KFHist: (B 7) Narratio de imperatoribus domus Valentinianae et Theodosianae Skip to main content

Ein Editionsprojekt der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

HHUD Düsseldorf

(B 7) Narratio de imperatoribus domus Valentinianae et Theodosianae



S. 243

Einleitung

I. Entstehung und Inhalt

Die sogenannte Narratio de imperatoribus domus Valentinianae et Theodosianae überliefert eine Serie von sechs kurzen Kaiserbiographien: Neben drei Vertretern der valentinianischen Dynastie (Valentinian I., Valens und Gratian) finden auch die ersten drei Herrscher des theodosianischen Hauses (Theodosius I., Arcadius und Honorius) Berücksichtigung, womit die Texte den Zeitraum von 364 bis 423 abdecken.1 Drei weitere Kaiser (Valentinian II., Theodosius II. und Constantius III.) werden in den Lebensbeschreibungen ihrer Kollegen miterwähnt, erhalten jedoch keine eigene Biographie.2

Über den Verfasser der sechs biographischen Skizzen ist nichts bekannt. Angesichts seiner eher dürftigen Informationen zur Herrschaft des Arcadius (5; vgl. dagegen die intensive Beschäftigung mit Honorius) lässt er sich aber mit einiger Sicherheit als Bewohner des westlichen Reichsteils identifizieren.3 Die Kritik am homöischen Bekenntnis des Valens (2,2) sowie die Auswahl prominenter Bischöfe und Theologen (Martinus von Tours und Ambrosius von Mailand [1,3] sowie Hieronymus, Augustinus von Hippo und Paulinus von Nola [6,8]) deuten in dieselbe Richtung und erweisen den Verfasser darüber hinaus als katholischen Christen. Die Biographiensammlung an sich kann erst nach dem in 6,7 erwähnten Tod des Honorius 423 entstanden sein; möglicherweise setzt der Hinweis auf Paulinus von Nola auch dessen Tod im Jahr 431 voraus (hist. Komm. zu 6,8).S. 244 Den Terminus ante quem bildet das Ableben des Theodosius II. im Jahr 450: Dieser wird offenbar als lebend vorausgesetzt, über seinen Tod wird jedenfalls nicht berichtet. In Anbetracht des in 5 begegnenden Lobs dieses Kaisers durch den katholischen Verfasser grenzt Muhlberger den Entstehungszeitraum sogar noch weiter ein, wenn er die Vermutung anstellt, dass die entsprechende Passage noch vor dem Eingreifen des Theodosius in den Eutychianischen Streit 448 entstanden sein muss. 4

Inhaltlich sind die sechs Biographien kurz gehalten und fassen in wenigen Worten die Karriere jedes betrachteten Kaisers zusammen. Wiederkehrende Elemente sind jeweilige Herrschaftsdauern, Mitherrscher sowie äußere und innere Kriege. Mitunter werden auch religionspolitische und kirchengeschichtliche Notizen eingestreut. Der Schwerpunkt liegt bei alldem auf der Herrschaft des Honorius, die etwa ein Drittel des gesamten Textumfangs der Narratio ausmacht. Zwar steht diese Biographie dem Kaiser kritisch gegenüber (vgl. 6,2: „Unter seinem Prinzipat trafen den Staat viele schwere Schläge“), relativiert ihr Urteil aber insofern etwas, als sie auch auf die Erfolge des Honorius bei der Abwehr zahlreicher Usurpatoren hinweist (6,5). 5 Ob der Urheber der in der Narratio versammelten Texte die valentinianisch-theodosianische Dynastie also per se kritisch sah, muss als fraglich gelten, zumal andere Herrscher ja dezidiert gelobt werden. 6

Sondergut findet sich in den sechs Lebensbeschreibungen keines, sieht man von der Notiz zum Verlust des römischen Britannien (6,4) und insbesondere von der fehlerhaften Angabe zur Herrschaftsdauer des HonoriusS. 245 (6,1) ab. 7 Beide Informationen finden auch Eingang in die anonyme Gallische Chronik von 452, welche bei der Beschreibung der Herrschaft des Honorius auch sonst Parallelen zur Narratio aufweist, womit eine Verwandtschaft beider Texte als sicher gelten darf.8 Umstritten ist jedoch, ob die Chronik dabei direkt aus der Narratio geschöpft oder eine gemeinsame Ursprungsquelle genutzt hat. 9 In jedem Fall zeigt sich, dass die in der Narratio bewahrten Informationen Mitte des fünften Jahrhunderts in Gallien kursierten. [J. K.]

II. Bemerkungen zum Text

1. Handschriftliche Überlieferung

Der im Folgenden abgedruckte Text der Narratio beruht auf der Kollation von zwei mittelalterlichen Handschriften:

B = Bruxellensis 1791–1794, Brüssel, Koninklijke Bibliotheek van België (Bibliothèque royale de Belgique).10 Die lateinische PergamentS. 246handschrift, die aus der alten Bollandistenbibliothek stammt, datiert aus dem 10. Jh. Der Codex umfasst im Format 26 × 22 cm 101 Blätter und enthält auf fol. 99v–100r den Text der Narratio, der in karolingischer Minuskelschrift in einer Kolumne geschrieben ist.11 Die Narratio ist zwischen zwei bei weitem umfangreicheren Schriften platziert, der Historia persecutionis Africanae provinciae temporibus Geiserici et Hunirici regum Vandalorum des Bischofs Victor von Vita einerseits und der Chronik des Prosper Tiro andererseits.12 Diese Handschrift überliefert eine vollständigere Version der Narratio: „Bruxellensis plenior incipit a Valentiniano I“ (Mommsen, Chron. min. 1,617).

