KFHist: (G 1) Consularia Constantinopolitana Skip to main content

Ein Editionsprojekt der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

HHUD Düsseldorf

(G 1) Consularia Constantinopolitana



S. 3

Einleitung

I. Allgemeines zum Werk

Bei den sog. Consularia Constantinopolitana handelt es sich um eine Chronik auf der Basis einer römischen Konsulnliste. An diesem Werk lässt sich wie an einem Muster die Entwicklung der zu rein kalendarischem Zweck verfassten Konsulnlisten (fasti consulares oder fasti) hin zu Werken der chronistischen Geschichtsdarstellung verfolgen.1 Die Grundlage bildet eine seit dem Beginn der Republik Jahr für Jahr geführte Konsulnliste, die im Jahr 509 v. Chr., d. h. mit dem ersten römischen Konsulpaar beginnt, und im Jahr 468 n. Chr. endet. Zu den Konsulangaben hinzu treten ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. sporadische Notierungen von historischen und literarhistorischen Ereignissen (Geburt und Tod Ciceros, Sallusts, Vergils, die Catilinarische Verschwörung, Caesars Ermordung), ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. werden dann vor allem die zentralen heils- und kirchengeschichtlichen Ereignisse (Geburt und Tod Christi, die Jüdischen Kriege, Märtyrertode, Christenverfolgungen) notiert. Erst ab dem Jahr 251 n. Chr. mehren sich die historischen Notizen, und ab dem Jahr 302 werden nahezu Jahr für Jahr Ereignisse gegeben, teilweise mit präzisen Tagesdaten. Die Notierungen sind durchgehend formelhaft, knapp, parataktisch gefasst und beschränkt auf bestimmte Inhalte der Geschichte (Erhebungen von Kaisern, Introitus, Triumphe, Tode, Kriege, Naturphänomene).

Die vorliegende Edition bietet den die Spätantike betreffenden Teil der Consularia Constantinopolitana (von 251 bis 468 n. Chr.), der deutliche Züge einer Chronik trägt.

II. Titel und Gattung

In der maßgeblichen Handschrift ist das gesamte Werk mit Descriptio consulum ex quo primum ordinati sunt überschrieben,2 es erhielt aber von Th. Mommsen den Namen Consularia Constantinopoli­tana, den wir nicht nur aus Gründen der Konvention, sondern vor allem wegen der inhaltS. 4lichen Schwer­punkte beibehalten.3 In der modernen Literatur kursiert auch die Bezeich­nung Consularia Hydatiana4 bzw. Fasti Hydatiani,5 weil Hydatius als möglicher Benutzer und letzter Verfasser der Chronik gilt. Aber die Verfasserschaft des Hydatius ist keinesfalls geklärt.6 Mommsens gewissermaßen pars pro toto gesetzter Titel trifft das Spezifische des Werkes, nämlich so­wohl die Grundstruktur der Konsulnliste7 als auch den lokalgeschichtlichen Bezug des Hauptteils der Chronik, der die Jahre 330–395 n. Chr. umfasst, zu Kon­stan­tinopel. Die Chronik ist in einer ersten großen Re­dak­tion in Konstanti­nopel auf der Grundlage einer stadtrömischen Konsulnliste zusammengestellt, fortgesetzt und durch zeitgenössische Ein­trä­ge erweitert worden.

Trotzdem bleibt der Name Consularia Constantinopolitana nicht ganz unproblema­tisch. Denn für annotierte Konsulnlisten ist in den antiken Texten keine stringente Terminologie fassbar, und die moderne Forschung schwankt zwischen den Bezeichnungen annales, fasti, con­sularia oder chro­nica minora. Der Titel des Werkes hängt also mit der Frage nach seiner Gattung eng zusammen.8 Angesichts des Fehlens von antiken Gattungs­bezeichnungen und Abgrenzungen ist in diesem Bereich eine ter­mi­no­logische Präzisierung kaum erreichbar. Einen Versuch haben kürzlichS. 5 Burgess / Kulikowski unternommen, aber ihre Ergebnisse, um das Urteil vorweg­zunehmen, überzeugen nicht.

Das Neuartige an den Consularia Constantinopolitana ist die chronistische Geschichtsschreibung auf der Basis der eponymen Konsulnliste. Davon ausgehend wollen Burgess / Kulikowski innerhalb der Gattung der Chronik die Untergattung der ‚Consularia‘ identifizieren.9 Gemäß ihrer These habe es bei den spätantiken Chronisten ein klares Bewußtsein für die unterschiedlichen Genera gegeben, auch wenn dieses sich nicht in einer strikten Terminologie spiegelt. Es fänden sich demnach in den Texten selbst „reale“ Unterscheidungen zwischen annotierten Konsulnlisten (den sog. Consularia) und Chroniken im eigentlichen Sinn, nur dass eine entspre­chende Nomenklatur fehle. Für diesen Mißstand versuchen sie durch die Bildung einer Kunstterminologie auf antiker Basis Abhilfe zu schaffen.10 Um die mit historischen Einträgen versehenen Kon­suln­listen zu definieren, zu denen auch das vorliegende Werk gehört, wählen sie den bei Gregor von Tours (Franc. 2,9) belegten Terminus consularia11 und folgen so teilweise der Praxis Mommsens in seiner Edition der sog. Chronica minora. Für das vorliegende Werk entscheiden sie sich aber für den in der Handschrift überlieferten Titel Descriptio consulum, womit sie eine neue Inkonse­quenz schaffen, wenn sie gerade für das Parade­beispiel der von ihnen postulierten Untergattung der ‚Consularia‘ Momm­sens Titel Consularia Constantino­politana verwerfen, gleichzeitig aber andere Wer­ke dieS. 6ser Kategorie umbenennen, etwa die sog. Fasti Vindo­bonenses in Consularia Vindobo­nensia.12

Die Consularia sind dieser modernen Typologie zufolge zu unterscheiden einerseits von den bloßen Konsulnlisten, für die der Terminus fasti vorbehalten bleibt, andererseits von den Chroniken an sich. So bieten Bur­gess / Kulikowski einen Einblick in die formale Vielfalt innerhalb der Gattung ‚Chronik’, aber es gelingt ihnen nicht, genügend distinktive Merk­male für eine Untergattung ‚Consularia‘ zusammenzutragen. Die von ihnen genann­ten Merkmale: die Zählung nach Konsuljahren, exakte Tages­angaben, mehr Interesse an Zeitgeschichte als an einer Weltchronik, anonyme Autorschaft, deuten eher auf eine strukturelle Variation bzw. gra­duelle Abweichung innerhalb der ‚Chronikform‘, in der Ereignisse auch ausführlicher beschrieben und gewertet werden konnten. Wenn umgekehrt als Grundzüge der Chronik die annalistische Berechnung der Zeit, die parataktische Struktur der Erzäh­lung, das Fehlen eines festgesetzten Endes und die Kürze genannt wer­den,13 so treffen alle diese Kriterien auch auf die annotierten Konsulnlisten zu.14

Die beiden Autoren konstatieren im Übrigen selbst eine Fülle von Über­schneidungen zwischen Chronik und Consularia. Für beide ‚Gattungen‘ gelte etwa, dass die bloße Aufnahme eines Faktums, nicht die Länge des historischen Eintrags zählt.15 Dadurch relativiert sich auch das Kriterium der anonymen Autorschaft, das für Burgess / Kulikowski in den Consularia wesentlich mit dem Fehlen eines kommentierenden Autors und Erzählers einhergeht. Denn schon und gerade durch die Auswahl der berichteten Fakten werden historische Aussagen und implizit auch Wertungen gemacht, wodurch ein Autor mit einer bestimmten Intention greifbar wird. Zudem fehlen auch in den Consularia auktoriale Zusätze nicht völlig.16 Der profangeschichtlichen Ausrichtung der Consularia scheint es geschul­det,S. 7 wenn in ihnen keine kirchengeschichtliche Perspektive zu finden ist, wobei in die­sem Punkt ein Teil der Fastenquelle des Sokrates aus dem Rahmen fällt (s. KFHist G 2). Am meisten spricht allerdings gegen eine Unterscheidung der Gattungen, dass – wie Burgess / Kulikowski selbst darlegen – auch der Haupt­gegenstand gleich ist: sowohl Consularia als auch Chroniken bieten eine Auswahl an Daten zur Kaisergeschichte, die durch stadtgeschichtliche Daten und außergewöhnliche Naturereignisse ergänzt wird.17 Wie schwi­erig es ist, die postulierten Gattungen zu trennen, offenbart sich schließlich bei dem Versuch, die überlieferten spätantiken Werke zu unterteilen. Burgess / Kulikowski unterscheiden reine Chroniken (z. B. die Werke des Hydatius und Prosper sowie die Gallische Chronik von 452), reine Consu­laria (der vorliegende Text, die sog. Consularia Vindobo­nensia, Marsiburgensia und Berolinensia) sowie „hybride“ Formen (z. B. die Werke des Marcellinus Comes und des Cassiodor). Letztere werden erklärt durch das Phänomen der Gattungsmischung, die für Burgess / Kulikowski den Endpunkt einer Entwicklung markiert. Als Beispiel par excellence wird Cassiodors Chronik angeführt, die eine Mischung aus Konsulnliste und Weltchronik bietet. Hier stellt sich aber die Frage, ob die Symbiose der Formen wirklich erst historisch entstanden ist,18 oder ob nicht vielmehr die Gattungsmerkmale von Anfang an nicht klar zugeordnet waren, es also typologische Festlegungen in der Antike niemals gab.19

III. Die Handschrift

Den vollständigen Text der Consularia Constantinopolitana liefert eine einzige Handschrift: der Codex Phillipps 1829 der Staatsbibliothek zu Berlin, daher als Berolinensis mit dem Sigel B bezeichnet.20 Ursprünglich einS. 8 Parisinus Claromontanus (Nr. 636) trägt der Codex bei Mommsen die Bezeichnung C.21 Die Handschrift entstand wohl, wie Bischoff gegen die communis opinio geltend macht, in Verona, nach Ansicht Mommsens im 9. Jh.22 Burgess datiert die Handschrift auf das zweite Viertel des 9. Jh., um das Jahr 830, Bischoff auf das erste Viertel.23 Der Pergamentcodex umfasst 192 Blätter von 28,7 x 26,2 cm à 26 Zeilen24. Der Text wird in zwei Kolumnen gegeben. Die Schrift ist eine große Minuskel.25 Raumeinteilung, fast quadratische Form der Blätter und Schrift lassen Rose von einer „Pracht-Handschrift“ sprechen.26 Der Text der Consularia Constantinopolitana findet sich auf ff. 173v–184r. In der Handschrift gehen dem Text die Chronik des Hieronymus und die Chronik des Hydatius voraus, es folgt der Liber generationis. Dass eine Vorlage des Manuskripts auch eine lateinische Version der Ostertafel des Theophilus enthalten habe, lässt sich nurS. 9 aus einer – sicherlich interpolierten – Randnotiz in den Consularia Constantinopolitana schließen27 und ist daher bei der Inhaltsangabe zu vernachlässigen.

Im Text gibt es Zusätze und Korrekturen von der Hand des karolingischen Schreibers und von einer zweiten Hand. Die oben erwähnte Marginalnotiz zum Laterculus des Theophilus stammt von der Hand des ersten Schreibers, ist also wahrscheinlich schon in seine Vorlage eingefügt gewesen. Die meisten Korrekturen betreffen die Rechtschreibung (z. B. zum Jahr 382 sarcofago statt sacofago), auch wenn sich – vermutlich unbe­absichtigt – zugleich der Inhalt ändert, z. B. verbessert der Schreiber im Eintrag zum Jahr 304 früheres Maximianum in Maximinum, das korrekt ist.

