu Chron. Gall. (452) 121 exacta (KFHist G 7). Vgl. zum Ausdruck post militiae in palatio exacta munera Dulabahn, Studies on the Laterculus 15–19.

19 Vgl. Paniagua, un nuovo testimone (poziore) 163–80, bes. 174 f.: „L’ispezione del codice in Biblioteca Vallicelliana mi ha permesso di scoprire recentemente che, in realtà, il codice E 26 tramanda altri materiali del Laterculus, che non sono stati mai prima identificati come tali … Si tratta in particolare di due sezioni diverse del Laterculus, e cioè dei Nomina omnium principum Romanorum e del Breuiarium temporum, che in entrambi i casi conoscevamo finora soltanto attraverso un unico testimone, cioè il codice Bruxelles, Bibl. Roy. 10.615-10.729. Naturalmente, non occorre dire che il ritrovamento nel codice Vallicelliano di due testi tramandati da un codex unicus non fa che accrescerne il valore e l’interesse filologico.“ In seinem 2013 publizierten Aufsatz ‚Intorno alla lettera prefatoria e all’introduzione del Laterculus di Polemio Silvio‘ (in: L. Cristante / T. Mazzoli, Il calamo della memoria: Riuso di testi e mestiere letterario nella tarda antichità, V. Raccolta delle relazioni discusse nel v incontro internazionale di Trieste, Biblioteca statale, 26–27 aprile 2012 [Trieste], Polymnia: studi di filologia classica; 16 [2013] 155–74) zitiert Paniagua Pol. Silv. brev. 17 und verwendet dabei für den für das Jahr 449 n. Chr. designierten weströmischen Konsul die nur in dem Vallicellianus überlieferte Namensform ‚Astyrius‘ (ebd. 155). Der Konsul ist jedoch besser unter dem Namen ‚Asturius‘ bekannt. Daher hatte Mommsen bereits Asturio vorgeschlagen, während der Bruxellensisasterio bietet (vgl. app. crit. z. St.). Zur Namensform des Asturius vgl. CLRE 432, worin gezeigt wird, daß alle faßbaren Quellen außer dem Bruxellensis einhellig „Asturius“ bieten (so etwa Cons. Const. 449 Asturio et Protogene), jedoch mit Anm. 2: „The correct spelling of his name is presumably with a Y, as on the (now lost) front leaf of his diptych, known from an early drawing.“ Den frühesten Beleg für diese mutmaßlich korrekte Schreibweise liefert m. W. nun der Vallicellianus, vgl. phil. Komm. z. St.

20 Als Digitalisat verfügbar unter der URL: http://www.internetculturale.it/jmms/iccu-viewer/iccu.jsp?id=oai%3Awww.internetculturale.sbn.it%2FTeca%3A20%3ANT0000%3-ACNMD%5C%5C0000171870 (zuletzt abgerufen am 24. Juni 2017).

21 Der Schriftspiegel (specchio di scrittura) mißt dabei ca. 18,5 bis 20 × 15,8 bis 17 cm (Paniagua, un nuovo testimone 166 f.).

22 Die Rückseite von fol. 155, wo das Breviarium beginnt, hat 25 Zeilen, die Vorderseite von fol. 158, wo die Kaiserliste mit Pol. Silv. princ. 79 abbricht und kein weiterer Text anschließt, hingegen nur 21. Alle dazwischen liegenden Blätter haben je 24 Zeilen.

23 Auch Pol. Silv. hat eine ähnliche Liste (Nomina ponderum vel mensurarum) erstellt (Pol. Silv. chron. I p. 549–51), in der sich „ein paar beachtenswerthe Notizen“ (Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 238 = Ges. Schr. 7, 639) finden, die jedoch mit der Liste im Vallicellianus nichts zu tun hat – abgesehen von ganz wenigen inhaltlichen (und nicht wörtlichen) Übereinstimmungen (so etwa Pol. Silv. chron. I p. 550 anfora [sc. habet]... urnas II; ebd. librae [sc. sunt]unciae XII; vgl. entsprechende Formulierungen im cod. Vallicellianus, fol. 155 recto unciae XII libram efficiunt; ebd. urnae duo amphoram reddunt).

24 Paniagua, un nuovo testimone 167.

25 Paniagua, un nuovo testimone 167. Streng genommen bildet das Jahr 795 lediglich den terminus post quem, weil eine Verfasserschaft unter Leo III. zwar wahrscheinlich, aber letztlich nicht beweisbar ist; dem Schreiber hätte nämlich nicht eine aktuelle Papstliste zur Verfügung stehen können, vgl. Wesch‑Klein, Überlegungen zu Datierung 57; s. u. S. 159 Anm. 6.

26 Pol. Silv. chron. I p. 518 f.; s. u. S. 158 mit Anm. 7. Eigentlich ist der cod. Vallicellianus E 26 durch den Text De anno schon längst bekannt gewesen, vgl. Mountford, De mensium nominibus 102–16; Jones, The Names of the Months 50–56; P. Gatti, Il De anno di Polemio Silvio (Pol. Silv. Chron. I p. 518, 28sqq), MH 41 (1984) 47 f.

27 So entsteht hier zumindest ein lückenloser Übergang zwischen dem Teiltext De anno und dem Vorwort zum Januar, vgl. Pol. Silv. chron. I p. 518 sowie Pol. Silv. fast. = CIL I2 p. 257; ferner cod. Bruxellensis 10615–10729, fol. 93r und 94r.

28 Mit nur wenigen Ausnahmen, s. u. S. 158–61.

29 fol. 138r–55r.

30 Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß sowohl fol. II recto als auch fol. III recto jeweils ein kurzes, nicht vollständiges Inhaltsverzeichnis bieten, in dem unter den Exzerpten aus dem Laterculus nur für das Breviarium temporum die Überschrift angegeben ist, so z. B. in der oberen Hälfte des Blattes IIr: „S(ancti) Bedae Presbyt(eri) | Calendarium | De cyclis | De sex aetatibus mundi | Catalogus Roman(orum) pontif(icum) a S(ancto) Petro ad Adrianum I | De ponderibus et mensuris | Breviarium temporum | Opus pascale“. Die beiden Verzeichnisse – das Verzeichnis auf fol. II recto ist viel knapper als das auf fol. III recto – stammen von verschiedenen Händen. In der unteren Hälfte des Blattes IIr hat ferner eine andere jüngere Hand folgendes notiert: „Codex ereptus e bibliotheca Lugudunensi combusta ab haereticis, emtus a P. D. Ioanne de Bosco Ord. Caelestinorum, et bibliothecae Vallicellanae addictus, quem Ioannes Mabillonius Monachus Benedictinus e Cong.ne S. Mauri vir longe eruditissimus, plurimi fecit“; hierzu vgl. Paniagua, un nuovo testimone 170 f.

31 Vgl. Mommsen, Chron. min. 1,517: „Scriptus liber, a quo pendemus, saeculi XII, ex bibliotheca cardinalis Nicolai Cusani (1401 – 1464), quam is legavit hospitali in vico Cues prope Berncastel a se fundato, ante a. 1643 inter alia multa congesta ad acta sanctorum edenda pervenit in collegium Iesuitarum Antverpiense, unde translatus in regiam Bruxellensem ibi prostat signatus n. 10615 – 10729“; dens., Laterculus 233 = Ges. Schr. 7, 637 f.; auch Catalogus codicum hagiographicorum bibliothecae regiae Bruxellensis, pars I. codices Latini membranei, tomus II, Brüssel 1889, 394; ebd. 395: „Codex olim fuit Hospitalis S. Nicolai prope Kuss. Hæc inscripta sunt fol. primo alterius codicilli papyracei membranis præfixi in margine superiore ; vox autem Kuss nescio quo pravo consilio atramento obducta vix nunc legi potest. Inde transiit in Museum Bollandianum ubi signabatur ✠ MS 120. a.“.

32 Vgl. Catalogus I 2, 394: „Foliorum 232, mediæ formæ (0m,277 × 0,192)“; anders Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 233 = Ges. Schr. 7, 633. Indes vgl. Catalogus I 2, ebd. Anm. 2: „Bina folia notantur tum numero 51, tum numero 213; ast excisum est jam folium quod signatum erat 97; ita ut demum folium ultimum notatum sit 231; ferner Paniagua, un nuovo testimone 174 Anm. 47: „specchio di scrittura ± 240 × ±152 mm“.