M = Matritensis 134, Madrid, Biblioteca Histórica, Universidad Com-plutense de Madrid.13 Der aus dem frühen 13. Jh. stammende Codex14 bietet, im Format 29,3 × 19,5 cm 178 Pergamentblätter umfassend15, auf fol. 34 (recto u. verso) die Narratio. Der Text ist in „von der Gotik des franzöS. 247sischen Raums beeinflußt[er]“16 spanischer Schrift geschrieben und in zwei Spalten eingeteilt. Es finden sich vor der Narratio eine Epitome der Hieronymus‑Eusebius-Chronik17 (fol. 25v–29v), eine Epitome der Prosper‑Chro-nik18 (fol. 29v–30r) und ein Text des Hilarianus, De mundi duratione 19 (fol. 30r–33r), sowie Exzerpte aus seiner komputistischen Schrift Expositum de die paschae et mensis 20 (fol. 33r–34r). Es folgt der Narratio auf fol. 34v–40r die Gallische Chronik von 511.21

Im Gegensatz zum Bruxellensis enthält dieser Codex eine Kurzversion der Narratio und setzt erst mit Gratianus (3,1) ein.22 Dabei fehlt der Anfangsbuchstabe des Kaisernamens (s. app. crit. zu Z. 17 [g]racianus).23 Der freigelassene Platz für die Initiale des Kaisernamens Gratianus (3,1) sowieS. 248 weiterer Kaisernamen (Theodosius [4,1], Arcadius [5] und Honorius [6,1]) läßt sich dadurch erklären, daß die Arbeit zwischen Schreiber und Rubrikator (bzw. Illuminator) geteilt war und der letztere seine Aufgabe nicht erfüllt hat.24 Ohnehin ist die Rubrizierung zwischen fol. 34r und fol. 41v nur sehr unvollständig durchgeführt. 25 Was diesen Teil der Handschrift betrifft, so handelt es sich bei einer Lücke also im Grunde genommen nur um für Initialen ausgesparten Raum, nicht aber um unachtsame Auslassungen (Schreibfehler) des Kopisten.26

Die beiden Hss. weisen an folgenden Stellen Abweichungen auf:

B bietet M gegenüber die richtige oder eine bessere Lesart:

– 3,1 patruum B : patrum M

 puero B : vero M

– 3,2 sub ausonio B : a sonio M

 indiligens B : indulgens M

– 4,1 xi B : ix M

– 5 xii B : xiii M

 tutelamque rei publice B : italii fratris archadii M

– 6,3 statum B : t(antu)m M

– 6,5 hispaniae purpuratum B : ispania privatum M

– 6,7 affini B : adfuit M

– 6,7 aquae B : atq(ue) M.

Überdies hat B den von M ausgelassenen Teil des Textes:

– 4,2 cum om. M

– 6,2rei publicae om. M

– 6,7 morbo om. M.

S. 249

Markant sind Textstellen, an denen die jüngere Hs. M gegen B eine bessere Lesung bietet; entweder ist diese von einer anderen älteren Vorlage abgeschrieben, oder M hat Emendationen angebracht:27

– 3,1 imperii M : imperiis B

– 5 principibus M : principiis B.

Zudem enthält M Worte, die B ausgelassen hat:

– 6,2 illud om. B

 fuit om. B

– 6,6 ter consulem et patricium om. B.

Die letztgenannte Stelle ist von größerer Bedeutung, da das allein in M vorhandene ter – patricium den unabhängigen Überlieferungswert von M erweist (s. phil. Komm. zu 6,6 ter – maritum); diese Abweichung darf als sicherer Trennfehler zwischen B und M gelten.

Es gibt aber auch Fälle, in denen beide Varianten gleichermaßen fragwürdig erscheinen:

– 6,4 deplorate B : subdite M (sublatae Mommsen)

– 6,8 amminatio B : admirabilis M (statt admiratio).

2. Sprache und Stil

Von einem Text wie der Narratio wird man keinen hohen literarischen Anspruch erwarten. Dennoch finden sich stellenweise gelungene stilistische Formulierungen, die das Interesse des Autors an Sprache und Bildung offenbaren. So setzt er folgende Stilmittel ein: Alliteration (1,3 saevus et strenuus; 3,1 post patrem ac patruum), Anapher (1,3 alterum ... alterum), Antithese (6,5 idem – fuit), Antitheton (6,3 uxor regis quidem sed barbari), Chiasmus (1,1 adhibito – adscito; 1,3 Martinum – sinit; ebd. scripta sua ... vitae commendatio; 6,1 duodecim – viginti), Hyperbaton (1,3 eximios ... habuit sacerdotes; 2,2 extrema est supplicia persecutus; 4,2 praesumpto male incubare coepisset imperio; 6,1 Orientalis haberet imperii), Litotes (1,3 ignotum esse non sinit; 4,3 non immatura morte), Metapher (6,3 sta - tum temporum decolorat; 6,4 Britanniae ... deploratae), Parallelismus (1,1 Valente fratre suo ... Gratiano filio; 1,3 alterum scripta ... apostolis aequi - peran da; 6,5 cum – fuit) und Trikolon (1,2 ipse – indiligens; 6,5 superavitS. 250 cepit extinxit; 6,8 Hieronymus presbyter et Augustinus episcopus vel Pau - linus Nolanus episcopus).