Die Konsulnamen erscheinen in der Handschrift in fortlaufender Reihung der Paare über das Zeilenende hinweg, wenn kein Eintrag folgt.28 Sind aufeinanderfolgenden Konsulpaaren historische Einträge beigefügt, werden die Konsulnamen jeweils durch Ekthesis abgesetzt. Die historischen Einträge zu einzelnen Jahren werden regelmäßig durch his conss. eingeleitet, wobei his conss. durch rote Tinte und ebenfalls durch Ekthesis hervorgehoben wird. In der Handschrift finden sich zwei Zählungen am Rand. Von 509 v. Chr. bis 13 n. Chr. gibt es Reste einer Zählung, bei der jeder 50. Konsulat gezählt wird.29 Obwohl es Lücken bei den Konsulnamen gibt, scheint die Zählung korrekt,30 was darauf schließen lässt, dass die Zählung auch schon in der Vorlage vorhanden war. Zu den Jahren 314, 407 und 458 taucht die quinquaginta-Zählung erneut auf, allerdings in teilweise falscher Berechnung, die von Burgess korrigiert wird. Ab dem Jahr 24 v. Chr. findet sich eine Zählung nach der spanischen Ära,31 die die erste Zählung ersetzt. Auch diese Reihe weist zwischen 314 und 362 n. Chr. Ausfälle auf.S. 10 Die allerletzten acht Jahre der Chronik werden durchlaufend gezählt. Burgess und Mommsen weichen in der Bewertung der Marginalzählungen voneinander ab. Während Mommsen die Randziffern in seiner Edition weg­lässt, weil er sie nicht für original hält,32 druckt Burgess sie mit dem Text der Handschrift ab und ergänzt zudem die fehlenden Zahlen.33 Wir folgen Mommsen und stellen die überlieferten Zählungen lediglich in einer Liste zusammen (s. u. Appendix 1 zur Einleitung). Wie Labbé und Mommsen stellen wir den einzelnen Einträgen die moderne Datierung nach der christlichen Zeitrechnung voran.

IV. Die Parallelüberlieferung

Zur Consularia Constantinopolitana gibt es eine breite Parallelüberlieferung, nämlich andere Chroniken und historische Werke mit chronistischen Elementen, die bis in den Wortlaut hinein die Nachrichten der Consularia spiegeln.34 Dazu gehören neben den drei in diesem Band versammelten Texten, der sog. Fastenquelle des Sokrates, dem Berliner Pergament und der Alexandrinischen Weltchronik (KFHist G 24), die Chronik des Hieronymus, das Chronicon Paschale sowie die sog. Fasti Vindobonenses. Vor allem das in Griechisch verfasste Chronicon Paschale weist eine große inhaltliche Nähe zur vorliegenden Chronik auf. Neben zahlreichen Überschnei­dungen bei den historischen Nachrichten scheint im Chronicon Pascha­le dieselbe Konsulnliste wie in den Consularia benutzt worden zu sein.35 Das Verhältnis der beiden Texte zueinander ist nicht das einer unmS. 11ittelbaren Abhängigkeit (in Form etwa einer Übersetzung),36 sondern beide Chroniken gehen auf eine gemeinsame Vorlage zurück, eine in Konstan­tinopel auf der Basis römischer Fasten entstandene lateinische Chro­nik.37

Diese sog. ‚Konstantinopolitanische Chronik‘ bildet vor allem nach Seecks Auffassung die Urquelle für eine Reihe von Chroniken, u. a. auch für die Chronik des Hieronymus. In den Consularia Constantinopolitana soll der reine, fast originale Zustand dieser Chronik vorliegen.38 Allerdings muß der Verfasser der Consularia die Benutzung der Chronik aus Konstantinopel spätestens im Jahre 395 abgebrochen haben, denn nur bis zu diesem Jahr reicht das genuin konstantinopolitanische Material. In weit umfangreicherer Form ist die Fastenchronik im griechischen Chronicon Paschale und in der Kirchengeschichte des Sokrates erhalten.39 Beide benutzen die Fortsetzung bis zum 5. Jh.,40 die wohl auch der Chronik des Marcellinus Comes zugrunde liegt.41

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Wenn es stimmt, dass annotierte und illustrierte Konsulnlisten im Kaiserreich weit verbreitet waren, was die Berliner Chronik und die Alexandrinische Weltchronik nahe legen, ist es für die Einordnung der über­lie­ferten Consularia-Versionen vielleicht auch gar nicht notwendig, sie in quellenkritischer Manier auf ein bestimmtes Exemplar zurückzuführen. Es reicht von der Annahme eines bestimmten Reservoirs von historischen Nachrichten auszugehen, die im amtlichen Auftrag gesammelt und je nach Zweck und Benutzer zu immer neuen Chroniken zusammengestellt werden konnten.42 In den Consularia Constantinopolitana läge dann nur eine der Versionen vor, die in der neuen Hauptstadt am Bosporus entstanden wären.

Consularia Constantinopolitana und Chronicon Paschale werden in der Forschung als verschiedene Rezensionen der lateinischen „Urchronik“ behandelt.43 Mommsen vertritt die Überzeugung, dass die lateinische Recensio der konstantinopolitanischen Chronik nur mit Hilfe der griechischen Version richtig benutzt werden kann,44 und druckt daher die griechi­schen Parallelstellen in seiner Ausgabe der Cons. Const. mit. Ein Grund dafür mag auch das Bestreben sein, die extreme Kürze dieser Chronik auszugleichen, deren Notizen in ihrer Knappheit manchmal schwer verständlich sind.45 In Bezug auf die Konsulnliste bieten die Consularia offensicht­lich den ursprünglicheren Zustand. Sie liefern z. B. eine Liste der Konsuln unter dem Usurpator Maxentius (307–312), die im Chronicon Paschale fehlt, aber im Chronographen von 354 auftaucht.46 Wahrscheinlich standen die Namen auch in der „Urchronik“. In den Jahren 307–312 liegen auch Abweichungen in den legitimen Zählungen vor. Zu den Jahren 307 und 308 beleuchtet ein Fehler des Chronicon Paschale das Verhältnis zum vorliegenden Text. Statt der Konsulnamen stehen in den Consularia (wie auch im Chronographen von 354) die bloßen Zahlwörter der Iterationen für den neunten Konsulat des Maximianus bzw. den zehnten Konsulat des DiokleS. 13tian: novies bzw. decies. Der Verfasser des Chronicon Paschale faßt dagegen bei der Übersetzung der lateinischen Vorlage das novies nicht als Zahlwort, sondern als Eigennamen und setzt es mit dem Namen des zweiten Konsuls des Jahres 307 zusammen zu einem Namen ‚Novius Constantinus‘: Νοβίου Κωνϲταντίνου Αὐγούϲτου μόνου (Chron. Pasch. p. 519,4 Bonn).47 Im Jahr 313 wird der Konsulat des Kaisers Constantin im Chronicon Paschale geminiert und von da ab wird falsch gezählt. Ausführlicher als die Liste der Consularia ist das Chronicon Paschale darin, die gleichen oder ähnlichen Kaisernamen durch Hinzusetzen der Beinamen Galerius, Herculius, Iovius zu unterscheiden.48 Für die Textkonstitution ist die Parallelüberlieferung des Chronicon Paschale allerdings nur von geringem Wert. Allenfalls in Bezug auf die merkwürdige Mondalterangabe im Eintrag zur Kreuzesvision (Cons. Const. 351) lässt sich das Fehlen in den parallelen Berichten (des Chronicon Paschale, aber auch der Chronikquelle des Sokrates) als weiteres Indiz für die Unechtheit der Angabe werten.49 Auch für die Orthographie der Konsulnamen ist der Text des Chronicon Paschale oft zuverlässiger.

V. Frühere Editionen und Ziel dieser Edition

Vor Mommsens kritischer Edition in den Monumenta Germaniae Historica sind drei Ausgaben grundlegend: die Ausgabe von Jacques Sirmond, Idatii episcopi Chronicon et Fasti Consulares, Paris 1619 (auf der Basis von B nur die Jahre von 270 bis 423 umfassend), die erste vollständige Edition von Philippe Labbé, Nova bibliotheca manuscriptorum librorum, 1, Paris 1657, 3–15, und die Ausgabe von Charles du Fresne, Seigneur du Cange, Paschalion seu Chronicon Paschale, Paris 1688, 439–540. Alle weiteren Ausgaben geben einen dieser Texte wieder.50 Hervorzuheben, weil sie leicht zugänglich ist, ist die Edition von Andreas Galland, Bibliotheca veterum patrum antiquorumque scriptorum ecclesiasticorum 10, Venedig 1774, 331–42. Sie gibt den Text von Sirmond in der überarbeiteten EditionS. 14 von Baunius51 und ist von J. P. Migne 1846 in PL 51,891–914 abgedruckt worden. Von Bedeutung ist auch die Ausgabe von Thomas Roncalli, Ve­tustiora latinorum scriptorum chronica 2, Padua 1787, 55–102, die verschiedene Ausgaben vergleichend heranzieht und von den Gelehrten des 19. Jh. in ihren Studien zu den spätantiken Chroniken benutzt wird.

Im Jahre 1892 legte Theodor Mommsen in seinen Chronica minora, die er für die MGH edierte, eine kritische Edition der Consularia Constantinopolitana vor (MGH AA 9,1 p. 197–243). Diese Ausgabe war über 100 Jahre maßgeblich. Auch nach der Neuedition der Consularia durch R. W. Burgess im Jahre 1993 (The Chronicle of Hydatius and the Consularia Constantinopolitana, ed. with an English translation, Oxford 1993) ist Mommsens Ausgabe nicht überflüssig geworden. Es ist die unterschiedliche Bewertung und Behandlung des Codex unicus, die zu Abweichungen im Text von Burgess führt, zumal in der Orthographie der Konsulnamen.52 Schon Mommsen hat sich im Vergleich zu den früheren Editoren näher an die Schreibweise der Handschrift angelehnt. Burgess aber bietet im strikten Sinne einer diplomatischen Edition fast durchgehend die Orthographie von B, obwohl diese wie die spätlateinische Syntax der Chronik uneinheitlich und fehlerhaft ist.53 In seiner Edition scheint nicht die Originalversion der Cons. Const. Priorität zu haben,54 sondern die Version der Hs. B, die dadurch in den Rang eines Autographen gehoben wird. Fehler korrigiert Burgess nur da, wo die immanente Evidenz der Handschrift es gebietet.55

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Auch Mommsen zeigt sich bei der Korrektur von Fehlern und der Änderung der Schreibweise zurückhaltend. Er unterscheidet offensichtlich sachliche und orthographische Fehler.56 Erstere korrigiert er im Text, wobei er die Lesart der Handschrift im Apparat vermerkt (z. B. Cons. Const. 266 Valerianus statt Valerinus). Oder er lässt sie im Text stehen, macht sie aber durch ein zugefügtes sic in Klammern kenntlich (z. B. bei der Vertauschung der Konsulate in den Jahren 297 und 299). Schreibfehler, die als Varianten der spätlateinischen Aussprache gelten könnten, behandelt Mommsen wiederum anders als Fehler, die auf die Unkenntnis des Abschreibers zurückgeführt werden können. Formen wie Dioclitiano (287 u. ö.), Stelicone (400. 405), Rumulo (309) (Vertauschung von e und i bzw. o und u) bleiben unverändert stehen. Schwerwiegende Verschreibungen wie Deatro (263), Bosso (408), Rumordio (403) werden nicht korrigiert, aber ebenfalls durch (sic) markiert oder im Apparat korrigiert (z. B. 375,2 Brigetione statt des überlieferten Virgitione). Bei dieser Vorgehensweise bleiben Inkonsequenzen nicht aus. So fragt man sich, warum Artabu, aber nicht Pierio (beide Cons. Const. 427) durch (sic) markiert wird, warum Deatro (263) lediglich ein (sic) bekommt, Valerinus (266,1) hingegen im Text korrigiert wird.