33 Ziegler, Art. Polemius 1261,17 f.; vgl. Mommsen, Chron. min. 1,517 Anm. 3: „Folium interpositum 94 apographum est praecedentis recens et erroribus plenum.“

34 Von Gutschmid, Kaiserverzeichniß 326 = Kl. Schr. 5, 277 äußerte sich zu Pol. Silv. princ. 49 folgendermaßen: „In den räthselhaften romefili ......., welches in der Aufzählung der unter Aurelian aufgetretenen Tyrannen ... zwischen Antiochus und duo Tetrici steht, vermuthete ich längst ein ‘Romae Felicissimus’. Dies wird nunmehr durch die Lesart des Originals ‘rimir fil//simus’ zur Gewissheit erhoben, damit aber, wie mir scheint, zugleich der Beweis geliefert, dass die Abschrift des Blattes 93 zwar von einem weniger sorgsamen Vergleicher als Mommsen, aber zu einer Zeit gefertigt worden ist, wo einzelne Schriftzüge des Originals leserlicher waren als jetzt.“ Folglich wurde auch diese Kopie von fol. 93 bei der Kollationierung berücksichtigt.

35 Mommsen, Chron. min. 1,512.

36 Daß Mommsen, der sonst Brüsseler Handschriften in der Regel mit der Sigle B bezeichnet (vgl. Mommsen, Chron. min. 1,14 [B = Bruxellensis n. 7524–7555]. 616 [B = Bruxellensis 1791–1794]), in seiner Ausgabe des silvianischen Laterculus für den Bruxellensis 10615–10729 den Buchstaben P verwendet, liegt wahrscheinlich daran, daß dieser Buchstabe schon im Zuge seiner Arbeit an dem Laterculus provinciarum (Pol. Silv. chron. I p. 524–42: zweite Beigabe zwischen Februar u. März, vgl. unten S. 159 f.) für den Bambergensis E III 14 benutzt worden ist. Da es keinen besonderen Grund gibt, unseren Bruxellensis P zu nennen (wie z. B. in Fr. Pichlmayrs Ausgabe des Aurelius Victor [l970] p = Pulmannianus [Bruxellensis]), wird die Sigle P in der vorliegenden Edition nicht beibehalten, vgl. hierzu auch M. Becker, Einl. (Kap. III) (zu den Consularia Constantinopolitana [KFHist G1]), KFHist G 1–4, 7–10.

37 Paniagua, un nuovo testimone 174 Anm. 47; vgl. Mommsen, Chron. min. 1,517 „litteris minutis“; dens. a. a. O. 238 f. Anm. 15 = Ges. Schr. 7, 638 Anm. 1; Catalogus I 2, 394: „... litteris minusculis, ut scriba nobis significare videatur se in mente habuisse maximam documentorum vim minimo spatio concludere“. So ist die Handschrift nach de Reiffenberg, Notice d’un manuscrit de la bibliothèque royale (in: Bulletin de l’Académie Royale des Sciences et Belles‑Lettres de Bruxelles 8, Brüssel 1841, 247–66) gleichsam eine der „petites bibliothèques portatives“ (248), in welche „[o]n ... insérait successivement le plus de choses possible, et grâce à l’exiguité des caractères, à une sévère économie de l’espace, on formait des recueils compactes qui laissent bien loin derrière eux celles de nos éditions, où l’art de concentrer la matière, en ménageant l’étendue, est poussé le plus loin“ (247).

38 Paniagua, un nuovo testimone 174 Anm. 47.

39 Auf fol. 93r–95r umfaßt jede Zeile der zweispaltigen Seite des Bruxellensis durchschnittlich ± 45 Buchstaben (d. h. ± 90), während beim cod. Vallicellianus (fol. 155v–58r) die Anzahl der Buchstaben pro Zeile ca. 40 beträgt.

40 U. a. Pol. Silv. princ. 39 „herinnoo vel ‑neo“. 49 „rome⟦ili⟧is|simus“ u. „fau*tinus“. 67 „quem“. 83 „**iohannis vel ⟦ ̣ ̣⟧iohannis (p. c.)“.

41 Vgl. Paniagua, Intorno alla lettera prefatoria 159: „Il foglio 93v‑r [...] è stato ricopiato in seguito (f. 94v‑r, qui indicato con la sigla P bis) da una mano più tarda, probabilmente perché l’originale ha una grande macchia che pone certe difficoltà alla lettura del testo.“; vgl. auch den oberen Rand des cod. Bruxellensis 10615–10729 fol. 93r: „Repetuntur autem haec pag. seq. 94: forte quod haec maculata fuerint inter scribendum.“ (s. u. S. 155). Paniagua fährt aber fort (ebd.): „Tuttavia, il testo di f. 93v-r è leggibile.“

42 Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 234 = Ges. Schr. 7, 634.

43 Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 238 mit Anm. 15 = Ges. Schr. 7, 638 Anm. 1.

44 Vgl. die Beschreibung der Hs. bei de Reiffenberg, Notice d’un manuscrit 256.

45 Vgl. Paniagua, Nuevas aportaciones acerca 110–23, bes. 113 ([zuletzt abgerufen am 24. Juni 2017]). Gemäß Paniaguas detaillierter Gliederung findet sich dieses Stück auf fol. 95va–96ra; vgl. de Reiffenberg, Notice d’un manuscrit 256: „Bollandus, p. xliii de sa préface des Acta Sanctorum, annonce qu’il avait l’intention de publier ce petit traité (sc. Poltmei Silvii [Polemei Bapogr.] latercolus) avec des notes. A la fin sont des chapitres intitulés: Breviarium temporum. Nomina ponderum, mensurarum, et non pas Nomina principum romanorum, comme dans l’inventaire. Ils sont suivis d’un petit glossaire, appelé dans l’inventaire: Ptotomei glossarium, on ne sait sur quelle autorité.“

46 Paniagua, Nuevas aportaciones 113.

47 Vgl. R. Naumann (Hg.), Serapeum: Zeitschrift für Bibliothekwissenschaft, Handschriftenkunde und ältere Litteratur, 4. Jahrgang, Leipzig 1843, 110; de Reiffenberg, Notice d’un manuscrit 256 f.

48 Paniagua, Nuevas aportaciones 113: „la séptima unidad codicológica“.

49 Hervorhebung durch den Verfasser. „४ ǀǀǀ“ bedeutet wohl die Seitenzahl 43.

50 S. o. S. 152 f.

51 In der Hs. sind Autorenname und Werktitel in Majuskeln geschrieben: „POLTMEI SILVII LATERCOLVS.“ (fol. 93r); „POLEMEI SILVII LATERCOLVS.“ (fol. 94r). „Polemii“ ist Mommsens Vorschlag, vgl. Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 234 = Ges. Schr. 7, 634: „Die Conjectur Bollands P. Annaeus Silvius, die aus jenem P. Annius oder Annaeus Florus geflossen ist, ist nicht glücklich; ein solcher Name würde für das fünfte Jahrhundert so wenig passen wie Polemius Silvius der damaligen Nomenclatur durchaus angemessen ist. Polemii finden sich in dieser Zeit öfter, z. B. heisst so einer der Consuln des J. 338. Uebrigens soll nach Bolland praef. gen. p. XLIII zuerst Patmei, dann an einer andern Stelle Polemei in der Handschrift stehen; Herrn Gachets Angabe darüber verstehe ich nicht recht; es scheint einmal Poltmei, einmal Polemei zu stehen. [Irrtum, anscheinend dadurch hervorgerufen, daß der Inhalt von f. 93 von jüngerer Hand auf f. 94 wiederholt ist. Die Handschrift hat Poltmei.]“ (H. Dessaus Ergänzung in den eckigen Klammern nur in Ges. Schr. 7, Berlin 1909, 634). Vgl. ferner Paniagua, Intorno alla lettera prefatoria 160 mit app. crit.

52 Zur epistola dedicatoria s. u. S. 158 mit Anm. 3.

53 „DOMINO BEATISSIMO EVCHERIO EPISCOPO SILVIVS.“ (Pol. Silv. chron. I p. 518,3).