Besonders bemerkenswert ist, daß der anonyme Verfasser der Narratio behutsam mit der Klauselrhythmik umgeht. Bei ihm läßt sich eine durchgängige Beachtung der Klauselgesetze feststellen, so daß die Satzschlüsse fast ausnahmslos28 in eines der für den Prosarhythmus typischen Schemata passen. Im Folgenden werden lediglich die markantesten Beispiele aufgeführt:29 katalektischer Dikretikus (1,1 nomen adscito . [cursus planus]; 2,2 persecutor immitis , [cursus planus]; 2,3 concrematus expendit . [cursus pla-nus]; 3,3 nomen adsumpsit , [cursus planus]; 4,1 collocavit in regnum . [cursus planus]; 4,2 ordinavit Augustum . [cursus planus]; 5 esset imperii , 30 [cursus planus]; 6,1 haberet imperii . 31 [cursus planus]; 6,2 atque subversa est . 32 [cursus planus]; 6,5 cepit extinxit . [cursus planus]; 6,6 adsumpsit imperii . 33 [cursus planus]; 6,8 monumenta declarant . [cursus planus]); akatalektischer Dikretikus (1,2 expeditione defunctus est . [cursus tardus]; 2,3 movisset exercitum , [cursus tardus]; 3,2 cultum indiligens. 34 [cursus tardus]; 4,3 morte defunctus est . [cursus tardus]; 6,2 atque subversa est . 35 [cursus tardus]; 6,5 prospere gesserit , [cursus tardus]); Ditrochäus (2,1 filius impe - raret .; 3,3 est necatus . 36; 4,2 laqueo terminasset; 6,2 vulnera contigerunt ,; 6,7 est peremptus .); Kretikus + Ditrochäus (2,2 supplicia persecutus . 37 [cursus velox]; 6,3 temporum decolorat . [cursus velox]); Dispondeus (3,1 Orienti praefecit.; 4,1 Italia confugisset,; 6,4 deletae sunt.; ebd. deplora - tae.)38; Spondeus + Kretikus (2,2 immodice favet , 39; 5 in Orientis partiS. 251bus ,; 6,8 Paulinus Nolanus episcop us. 40); Hypodochmius (6,2 acerbissimum fuit , 41; 6,5 felicissimus fuit .).

3 . Bemerkungen zur Orthographie

Im Folgenden aufgeführt sind überlieferte mittelalterliche Schreibweisen, die stillschweigend standardisiert werden und sich somit weder im Text noch im Apparat der vorliegenden Ausgabe finden:42

c für g: icnotum in B statt ignotum (1,3);

rr für r: arrianorum in B statt Arianorum (2,2);

e statt ae bzw. oe und umgekehrt: heresi in B statt haeresi (2,2); cepisset in M statt coepisset 43 (4,2); affrice in M statt Africae (ebd.); rei publice in M statt rei publicae (5); hispanieque in B bzw. ispanieque in M statt Hispaniaeque (6,4); suevis in B (e caudata; hyperurbane Gegenbewegung) statt Suebis (ebd.); delete in B und M statt deletae (ebd.); brithanie in M statt Britanniae (ebd.); deplorate in B statt deploratae (6,4) bzw. subdite in M (6,4 app. crit.) statt subditae;

Wegfall von h: adibitis in M statt adhibitis (3,1); ispanieque in M statt Hispaniaeque (6,4);

ad‑ vor Nasal‑ bzw. dentalem Reibelaut wird in B stets assimiliert, z. B. ammodum statt admodum (3,1); assumpsit in B statt adsumpsit (3,3. 6,6);

i für y: tir‑ in den Formen von tyrannus in M (3,3. 4,2. 6,5); hieronimus in B bzw. iheronimus in M statt Hieronymus (6,8);

th für t: brithaniam und brithanie in M statt Britannias (3,3) und Britanniae (6,4);

Geminantenvereinfachung bzw. Konsonantengemination, so etwa n für nn: britanias und britanie in B bzw. brithaniam und brithanie in M stattS. 252 Britannias (3,3) und Britanniae (6,4); ff für f: affrice in M statt Africae (4,2);

ch für c oder für h: archad‑ in dem Namen Arcadius in B (5. 6,1) und M (4,2. 5. 6,1); nichil 44 in M statt nihil (6,5);

in‑ (nicht vollzogene Assimilation) für im‑; inmatura in M statt immatura (4,3);

vv (germanisches w, dem Doppelzeichen vu oder uu gleich) für v: vvandalis (wand‑, also vuand‑ oder uuand‑) in M statt Vandalis (6,4);

v für b: suevis in B und M statt Suebis (6,4).