Die hier vorliegende kommentierte Ausgabe des die Jahre 251 bis 468 n. Chr. betreffenden Teils der Consularia Constantinopolitana stellt den Versuch einer kritischen Edition dar. Die methodischen Schwierigkeiten, welche eine kritische Edition, die sich nur auf eine Handschrift stützt, mit sich bringt, sind den Herausgebern durchaus bewusst. Problematisch sind vor allem Stellen, wo im Codex Lücken vorkommen, Angaben z. B. eines oder beider Konsulnamen fehlen oder andere Eigennamen als in den sonst bekannten Quellen überliefert sind. Hier muss der Herausgeber in jedem Einzelfall die Entscheidung treffen, ob der Wortlaut der Handschrift zu halten oder eine Emendation oder Konjektur auf der Grundlage der Parallelüberlieferung vorzuziehen ist. Die Ergeb­nisse dieser Erwägungen findet der Benutzer einerseits im lateini­schen Text und im kritischen Apparat, andererseits im philologisch-histo­rischen Kommentar. Hier sei nur eines vorweggenommen: Das Fehlen einer weite­ren Handschrift gebietet dem Philologen bei der Aufnahme von Lesarten und Informationen aus anderen Quellen in den Text der Consu­la­ria Con­stan­tinopolitana äußerste VorS. 16sicht; sein Ziel ist, das so und nicht anders überlieferte Werk kritisch her­auszugeben; dabei muss er Irrtümer des Verfassers oder der Verfasser in Kauf nehmen. Demgegen­über kann und soll der kommentierende Histo­riker die Informationen aus anderen Quellen immer heran­ziehen und – soweit möglich – bewerten.

Bei Emendationen wird die Lesart von B jeweils im Apparat vermerkt außer in folgenden Fällen:57 Orthographische Varianten, die entweder auf graphischer Verwechslung oder auf dem Lautwandel der späteren Zeit beruhen, werden normalisiert, ohne dass im Apparat die überlieferte Form notiert wird. Denn wahrscheinlich stammen die graphischen Anomalien vom Kopisten, d. h. sie gehen auf seinen Eingriff zurück bzw. spiegeln seine Aussprache wider.58 Diese Fälle sind in der Appendix 2 zur Einleitung zusammengestellt. ‚Fehler‘ im Bereich der Morphosyntax, z. B. im Kasusgebrauch nach Präpositionen, werden als für das späte Latein typische Abweichungen vom Standardlatein gewertet und nicht korrigiert, aber im philologischen Kommentar notiert und erläutert. Die morphosyntaktischen Anomalien werden also als Eigenart der Sprache des Verfassers bzw. Endredaktors der Consularia gewertet. Auch in diesem Bereich sind natürlich spätere Entstellungen denkbar (vgl. etwa 367,2 apud Ambianis, 409 Spanias). Die grundsätzliche Entscheidung wird durch die Untersuchungen Galdis zur Sprache des Jordanes bestätigt. Gegen die Herausgeber der Getica des Jordanes, Giunta und Grillone,59 zeigt Galdi anhand des Vergleichs mit dem Quellentext des Florus, dass die Kopisten im Bereich der Syntax kaum Veränderungen vornehmen.60

Im Unterschied zu den Editionen von Mommsen und Burgess werden die Angaben der Tagesdaten einheitlich, und zwar abgekürzt, wiederge­geben. Abkürzungen von Titeln und Amtsbezeichnungen, die sich in der Handschrift finden, werden mit Ausnahme des einleitenden conss. aufge­löst. Die Groß- und Kleinschreibung wird vereinheitlicht.

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VI. Entstehung und Rezensionen

Unstrittig ist der heterogene Charakter der Consularia Constantinopoli­tana: Der uns vorliegende Text ist aus mehreren, in verschiedenen Rezen­sionen entstandenen Teilen zusammengesetzt. Uneinigkeit herrscht aber darüber, wo die entsprechenden Einschnitte im Text anzusetzen sind. Als sicher anzunehmen ist, dass eine Fassung der Chronik in Konstantinopel um das Jahr 390 abgeschlossen wurde. Bis zu diesem Jahr hat der Text teilweise (ab dem Jahr 330) den Charakter einer Stadtchronik, die – allerdings mit offiziellen Nachrichten vermischte – genuin die Stadt Konstantinopel betreffende Tatsachen meldet. Grundlage der Chronik bildet eine stadtrömische bzw. westliche Konsulnliste.61 Festzuhalten ist auch, dass die Chronik vor 330 einen stadtrömischen Einschlag in den beigefügten Nachrichten aufweist. Man muss also von römischen Quellen für die Konsuln­liste und auch für die historischen Einträge ausgehen, ohne eine römische Redaktion zeitlich und textlich abgrenzen zu können. Ab 389 bzw. 395 bis zum Ende der Chronik finden sich quantitativ weniger und nur noch – mit Ausnahme der kaiserlichen Daten – den Westen betreffende Einträge. Ungefähr in 389 enden auch die auffälligen Übereinstimmungen mit parallelen Berichten zur Cons. Const., vor allem mit dem in Griechisch verfassten Chronicon Paschale und mit den Parallelen, die sich beim Kirchenhistoriker Sokrates finden. Unstrittig ist schließlich, dass die Chronik ab ca. 390 im Westteil des Reiches fortgeführt wurde. Die engen Parallelen zu Hydatius im letzten Teil der Consularia lassen eine Endredaktion in Spanien plausibel erscheinen.62

Soweit die gesicherte communis opinio.2 Bedenkenswert ist auch die erstmals von Seeck vorgebrachte und neuerdings von Muhlberger bekräf­S. 18tigte Theorie, ein erstes Exemplar der Consularia Constantinopolitana sei in den 360er Jahren in Konstantinopel kompiliert worden.64 Seeck stimmt mit Mommsen darin überein, dass den Consularia im Hauptteil die soge­nannte ‚Chronik von Konstantinopel‘ zugrunde liegt,65 die Urfassung einer im 4. / 5. Jh. entstandenen lateinischen Fastenchronik,66 von der alle überlieferten vollständigen und unvollständig erhaltenen annotierten Konsuln­listen abgeleitet werden. Diese Chroniken stimmen nicht nur im Material, sondern auch im Aufbau des chronistischen Teils in auffälliger Weise über­ein. Beispielhaft dafür ist die Struktur der Consularia, für die zwei Hauptteile identifiziert werden können.67 Ein erster Teil reicht bis 261 n. Chr. und gibt wenig mehr als eine durch historisch-antiquarische und literarische Eckdaten angereicherte Konsulnliste. Ab 261 und vor allem nach 302 wechselt die Perspektive der Darstellung zur militärischen und kaiserlichen Geschichte. Von 356 bis 389 liegt ein weiterer Schwerpunkt auf lokalen Nachrichten aus Konstantinopel (nach 304 mit genauen Ta­gesdatenangaben).68 Im Aufbau zeigt sich, dass die Entstehung der sog. ‚Fastenchronik‘ eng mit der Etablierung von Konstantinopel als der neuen östlichen Hauptstadt verbunden ist. Mit ihrem Interesse an antiquarischen Daten römischer Provenienz für die frühe Zeit und an offiziellen reichs­S. 19weiten sowie lokalen Nachrichten für die späte Zeit scheint sie den Bedürf­nissen des neuen Amtsadels in Konstantinopel entsprochen zu haben.

Neuerdings versucht Burgess Licht in die Überlieferungsgeschichte der Consularia zu bringen und dabei die Bezüge zu den überlieferten Parallelversionen der konstantinopolitanischen Chronik zu rekonstruieren.69 Auf dem Hintergrund seiner quellenkritischen Abhandlung sind besonders zwei Punkte zu diskutieren:

Wann ist das Ende der konstantinopolitanischen Rezension der Consularia anzusetzen, im Jahr 389 oder im Jahr 395? Wie viele und welche Rezensionen des Textes kann man plausibel machen?

Zu 1: Burgess sieht in der Nachfolge Seecks den Einschnitt zwischen konstantinopolitanischer und westlicher Chronik im Jahr 389, weil die singuläre Erwähnung des Todes eines Prätorianerpräfekten Cons. Const. 388 eine entsprechende Redaktion des Textes nahelegt. Burgess nimmt wie Seeck an, ein Exemplar der konstantinopolitanischen Chronik sei von Achanthia, der Witwe des Präfekten Cynegius, bei der Überführung der Leiche nach Spanien mitgeführt worden und so quasi im Reisegepäck der Achanthia 389 in den Westen gelangt. Eng damit verbunden ist die Hypothese, Achanthia habe die uns vorliegende Fassung der Consularia zuvor bei einem Buchhändler privat in Auftrag gegeben. Beide Erklärun­gen sind aber nicht zwingend. Ein Blick auf die Fortführung der Chronik bis 395 zeigt, dass zwar die im engeren Sinn lokalen Nachrichten aus Konstantinopel mit dem Tod des Cynegius abbrechen, der Fokus der Berichterstattung in der Folge aber nicht eigentlich auf westlichen Ereignissen, sondern auf Kaiser Theodosius I. liegt, der auf seinem Zug in den Westen ‚begleitet‘ wird.70 Es ist daher auch vorstellbar, dass ein Exemplar der Consularia im Tross des Theodosius seinen Weg in den Westen des Reiches fand.71

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Cardelle de Hartmann plädiert aufgrund von sprachlichen und stilistischen Kriterien für einen Einschnitt im Jahr 395 und kehrt damit zu Momm­sens Vorschlag zurück.72 Entscheidend ist etwa die formelhafte Ver­wen­dung des Verbs levare für die Ernennung zum Kaiser, die erst nach dem Eintrag zum Jahr 392 abbricht. Auch werde ab dem Jahr 395 der Beiname Augustus nicht mehr regelmäßig gesetzt. Dagegen lässt sich vor­bringen, dass die Vergleichsbasis zu gering ist, um aus dem Wortgebrauch sichere Rückschlüsse auf einen anderen Verfasser zu ziehen. Immerhin taucht levare 392,1 nur in der singulären reflexiven, negativ konnotierten Form auf. Auffällig dagegen ist das Verb est interfectus, weil vorher fast immer occisus est verwendet wird.73 Aufs ganze gesehen aber legen nicht einzelne Wendungen, sondern Stil und Ausführlichkeit des Inhalts nahe, dass die Einträge bis 395 zum konstantinopolitanischen Teil gehören.74

Zu 2: Aufgrund differenzierter Kriterien, indem er interne und externe Gründe abwägt und die Entwicklung der eigentlichen Konsulnliste und die der historischen Einträge unterscheidet, schließt Burgess auf eine Vielzahl von Rezensionen, die eine ‚bewegte‘ Geschichte des Textes voraussetzen. Laut Burgess ist eine erste Rezension der Konsulnliste der Consularia im Jahr 161 erstellt worden, wie Gemeinsamkeiten mit den Listen der Fasti Vindobonenses und der Chronik Prospers von Aquitanien bis zu diesem Zeitpunkt belegen. Im Text fällt zum Jahr 161 die zweifache Konsul­angabe ins Gewicht. Eine weitere Rezension setzt Burgess für das Jahr 314 an, in dem die singuläre Angabe des zweiten Konsulats des Volusianus auffällt, welche auf eine von der Familie des Volusianus erstellte römische Liste hindeuten könnte.75 Dieser Hypothese könnte man aber auch eine ebenso hypothetische Rezension durch Maxentius entgegenhalten, weil dieS. 21 Liste der Konsuln unter Maxentius in den Jahren 307–312 neben der offiziellen Konsulnliste in den historischen Notizen auftaucht. Das Speku­lative an Burgess’ Rekonstruktion wird deutlich, wenn man auf die Rezen­sionen des letzten Teils der Consularia blickt. Burgess nimmt nicht nur wie etwa Mommsen und Seeck eine spanische Rezension an, sondern schließt für diesen Zeitraum aus den Einträgen, die Nordafrika und Italien betreffen (bes. 389–405. 411. 413), zusätzlich auf eine karthagische und auf eine stadtrömische Überarbeitung, die in der spanischen Endredaktion zusammenflössen.76 Reichen aber die wechselnden Orte des berichteten Ge­schehens aus, um weitere Rezensionen anzunehmen? Können die Informa­tionen aus Italien und Afrika, etwa die Kunde von einer Sonnenfinsternis im Jahr 402, nicht auch durch andere Quellen nach Spanien gelangt sein, wo der letzte Teil der Consularia verfasst wurde? Skepsis stellt sich auch ein, wenn Burgess für die Jahre 292. 319. 338–342 eine gallische Rezen­sion vorschlägt,77 weil hier von lokalen Ereignissen (Sieg über die Franken, Sonnenfinsternisse) berichtet wird. Burgess / Kulikowski nehmen dann aus plausiblen, aber keineswegs gesicherten Gründen eine Rezension exakt für Trier und das Jahr 342 an.78 Die Gewissheit, mit der diese Rezension als frühester Beleg für die handschriftliche Consularia-Tradition herausgestellt wird, kann daher nicht nachvollzogen werden.