54 S. Appendix, test. 3.

55 Vgl. Dulabahn, Studies on the Laterculus 10–32, bes.13–23.

56 S. u. S. 158–61.

57 S. o. S. 154.

58 Vgl. Paniagua, un nuovo testimone 175–78.

59 Layout (und Graphik) ist früher wie heute wesentliche Komponente der Kalenderproduktion. Freilich hat Pol. Silv. auf graphische Elemente verzichtet: De diebus. dierum necessum non fuit formas depingi, quia sibi omnes qualitate consimiles sunt etc. (Pol. Silv. chron. I p. 518,16–18); De signis. de signis nihil est quod dicatur, quia non sunt, etiamsi dicantur (Pol. Silv. chron. I p. 518,24 f.); „Die Zeichen des Thierkreises schickten sich gleichfalls nicht mehr für den christlichen Mann; «wer sah je am Sternengewölbe irdische Individuen», Steinböcke oder Fische? Noch weniger Gnade fanden natürlich die Bilder der sieben tagbeherrschenden Planeten; «wozu die Tage abmalen oder benennen, da sie doch alle gleich sind»? So blieben also einestheils die Bilder der Planeten und die Zeichen der Ekliptik weg, die noch den Kalender der Chronographie von 354 schmückten“ (Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 236 = Ges. Schr. 7, 636).

60 S. o. S. 151 f. 156.

61 S. Appendix, test. 1,1 u. oben S. 155 f.; Pol. Silv. chron. I p. 518,1 f.

62 S. Appendix, test. 1,1–4 u. oben S. 155 f.; Pol. Silv. chron. I p. 518,3–8. In dieser dem ganzen Laterculus vorangestellten Widmungsepistel an Eucherius, den Bischof von Lyon, (?–450, vgl. A. Jülicher, Art. Eucherius 4, RE 6,1 [1907] 883 f.)erklärt Pol. Silv., warum er eine neue Kalendertafel zu entwickeln hatte:„Nachdem ich den von Vorgängern erstellten Laterculus (= Kalendertafel), der mit für Rechenkünstler schwierigen Angaben versehen ist, durchgelesen hatte, habe ich, damit er weniger Gebildeten nicht allzu unverständlich bleibe, durch die Auflösung des in ihm Dargestellten die Darlegung verändert“ (p. 518,4–6 laterculum, quem priores fecerunt, cum difficilibus supputatoribus indiciis notatum legissem, ne minus doctis esset obscurior, absolutione positarum in eo rerum significationem mutavi). absolutione ist ein abl. instrumenti und mit rerum (gen. obiectivus) verbunden, vgl. Paniagua, Intorno alla lettera prefatoria 160, der in seiner Edition zu Recht vor absolutione interpungiert; anders Mommsen, der zwischen absolutione und positarum ein Komma setzt und dadurch den abl. in den vorangehenden ne-Satz gehören läßt (p. 518,5).

63 S. Appendix, test. 1,4–7 u. oben S. 158–61; Pol. Silv. chron. I p. 518,9–15.

64 Pol. Silv. chron. I p. 518,16–23.

65 Pol. Silv. chron. I p. 518,24–27.

66 Pol. Silv. chron. I p. 518,28–519,10. Der Text über das ‚Jahr‘, der aus christlicher Sicht einen substantiellen Überblick über die Bedeutung und Geschichte des Begriffs bietet, ist neben dem Codex B auch in der Hs. R überliefert. Der angelsächsische Benediktinermönch Beda Venerabilis (673–735 [?]; vgl. G. Goetz, Art. Beda 3, RE 3,1 [1897] 182 f.; ferner Mommsen, MGH AA 13,2 S. 225 f.) galt als Autor des in R überlieferten Textes De anno (fol. 136 verso–37 recto), bevor Mountford, De mensium nominibus 102–16 die Verfasserschaft bezweifelte und Jones, The Names of the Months 50–56 Pol. Silv. als Verfasser identifizierte. Vgl. hierzu Paniagua, un nuovo testimone 163–80, bes. 163–66; s. o. S. 151 mit Anm. 3.

67 „inter eos [sc. menses]“ (Pol. Silv. chron. I p. 518,11; Ziegler, Art. Polemius 1260,51 f.: „eingeschoben zwischen sie [d. h. die Monate]“) ist streng genommen unpassend, denn hinter dem Monat Dezember kommt noch eine Beigabe. Offen bleiben Fragen, z. B. wie viele Blätter für jede Beigabe ursprünglich benötigt wurden oder ob dabei auch die Rückseiten beschrieben wurden.

68 Pol. Silv. chron. I p. 520–23.

69 Pol. Silv. chron. I p. 547.

70 Vgl. Mommsen, Chron. min. 1,514 f.; Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 237 f. = Ges. Schr. 7, 637 f.; Dulabahn, Studies on the Laterculus 2 f. In der linken Spalte: die Formulierungen in der praefatio (Pol. Silv. chron. I p. 518,9–15), in der rechten: die Überschriften erhaltener Beigaben mitsamt den Monatsnamen (vgl. CIL I2 p. 254–79) in gleicher Reihenfolge wie in der Hs. B. Zur Diskrepanz zwischen den Formulierungen im Inhaltshinweis und den Überschriften vgl. Schröder, Titel und Text 128 f.; auch phil. Komm. zu Nomina omnium principum Romanorum.

71 Zur Umschreibung des Phänomens ‚Inhaltsverzeichnis‘ vgl. Schröder, Titel und Text 323 mit Anm. 330. Paniagua, Intorno alla lettera prefatoria 160 druckt in seiner Ausgabe quae in eo sint.

72 Pol. Silv. chron. I p. 524–42. Ein Verzeichnis der Provinzen des späten römischen Reichs.Zur Datierungsfrage dieses „zweiten von dem Speierer Codex nicht abhängigen Text[es], der das keineswegs unwichtige Aktenstück wesentlich berichtigt“ (Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 238 f. = Ges. Schr. 7, 638 f.), vgl. Wesch‑Klein, Überlegungen zu Datierung 57–88, bes. 57: „Dieser Laterculus (sc. das Verzeichnis der römischen Provinzen) repräsentiert nicht die Provinzordnung gegen Mitte des 5. Jh., sondern einen älteren Zustand“.

73 Pol. Silv. chron. I p. 543.

74 Pol. Silv. chron. I p. 543 f. Fortsetzung der vorangehenden Liste: Insekten, Reptilien, schwimmende Tiere. Zur Erörterung spezifischer Aspekte, die der „CATALOG OF SWIMMING CREATURES“ aufzeigt, vgl. Dulabahn, Studies on the Laterculus 67–85.

75 Eigler, Art. Polemius Silvius 5: „Den eigentlichen Kern christl(icher) chronographischer Lit(eratur) beträfe die in der Vorrede angekündigte ratio quaerendae lunae festivique paschalis (die »Errechnung des Ostertermins«)“; vgl. Dulabahn, Studies on the Laterculus 101–104.

76 Pol. Silv. chron. I p. 545. Eine Aufzählung der Sehenswürdigkeiten der Stadt Rom (sieben montes, acht campi, neun pontes usw.).

77 Pol. Silv. chron. I p. 548. Eine Liste lateinischer Onomatopoetika. Gesammelt sind 24 Beispiele. In jedem Beispiel enthalten ist ein zweigliedriger Satz, der aus Subjekt (Tier, Pflanze oder unbelebtes Ding) und onomatopoetischem Verb als Prädikat besteht: Ovis balat, canis latrat, ... populus strepit, ignis crepitat, ... aes tinnit. Ziegler, Art. Polemius 1263,34 zählt populus strepit zu Tönen unbelebter Dinge. Zur ausführlichen Darstellung dieser Liste vgl. Dulabahn, Studies on the Laterculus 55–66 mit dem Hinweis: „We know from Polemius Silvius’ introduction that this list originally was to have come between August and September“ (ebd. 55).

78 Vgl. Dulabahn, Studies on the Laterculus 104–109.

79 Pol. Silv. chron. I p. 549–51.

80 Aus dem Vorhaben der Bollandisten, „die ganze Schrift (sc. des Laterculus) mit Com­mentar zu publicieren“, „ist nichts geworden“ (Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 234 = Ges. Schr. 7, 634).