Aus dieser Liste geht hervor, daß sich die ältere Hs. B hinsichtlich der Orthographie in einem besseren Zustand befindet.

4 . Zur Textgestaltung

Aus Gründen der Konvention wird in der vorliegenden Ausgabe der Titel der editio princeps (Narratio de imperatoribus domus Valentinianae et Theodosianae) beibehalten.

Die Kapiteleinteilung (1–6) stammt aus Mommsen, aber unter Berücksichtigung des Inhalts der Berichte wird innerhalb eines jeweiligen Kapitels eine eigene Paragraphengliederung vorgenommen.

In der Narratio bestehen die Angaben zur Herrschaftsdauer (1,1. 2,1. 3,1. 4,1. 5. 6,1) nur aus Jahren.45 Formen von annus werden dabei ohne Ausnahme abgekürzt geschrieben, so begegnet in der Hs. B neben üblicherem ann. auch die Abbreviatur an. (1,1. 2,1. 4,1). Da aber an allen genannten Stellen beide Kasus (acc. oder abl.) in Betracht kommen (vgl. phil. Komm. zu 1,1 ann. XI), werden in der vorliegenden Edition die Abkürzungen nicht aufgelöst, sondern einheitlich mit ann. wiedergegeben. 46

Generell benutzen die Hss. Zahlzeichen, doch an folgenden Stellen werden die Zahlen ausnahmsweise ausgeschrieben: duodecim in B und M (6,1); viginti in B (aber xx in M) (ebd.). Das Multiplicativum ter (6,6) erscheint in M als t(er). [I. S.]S. 253

Appendix : Augustuserhebungen und Herrschaftsdauern 47

(Fett: Kaiser, die eine ‚eigene‘ Biographie innerhalb der Narrat. imp. haben)


1 Beide Häuser waren über die Ehe des Theodosius I. mit Galla, der Tochter Valenti-nians I., verbunden (vgl. hist. Komm. zu 4,1). Dieser Verbindung entsprang Galla Placidia, die Mutter des späteren Kaisers Valentinian III., während die Söhne und direkten Nachfolger des Theodosius (Arcadius und Honorius), noch aus dessen erster Ehe mit Aelia Flacilla stammten.

2 Valentinian II. in der Biographie des Theodosius I. (4,1 f.), Theodosius II. in der des Arcadius (5) und Constantius III. in der Lebensbeschreibung des Honorius (6,6 f.).

3 Vgl. Muhlberger, Chroniclers 153. Auch der Umstand, dass die Narratio Constan-tius III. als legitimen Kaiser sieht (6,6), deutet in diese Richtung, galt dieser im Osten doch als Usurpator. Als weiterer Hinweis auf eine westliche Provenienz mag gelten, dass die Narratio explizit darauf hinweist, dass die westlichen valentinianischen Kaiser über zwei Präfekturen (Italien und Gallien) herrschten (vgl. bspw. 2,1), die östlichen jedoch nur über die Praefectura Oriens.

4 Muhlberger, Chroniclers 153 f. Der Gedanke ist plausibel, jedoch keineswegs zwangsläufig, immerhin war von den Streitigkeiten hauptsächlich die (stadt-)römische Kirche betroffen. Zur sicheren Datierung der Narratio in die Zeit zwischen 423 und 450: Bleckmann, Ende der römischen Herrschaft 567 Anm. 21; Humphries, Chronicle 172; Thompson, Zosi-mus 461.

5 Bleckmann, Ende der römischen Herrschaft 566 f. stellt fest, dass es der Narratio um eben diese Gegenüberstellung außenpolitischer Katastrophen und innenpolitischer Erfolge unter Honorius gehen würde. Vgl. auch Muhlberger, Chroniclers 186 f.

6 Valentinian I., Gratian und Theodosius I. werden vom anonymen Autor positiv charakterisiert, womit die Narratio insgesamt das Geschichtsbild der Gallischen Chronik teilt, die die Zeit bis zu Theodosius I. als positiven Kontrast für die Darstellung des sukzessiven Niedergangs nach ihm konzeptualisiert: Kötter, Einl. zu Chron. Gall. (452) (KFHist G 7) v. a. 14–8.

7 Auch sonst bietet der chronologische Rahmen, der durch die Chronik von 452 übernommen wird, Auffälligkeiten: So wäre nach der Biographie Gratians konsequenterweise diejenige Valentinians II. zu erwarten, der von 383 bis 392 senior augustus war, hier aber zugunsten des Theodosius ausgelassen wird. Daneben unterläuft der Quelle bei der Aufteilung der Jahre zwischen Gratian und Theodosius ein Fehler (6+11 statt 5+12). Die Herrschaft des Arcadius ist mit zwölf Jahren zu kurz angesetzt, die des Honorius mit 32 Jahren deutlich zu lang. Zu den chronologischen Unstimmigkeiten vgl. jeweils hist. Komm. z. St.

8 So ist bspw. offensichtlich, dass Chron. Gall. (452) 61–5 von Narratio 6,2–4 inspiriert wurde. Vgl. auch Muhlberger, Gallic Chronicle 31; ders., Chroniclers v. a. 153–5. Diese Nähe der beiden Texte veranlasste Mommsen überhaupt erst, die Narratio unter den Gallischen Chroniken zu edieren (Chron. min. 1 [= MGH AA 9], 629 f.).