VII. Die Autorfrage

Mit dem Problem der phasenweisen Entstehung eng verbunden ist die Frage der Verfasserschaft der Consularia. Fest steht nur, dass mehrere anonyme Kompilatoren an der Erstellung des vorliegenden Textes beteiligt waren. Weil die Consularia zusammen mit der Chronik des Hydatius überliefert sind, hatte sie der erste Editor Jacques Sirmond noch ganz dem Hyda­tius zugeschrieben. Die Verfasserschaft des Hydatius modifizierten Seeck und Mommsen in der Weise, dass sie nur den letzten Teil der Consularia, der den Zeitraum von 389 bzw. 395 bis 468 umfasst, auf den spaS. 22nischen Bischof zurückführten. Die Consularia seien „in ihrer Haupt­masse“ in Konstantinopel entstanden und von dort nach Spanien gelangt, wo sie von Hydatius als Grundlage für seine Chronik benutzt und fort­geschrieben worden seien.79 Diese Annahme hat bis heute die meisten Anhänger gefunden,80 wobei Seeck deutliche Eingriffe des Hydatius auch in den konstantinopolitanischen Teil der Consularia vermutete. Gegen die communis opinio wendeten sich im 19. Jh. Holder-Egger und im 20. Jh. Cardelle de Hartmann und Burgess.81 Holder-Egger spricht sich gegen Hydatius als Überarbeiter und Fortsetzer der konstantinopolitanischen Fasten aus. Auch Burgess weist die Autorschaft des Hydatius für irgend­einen Teil der Consularia entschieden zurück. Cardelle de Hartmann diffe­renziert und zeigt an Textvergleichen, dass Hydatius zwar die Consularia bis zum Jahr 395 als Quelle für seine Chronik verwendet hat, der letzte Teil aber von einem unbekannten spanischen Autor stammt, der aus dem Nachlass des Hydatius schöpfte.82

Die Gründe für und gegen die Verfasserschaft des Hydatius trägt zuletzt Burgess zusammen.83 Es gibt auffallende Parallelen zwischen der Chronik des Hydatius und den Consularia, z. B. die Datierung des Todes des Maxentius und die – in den Consularia nachgetragenen – spanischen Ären. Beide Werke enden zudem mit dem Jahr 468. Interne und externe Gründe belegen, dass der Text der Consularia auf jeden Fall zwischen 389 und 395 nach Spanien gelangte und dort fortgeführt wurde,84 was eine Verfasserschaft des spanischen Bischofs zumindest wahrscheinlich macht. Gegen Hydatius als Verfasser führt Burgess das Argument ins Feld, dass der Bischof die benutzte Konsulnliste in der Praefatio seiner Chronik nichtS. 23 erwähne.85 Auffällig sei auch, dass eine Fülle von Informationen, die die Consularia bieten, in der Chronik des Hydatius nicht verwendet werden, andererseits auch Lücken in den Einträgen der Konsulnliste bleiben, die aus der Chronik hätten gefüllt werden können.86 Daten stimmten nicht überein, die hätten angeglichen oder nachgereicht werden können. Die Argumente, die Burgess vorträgt, überzeugen jedoch nur dann restlos, wenn man von einer geplanten, absichtsvoll angelegten Bearbeitung und Abfassung der Konsulnliste ausgeht.87 Ein Argument aber ist nicht von der Hand zu weisen, weswegen zu Recht die Verfasserschaft des Hydatius für die Consularia bezweifelt wird. Stil und Sprache der Consularia gerade im letzten, dem Hydatius ganz zugewiesenen Teil stimmen nicht mit der Chronik überein.88

Im Folgenden sollen die schon von Mommsen hervorgehobenen aus­führlichen, fast wörtlichen Parallelen in den Blick genommen werden.89 Sie dienten Mommsen als Beleg für die Verfasserschaft des Hydatius. Das sind die Einträge zu den Jahren 415 und 419 in den Consularia und die Kapitel 58 und 66 bei Hydatius (Hyd. chron. II p. 18,58; p. 19, 66 = 50 und 58 Burgess).90

S. 24

Cons. Const. 415: his conss. sanctus Stephanus primus martyr revelatur sancto presbytero Luciano die VI feria, quae fuit tunc III non. Dec., in Hierosolymis sancto Iohanne episcopo praesidente; et extant ex his gestis epistolae supra dicti presbyteri et sancti Aviti presbyteri Bracarensis, qui tunc in Hierosolymis degebant.

Hydatius 58: Hierosolymis Iohanne, de quo supra, episcopo praesiden­te sanctus et primus post Christum dominum martyr Stefanus revelatur.

An beiden Stellen wird von der Entdeckung des Grabes des hl. Stepha­nus in Jerusalem berichtet. Die Consularia bieten die längere und genauere Fassung. Hinzugefügt werden darin der Tag (und das Jahr)91 sowie der Urheber der Entdeckung und die genaue Quelle dieser Information. Letzteres findet sich in dem ganzen Text nur hier und im nächstfolgenden Eintrag. Der Verfasser hat ein besonderes Interesse daran, die Rolle des spanischen Presbyters Avitus hervorzuheben, die sowohl in der Augen­zeu­gen­schaft als auch in der Verbreitung der Kunde von der Revelatio besteht. Wir wissen aus den überlieferten Briefen, dass Avitus den Brief des Finders Lukianos aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt hat. Die lokale Bedeutung des Ereignisses im fernen Jerusalem ist hierdurch sowie durch die Existenz der Briefe (auch – so ist anzunehmen – im Umkreis des spanischen Verfassers) gegeben. Der Eintrag als Ganzes kann vielleicht im Kontext der frühen Ausbreitung der Stephanusverehrung in Spanien gesehen werden.

Cons. Const. 419: his conss. sanctus Iohannes Hierosolymorum episco­pus qui supra epistolam dirigit per ecclesias orbis terrarum, quae habetur, de signis terroribusque divinitus perpetratis.

Hydatius 66: durante episcopo quo supra gravissimo terrae motu sanc­ta in Hierosolymis loca quassantur et cetera, de quibus ita gestis eiusdem episcopi scripta declarant.

Man geht davon aus, dass an beiden Stellen von dem Erdbeben in Jerusalem im Jahr 419 berichtet wird. In der Chronik des Hydatius wird das Ereignis konkret benannt. In den Consularia findet sich mit ‚Schreckenszeichen‘ eine so allgemeine Umschreibung, dass sie einen informierten Le­ser voraussetzt. Bei Hydatius steht der Bericht vom Erdbeben im Mit­tel­punkt. Über die Nennung des Bischofs von Jerusalem erfolgt eine zeitliche Einordnung,92 und nur am Rande findet der Fundort der Nachricht ErwähS. 25nung, eben die Schriften dieses Bischofs. In den Consularia dagegen liegt der Fokus ganz auf dem Briefschreiber und Berichterstatter Johannes von Jerusalem, der auch als Subjekt des Satzes fungiert.

Besteht eine Abhängigkeit zwischen den Texten? Welchem gebührt der Vorrang? Können beide von Hydatius stammen? Wegen der konkreten Aussage in Bezug auf das eigentlich bezeugte Ereignis gehört dem Bericht des Hydatius der Vorrang. Die Verallgemeinerung des Erdbebens zu ‚Wunderzeichen‘ in den Consularia ist vor dem Hintergrund eines religiö­sen Anliegens verständlich. Der Kompilator scheint die Notiz bei Hydatius aufzugreifen und in seinem Sinn umzuformen. Problematisch ist nur, dass der Bischof Johannes antiken Zeugnissen zufolge schon im Januar des Jahres 417 starb. Das ist das Jahr, das Hydatius – fälschlich – für das Erdbeben angibt. Dahinter könnte sich ein Textproblem verbergen. Schon frühere Editoren haben sich an der Nennung des Bischofs an dieser Stelle bei Hydatius gestoßen und auch an dem Nachsatz, der die Schriften des Bischofs als Quelle angibt.93 Dabei bereitet die Notiz nicht nur sachliche, sondern auch syntaktische Schwierigkeiten. Obwohl mit dem ‚oben genannten Bischof‘ sicherlich der zuvor zum Jahr 414 genannte Bischof von Jerusalem gemeint ist,94 bleibt der Bezug zunächst in der Schwebe, weil im unmittelbar vorhergehenden Eintrag zum Jahr 418 gerade von der Einsetzung eines Bischofs die Rede ist, nämlich des Eulalius von Rom.95

Auch die Fortführung des Berichts mit et cetera lässt den Leser stutzen. Burgess bezieht cetera in seiner Übersetzung auf loca zurück: „und andere Gebiete“,96 ebenso Tranoy2 und Cardelle de Hartmann, wobei letztere „andere Orte in Jerusalem“ übersetzt98, erstere die Orte nicht genau lokaliS. 26­sieren, vielleicht in Übereinstimmung mit der Angabe bei Marcellinus Comes zum Jahr 419, vgl. multae Palaestinae civitates villaeque terrae motu conlapsae (Marcell. chron. II p. 74,419,2). Man könnte auch versucht sein, bei et cetera (sc.geruntur) ganz allgemein an Ereignisse zu denken, von denen Philostorg und Marcellinus zu dem Jahr berichten, z. B. Sonnenfinsternisse.99 Eine Unklarheit des Ausdrucks ist zu konstatieren.

Aufs Ganze gesehen scheint der Vergleich der Paralleltexte die These von Cardelle de Hartmann zu bestätigen. Der Verfasser des dritten Teils der Consularia ist nicht Hydatius selbst, sondern ein spanischer Kompilator, der die Chronik des Hydatius kennt, benutzt und im Stil kopiert. An den besprochenen Stellen wäre sogar eine Art wechselseitige Abhängigkeit von Chronik und Konsulnliste vorstellbar. Die beiden Einträge in der Konsulnliste verbindet die Betonung der Briefe, die als Quellen vorliegen und in denen Augenzeugen von religiös bedeutsamen Ereignissen im fernen Osten berichten. Der unbekannte westliche Verfasser scheint sich der seltenen Quellen in besonderer Weise zu rühmen. Cardelle de Hartmann vermutet, dass diese Briefe auch Hydatius für die Chronikeinträge §§ 58 und 66 vorlagen, dass der Kompilator sogar eben diese Briefe aus dem Nachlass des Hydatius benutzte. Für den § 66 kann sich Cardelle de Hartmann auf die Aussage des Textes berufen. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass der Hinweis auf die Schriften des Johannes von Jerusalem erst durch den Eintrag in der Konsulnliste provo­ziert und nachträglich in die Chronik eingefügt wurde.