81 S. u. S. 158–61.

82 Die Abhandlung ist auch als Sonderabdruck (Leipzig 1853) erschienen. Die Kaiserliste wird dann 1909 im siebten Band der Gesammelten Schriften Mommsens (S. 642–48) abgedruckt. Der Kalender selbst wurde „im CIL (CIL I2 p. 254–79) derart“ veröffentlicht, „daß jeweils auf den linken, geraden Seiten (256, 258 usw. bis 278) der Kalender des Philocalus ..., auf den rechten ungeraden Seiten (257, 259 usw. bis 279) der des P(olemius) abgedruckt ist“ (Ziegler, Art. Polemius 1260).

83 Diese Verbesserungen mündeten nach drei Jahrzehnten in die editio altera.

84 Im Apparat vermerkt sind zum einen offensichtliche Orthographie‑ und Grammatikfehler, zum anderen bestimmte Fälle, die als Paradebeispiele für die mittelalterliche Orthographiepraxis gelten dürfen bzw. editionsphilologisch nennenswert sowie onomatologisch beachtenswert sind.

85 Die Reihenfolge der Aufzählung entspricht der Reihenfolge des Vorkommens im Text.

86 In R stets assimiliert. Anzumerken ist, daß auch in Bapogr. imp‑ konsequent vorkommt.

87 Die einzige Ausnahme bildet imp(er)a(n)t in B (brev. 10); hierfür steht in Mommsens Ausgabe – unvereinheitlicht – inperant.

88 In der älteren Hs. R (9. Jh. n. Chr.) wird für diese am häufigsten vorkommenden Fälle i. d. R. eine e caudata (Stotz 3,28) geschrieben. Hs. B kennt keinen graphischen Unterschied zwischen ae und e.

89 In B i. d. R. abgekürzt wie p(rae)d‑.

90 Zahlen werden in der vorliegenden Edition wie bei Mommsen – mit einziger Ausnahme von x viri in B (brev. 14) – der Schreibweise von B entsprechend wiedergegeben.

91 S. auch app. crit. zu brev. 14 decemviri (detemviri [viri suprascr.] R : x viri B).

92 Stotz 3,188.

93 Stotz 3,220.

94 Stotz 3,173.

95 Stotz 3,172 f.

96 Stotz 3,34 f. Hierbei handelt es sich wohl um vom Vulgärlatein beeinflußte Aussprachepraxis.

97 Stotz 3,15 f. (i für ē); Stotz 3,15 (i für ĕ).

98 Stotz 3,231.

99 Stotz 3,298.

100 Stotz 3,74 f.

101 Stotz 3,75 f.

102 Stotz 3,248 f.

103 Stotz 3,243.

104 Insofern ungewöhnlich, als die Sonorierung beim Anlaut, nicht zwischen zwei Vokalen erfolgt.

105 Stotz 3,178 f.

106 Stotz 3,314.

107 Stotz 3,265 f.

108 Stotz 3,226 f. 240 f.

109 Stotz 3,274 f.

110 proculs dürfte eher Verschreibung als mittelalterliche Schreibvariante sein.

111 Stotz 3,222.

112 Stotz 4,127: „im ganzen MA gebräuchlich“; die Form hii ist Einflüssen von is (pl. ii) unterliegen.

113 Stotz 3,281.

114 Stotz 3,278–80.

115 Stotz 3,247: „Bisweilen wird das epenthetische p in dem Nexus mps ... rückgängig gemacht“.

116 Stotz 3,46 f., bes. 47 „hyperkorrektes Korrelat zu dem ... Ausfall von Hiat‑i“.

117 Stotz 3,168 f.

118 Stotz 3,169 f.

119 Bei anthiocie liegt wohl eine Hauchdissimilation vor.

120 Stotz 3,217. c für g vor dem Okklusivlaut d oder t.

121 Stotz 3,310 f.

122 Einen vergleichbaren Versuch hat bereits H. L. Zernial, Über den Satzschlusss in der Historia Augusta, Berlin 1956 vorgenommen.

123 S. u. S. 180 (A 8). Obwohl Mommsen hinter Vespasianus (11) und Aemilianus (42) je ein Komma setzt, gelten die bloßen Personennamen wohl nicht als „Satzenden“, auf die die Klauselregeln sinnvoll anwendbar sind.

124 Im wesentlichen handelt es sich bei der Kaiserliste – titelmäßig – um eine (bestenfalls erschöpfende) Aufzählung der Herrschernamen und nicht um ein historiographisches Werk im prägnanten Sinn. Gerade deshalb erscheint es um so erstaunlicher, daß sich in einem solchen Text rhythmische Wirkungen nachweisen lassen.

125 S. u. S. 174–82.

126 Umstellung der Wortfolge läßt sich in der Überlieferung der Kaiserliste mehrfach konstatieren: tyrannus fuit R (fuit tirannus B) (62) und frater praedicti R (praedicti frater B) (74), ähnlich imperium Romanorum R (Romanum imperium B) (58), vgl. unten S. 180 (A 8).

127 S. u. S. 167 Anm. 3.

128 Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 237 = Ges. Schr. 7, 637: „Unser Reformator hatte vollkommen Platz nicht bloss im Kalender selbst vollständige Wetterprophezeiungen anzubringen, sondern noch daneben seinen Lesern und Käufern das Nützliche und Nöthige von Geschichte und Geographie in einer Nuss darzubieten. Dass es nicht viel ist, wird man begreifen; nicht minder aber, dass der fromme Verfertiger dieses zeitgemässen verbesserten Kalenders durch ein ausführliches Verzeichnis des reichen Inhalts dem Leser sich sofort empfiehlt.“; ebd. 238 = Ges. Schr. 7, 638: „Immer aber finden sich in dem Wust platter und gewöhnlicher Notizen mancherlei in verschiedener Beziehung nicht unbrauchbare Angaben und Excerpte.“

129 So Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 238 f. = Ges. Schr. 7, 639 auch über die Kaiserliste und das Breviarium: „Endlich ist in den beiden historischen Abschnitten der Anfang der Chronik zwar aus Hieronymus ausgeschrieben, einiges Andere vielleicht aus Eutrop, dagegen bei weitem das Meiste aus guten für uns verlorenen Quellen geschöpft und zum Beispiel das Verzeichniss der römischen Regenten und Tyrannen so vollständig gegeben, dass manche Namen darin zum erstenmal erscheinen – für die Geschichte freilich ein geringer Gewinn, da es ihr an Bettelkönigen nicht mangelt.“

130 Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 239 = Ges. Schr. 7, 639.

131 Ziegler, Art. Polemius 1263,41–44. „So fand der Laterculus meist die mißbilligende Einordnung als typisches Werk einer Verfallszeit“ (Eigler, Art. Polemius Silvius 5).

132 Abgesehen von der Vorrede sind die weiteren uns erhaltenen Zusätze im Laterculus für eine eingehendere Untersuchung der Sprache des Pol. Silv. m. E. nicht besonders geeignet; denn bei diesen handelt es sich um eine bloße Anhäufung von Städte‑ und Provinznamen (Pol. Silv. chron. I p. 535–42), Tierbezeichnungen (s. o. S. 160 mit Anm. 1 f.), Sehenswürdigkeiten in Rom (s. o. S. 160 mit Anm. 4), onomatopoetischen Verben mit Subjekten (s. o. S. 160 mit Anm. 5) sowie Maß‑ und Gewichtseinheiten (s. o. S. 161 mit Anm. 2). Am häufigsten kehren formelhafte Ausdrücke wie ‚(Provinz) in qua est (Stadt)‘ (vgl. Pol. Silv. chron. I p. 535,1,1. 4; p. 536,1,6. 7. 10; p. 537,2,8; p. 538,3,1. 4,4; p. 539,5,2; p. 540,7,1; p. 541,8,1; p. 542,10,1) oder ,(Wasserleitung) inventa est a/ab (Kaiser)‘ (vgl. Pol. Silv. chron. I p. 546,11–19) wieder. Sonst stößt man nur sehr selten auf Formulierungen, die sich in sprachlich-stilistischer Hinsicht auf Satzebene sinnvoll analysieren lassen, z. B. Pol. Silv. chron. I p. 539,4,7 Tingitana trans fretum, quod ab oceano infusum terras intrat inter Calpem vel Abinnam.