9 Gemeinsame Quelle: Bleckmann, Ende der röm. Herrschaft 567 Anm. 21; Mommsen, Chron. min. 1,618. Vorsichtiger: Muhlberger, Gallic Chronicle 30 Anm. 29. Licht kann die Narratio hingegen in das Verhältnis der beiden Gallischen Chroniken von 452 und 511 zueinander bringen: Da nicht allein die Chronik von 452 Parallelen zur Narratio aufweist, sondern auch diejenige von 511 (Chron. Gall. [511] 13 f. [532 f.]: Erhebung von Arcadius und Honorius aus Narratio 4,2 f.), diese Parallelen aber wiederum nicht in der Chronik von 452 zu finden sind, ist es wahrscheinlich, dass die spätere Chronik dort, wo sie identisch zur früheren Chronik berichtet, nicht direkt auf diese zurückgeht; beiden Texten lag wohl eine gemeinsame Vorlage zugrunde.

10 Als Digitalisat verfügbar unter folgender URL: http://uurl.kbr.be/1449081 (zuletzt abgerufen am 19. Juni 2017); zur ausführlichen Beschreibung des Codex s. Catalogus codicum hagiographicorum bibliothecae regiae Bruxellensis, pars I. Codices Latini membranei, t. 1, Brüssel 1886, 297 f.; J. van den Gheyn, Catalogue des manuscrits de la bibliothèque royale de Belgique, t. 1, Brüssel 1901, 304 f.

11 Je aus 32 Zeilen bestehen sowohl fol. 99v als auch 100r; der Text beginnt mit der vierzehnten Zeile von oben und endet mit der zehnten Zeile von unten und beläuft sich insgesamt auf 42 Zeilen.

12 Nur Prospers Eigenteil ohne die Konsulnamen, vgl. Becker, Einl. zu Prosp. chron. (KFHist G 5) 49.

13 Das Manuskript, das im Rahmen des Editionsprojekts „Kleine und fragmentarische Historiker der Spätantike“ bereits mehrfach hinzugezogen wurde (Becker, Einl. zu Prosp. chron. [KFHist G 5] 48 [dort mit der Sigle Z versehen]; Kötter, Einl. zum Laterculus regum Vandalorum et Alanorum [KFHist G 6] 335; Scardino, Einl. zu Chron. Gall. [511] [KFHist G 8] 190 f.; ebd. 197 schreibe 134 [Hinweis von C. Scardino]), steht digital zur Verfügung unter http://alfama.sim.ucm.es/dioscorides/consulta_libro.asp?ref=B20920246&idioma=0 (zuletzt abgerufen am 19. Juni 2017). Mommsen, Chron. min. 1,616 hat den Codex mit der Sigle C versehen, verwendet aber in seinem app. crit. (ebd. 629 f.) den Buchstaben M.

14 Beschreibung und Datierung dieser Hs. s. Steinacher, Laterculus 16–22; Burgess, The Chronicle of Hydatius 17 f. (dort unter der Sigle Hm); dens., The Gallic Chronicle of 511: A New Critical Edition with a Brief Introduction, in: R. W. Mathisen / D. Shanzer (Hgg.), Society and Culture in Late Antique Gaul. Revisiting the Sources, Aldershot 2001, 91 f.: „It was copied in the thirteenth century from a now‑lost manuscript from Alcoba of the eighth or ninth century“ (91). Zum Inhalt dieses Codex descriptus vgl. auch E. Flórez (Hg.), España sagrada, Bd. 4, Madrid 31859, 417; Zangemeister, Weltchronik 323; Mommsen, Chron. min. 2,167–72 (dort unter der Sigle U).

15 À 41 Zeilen. „Der Schriftspiegel mißt regelmäßig 192 × 70 mm“ (Steinacher, Later-culus 17). Vgl. ferner Zangemeister, Weltchronik 322.

16 Steinacher, Laterculus 18.

17 item incipit breviatio cronice Eusebii Iheronimi (fol. 25v [statt 26r (Mommsen, Chron. min. 2,169)] Sp. 2, rot geschrieben); vgl. Steinacher, Laterculus 20; Zangemeister, Weltchronik 323.

18 ab hinc Prosper dicit (fol. 29v [statt 30v (Mommsen, Chron. min. 2,169)] Sp. 2, rot geschrieben); vgl. Steinacher, Laterculus 20; Zangemeister, Weltchronik 323. Ein kleines Ex-zerpt aus fol. 30r (Sp. 1) ediert Mommsen als Continuatio ad a. 462 (Chron. min. 1,491).

19 J. P. Migne (Hg.), Quinti Julii Hilariani chronologia sive libellus de mundi duratione (PL 13), Paris 1843, 1097–1106. incipit ratio temporum (fol. 30r [statt 31r (Mommsen, Chron. min. 2,169)] Sp. 2, rot geschrieben); vgl. Steinacher, Laterculus 20.