Appendices

1. Jahreszählungen am Rand

Reste der quinquaginta-Zählung (je 50 Konsulate):

314 DCCC (DCCLBurgess)

407 DCCC (DCCCLBurgess)

458 ? DCCCC

Spanische Ären:

253 CCXL (CCLXL Mommsen)

263 CCC

273 CCX

S. 27

283 CCXX

294 CCCXXX (CCCCXXXBa.c.)

304 CCCLX (CCCXLMommsen)

314 CCCC (CCCLBurgess)

341 CCCLXXX

362 CCCC

372 CCCCX

378 CCCCXVI

382 CCCCXX

392 CCCXX (CCCCXXXMommsen)

402 CCCCXL

409 CCCCXLVII

412 CCCCL

420 CCCCLX

430 CCCCLXX

443 CCCCXLV

448 CCCCLXL

452 CCCCLXL

460 CCCCLXLVIII

461 CCCCLXLVIIII

462 D

463 DI

464 DII (in textu)

465 DIII

467 DIIII

468a DV

468b DV

2. Überlieferte Schreibweisen, die in der Edition standardisiert werden:

e statt ae und umgekehrt: 260 Seculare; 291,2 Cesares; 324,2 Calcaedonense; 358 Caereale; 364,2 Niceam; 374 Aequitio; 375 Aequiti; 378,3 Constantinopolitane; 388,1 Egyptum; 415 presidente;

e statt i und umgekehrt: 284. 370,1 famis; 287. 290. 293. 296. 299. 303. 304 Dioclitiano (aber 285 Diocletiano); 304. 316 Dioclitianus; 384 Ricomeri; 388,1 pedistre; 400. 405 Stelicone; 419 Plenta; 452 Hirculano; 459 Rechimero; 468 Antimio;

S. 28

i statt y und umgekehrt: 379. 464 Olibrio (aber 395 Olybrio); 340 Acyndino; 350,2. 379,1 Syrmium (aber 283 Sirmium); 415 Hierosolimis (bis); 419 Hierosolimorum; 429 Dionisio;

o statt u und umgekehrt: 295 Anolino; 309 Rumulo; 347 Rofino; 388. 388,2. 403. 409. 411. 412 Theudosio (aber 380 u. ö. Theodosio); 388,3. 389. 395 Theudosius (aber 379,1 u. ö. Theodosius); 390 Neuterio; 399 Theudoro;

Wegfall von h: 292 Anibaliano; 324,1 Adrianopolitanum; 376,1 Unorum (aber 379,3 Hunos);

Haplographie von ii: 341,1. 353,1. 388,3 Gallis; 375 Aequiti; 413a Theodosi; von ll: 295. Anolino; 344. 363. 413,1 Salustio, Salustius; von nn: 292 Anibaliano;

ch statt c und umgekehrt: 267 Archesilao; 270 Anthiociano; 324,2 Calcaedonense; 378 Trachiarum; 398 Eutyciano; 459 Rechimero;

t statt th und umgekehrt: 378 Trachiarum; 405 Antemio; 421 Eustatio; 440 Anatholio; 455 Antemio; 467 Antemius; 468 Antimio;

c statt g: 332 Cothi;

f statt ph: 366,2 Frygiam; 370,1 Frygiae; 382,1 sarcofago; 386,2 triumfo; 415 Stefanus; (Ausnahmen: 270 Orfito; 333 Zenofilo; 451 Adelfio);

t statt c: 451 Martiano;

v statt b: 434. 458 Ariovindo.

Die Assimilation der Präfixe, die in der Hs. vermieden wird, wird hier hergestellt.


1 Zu den damit verbundenen Gattungsfragen s. u.

2 So auch bei Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 29. 39 f. u. ö.

3 Burgess, Chronicle of Hydatius 175 mit Anm. 1 stößt sich an Mommsens Titel, weil er das Werk auf das Material der konstantinopolitanischen Stadtchronik reduziere, und erwägt eine Benennung nach dem in der Handschrift überlieferten Titel bzw. nach dem Aufbewahrungsort der Handschrift, Consularia Berolinensia, entscheidet sich aber hier aus pragmatischen Gründen für die Beibehaltung der Mommsenschen Lösung.

4 Mommsen, Chron. min. 1,199; Muhlberger, Fifth-century chroniclers 23–27 u. ö.

5 Z. B. Seeck, Chronica 2459; Kaufmann, Fasten, passim.

6 Dazu unten Kap. VII.

7 Im lateinischen Bereich liegt in den Consularia Constantinopolitana die einzige vollständig erhaltene Konsulnliste vor. Daneben sind die fragmentarisch erhaltenen sog. ‚westlichen Annalen‘ zu nennen, die u. a. die Fasti Vindobonenses priores und posteriores und die Excerpta Sangallensia umfassen (dazu Muhlberger, Fifth-century chroniclers 30–37).

8 C. Wachsmuth, Einleitung in das Studium der alten Geschichte, Leipzig 1895, 199 spricht von einer „Konsularchronik“. Burgess, Chronicle of Hydatius 175 lehnt es ab, in Bezug auf die Consularia Constantinopolitana von einer Chronik zu sprechen. Für ihn liegt lediglich eine mit historischen Vermerken angereicherte Konsulnliste vor. Zur modernen Gattungsunterscheidung von Chronik und Consularia sowie zur Gattung der Konsulnliste bzw. Fasti im besonderen s. Burgess, Chronicle of Hydatius 178–86; Croke, Chronicles, passim; Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 35–57. Den Chronik-Charakter unterstreichen Holder-Egger, Untersuchungen III, 70 Anm. 2 und Frick, Fasti Idatiani 283. Zum Problem s. unten.

9 Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 1–62. B. / K. stehen damit in einer langen Tradition. Die Theorie von den im 4. / 5. Jh. verbreiteten Konsular-Annalen, die zu eher praktischen Zwecken angefertigt wurden und allenfalls Vorstufen oder Quellen für die eigentli­chen Chroniken bildeten, findet sich erstmals bei Holder-Egger, Untersuchungen II, 238–47 und hat seitdem viele Anhänger gefunden, zuletzt Muhlberger, Fifth-century chroniclers 23–46; Burgess, Chronicle of Hydatius 178–81; Rüpke, Geschichtsschreibung 65–85; dazu Croke, Chronicles 293 f.

10 Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 10.18. 59–62 sprechen von einem „ecumenical vocabulary“, d. h. von einer auf alle Perioden und Disziplinen anwendbaren Terminologie für die Gattung ‚Chronik‘.

11 Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 11 f. Zeitgenössisch sind auch die Bezeichnungen annorum series (Cassiod. chron. II p. 161,1365) und consulum series (Iord. Rom. 388).

12 Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 21.38 Anm. 64. 57. – Bei descriptio consulum handelt es sich wohl um eine generische Werksbezeichnung entsprechend den antiken Namen für die annotierten Konsulnlisten, annorum series und consulum series (vgl. oben).

13 Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 29.

14 In Bezug auf die Kürze unterstreichen Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 59 den relativen Wert des Kriteriums und öffnen so selbst die Grenzen der Chronik nach unten und oben.

15 Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 44 f.

16 So in Cons. Const. 363, wie Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 52 selbst einräumen.

17 Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 46–48.

18 Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 58: „It is clear that, as the fifth century progressed, the originally completely separate genres of consularia and chronicle began to influence one another and the boundaries between the genres broke down as writers took useful aspects of one and applied them to the other.“

19 An anderer Stelle scheinen auch Burgess / Kulikowski von einem fließenden Übergang der Gattungen auszugehen: „Similarly, there is no certain means of determining at what point a collection of annually compiled notes ... becomes a chronicle.“ (S. 59).

20 Es gibt noch einen Codex mutilus, von dem drei Abschriften erhalten sind. Da er im Jahr 50 n. Chr. abbricht, ist er für den in der vorliegenden Edition berücksichtigten Zeitraum nicht relevant. Zur Beschreibung und Bewertung dieses Codex descriptus s. Momm­sen, Chron. min. 1,202 f. – Burgess, Chronicle of Hydatius 13. 16. 176, berichtet von einer Abschrift von B, die er selbst in der Bibliothèque Inguimbertine in Carpentras fand und die auch einen kleinen Teil der Consularia enthält (die Konsuln von 291–337 n. Chr. auf f. 161r). Auch diese Handschrift aus dem 16. / 17. Jh., die Burgess C nennt, ist für die Text­erstellung bedeutungslos.

21 Mommsen, Chron. min. 1,78 und 2,2, nennt diese Handschrift auch B, allerdings im Zusammenhang der Edition des Liber generationis bzw. der Chronik des Hydatius. Zur Geschichte der Handschrift vgl. Burgess, Chronicle of Hydatius 25 f. – Jacques Sirmond, der erste Editor des uns interessierenden Abschnitts der Consularia, fand den Codex, der wohl aus Metz kam (nach Meinung von Sirmond, vgl. Rose, Handschriften-Verzeichnisse 277; zustimmend Bischoff, Katalog 91), zwischen 1615 und 1619 in der Bibliothek des Jesuitenkollegs von Clermont in Paris, von wo er 1764 in den Besitz von Gerard Meerman gelangte (katalogisiert als Meermanianus n. 715). Nachdem die Handschrift lange Zeit als verschollen galt, entdeckte sie 100 Jahre später Alfred Schöne zufällig in der Bibliothek von Sir Thomas Phillipps in Cheltenham. Aus Phillipps’ Nachlass erwarb sie 1887 auf Betreiben Theodor Mommsens die Königliche Bibliothek in Berlin.

22 Mommsen, Chron. min. 1,202. Vgl. auch Rose, Handschriften-Verzeichnisse 277. Wir folgen Bischoff darin, dass die späteren Einträge der Trier preisenden Gedichte nicht zwingend auf die Entstehung der Handschrift in Trier weisen. Bischoff, Katalog 91 erkennt in der Schrift die „typische Veroneser Minuskel“.

23 Vgl. Burgess, Chronicle of Hydatius 11; Bischoff, Katalog 91.Rebenich, Rezension 439 verweist noch auf die zu erwägende Datierung in die Zeit Karls des Großen, die Traube IV Anm. 1, vorschlägt.

24 Bischoff, Katalog 91 nennt die Blattgröße vor der Neubindung: 29 x 26, 5 cm.

25 Vgl. die genaue Beschreibung der Schrifteigentümlichkeiten bei Rose, Handschriften-Verzeichnisse 277.

26 Rose, Handschriften-Verzeichnisse 277. 279.

27 S. Komm. zu Cons. Const. 379,3.

28 Bis zu vier Konsulnamen erscheinen in einer Zeile, z. B. die Konsuln der Jahre 431 und 432.

29 Mommsen, Chron. min. 1,201 ungenau:per saecula.

30 S. Burgess, Chronicle of Hydatius 177 f.

31 Mommsen, Chron. min. 1,201: per decennia. – Bei der sog. spanischen Ära handelt es sich um eine seit westgotischer Zeit in Spanien verbreitete Zeitrechnung. Warum diese Zeitrechnung im Jahr 38 v. Chr. einsetzt, ist bis heute ungeklärt. Bemerkenswert ist, dass die Ära zuerst in der Chronik des Hydatius auftaucht. Teile der Zählung bei Hydatius sind wahrscheinlich interpoliert, nämlich die am Rand, was auch für eine spätere Hinzufügung der Zählung der Cons. Const. spricht, vgl. zu Hydatius Cardelle de Hartmann, Studien 43–46.