133

Was den Stil betrifft, hat Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 238 = Ges. Schr. 7, 638 vielleicht Recht: „Dass der Stil nicht gut sein kann, versteht sich; Ansätze zur Eleganz, die hie und da sich finden, wie neccessum est, ad celsiorem tramitem surgens und dgl., machen das Stammeln des Schreibers nur noch fühlbarer.“ Solche Ausdrücke kommen u. a. in der Vorrede vor (Pol. Silv. chron. I p. 518 f., bes. p. 518,17 dierum neccessum non fuit formas dipingi etc. u. 519,7–9 sol ad celsiorem tramitem surgens recurrit etc.), die allem Anschein nach von Pol. Silv. selbst verfaßt worden ist. Auch in dieser Partie hält er Prosarhythmus und Klauselregeln konsequent ein. Bei einer formalen Analyse seiner dedicatio (p. 518,3–8) läßt sich die Anwendung folgender Schemata feststellen (zu Text und Übersetzung s. Appendix, test. 1):

Akatalektischer Dikretikus (p. 518,5 esset obscurior; 8 placuisse cognovero);

Ditrochäus (p. 518,7 comprobantur);

Dispondeus (p. 518,4 f. notatum legissem; 5 f. significationem mutavi; 6 inter nos est; 7 digestum direxi);

Daktylus (= Spondeus mit Auflösung der 2. Länge) + Kretikus (p. 518,6 omnia pro ĕō; 7 iudicio tŭō);

Hypodochmius (p. 518,6 te potissimum).

Außerdem fällt auf, dass in diesem Abschnitt für das Spätlatein typische grammatische Abweichungen kaum spürbar sind. Beim Gebrauch der Tempora und Modi ist z. B. vom Standpunkt der klassischen Norm her nichts zu bemängeln: legissem (p. 518,5) im narrativen / kausalen cum-Satz drückt die Vorzeitigkeit zu mutavi (6) bzw. direxi (7) aus, ebenso cognovero (8) im Konditionalsatz zu laetificabor (7). Die solide grammatische Ausbildung des Verfassers ergibt im Zusammenwirken mit seinem Gespür für rhetorische Schmuckmittel und Prosarhythmus einen gelungenen elaborierten Satzbau, so etwa Parallelismen bei der Abfolge notatum legissem (4 f.) – significationem mutavi (5 f.) – digestum direxi (7), die als gemeinsame Klausel einen Dispondeus zu erkennen gibt (s. o.); ferner Chiasmus in dem Satzgefüge laetificabor iudicio tuo, si eum tibi placuisse cognovero (7 f.), das kretische Kadenzen dergestalt variiert, daß der Hauptsatz Daktylus (= Spondeus mit Auflösung der 2. Länge) + Kretikus, der Nebensatz aber einen akatalektischen Dikretikus aufweist, vgl. Paniagua, Intorno alla lettera prefatoria 161: „Si tratta quindi di una costruzione incapsulata che racchiude prima del verbo tutto il testo (tutto il complemento diretto dal punto di vista sintattico) fra gli elementi laterculum e notatum, congiunzione compresa, attraverso una forte anastrofe. Di conseguenza, laterculum e notatum sono i due estremi della struttura chiastica che precede il verbo, laterculum + tre parole + cum + tre parole + notatum.“

134 Ausführlicher s. u. S. 174–82.

135 Gothi = Γόθοι.

136 Mit der korrekten Namensform Quintillus ergibt sich der katalektische Dikretikus.

137 constringerentur gehört zur Parenthese, danach steht also eine schließende Klammer. Von einem katalektischen Dikretikus kann nicht gesprochen werden.

138 = Saturnius oder aber auch Molossus, falls ‑nit wegen des nachfolgenden Anfangskonsonanten als positionslang gilt.

139 Mit Elision.

140 S. o. S. 158–61 mit Tabelle; vgl. Mommsen, Polemii Silvii Laterculus 238 = Ges. Schr. 7, 638: „Da die Handschrift mit Explicit schliesst, auch von den Monaten keiner fehlt, scheinen die vier fehlenden Stücke vom Abschreiber weggelassen zu sein, während er die beiden letzten versetzte und überhaupt die alte Kalenderform aufgebend den ganzen Text, selbst den Kalender, fortlaufend schrieb.“

141 Vgl. Liv. praef. 6 quae ante conditam condendamve urbem poeticis magis decora fabulis quam incorruptis rerum gestarum monumentis traduntur, ea nec adfirmare nec refel-lere in animo est. fabula muß aber nicht unbedingt eine ‚historische‘ Fiktion sein, vgl. Lact. inst. 1,22,20; ferner Quint. inst. 5,11,17–20.

142 Etwa in Form eines Lektüreverzeichnisses.

143 Man denke beispielsweise an die Fabeln des Avian oder die des Phaedrus, aber auch an christliche Parabeln eines Bibeldichters wie Juvencus.

144 Vgl. phil. Komm. zu Pol. Silv. princ. tit. omnium.

145 S. u. S. 174–77. 180 f.

146 Zur Abfassungszeit der Kaiserliste und des Breviariums s. Einl. 143. 145 f.; zum akzentuierenden Klauselsystem vgl. H.-Sz. 717 f.

147 Details und Einzelphänomene werden unten im phil. Komm. erörtert.

148 Vom chronologischen Verhältnis zwischen beiden Chronisten wird hier abgesehen.

149 Zur Verwendung von Synonymen vgl. auch unten (b).

150 Zum Prosarhythmus bei Hieronymus vgl. Helm, Einleitung, in: Eusebius Werke, Siebenter Band, Die Chronik des Hieronymus – Hieronymi Chronicon (GCS 47) XXI.

151 Zu syntaktischen Schwierigkeiten, die diese Verbform bereitet, s. phil. Komm. z. St.

152 Durch eckige Klammern gekennzeichnet sind Alternativen, die etwas weniger wahrscheinlich, aber dennoch in prosodisch-metrischer bzw. textkritischer Hinsicht durchaus denkbar erscheinen. Es geht teils um Lesarten von B (Pol. Silv. princ. 6 [erschlossen]. 39. 52 u. Pol. Silv. brev. 8) und Mommsens Konjektur (Pol. Silv. princ. 63), die in den Text der vorliegenden Edition nicht aufgenommen worden sind, teils um Lesarten, die zwar im Text stehen, aber eine alternative Silbenmessung erlauben und somit jeweils verschiedenem (Klausel-)Schema angehören (Pol. Silv. princ. 3. 4. 70. 71. 76). Da Pol. Silv., wie die folgende Analyse deutlich macht, als Vertreter eines die Klauseln „bewußt suchenden Stiles gelten kann“ (K. Bayer, Suetons Vergilvita. Versuch einer Rekonstruktion, Tübingen 2002 [= Der Suetonische Kern und die späteren Zusätze der Vergilvita, Diss. Münschen 1952 (ms.)] 43), sind m. E. solche Bedenken hier gegenstandslos wie etwa die von K. Bayer geäußerten: „... seit man einmal auf die Möglichkeiten der Klauselrhythmik und des Prosarhythmus überhaupt aufmerksam geworden war, wird jeder Schriftsteller von Rang ein Empfinden für sie besessen haben, auch wenn er sie bewußt vermeiden wollte. Zum anderen ist es ja ganz unmöglich, Satzschlüsse zu bilden, die ihren Quantitäten nach nicht in irgendeines der möglichen Schemata einzureihen wären, auch wenn der Schreiber sich dabei gar nichts gedacht hätte“ (ebd.).

153 Der gen. eius ist also hier zweisilbig, und zwar trochäisch, s. ThLL s. v. is Sp. 457,14–20; vgl. Sp. 457,36; zu langem e, vgl. auch OLD s. v. is.

154 S. app. crit. z. St.

155 Es besteht auch die Möglichkeit, daß Pol. Silv. diese Form statt Britannici in B (Brittanici in Bapogr.) verwandt hat oder die zweite Silbe von Brittanici (R) seinerzeit lang gemessen wurde.

156 Hier dreisilbig.

157 cum Philippo (B) gehört zu selbigem Schema.

158 Vgl. oben S. 175 Anm. 1.

159 ThLL s. v. Sp. 2229,43.

160 imperium divisum est (B) gehört zum selbigen Schema.

161 Zur Position von in curia im ursprünglichen Text s. phil. Komm. z. St.

162 vocalis ante vocalem corripitur. Vgl. dagegen oben A 5.