20 J. P. Migne (Hg.), Quinti Julii Hilariani expositum de die paschae et mensis (PL 13), Paris 1843, 1106–14. expositio temporum a mundi incoactione (fol. 33r Sp. 1, rot geschrieben); vgl. Steinacher, Laterculus 20.

21 incipit epithoma chronicorum Severi cognomento Sulpplicii (fol. 34v Sp. 2, rot geschrieben); zur irrtümlichen Zuschreibung dieser Chronik an „Severus Sulpitius“ s. Scardino, Einl. zu Chron. Gall. (511) (KFHist G 8) 188.

22 fol. 34r Sp. 2 Z. 29. Der Auszug endet auf fol. 34v Sp. 2 Z. 6.

23 Das Fehlen des ersten Buchstabens des Textes erschwert neben der von Mommsens Angaben (Chron. min. 1,617 „Narrationem ... repperi in codicibus duobus, altero Bruxellensi ... ; altero universitatis Matritensis n. 134 saec. XIII f. 33“; Chron. min. 2,169) abweichenden Foliierung die Suche nach der Textstelle im Codex: Nach moderner Foliierung ist das Blatt, auf dem sich der Text der Narratio befindet, mit einer nachgetragenen (bzw. nachträglich gestempelten) arabischen Nummer 34 versehen, nicht mit der Nummer 33. Ähnliche Abweichungen finden sich überall in der Hs., wie bereits mehrfach vermerkt. So beginnt z. B. Prospers Chronik nicht fol. 15v (Mommsen, Chron. min. 2,169; Becker, Einl. zu Prosp. chron. [KFHist G 5] 48), sondern fol. 14v, und die Gallische Chronik von 511 setzt nicht fol. 33v (Mommsen, Chron. min. 1,626; Scardino, Einl. zu Chron. Gall. [511] [KFHist G 8] 190), sondern fol. 34v ein. Es scheint demnach angebracht, herkömmliche Angaben zu Foliennummern der Hs. M (Mommsen, Chron. min. 2,167–73; Zangemeister, Weltchronik 323) jeweils zu überprüfen.

24 Steinacher, Laterculus 17.

25 Rot geschrieben sind lediglich das Incipit der fälschlich Sulpicius Severus zugeschriebenen Chronik von 511 (fol. 34v Sp. 2 Z. 6 f.; s. o. S. 247 Anm. 6) und der Ausdruck consu-lum Romanorum (fol. 36r Sp. 1 Z. 32).

26 In der vorliegenden Edition werden derartige Lücken im app. crit. durch eckige Klam-mern gekennzeichnet, wobei der jeweils fehlende Buchstabe darin ergänzt wird, vgl. Erklärung der Siglen, Zeichen und Abkürzungen in Text und Apparat.

27 Letzteres erscheint angesichts einer relativ großen Anzahl von Korruptelen im Text von M (s. o.) allerdings weniger wahrscheinlich.

28 Die einzige Ausnahme bildet der Hexameterschluß bei partibus properasset (2,1).

29 Hier wird auf die metrische Notation verzichtet. Zur ausführlichen Behandlung des Themas ‚Prosarhythmus‘ vgl. Song, Einl. zu Pol. Silv. (KFHist B 6) Kap. II 5.

30 Auflösung der 3. Länge.

31 Auflösung der 3. Länge.

32 e von est elidiert (Prodelision).

33 Auflösung der 3. Länge.

34 um von cultum nicht elidiert.

35 e von est nicht elidiert (ohne Prodelision).

36 S. phil. Komm. zu 3,3 est necatus.

37 Auflösung der 2. Länge.

38 Die beiden Dispondeen in 6,4 zeugen von der sprachlichen Sorgfalt des anonymen Autors: Defätistische Gefühle, die die dort geschilderten außenpolitischen Debakel für das Weströmische Reich hervorrufen, werden durch die Anhäufung der Spondeen am Satzende wirksam zum Ausdruck gebracht. Zu der von B gebotenen Lesart deplorate und den damit verbundenen Problemen vgl. phil. Komm. zu 6,4 deploratae. Aus subditae, der Variante von M, entstünde zusammen mit dem davorstehenden perpetuum Spondeus + Kretikus (mit Auflösung der 1. Länge).

39 Auflösung der 2. Länge.

40 Auflösung der 2. Länge.

41 M liest illud acerbissimum fuit, während in B illud und fuit fehlen. Ohne diese Wörter würde der Superlativ zusammen mit dem davor stehenden sed die Kadenz Spondeus + Kretikus (mit Auflösung der 1. Länge) ergeben. Die grammatische und syntaktische Parallele in 6,5, felicissimus fuit, läßt jedoch vermuten, daß acerbissimum ebenfalls zusammen mit der Kopula fuit einen Hypodochmius gebildet hat, s. phil. Komm. zu 6,2 illud acerbissimum fuit , quod.

42 Vgl. (u. a. zur Orthographie von M) Becker, Einl. zu Prosp. chron. (KFHist G 5) 57; Scardino, Einl. zu Chron. Gall. (511) (KFHist G 8) 35–37.

43 coepisset bietet die Hs. B.