32 Mommsen, Chron. min. 1,201. Das Urteil wird durch den Befund der parallelen Überlieferung gestützt.

33 Zur unterschiedlichen Bewertung des Codex unicus durch Mommsen und Burgess s. unten. – Mommsen, Chron. min. 1,202, stellt die Zahlen, die er in B vorfindet, in der Praefatio in zwei Listen zusammen. Die zweite Liste ist unvollständig. Mommsen hat so­wohl das L (neben Publilio et Hilario, 457 v. Chr. / 297 a. u. c., s. f. 173v) als auch CL (ne­ben Metello II et Vulbo, 291 v. Chr. / 463 a. u. c., s. f. 174v) als auch CC (neben Tuncino et Falcone, 239 v. Chr./ 515 a. u. c., s. f. 175r) übersehen. Die Zahlen L und CL, die Burgess konjiziert, sind, wenn auch schwach, in der Hs. lesbar.

34 Vgl. dazu Burgess, Chronicle of Hydatius 187–98.

35 Whitby / Whitby, Chronicon Paschale XVII f. Noch größer ist aber die Nähe der Konsulnliste der Cons. Const. zur Liste, die der sog. Chronograph von 354 überliefert (Chron. min. 1,50–61). Nur hier finden sich etwa auch die Namen der illegitimen Konsuln unter Maxentius (s. Komm. zu Cons. Const. 307–312). Vgl. dazu Burgess, Chronicle of Hydatius 187–93, bes. die Übersicht 188.

36 Vgl. Mommsen, Chron. min. 1,199.

37 Dazu auch unten Kap. VI.

38 Seeck, Chronica 2459.

39 Siehe Einl. und Text der Fastenquelle des Sokrates in diesem Band (KFHist G 2).

40 Die These von zwei Hauptredaktionen der konstantinopolitanischen Chronik, wonach es eine Kurzversion, repräsentiert durch die „fast vollständige Abschrift“ der Consularia, und eine Langversion, greifbar in der griechischen Übersetzung des Chronicon Paschale, gab, ist in diesem Sinn zu verstehen, Seeck, Chronica 2455. 2458 f. Schon Frick verweist aber darauf, dass die griechische ‚Langversion‘ des Chronicon Paschale der genaueren quellenkritischen Analyse bedarf. Exzerpte aus Johannes Malalas und Eusebios füllten die Chronik und weckten fälschlich den Eindruck einer ausführlicheren Fassung (Frick, Fasti Idatiani 286–92). Auch Whitby / Whitby, Chronicon Paschale XVII f., unterstützen diese Auffassung, wenn sie das Chronicon Paschale auf eine „erweiterte konstantinopolitanische Konsulnliste“ zurückführen, die durch Informationen aus alexandrinischen Quellen, aus Malalas und Eusebios sowie aus arianischen Notizen angereichert wurde.

41 In der alten Streitfrage über den Ursprung der Chronik, d. h. ob es sich dabei um eine offiziell geführte konstantinopolitanische Stadtchronik oder um ein für private Zwecke zusammengestelltes Produkt von Buchhändlern handelt, ist eine endgültige Entscheidung schwierig; aufgrund des offiziösen Charakters der meisten Einträge und Nachrichten scheint eine Mischung beider Thesen am plausibelsten zu sein: Die Chronik wurde vielleicht amtlicherseits geführt, aber auch von und für Privatpersonen immer wieder neu kompiliert. Vgl. zur Diskussion Muhlberger, Fifth-century chroniclers 30–37. Die kontroversen Positionen werden vertreten durch Croke, City Chronicles 165–203 und Burgess, Chronicle of Hydatius 183–86.

42 Vgl. Bleckmann in der Einl. zu KFHist G 3 und 4.

43 Vgl. z. B. Holder-Egger, Untersuchungen III, 59; Hansen, Sokrates LI f.; er fasst entsprechend im apparatus fontium seiner Sokrates-Edition die beiden Werke unter dem Ober­begriff ‚Chronica‘ zusammen, z. B. S. 181.

44 Mommsen, Chron. min. 1,204.

45 Vgl. z. B. 297. 342,2. 348 und Komm. z. St.

46 Vgl. Komm. z. St.

47 Vgl. Komm. z. St. – Das falsche Verständnis der Konsulnamen Cons. Const. 307 und 308 ist der Beleg dafür, dass die konstantinopolitanische Chronik auf Latein verfasst war, vgl. dazu Whitby / Whitby, Chronicon Paschale XXVII Anm. 51.

48 Holder-Egger, Untersuchungen III, 60 f.

49 Vgl. Komm. z. St.

50 Vgl. die Liste bei Burgess, Chronicle of Hydatius 211 f.

51 Jacques de la Baune (ed.), Jacobi Sirmondi opera varia. Bd. 2. Paris 1696, p. 315–44 (2. Ed. Venedig 1728, p. 245–68).

52 Rebenich, Rezension 444.

53 Für die Textkritik stellen die Texte des 5. / 6. Jh. ein besonderes Problem dar, insofern es schwieriger zu beurteilen ist, ob die überlieferte Textgestalt auf den Verfasser selbst oder auf die Kopisten zurückzuführen ist (zur Situation bei Jordanes s. Galdi, Untersuchungen 12–18). Bei Jordanes betrifft die Bewertung der Schreibfehler bzw. der sprachlich inkorrekten Lesarten vor allem die Auswahl der Handschriften für die Textkonstitution, im Fall der Consularia geht es darum, die im Codex B überlieferte sprachliche Gestalt des Textes grundsätzlich zu verbessern.

54 Vgl. auch Rebenichs Kritik an Burgess’ Edition der Chronik des Hydatius (Rebenich, Rezension 443).

55 Burgess, Chronicle of Hydatius 210. Burgess bleibt aber nach eigenem Bekunden seinem Prinzip nicht treu, wenn er gegen Ende der Consularia auch Konsulnamen verbessert, z. B. zum Jahr 304 Dioclitiano statt Diclitiano. Auch die Tilgung des Konsulnamens, die er am Ende des Textes vornimmt (Cons. Const. 468), ist inkonsequent (s. Komm. z. St.). Vgl. dazu auch Rebenich, Rezension 444.

56 Mommsen äußert sich selbst nicht zu den unterschiedlichen Verfahren, die er im Umgang mit Fehlern anwendet. Das Folgende ist aus der Edition erschlossen.

57 Bei offensichtlichen Rechtschreibfehlern wird zwar der Wortlaut der Hs. im Apparat angegeben, aber nicht der Emendator. Die vom Schreiber der Hs. verwendeten Abkürzun­gen werden nur in den Fällen im Apparat angeführt, in denen sie ungewöhnlich oder fehlerhaft sind.

58 Vgl. auch Galdi, Untersuchungen 27 zur Überlieferung des Jordanes.

59 F. Giunta / A. Grillone, Iordanis de origine actibusque Getarum (Fonti per la storia d’Italia 117) Rom 1991.

60 Galdi, Untersuchungen 16 f. 22–32.

61 Vgl. das Stemma zur Überlieferung der Konsulnliste bei Burgess, Chronicle of Hyda­tius 188.

62 So schon Mommsen, Chron. min. 1,201; Seeck, Chronica 2458 (dazu unten). Vgl. Cardelle de Hartmann, Studien 24–38 (zum Verhältnis der Cons. Const. zu Hydatius), dazu auch unten Kap. VII.

2 Mommsen, Chron. min. 1,199–201 unterscheidet drei Teile und damit drei Rezen­sionen, die an verschiedenen Orten entstanden sind. Der ‚römische‘ Teil reicht demnach von den Anfängen (509 v. Chr. / 245 a. u. c.) bis zur Gründung von Konstantinopel (330 n. Chr.), der ‚konstantinopolitanische‘ Teil bis zum Tode des Theodosius I (395) und der ‚spanische‘ Teil bis zum Ende der Chronik (468). Seeck, Chronica 2455–57 sieht ebenfalls den ältesten Teil der Chronik in Rom entstanden, die Scheide zum zweiten, konstantino­politanischen Teil setzt er aber schon mit der Thronbesteigung Constantins im Jahre 306 an. Für diesen frühen Einschnitt spricht der Vergleich mit der von Sokrates benutzten Parallelversion der Chronik, die mit der Abdankung Diokletians 316 einzusetzen scheint (vgl. KFHist G 2).

64 In den historischen Nachrichten spiegelt sich für Seeck, Chronica 2455–57 eine zeitgenössische Redaktion ab der Mitte des 4. Jh.s, die lokalen Daten im ersten Abschnitt der zweiten Redaktion scheinen ihm nachgereicht. Vgl. auch die Darstellung der Theorie bei Muhlberger, Fifth-century chroniclers 34 f. 41–45.

65 Der letzte, 80 Jahre umfassende Teil geht für Seeck auf westliche Quellen zurück und wird von ihm wie von Mommsen dem Hydatius zugeschrieben. Unter quellenkritischem Aspekt unterscheidet Seeck weitere, in den konstantinopolitanischen Teil eingefügte ‚west­liche‘ Abschnitte, für die Jahre 284–305 (Regierung Diokletians) in reiner Form und für die Jahre 306–318 in mit östlichen Nachrichten gemischter Form (Seeck, Chronica 2459).

66 Seeck, Chronica 2454 f.; Burgess, Chronicle of Hydatius 187–98. Dazu auch oben Kap. IV.

67 Vgl. Muhlberger, Fifth-century chroniclers 25 f.

68 Muhlberger, Fifth-century chroniclers 41 sieht die auch in den Fasti Vindobonenses sichtbare Zweiteilung in antiquarische und politisch-zeitgenössische Darstellung neuerdings bestätigt durch das Berliner Fragment (s. KFHist G 3).

69 Vgl. Burgess, Chronicle of Hydatius 187–98; bes. die Übersichten 188. 195.

70 Die genannten Stationen sind Aquileia, Gallien, Rom, Vienne und Mailand. Die Schwierigkeit, diese Einträge mit der Cynegius-Rezension zu vereinbaren, sieht auch Burgess, Chronicle of Hydatius 203 f.

71 Einen Zusammenhang zwischen den Heerzügen des Theodosius nach Westen und ihrem ersten Erscheinen in Italien nimmt Muhlberger, Fifth-century chroniclers 43 für die sog. italischen Chroniken an, für die Consularia vertritt auch er die ‚Witwenthese‘. – Cardelle de Hartmann, Studien 36 formuliert die Hypothese, die „Begleiter der Hydatius auf seiner Reise im Jahr 406 in den Osten des Reiches“ hätten die Consularia mit nach Spanien gebracht.

72 Cardelle de Hartmann, Studien 31–37. Vgl. auch Komm. zu Cons. Const. 270.

73 So 275. 283. 285. 312. 325 340. 350. 363 (bis). 388, aber 353 se interfecit. Hinzuzufügen ist auch der Wechsel von magnus (sc. exercitus) (Hyd. chron. II p. 35,247) zu grandis exercitus an der parallelen Stelle in den Cons. Const. (468).

74 Ein Vergleich mit den Parallelversionen der ‚konstantinopolitanischen Chronik‘ ist wenig hilfreich. Auch hier ist umstritten, wann die Benutzung endet: für das Chronicon Paschale geht Mommsen vom Jahr 395 aus (so auch Whitby / Whitby, Chronicon Paschale 56 Anm. 176; CLRE 54 f.), Burgess, Chronicle of Hydatius 195. 197 vom Jahr 384. Für Marcellinus Comes ist die Abweichung ähnlich, Mommsen setzt 395 an, Burgess, Chronicle of Hydatius 195 das Jahr 388. Sokrates benutzt die konstantinopolitanische Chronik bis in seine eigene Zeit (s. Einl. zu KFHist G 2).

75 Burgess, Chronicle of Hydatius 189–91. S. auch unten Komm. z. St.

76 Burgess, Chronicle of Hydatius 203.

77 Burgess, Chronicle of Hydatius 193.

78 Burgess / Kulikowski, Mosaics of time 175 f. Die für die Jahre 292 und 319 er­wähnten Sonnenfinsternisse sollen nur in Trier vollständig sichtbar gewesen sein. In seinem früheren Buch äußert sich Burgess noch differenzierter, s. Burgess, Chronicle of Hydatius 193 f.