163 Trochäus + Kretikus.

164 Die vorletzte Silbe von ibidem gilt i. d. R. als lang, kann aber auch kurz gemessen werden (ThLL s. v. Sp. 154,51–54; Paul. Nol. carm. 22,48). Wenn sie kurz ist, dann läßt sich ein geläufiger Klauseltyp identifizieren, nämlich akatalektischer Dikretikus mit der Auflösung der 3. Länge. Wenn sie aber lang ist, wiederum ein Hexameterschluß. Der Gebrauch von ibidem ist problematisch, da Regalianus nicht in Sirmium den Thron usurpierte. Vgl. hist. Komm. z. St.

165 S. o. S. 166 mit Anm. 5.

166 Wenn mi kurz gemessen wird, dann wäre dies der einzige Hexameterschluß in dem Breviarium.

167 Wenn als Molossus gelesen.

    Erklärung der Siglen, Zeichen und Abkürzungen in Text und Apparat

    R cod. Vallicellianus E 26 (s. Einl. S. 150–52)
    B cod. Bruxellensis 10615–10729 (s. Einl. S. 152–56)
    {aaa} vom Editor getilgte Buchstaben
    (aaa) vom Editor aufgelöste Abkürzungen
    [ ̣ ̣ ̣] Zahl der in einer Lücke verlorengegangenen Buchsta­ben
    ⟦aaa⟧ vom Schreiber oder anderer Hand getilgte Buchstaben
    `aaa´ vom Schreiber oder anderer Hand über der Zeile hin­zu­gefügte Buchstaben
    | Zeilenende in einer Handschrift
    * vom Schreiber freigelassener Raum im Umfang eines Buch­stabens
    Aapogr. Abschrift (apographon) von A
    Aa.c. Lesart in A vor der Korrektur (ante correctionem)
    Ap.c. Lesart in A nach der Korrektur (post correctionem)
    Acorr. korrigierte Lesart in A (was vorher in A stand, ist un­klar)
    Amarg. Lesart am Rand (in margine) von A
    As.l. über der Zeile (supra lineam) übergeschriebene(r) Buch­stabe(n) in A
    add. addidit (‑erunt) vel additus, ‑a, ‑um
    alt. m. altera manu
    apogr. apographon
    cod(d). codex (‑ices)
    corr. correxit (‑erunt) vel correctus, ‑a, ‑um
    del. delevit (‑erunt)
    dub. dubitanter
    ed(d). editor(‑es)
    eras. erasus, -a, -um
    in marg. in margine
    inscr. inscriptio(nem)
    om. omisit (‑erunt) vel omissus, ‑a, ‑um
    s. l. supra lineam
    sq. sequens
    suprascr. suprascripsit (‑erunt) vel suprascriptus, ‑a, ‑um
    ut vid. ut videtur
    v. versus

    Nomina omnium principum Romanorum

    (1) anno septingentesimo et decimo ab urbe condita primus Gaius Iulius Caesar socer Pompei ex dictatore imperatorem ipse se fecit.

    orbe B | imperatore B

    imperatore B


    orbe B imperatore B

    (2) quo occiso in curia post quadriennium, Lepidus, Antonius et Oc­tavianus, sororis supradicti Caesaris de filia nepos, triumviri constituti sunt. de quibus Lepido mortuo, cum Antonium Cleopatrae reginae Ae­gypti maritum navali proelio devicisset, Octavianus praedictus primum dictus Augustus quinquaginta et VI annis imperium solus obtinuit. (3) sub quo Gaius et Lucius Caesares varia mortis sorte perierunt.

    in curia Bmarg.

    octovianus B

    sororis sororis R : sorore B

    nepos Bapogr. : nepus RB

    Ae­gypti om. B

    octovianus B

    quin­ginta B


    in curia Bmarg. octovianus B sororis sororis R : sorore B nepos Bapogr. : nepus RB Ae­gypti om. B octovianus B quin­ginta B

    (4) huic successit Tiberius eius privignus ex Livia, quam praegnantem superstite viro eius Domitio idem Augustus coniugio suo iunxerat.

    theberius B

    praegnantem superstite Mommsen : pregnatem superstite R : prignante superstetit B


    theberius B praegnantem superstite Mommsen : pregnatem superstite R : prignante superstetit B

    (5) Gaius Caligula Germanici filius occisus a Chaerea.

    gaius gaicola caligola B

    germanici (r supra em) R

    a Chaerea Mommsen : a cerea R : caereia B


    gaius gaicola caligola B germanici (r supra em) R a Chaerea Mommsen : a cerea R : caereia B

    (6) Claudius Gai patruus paterque Britannici. (7) sub quo Camillus ty­rannus primum factus in Syria est.

    paterque(m) B

    siria B : Illyrico dub. Mommsen : Istria dub. Gutschmid


    paterque(m) B siria B : Illyrico dub. Mommsen : Istria dub. Gutschmid

    (8) Nero Ahenobarbi et Agrippinae filius, qui quinto decimo anno ipse se ferro, cum ob scelera sua et dedecora, quibus genus hominum omne superavit, a Romano populo ad poenam quaereretur, occidit. (9) sub quo Vindex et Clodius tyranni fuerunt.

    aenobarbi R : -bardi B

    ob B : ab R

    hominum R : huminum B : humanum Bapogr.

    om(ne)s B

    quereretur R : queritur B : quaeritur Mommsen


    aenobarbi R : -bardi B ob B : ab R hominum R : huminum B : humanum Bapogr. om(ne)s B quereretur R : queritur B : quaeritur Mommsen

    (10) Galba cum Pisone occisus.

    bisone B

    bisone B

    Otho occisus.

    Otho  – occisus om. B

    Otho  – occisus om. B

    Vitellius occisus.

    (11) Vespasianus.

    (12) Titus filius Iudaeae gentis subactor.

    Iudaeae Mommsen : iudeae R : iude B

    Iudaeae Mommsen : iudeae R : iude B

    (13) Domitianus frater eius, qui primus Flavius nominatus dominum se dici iussit, occisus a Stephano. (14) sub quo tyrannus Antonius fuit.

    d(omi)n(u)s B

    d(omi)n(u)s B

    (15) Nerva ex praefecto.

    (16) Traianus Ulpius.

    (17) Hadrianus Aelius.

    helius RB

    helius RB

    (18) Antoninus Pius. (19) sub quo in Oriente tyrannus Cassius fuit.

    antonius B

    sub  – fuit ad Marcum Aurelium (v. 5) pertinere intellexit Mommsen


    antonius B sub  – fuit ad Marcum Aurelium (v. 5) pertinere intellexit Mommsen

    (20) Verus.

    (21) Marcus Aurelius.

    (22) Commodus filius occisus.

    occisus B (sic)

    occisus B (sic)

    (23) Pertinax occisus.

    (24) Iulianus occisus.

    (25) Severus Afer. (26) sub quo Pescennius et Albinus ex Caesare illius tyranni fuerunt.

    poscennius B | illius om. B

    illius om. B


    poscennius B illius om. B

    (27) Geta filius Severi occisus a fratre.

    Geta Gutschmid : zeta RB

    Geta Gutschmid : zeta RB

    (28) Antoninus Caracalla frater praedicti.

    antonius caracolla B

    post praedicti levius interpunxit Mommsen


    antonius caracolla B post praedicti levius interpunxit Mommsen

    (29) Macrinus cum Diadumeno filio occisi.

    diadumino R : dia d(omi)no B

    diadumino R : dia d(omi)no B

    (30) Antoninus Heliogabalus occisus. (31) sub quo Marcellus Caesar, et Sallustius, Uranius, Seleucus atque Taurinus tyranni fuerunt.

    antonius B | macellus B | salutius R : salustius B

    macellus B

    salutius R : salustius B


    antonius B macellus B salutius R : salustius B

    (32) Alexander.

    post Alexander levius interpunxit Mommsen

    post Alexander levius interpunxit Mommsen

    (33) Maximinus cum filio occisi. (34) sub quo duo Gordiani in Africa tyranni fuerunt.

    Gordiani Mommsen : -giani R : -gianus B

    Gordiani Mommsen : -giani R : -gianus B

    (35) Balbinus et Pupienus occisi.

    balbinus et pupienus R : babienus popienus B

    balbinus et pupienus R : babienus popienus B

    (36) Gordianus occisus.