44 Stotz 3,164: Das Indefinitpronomen nihil ist „seit der Spätantike ab und zu mit ch geschrieben worden“.

45 Anders z. B. Epit. Caes. oder Origo Rom.

46 Anders Mommsen, der einerseits in 3,1 anstelle von ann. (BM) a. schreibt (Chron. min. 1,629,13), andererseits aber in 5 und 6,1 die Abkürzung ann. (BM) als einen abl. pl. auflöst (Chron. min. 1,629,31. 630,3).

47 Das mit Kaisernamen in gleicher Höhe stehende Datum bezieht sich jeweils auf das Erhebungsdatum des betreffenden Augustus. Die Tafel läßt Usurpatoren (Narrat. imp. 3,3. 4,2. 6,5) und sonstige Personen (1,3. 3,2. 4,2. 6,8) unberücksichtigt.

    Erklärung der Siglen, Zeichen und Abkürzungen in Text und Apparat

    B cod. Bruxellensis 1791–1794 (s. Einl. S. 245 f.)
    M cod. Matritensis 134 (s. Einl. S. 246–48)
    [aaa] vom Editor in einer Lücke ergänzte Buchstaben
    (aaa) vom Editor aufgelöste Abkürzungen
    Aa.c. Lesart in A vor der Korrektur (ante correctionem)
    add. addidit (‑erunt) vel additus, ‑a, ‑um
    om. omisit (‑erunt) vel omissus, ‑a, ‑um
    sq. sequens


    (B 7) Narratio de imperatoribus domus Valentinianae et Theodosianae

    1. (1) Valentinianus regnavit ann. XI adhibito consorte imperii Va-

    Valentinianus  – expendit deest M

    regnavit Mommsen : rex B

    lente fratre suo nec multo post Gratiano filio in Augusti nomen adscito.

    (2) cum ad Illyricum de Gallicanis partibus prope­rasset, vixdum inchoa-

    prope­rasset Mommsen : -isset B

    ta expeditione defunctus est. (3) severus et strenuus imperator praeci-

    et om. Ba.c.

    5pueque cultui catholicae religionis attentus eximios temporis sui habuit

    sacerdotes Martinum et Ambrosium, quorum alterum scripta sua po-

    steris edita, alterum vitae commendatio apostolis aequiperanda ignotum

    esse non sinit.


    Valentinianus  – expendit deest M regnavit Mommsen : rex B3 prope­rasset Mommsen : -isset B4 et om. Ba.c.

    2. (1) Valens regnavit ann. III post fratris obitum in partibus Orien-

    10tis, cum Italiae et Galliis Gratianus Valentiniani Augusti filius impera-

    ret. (2) saevus erga nostros et persecutor immitis, dum Arianorum hae-

    saevus B (sic)

    resi, in quorum secta fuerat baptizatus, immodice favet, catholicos ad

    in quorum B (sic)

    sanguinem usque et extrema est supplicia persecutus. (3) ipse postea,

    cum adversus Gothos, qui Thracias populabantur, infeliciter movisset

    15exercitum, poenas debitas sacrilegio, amisso omni exercitu, ab hostibus

    ammisso B

    concrematus expendit.

    concrematus Mommsen : -tis B

    11 saevus B (sic)12 in quorum B (sic)15 ammisso B16 concrematus Mommsen : -tis B

    3. (1) Gratianus regnavit ann. VI post patrem ac patruum adhibitis

    [g]racianus M hinc incipiens : gratiano B

    patruum B : patrum M

    imperii sociis Valentiniano fratre admodum puero et Theodosio, quem

    imperiis B | puero B : vero M | quem B : que M

    puero B : vero M

    quem B : que M

    Orienti praefecit. (2) ipse manu promptus et studiis litterarum sub Au-

    manus M | sub ausonio B : a sonio M : Ausonio Mommsen

    sub ausonio B : a sonio M : Ausonio Mommsen

    20sonio magistro sufficienter imbutus nec erga religionis nostrae cultum

    indiligens. (3) victus a Maximo tyranno, qui intra Britannias Augusti

    indiligens B : indulgens M

    nomen adsumpsit, apud Lugdunum oppidum Galliarum, quo amisso

    exercitu fugiens venerat, est necatus.


    17 [g]racianus M hinc incipiens : gratiano B17 patruum B : patrum M18 imperiis B18 puero B : vero M18 quem B : que M19 manus M19 sub ausonio B : a sonio M : Ausonio Mommsen21 indiligens B : indulgens M


    4. (1) Theodosius regnavit ann. XI post Gratianum. qui cum Ori­entis

    [t]heodosius M | xi B : ix M

    xi B : ix M

    25teneret imperium et ad eum Valentinianus Augustus occiso intra Gallias

    intra B : infra M

    fratre Gratiano ipse pulsus Italia confugisset, motis Orientis vi­ribus et

    motis B : mortis M

    Gratianum fortiter ultus est et Valentinianum collocavit in reg­num. (2)

    sed interiecto tempore cum idem Valentinianus apud Viennam, Gallia-

    cum om. M | ivennam M

    ivennam M

    rum nobilem civitatem, incertum utrum sua manu an Arbogastis magi-

    utru(m) B (sic) : utrum M (sic)

    30stri militum vi et impressione compulsus vitam laqueo terminasset et

    Eu­genius quidam praesumpto male incubare coepisset imperio, Theodo-

    sius, postquam Arcadium filium suum Orienti praefecit, ipse adversus

    adversus B : -sum M

    Eugenium expeditione suscepta tyrannum felicissime superavit (3) et,

    et ante tyrannum add. M

    cum se morbo ultimo videret urgeri, Honorium alterum filium Africae

    urgere M | honorii B

    honorii B

    35Italiae Galliisque ordinavit Augustum. atque ita inter duos filios Roma-

    ni orbis possessione divisa apud Mediolanium non immatura morte de-

    melodianum M

    functus est.