79 Mommsen, Chron. min. 1,201; Seeck, Chronica 2459; Ders.,Hydatius 40 f.

80 Vgl. z. B. Kaufmann, Fasten der späteren Kaiserzeit 250; Geppert, Quellen 36; Hansen, Sokrates LI Anm. 6; Muhlberger, Fifth-century chroniclers 26 (der schon durch die Wahl des Werktitels Consularia Hydatiana zeigt, dass er sich in dieser Frage der communis opinio anschließt); zuletzt Rebenich, Rezension 444 f.

81 Holder-Egger, Untersuchungen III, 68–72; Cardelle de Hartmann, Studien 24–38; Burgess, Chronicle of Hydatius 199–202. Burgess geht so weit, zu behaupten, dass Hydatius nicht einmal die Version der konstantinopolitanischen Chronik benutzte, die in den Consularia überliefert ist.

82 Cardelle de Hartmann, Studien 27. 35. 38. S. auch unten die Beispiele.

83 Vgl. Burgess, Chronicle of Hydatius 199–201.

84 Die Übereinstimmung mit dem Chronicon Paschale, das im Osten fortgesetzt wurde, bricht etwa zu diesem Zeitpunkt ab. Die berichteten Ereignisse betreffen ab dann mit Ausnahme der kaiserlichen Daten nur noch den Westen.

85 Hydatius nennt zwar seine Vorgänger in der Chronistik mit Namen, spricht aber nur allgemein von seinen eigenen – schriftlichen und mündlichen – Quellen (Hyd. praef. 5 f. [chron. II p. 14]).

86 Anders Mommsen, Chron. min. 1,201.

87 Burgess stößt sich auch an der Tatsache, dass Hydatius zwei verschiedene Werke verfasst haben soll, während andere Chronisten in der Tradition des Hieronymus wie Prosper und Marcellinus Comes sich auf eine Chronikgattung beschränkt haben. Man könnte dagegen mit Seeck darauf hinweisen, dass die Werke im „engsten Zusammenhang“ stehen, gerade weil die Ordnung nach Kaiserjahren und Olympiaden, die der Chronik des Hydatius zugrunde liegt, durch die der Konsulzählung in den Consularia ergänzt wird (vgl. Seeck, Hydatius 40). Wer auch immer die Werke zusammengestellt hat, so dass sie in der Überlieferung als Einheit erscheinen, mag dies im Auge gehabt haben.

88 Vgl. Burgess, Chronicle of Hydatius 200; Cardelle de Hartmann, Studien 31.35.

89 Vgl. Mommsen, Chron. min. 1,201; Burgess, Chronicle of Hydatius 205 f. S. auch unten den Kommentar zu den Stellen.

90 Es gibt auch eine Parallele zwischen Cons. Const. 409 und Hyd. chron. II p. 17,42 (Burgess 34). S. unten Komm. z. St. Im Vergleich zu Hydatius liegt in den Consularia eine Vereinfachung durch Verallgemeinerung (barbari statt Alani et Vandali et Suevi) und spätlateinische Wortbildung (Spanias statt Hispanias) vor. Beides spricht für die Priorität des Textes der Hydatius-Chronik.

91 S. Komm. z. St.

92 Die allerdings falsch ist, s. Komm. z. St.

93 S. den Apparat in Burgess’ Edition von 1993 p. 86. Durante – supra lässt San Llorente weg, et cetera – declarant fehlt bei Sáenz de Aguirre, Garzón tilgt scripta declarant, allerdings dann wohl mit der Variante in gestis statt ita gestis. Tranoy nimmt eine Umstellung vor und setzt den Eintrag hinter den § 71 zum Jahr 419 (vgl. Tranoy, Hydace 78 f. 123).

94 S. Komm. z. St. Die Formel qui / quo supra weist auf eine an früherer Stelle genannte Person zurück. In der Regel wiederholt Hydatius den Namen der genannten Person, außer in einem Fall, wo die Namen erst im Satz zuvor genannt werden (§ 201).

95 Dazu Burgess, Chronicle of Hydatius 206.Tranoy, Hydace 78 f. vermutet sogar, dass ein Schreiber den Bezug zu Eulalius durch eine Umstellung der Einträge absichtlich hergestellt habe.

96 Burgess, Chronicle of Hydatius 87.

2 Tranoy, Hydace 124.

98 Cardelle de Hartmann, Studien 128.

99 S. Komm. z. St.

Erklärung der Siglen, Zeichen und Abkürzungen in Text und Apparat

B cod. Berolinensis Phillipps 1829, 9. Jh.
Ba.c. Lesart in B vor der Korrektur in B (ante correctionem)
Bp.c. Lesart in B nach der Korrektur in B (post correctionem)
Bcorr. korrigierte Lesart in B (was vorher in B stand, ist unklar)
Bs.l. über der Zeile (supra lineam) übergeschriebene(r) Buch- stabe(n) in B
Bmarg. Lesart am Rand (in margine) von B
* vom Schreiber freigelassener Raum im Umfang eines Buchstabens
add. addidit
ad loc. ad locum
alt. alter, -a, -um
cf. confer
comm. commentarius
corr. correctio
del. delevit
eras. erasus, -a, -um
expunct. expunctus, -a, -um
fort. fortasse
in marg. in margine
in ras. in rasura
man. manus
propos. proposuit
restit. restituit vel restitutus, -a, -um
s.l. supra lineam
suprascript. suprascriptus, -a, -um
transpos. transposuit

(251) Decio III et Decio Caesare:

his conss. persecutio Christianorum.

(252) Gallo II et Volusiano.

(253) Volusiano II et Maximo.

5(254) Valeriano II et Gallieno.

(255) Valeriano III et Gallieno II.

(256) Maximo et Glabrione.

(257) Valeriano IIII et Gallieno III.

(258) Tusco et Basso:

Basso Labbé : vasso B

10his conss. passus est Cyprianus die XVIII Kal. Oct.


9 Basso Labbé : vasso B

(259) Aemiliano et Basso.

(260) Saeculare et Donato.

(261) Gallieno IIII et Volusiano:

volusiano (÷ supra ano) B

his conss. hostes multi irruerunt in Romania.


13 volusiano (÷ supra ano) B

15(262) Gallieno V et Faustiniano.

(263) Albino et Dextro.

albio (n suprascript.) B | Dextro Labbé : deatro B

Dextro Labbé : deatro B


16 albio (n suprascript.) B16 Dextro Labbé : deatro B

(264) Gallieno VI et Saturnino.

(265) Valeriano II et Lucillo.

II propos. Labbé in marg. : V B

18 II propos. Labbé in marg. : V B

(266) Gallieno VII et Sabinillo:

20his conss. captus Valerianus in Persida.

Valerianus Labbé : valerinus B

20 Valerianus Labbé : valerinus B

(267) Paterno et Arcesilao.


22 Mariniano Labbé (cf. Chron. Pasch.) : marianoano (-iano, i supra o alt. man.) B

(269) Claudio et Paterno:

his conss. victi Gothi a Claudio.

25(270) Antiochiano et Orfito:

his conss. levatus Aurelianus imperator.

(271) Aureliano et Basso:

his conss. muri urbis coepti fieri.

(272) Quieto et Valdumiano.

Quieto Sirmond : quietio B

29 Quieto Sirmond : quietio B

30(273) Tacito et Placidiano.

Tacito Sirmond : tacio B

30 Tacito Sirmond : tacio B

(274) Aureliano II et Capitolino.


(275) Aureliano III et Marcellino:

(1) his conss. occisus est Aurelianus imperator Caenofrurio (2) et le-

vatus est post dies Tacitus Romae.


3 Caenofrurio Sirmond : caenoflurio (l in ras. alt. man. restit.) B

(276) Tacito II et Aemiliano.

5(277) Probo et Paulino:

his conss. occisus est Tacitus Tyana.

(278) Probo II et Lupo.

Lupo (-bo ante corr.) B

Lupo (-bo ante corr.) B

(279) Probo III et Paterno.

(280) Messala et Grato.

10(281) Probo IIII et Tiberiano.

(282) Probo V et Victorino.

(283) Caro et Carino:

his conss. occisus est Probus Sirmium.

(284) Caro II et Numeriano:

Caro : c*ro Ba.c. : Carino Sirmond

15his conss. magna fames fuit.


Caro : c*ro Ba.c. : Carino Sirmond

(285) Diocletiano II et Aristobulo:

his conss. occisus est Carinus Margo, qui ipso anno cum Aristobulo

consul processerat.

(286) Maximo II et Aquilino:

20his conss. levatus est Maximianus imperator senior die Kal. April.

(287) Diocletiano III et Maximiano.

III Sirmond : IIII B

III Sirmond : IIII B

(288) Maximiano II et Ianuariano.

Ianuariano Nickbakht (cf. Chronogr. 354) : anuarino B

Ianuariano Nickbakht (cf. Chronogr. 354) : anuarino B

(289) Basso et Quintiano.

(290) Diocletiano IIII et Maximiano III.

25(291) Tiberiano et Dione:

(1) his conss. tenebrae fuerunt inter diem (2) et eo anno levati sunt

Constantius et Maximianus Caesares die Kal. Mart.

Constantius : constant B

Maximianus Sirmond : maximinus B

Caesares : ces B


Constantius : constant B Maximianus Sirmond : maximinus B Caesares : ces B

(292) Hannibaliano et Asclepiodoto.

(293) Diocletiano V et Maximiano IIII.

30(294) Constantio et Maximiano:

Constantio Sirmond : constantino B

his conss. castra facta in Sarmatia contra Acinco et Bononia.

Acinco : Acuminco šoproni

30 Constantio Sirmond : constantino B Acinco : Acuminco šoproni


(295) Tusco et Anullino:

his conss. Carporum gens universa in Romania se tradidit.

(296) Diocletiano VI et Constantio II.

costantio B

costantio B

(297) Maximiano V et Maximiano II:

V Sirmond : VI B

5his conss. victi Persae.


V Sirmond : VI B

(298) Fausto II et Gallo.

(299) Diocletiano VII et Maximiano VI:

VI Sirmond : V B

his conss. victi Marcomanni.


VI Sirmond : V B

(300) Constantio III et Maximiano III.

10(301) Titiano II et Nepotiano.

(302) Constantio IIII et Maximiano IIII:

his conss. vilitatem iusserunt imperatores esse.

(303) Diocletiano VIII et Maximiano VII:

his conss. persecutio Christianorum.

15(304) Diocletiano VIIII et Maximiano VIII:

diclitiano B

his conss. deposuerunt purpuram privati effecti Diocletianus et Ma-

purpuram Sirmond : purram B

ximianus et vestierunt Severum et Maximinum. nam Constantius et

maximianum (alt. a expunct.) B

Maximianus, qui Caesares fuerunt, eadem hora Augusti nuncupati

sunt die Kal. April.


15 diclitiano B purpuram Sirmond : purram B maximianum (alt. a expunct.) B

20(305) Constantio V et Maximiano V.

Maximiano V add. Sirmond (cf. Chron. Pasch.)

20 Maximiano V add. Sirmond (cf. Chron. Pasch.)

(306) Constantio VI et Maximiano VI:

Constantio – et add. Sirmond (cf. Chron. Pasch.)

(1) his conss. diem functus Constantius (2) et postea levatus est

Constantinus VIII Kal. Aug.


Constantio – et add. Sirmond (cf. Chron. Pasch.)

(307) novies et Constantino:

25his conss., quod est post sextum consulatum, occisus Severus

Romae.


(308) item decies et Maximiano:

item B, cf. comm. ad loc.

his conss., quod est Maxentio et Romulo, levatus Licinius Carnunto

mentio (ax s. l. add. alt. man.) B

III Id. Nov.


item B, cf. comm. ad loc. mentio (ax s. l. add. alt. man.) B

(309) post consulatum X et septimum:

5his conss., quod est Maxentio II et Romulo II.