    Gordianus Mommsen : -gianus B

    Gordianus Mommsen : -gianus B

    (37) Philippus cum filio Philippo, qui primus factus est Christianus. (38) sub quo Iotabianus tyrannus in Cappadocia fuit.

    filio om. B | iotabian B : totapianus R

    iotabian B : totapianus R


    filio om. B iotabian B : totapianus R

    (39) Decius cum Herennio filio occisus in pugna Gothorum. (40) sub quo Priscus in Macedonia et Valens Romae tyranni fuerunt.

    Herennio Mommsen, duce Gutschmid : herinnoo vel -neo BR : truscio

    pugna Gothorum Mommsen : pugna guthorum R : pugnatorum B


    Herennio Mommsen, duce Gutschmid : herinnoo vel -neo B : truscio R pugna Gothorum Mommsen : pugna guthorum R : pugnatorum B

    (41) Gallus Hostilianus cum Volusiano Caesare.

    Gallus om. B | volutiano R : volustiano B

    volutiano R : volustiano B


    Gallus om. B volutiano R : volustiano B

    (42) Aemilianus.

    emilianus cum valerianus B

    emilianus cum valerianus B

    (43) Valerianus captus a Persis apud eosdem defecit.

    eosdem B : eos R

    eosdem B : eos R

    (44) Gallienus praedicti filius cum Salonino et Licinio filiis occisi. (45) sub quo Ingenuus Sirmii et Regalianus ibidem, Viennae Postumus, Lae­lianus et Marius ex fabro, Macrinus quoque, Quietus et Odaenathus in Oriente vel Aureolus in Italia tyranni fuerunt.

    galliaenus praedicasti B

    salonio B

    occisi Rp.c.B : occiso Ra.c.

    ingenuos B

    regabianus B

    laebanus B

    ex R : et B

    Odaenathus Mommsen : odynathus R : odinatus B

    aurealus B


    galliaenus praedicasti B salonio B occisi Rp.c.B : occiso Ra.c. ingenuos B regabianus B laebanus B ex R : et B Odaenathus Mommsen : odynathus R : odinatus B aurealus B

    (46) Claudius in bello Gothico occisus.

    (47) Quintilius occisus.

    quintilius RB : intellege Quintillus

    quintilius RB : intellege Quintillus

    (48) Aurelianus occisus. (49) sub quo Victorinus, Vabalathus et mater eius Zenobia vel Antiochus, Romae Felicissimus, duo Tetrici pater et fi­lius, qui se eidem dederunt et post purpuram iudices provinciarum facti sunt, sive Faustinus Treveris tyranni fuerunt.

    Vabalathus et Mommsen : babalatus et R : bala et B

    anthiocho B

    romae felicissimus R : romeiliis|simus (legere sibi visi sunt Mommsen et Grosse) B

    purpura B

    iudicis B

    Faustinus Mommsen : fau*tinus B : fastinus R


    Vabalathus et Mommsen : babalatus et R : bala et B anthiocho B romae felicissimus R : romeiliis|simus (legere sibi visi sunt Mommsen et Grosse) B purpura B iudicis B Faustinus Mommsen : fau*tinus B : fastinus R

    (50) Tacitus.

    (51) Florianus frater eius occisus.

    (52) Probus, qui Gallis vineas habere permisit. (53) sub quo Saturninus, Proculus et Bonosus tyranni fuerunt.

    qui Mommsen : qui a R : que B | haberi B | bonosius Ba.c.

    haberi B

    bonosius Ba.c.


    qui Mommsen : qui a R : que B haberi B bonosius Ba.c.

    (54) Carus in Perside fulminatus.

    garrus R

    garrus R

    (55) Carinus filius occisus.

    (56) Numerianus frater praedicti. (57) sub quo Iulianus tyrannus fuit.

    numeriannus R

    numeriannus R

    (58) Diocletianus et Maximianus, sub quibus primum imperium Roma­norum divisum est. hi primi sponte regnum deposuerunt. (59) sub qui­bus Achilleus in Aegypto, Carausius et Allectus in Britannia tyranni fuerunt.

    maxinianus R

    primum Bmarg.

    imperium romanorum R : romanum imperium B

    sponte R : ixponte (potius quam ex-) B

    regnum deposuerunt RB (sic) : an deposuerunt regnum?


    maxinianus R primum Bmarg. imperium romanorum R : romanum imperium B sponte R : ixponte (potius quam ex-) B regnum deposuerunt RB (sic) : an deposuerunt regnum?

    (60) Constantius et Galerius. (61) quibus Maximinus et Severus Cae­sares fuerunt.

    constantinus B | ante quibus add. sub Mommsen | maximus B

    ante quibus add. sub Mommsen

    maximus B


    constantinus B ante quibus add. sub Mommsen maximus B

    (62) Constantinus Constantii filius. a quo Crispus Caesar ex eo natus occisus est; et Maxentius uxoris suae frater, sub quo Alexander tyrannus fuit, socerque ipsius Maximianus, cum imperium resumpsisset, ac Lici­nius sororis suae maritus, qui Martinianum et Valentem Caesares sibi fecerat, cum Licinio filio Thessalonicae pariter extincti sunt. ab hoc im­peratores Christiani esse coeperunt. (63) vel Calocaerus Cypro tyrannus fuit, sive Dalmatius, frater illius de matre alia, de quo nati sunt Gallus et Iulianus qui imperavit, factus est rex regum gentium Ponticarum.

    constantii R : constancii Bp.c. : constantini Ba.c.

    post est levius, post frater gravius interpunxit Mommsen

    tyrannus fuit R : fuit tyrannus B

    cum R : cui B : qui Gutschmid

    ac R : ea B : et Mommsen

    sorores R

    maritinianum B

    cesaris B

    sibi fecerat R : fue|runt sibi fecerunt B

    licino B

    calocerus R : -celus B

    sipro B

    frater illius perperam pro fratris illius filio, ut intellexit Mommsen

    post est (Rs.l.B) add. Caesar, Hanniballianus frater praedicti factus est Mommsen

    pontificarum R


    constantii R : constancii Bp.c. : constantini Ba.c. post est levius, post frater gravius interpunxit Mommsen tyrannus fuit R : fuit tyrannus B cum R : cui B : qui Gutschmid ac R : ea B : et Mommsen sorores R maritinianum B cesaris B sibi fecerat R : fue|runt sibi fecerunt B licino B calocerus R : -celus B sipro B frater illius perperam pro fratris illius filio, ut intellexit Mommsen post est (Rs.l.B) add. Caesar, Hanniballianus frater praedicti factus est Mommsen pontificarum R


    filius constantini filius Ba.c. : filius constancii (-ntii Mommsen) filius Bp.c. : filius constantino R

    (65) Constans frater praedicti vitae infamissimae occisus.

    (66) Constantius frater praedictorum. (67) sub quo Magnentius et De­centius ex natione Francorum, Nepotianus etiam Romae, sive Silvanus in Gallia tyranni fuerunt, et Gallus consobrinus suus Caesar, quem ipse iussit occidi.

    romae R : pro me B | suos B | iussit B : iusti R

    suos B

    iussit B : iusti R


    romae R : pro me B suos B iussit B : iusti R

    (68) Iulianus.

    (69) Iovianus.

    ievianus Ba.c. : iovinianus Bp.c.

    ievianus Ba.c. : iovinianus Bp.c.

    (70) Valentinianus.

    (71) Valens frater eius incensus a Gothis. (72) sub quo Procopius An­tiochiae tyrannus fuit.

    (73) Gratianus Valentiniani filius, sub quo Maximus et Victor eius filius tyranni fuerunt, Lugduni occisus est.

    valentinianius B

    filius tyranni R : tiranni filii tiranni B : tyranni filius tyranni Mommsen


    valentinianius B filius tyranni R : tiranni filii tiranni B : tyranni filius tyranni Mommsen

    (74) Valentinianus frater praedicti Viennae laqueo vitam finivit.

    valentinianianus R

    frater praedicti R : praedicti frater B


    valentinianianus R frater praedicti R : praedicti frater B

    (75) Theodosius a Gratiano factus Augustus. (76) sub quo tyrannus Eu­genius fuit.

    fuit Bmarg.

    fuit Bmarg.