    24 [t]heodosius M24 xi B : ix M25 intra B : infra M26 motis B : mortis M28 cum om. M28 ivennam M29 utru(m) B (sic) : utrum M (sic)32 adversus B : -sum M33 et ante tyrannum add. M34 urgere M34 honorii B36 melodianum M

    5. Arcadius regnavit ann. XII in Orientis partibus, cum Honorius fra-

    [a]rchadius M | xii B : xiii M

    xii B : xiii M

    ter divisis sedibus consors esset imperii, tutelamque rei publicae Theo-

    divisis B : divis(is) M (sic)

    tutelamque rei publicae B : italii fratris archadii M

    40dosio, filio parvulo admodum, sed qui processu aevi maximis esset

    parvulo M : parvo B | aevi maximis B : acui maximus M

    aevi maximis B : acui maximus M

    principibus comparandus, reliquit.

    principiis B

    38 [a]rchadius M38 xii B : xiii M39 divisis B : divis(is) M (sic)39 tutelamque rei publicae B : italii fratris archadii M40 parvulo M : parvo B40 aevi maximis B : acui maximus M41 principiis B

    6. (1) Honorius regnavit ann. XXXII, duodecim cum fratre et post

    [h]onorius M

    fratris excessum viginti, cum Theodosium, Arcadii fratris sui filium,

    viginti B : xx M

    consortem Orientalis haberet imperii. (2) multa in huius principatu gra-

    orientales M

    45via rei publicae vulnera contigerunt, sed illud acerbissimum fuit, quod

    rei publicae om. M | illud om. B | fuit om. B

    illud om. B

    fuit om. B

    urbs Roma per Alaricum Gothorum regem capta atque subversa est. (3)

    aluricum M | capta atque M : captabatque B

    capta atque M : captabatque B

    soror imperatoris Augusta Placidia primum captiva, deinde uxor regis

    quidem sed barbari statum temporum decolorat. (4) Galliae Hispaniae-

    statum B : t(antu)m M

    que a barbaris nationibus Vandalis Suebis Alanis excisae funditusque

    50deletae sunt, Britanniae Romano nomini in perpetuum deploratae. (5)

    romani M | deplorate B : subdite M : sublatae Mommsen

    deplorate B : subdite M : sublatae Mommsen

    idem tamen princeps cum adversus externos hostes nihil umquam pro-

    adversus B : -sum M | propere M

    propere M

    spere gesserit, ad excidia tyrannorum felicissimus fuit. quorum plu-

    excida M

    rimos, id est Constantinum cum filiis, Iovinum cum Sebastiano fratre,


    42 [h]onorius M43 viginti B : xx M44 orientales M45 rei publicae om. M45 illud om. B45 fuit om. B46 aluricum M46 capta atque M : captabatque B48 statum B : t(antu)m M50 romani M50 deplorate B : subdite M : sublatae Mommsen51 adversus B : -sum M51 propere M52 excida M


    Attalum Gothorum viribus fultum, Maximum Hispaniae purpuratum

    atthalii M | hispaniae purpuratum B : ispania privatum M

    hispaniae purpuratum B : ispania privatum M

    55aliosque nonnullos, superavit cepit extinxit. (6) deinde rebus ultra ex

    ultra M : ut B

    voto cedentibus Constantium, ter consulem et patricium, sororis suae

    constantium BM (sic) | ter  – patricium om. B

    ter  – patricium om. B

    Augustae Placidiae secundum maritum, consortem adsumpsit imperii.

    placidie auguste M

    (7) quo brevi tempore extincto ipse quoque non diu affini superstes

    affini B : adfuit M

    apud Ravennam morbo aquae intercutis est peremptus. (8) eximii in do-

    morbo om. M | aquae B : atque M

    aquae B : atque M

    60ctrina catholica his temporibus viri fuerunt Hieronymus presbyter et

    iheronimus M

    Augustinus episcopus vel Paulinus Nolanus episcopus. quorum quanta

    nolanus B : nolans M | quanto M

    quanto M

    admiratio ingenii doctrinaeque fuerit, condita ab his innumerabilium vo-

    admiratio Mommsen : amminatio B : admirabilis M

    fuerint M

    condita B (sic) : (con)dita M

    luminum monumenta declarant.


    54 atthalii M54 hispaniae purpuratum B : ispania privatum M55 ultra M : ut B56 constantium BM (sic)56 ter  – patricium om. B57 placidie auguste M58 affini B : adfuit M59 morbo om. M59 aquae B : atque M60 iheronimus M61 nolanus B : nolans M61 quanto M62 admiratio Mommsen : amminatio B : admirabilis M62 fuerint M62 condita B (sic) : (con)dita M