    (77) Arcadius filius Theodosii.

    (78) Honorius frater praedicti. (79) sub quo Gratianus et Constantinus bisque Attalus, Constans, Maximus atque Servatus, Marcus, Magnus et Maximus, Iovinus, Sebastianus ac Victor tyranni fuerunt.

    Maximus om. R | sabastianus R : sabassianus B (sic)

    sabastianus R : sabassianus B (sic)


    Maximus om. R sabastianus R : sabassianus B (sic)

    (80) Constantius.

    Constantius  – adno­tavi deest R

    Constantius  – adno­tavi deest R

    (81) domini nostri Theodosius praesens Augustus, (82) {dominus no­ster} Placidus Valentinianus, (83) sub quibus Iohannes tyrannus extinc­tus est et a quibus cum dominis matre Placidia, uxore Eudoxia Augustis nunc imperium possidetur. (84) quod Postumiano et Zenone viris cla­rissimis consulibus adno­tavi.

    d(omi)ni n(ostri) B : d(omi)n(us) n(oster) Mommsen

    d(omi)n(us) n(oster) B : del. Song

    Iohannes Mommsen : **iohannis B vel   ̣  ̣iohannis Bp.c. (et eras. esse suspicatus est Mommsen)

    dd(ominis) B


    d(omi)ni n(ostri) B : d(omi)n(us) n(oster) Mommsen d(omi)n(us) n(oster) B : del. Song Iohannes Mommsen : **iohannis B vel   ̣  ̣iohannis Bp.c. (et eras. esse suspicatus est Mommsen) dd(ominis) B

    Breviarium temporum

    (1) primus post diluvium omni Asiae exceptis Indis inter Assyrios re­gnavit Ninus Beli filius, cum iam tunc sedecies dynastiam suam Aegyp­tii commutassent. (2) cuius tempore Abraham natus est et Zoroastres Bactris, Melchisedech Solymis vel Europs Sicyoniis reges fuerunt. (3) post quos longe primus Inachus regnavit Argis et Cecrops Athenis, cu­ius tempore Moyses fuit. (4) Argis Mycenaei successerunt usque Troiae excidium. (5) post quod Latini regnare coeperunt. (6) post quos Lace­daemonii et Corinthii regnaverunt. (7) quibus imperium agentibus re­gnum Iudaeorum in II partes divisum est. (8) postea Macedones im­perant finito regno Assyriorum. (9) quibus Medi successerunt. (10) sub quibus Lydi imperant vel Romulus cum fratre generatus est, a quo Ro­manum coepit imperium. (11) post quem Numa, Tullus, Ancus, Priscus Tarquinius, Servius, sub quo Persae per Cyrum erecti sunt, atque Tar­quinius, qui Superbus dictus et ab urbe depulsus est, annis ducentis qua­draginta et tribus, quibus usque octavum decimum ab urbe miliarium processit imperium, regnaverunt. (12) post quos Brutus primus consul cum Collatino consorte processit; qui ideo duo creati sunt, ut tempore sui similium, si unus ex his per ius potestatis acceptae insolens esse vo­luisset, ei alter obsisteret. (13) sub quibus per annos quadringentos se­xaginta et VII orbis parte maxima subiugata Latinae dominationis regna creverunt et in unum nomen omnis Italia, Gallia, Hispania, Britannia, Africa, Illyricus, Thraciae, Oriens, Asia Pontusque migravit. (14) post quos, cum interdum dictatores sive decemviri fuerint vicissim creati, primus Gaius Iulius Caesar victis per decennium Galliis et Britanniis successorem dedignatus dominum ipse se fecit. (15) quo in curia Kal. Martiis per Brutum et Cassium auctores suae mortis XX et tribus vul­neribus interempto Augusti ab Octaviano, qui ei substitutus est, esse coeperunt, quorum usque nunc potestas, qua reguntur cuncta, perdurat. (16) ex quibus Domitianus primus chlamydem blatteam, Diocletianus gemmas vestibus habitus regalis inserere vel Constantinus senior, qui Christianae religionis ministros privilegiis communiit, diadema capiti suo propter refluentes de fronte propria capillos (pro qua re saponis eiusdem cognomenti odorata confectio est, qua constringerentur) inve­nit; cuius mos hodie custoditur. (17) cuius regni ab urbis exordio mille et ducentis completis annis Postumiano et Zenone consulibus, Astyrio consule tamquam primus annus incipit.

    omni asiae R : omnia si B

    aegyptii R : egipcii B

    habraham B

    zoroastris R : xoroastris B

    melcisedec R

    Solymis Mommsen : solimis R : solmis B

    europs sycioniis reges R : europisicionis regis B : Europs Sicyonis reges Mommsen

    primus R : p(ri)ns Ba.c. : p(ri)ms Bp.c.

    archis B

    mycenei R : micinei B

    corinthii R : correnti B

    regnaverunt R : regnare ceperunt B

    macedones imperant finito R : macedonis inperavitperant finito finito B

    Lydi Mommsen : lydii R : lidi B

    romulos R

    post quem R : postquam B

    Priscus Tarquinius, Servius, sub quo Persae per Cyrum erecti sunt, atque Tarquinius Song : priscus sub quo – sunt tarquirius servius atque taravinius R : priscus sub quo – sunt tarquinius B

    cyrum R : girum B

    dictus R : dicitur B

    urbis R

    conlatino R : -ni B

    consortus R

    duo Bs.l.

    per ius potestatis R : prius potestates B

    ei R : et B

    obsisterit B

    et R : suprascr. B : del. Mommsen

    urbis B

    regna B : regna re R

    omnes R

    dictores B

    decemviri Mommsen : detemviri (viri suprascr.) R : x viri B

    fuerint vicissim R : sue vicisse B

    successore B

    quo R : quod B

    kalendis R : k(a)l(endis) B : de id(ibus) cogitavit Mommsen

    m(a)r(tiis) B

    auctoris B

    viginti R

    augusto B

    octavianno R

    ei substitutus R : eis constitutus B

    reguntur R : reiciuntur B

    cugta (in marg. alt. m.) B

    perdurat Mommsen : -ant RB

    gemma B

    privilegiis B : privilegi sic R

    communiit B (sic)

    de B : a R

    cognomenti Mommsen : -men RB

    constringeretur B

    cuis mos (s suprascr., ut vid.) B : cuius mors R : qui modus Mommsen

    astyrio R : ast(e­r)io B : de Asturio cogitavit Mommsen

    annus om. R


    omni asiae R : omnia si B aegyptii R : egipcii B habraham B zoroastris R : xoroastris B melcisedec R Solymis Mommsen : solimis R : solmis B europs sycioniis reges R : europisicionis regis B : Europs Sicyonis reges Mommsen primus R : p(ri)ns Ba.c. : p(ri)ms Bp.c. archis B mycenei R : micinei B corinthii R : correnti B regnaverunt R : regnare ceperunt B macedones imperant finito R : macedonis inperavitperant finito finito B Lydi Mommsen : lydii R : lidi B romulos R post quem R : postquam B Priscus Tarquinius, Servius, sub quo Persae per Cyrum erecti sunt, atque Tarquinius Song : priscus sub quo – sunt tarquirius servius atque taravinius R : priscus sub quo – sunt tarquinius B cyrum R : girum B dictus R : dicitur B urbis R conlatino R : -ni B consortus R duo Bs.l. per ius potestatis R : prius potestates B ei R : et B obsisterit B et R : suprascr. B : del. Mommsen urbis B regna B : regna re R omnes R dictores B decemviri Mommsen : detemviri (viri suprascr.) R : x viri B fuerint vicissim R : sue vicisse B successore B quo R : quod B kalendis R : k(a)l(endis) B : de id(ibus) cogitavit Mommsen m(a)r(tiis) B auctoris B viginti R augusto B octavianno R ei substitutus R : eis constitutus B reguntur R : reiciuntur B cugta (in marg. alt. m.) B perdurat Mommsen : -ant RB gemma B privilegiis B : privilegi sic R communiit B (sic) de B : a R cognomenti Mommsen : -men RB constringeretur B cuis mos (s suprascr., ut vid.) B : cuius mors R : qui modus Mommsen astyrio R : ast(e­r)io B : de Asturio cogitavit Mommsen annus om. R