(310) anno II post consulatum X et septimum:

his conss., quod est Maxentio III solo, diem functus Maximianus

functus Maximianus Sirmond : factus maximinus B

senior.


functus Maximianus Sirmond : factus maximinus B

(311) Maximiano VIII consule:

10his conss., quod est Rufino et Volusiano, diem functus Maximianus

iunior.

(312) Constantino II et Licinio II:

his conss., quod est Maxentio IIII solo, victus et occisus Maxentius

IIII Sirmond : III B

Romae ad pontem Mulvium.


IIII Sirmond : III B

15(313) Constantino III et Licinio III.

(314) Volusiano II et Anniano:

his conss. bellum Cibalense fuit die VIII Id. Oct.

die Sirmond : de B

die Sirmond : de B

(315) Constantino IIII et Licinio IIII.

(316) Sabino et Rufino:

20his conss. diem functus Diocletianus Salona III Non. Dec.

Salona Sirmond : sola B | dec in ras. B

dec in ras. B


20 Salona Sirmond : sola B20 dec in ras. B

(317) Gallicano et Basso:

his conss. levati tres Caesares, Crispus, Licinius et Constantinus, die

Kal. Mart.

(318) Licinio V et Crispo Caesare:

cripo (s suprascript.) B

25his conss. tenebrae fuerunt inter diem hora VIIII.


cripo (s suprascript.) B

(319) Constantino V et Licinio Caesare.

(320) Constantino VI et Constantino Caesare.

(321) Crispo II et Constantino II.

(322) Probiano et Iuliano.

30(323) Severo et Rufino.


(324) Crispo III et Constantino III:

(1) his conss. bellum Hadrianopolitanum die V Non. Iul. (2) et

bellum Chalcedonense XIIII Kal. Oct. (3) et levatus est Constantius

Constantius Sirmond : constantinus B

Caesar VI Id. Nov.


Constantius Sirmond : constantinus B

5(325) Paulino et Iuliano:

his conss. occisus Licinius.

(1) his conss. occisus est Crispus (2) et edidit vicennalia Con­stan-

est Bs.l.

tinus Augustus Romae.


Constantio Sirmond (cf. Chron. Pasch.) : constantino B est Bs.l.

10(327) Constantio et Maximo.

Constantio Becker (cf. Chron. Pasch.) : constantino B

10 Constantio Becker (cf. Chron. Pasch.) : constantino B

(328) Ianuarino et Iusto.

(329) Constantino VIII et Constantino IIII.

(330) Gallicano et Symmacho:

his conss. dedicata est Constantinopolis die V Id. Mai.

Constantinopolis Sirmond : constantinopoli B

Constantinopolis Sirmond : constantinopoli B

15(331) Basso et Ablabio.

(332) Pacatiano et Hilariano:

his conss. victi Gothi ab exercitu Romano in terris Sarmatarum die

XII Kal. Mai.

(333) Dalmatio et Zenofilo:

Zenofilo Nickbakht : zenofilio B

20his conss. levatus est Constans die VIII Kal. Ian.

est Sirmond : et B

Zenofilo Nickbakht : zenofilio B20 est Sirmond : et B

(334) Optato et Paulino:

his conss. Sarmatae servi, universa gens, dominos suos in Roma-

niam expulerunt.

25(1) his conss. tricennalia edidit Constantinus Augustus die VIII Kal.

Aug. (2) et levatus est Dalmatius Caesar XIIII Kal. Oct.


Constantio Sirmond ( cf. Chron. Pasch.) : constantino B

(336) Nepotiano et Facundo.

(337) Feliciano et Titiano:

(1) his conss. Constantinus Augustus ad caelestia regna ablatus est

30die XI Kal. Iun. (2) et ipso anno nuncupati sunt tres Augusti,

Constantinus et Constantius et Constans, V Id. Sept.


(338) Urso et Polemio.

(339) Constantio II et Constante.

(340) Acindyno et Proculo:

his conss. occisus est Constantinus iunior.

Constantinus Sirmond : constantius B

Constantinus Sirmond : constantius B

5(341) Marcellino et Probino:

(1) his conss. pugna facta est cum gente Francorum a Constante

Augusto in Galliis (2) et ipso anno terrae motus fuit ad Orientem per

totum annum praeter Antiochiam.

praeter B : praesertim Burgess in app. crit.

praeter B : praesertim Burgess in app. crit.

(342) Constantio III et Constante II:

10(1) his conss. victi Franci a Constante Augusto seu pacati. (2) trac-

tus Hermogenes.

(343) Placido et Romulo.

(344) Leontio et Sallustio.

(345) Amantio et Albino.

Amantio Sirmond : amentio B

Amantio Sirmond : amentio B

15(346) Constantio IIII et Constante III.

(347) Rufino et Eusebio.

(348) Philippo et Salia:

his conss. bellum Persicum fuit nocturnum.

(349) Limenio et Catullino.

20(350) Sergio et Nigriniano:

nigri*niano B

(1) his conss. Constans occisus est in Galliis a Magnentio; et levatus

est Magnentius die XV Kal. Febr. (2) et Vetranio apud Sirmium

Kal. Mart. eo anno (3) et Nepotianus Romae III Non. Iun. (4) et

nepotianos (u suprascript.) B | Iun B : Ian Bleckmann

Iun B : Ian Bleckmann

pugna magna fuit cum Romanis et Magnentianis.


20 nigri*niano B nepotianos (u suprascript.) B Iun B : Ian Bleckmann

25(351) post consulatum Sergii et Nigriniani:

(1) his conss. bellum Magnentii fuit Mursa die IIII Kal. Oct. (2) et

Mursa Becker : morsa B

eo anno depositus Vetranio VIII Kal. Ian. (3) et levatus est Con­stan-

Vetranio Sirmond : veteranio B

tius Caesar Id. Mart. (4) et apparuit in oriente signum Salvatoris

{die III Kal. Febr. luna XXVIII} Non. Mai.

die – XXVIII del. Becker, duce Chantraine

Mursa Becker : morsa B Vetranio Sirmond : veteranio B die – XXVIII del. Becker, duce Chantraine

30(352) Constantio V et Constantio Caesare.


(353) Constantio VI et Constantio II:

Constantio‌1 : cons B

(1) his conss. Magnentius se interfecit in Galliis apud Lugdunum

magnificentius (ific expunct.) B

die III Id. Aug. (2) et Decentius, frater Magnentii, laqueo se sus­pen-

dit XV Kal. Sept.


Constantio‌1 : cons B magnificentius (ific expunct.) B

5(354) Constantio VII et Constantio III:

Constantio‌2 Sirmond : constantino B

his conss. occisus est Constantius Caesar in insula Flanona.


5 Constantio‌2 Sirmond : constantino B

(355) Arbitione et Lolliano:

his conss. levatus est Iulianus Caesar die VIII Id. Nov.

november B

november B

(356) Constantio VIII et Iuliano Caesare:

10his conss. introierunt Constantinopolim reliquiae apostoli Timothei

die Kal. Iun.

(357) Constantio VIIII et Iuliano Caesare II:

constantino (tert. n eras.) B

(1) his conss. introierunt Constantinopolim reliquiae sanctorum apo-

stolorum Andreae et Lucae die V Non. Mart. (2) et introivit Con-

15stan­tius Augustus Romae IIII Kal. Mai. et edidit XXXV.

XXXV B : vicennalia Mommsen fort. ex Chron. Pasch.

constantino (tert. n eras.) B15 XXXV B : vicennalia Mommsen fort. ex Chron. Pasch.

(358) Datiano et Cereale:

(1) his conss. introierunt Constantinopolim legati Persarum die VII

Kal. Mart. (2) ipso anno terrae motus factus, ita ut civitas Nicome-

den­sium funditus versaretur die VIIII Kal. Sept.; aliae vero CL civi-

20ta­tes partibus vexatae sunt.

(359) Eusebio et Hypatio:

(1) his conss. natus est Gratianus filius Augusti Valentiniani die

XIIII Kal. Mai. (2) et ipso anno primum processit Constantinopolim

primum Sirmond : pumum B

praefectus urbis nomine Honoratus die III Id. Dec.


primum Sirmond : pumum B

25(360) Constantio X et Iuliano III:

constantino (tert. n eras.) B

his conss. dedicatum est Constantinopoli dominicum die XV Kal.

Mart.


25 constantino (tert. n eras.) B

(361) Tauro et Florentio:

(1) his conss. diem functus Constantius Augustus Mopsucrenas in

Mopsucrenas Labbé : momsucrenas B

30fines Ciliciae {Fenitiae provinciae} III Non. Nov. (2) et introivit

Iulianus Augustus Constantinopolim die III Id. Dec.

december B

Mopsucrenas Labbé : momsucrenas B 30 Fenitiae (Phoeniciae Sirmond) provinciae B, del. Nickbakht december B


(362) Mamertino et Nevitta.

(363) Iuliano Augusto IIII et Sallustio:

(1) his conss. occisus est Iulianus Augustus in bello Persico die VI

Kal. Iul. et quia apostata a deo factus est, Christianorum etiam per-

5secutor, occisus est (2) et levatus est christianissimus Iovianus

Augustus V Kal. Iul.

(364) Ioviano Augusto et Varroniano:

Varroniano Sirmond (cf. Chron. Pasch.) : varro B

(1) his conss. recessit Iovianus Augustus Dadastana die XI Kal.

Mart. (2) et levatus est Valentinianus Augustus apud Nicaeam die V

10Kal. Mart. (3) ipso anno levatus est Valens Augustus Constantino-

po­lim in miliario VII in tribunali a fratre suo Valentiniano die IIII

Kal. April.


Varroniano Sirmond (cf. Chron. Pasch.) : varro B

(365) Valentiniano et Valente Augustis:

valentiniano (valenti in ras.) B | Augustis Mommsen : aug B

Augustis Mommsen : aug B

(1) his conss. mare ultra terminos suos egressum est die XII Kal.

15Aug. (2) et ipso anno latro nocturnus hostisque publicus intra urbem

Constantinopolim apparuit die IIII Kal. Oct.


valentiniano (valenti in ras.) B Augustis Mommsen : aug B

(366) Gratiano nobilissimo et Dagalaifo:

Dagalaifo Sirmond : dalaifo B

(1) his conss. natus est Valentinianus iunior filius Augusti Valentis

die XV Kal. Febr. (2) et ipso anno idem hostis publicus et praedo

20intra Phrygiam salutarem et in Nacoliensium campos ab Augusto

Nacoliensium Sirmond : inacoliensium B

campos B : campo Mommsen : campis Sirmond

Valente oppressus atque extinctus est die VI Kal. Iun. (3) ipso anno

Augustus Valentinianus gentem Alamannicam pervicit.


Dagalaifo Sirmond : dalaifo B20 Nacoliensium Sirmond : inacoliensium B20 campos B : campo Mommsen : campis Sirmond

(367) Lupicino et Iovino:

(1) his conss. in civitate Constantinopoli Deus grandinem pluit in

25modum petrarum die IIII Non. Iul. (2) et ipso anno levatus est Gra-

tianus Augustus in Galliis apud Ambianis in tribunali a patre suo

Augusto Valentiniano die VIIII Kal. Sept.

(368) Valentiniano II et Valente II:

his conss. terrae motus factus, ita ut civitas Nicaenorum terrae fun-

30ditus prosterneretur die V Id. Oct.

(369) Valentiniano nobilissimo et Victore:

(1) his conss. opus magnificum cisternae Constantinopolitanae com-

ple­tum est a Domitio Modesto viro clarissimo iterum praefecto ur-


bis, quod in prima inchoaverat praefectura; (2) agon post annos

XVII restitutus est ab Augusto Valente.

(370) Valentiniano III et Valente III:

(1) his conss. magna fames fuit in partibus Phrygiae (2) et dedicata

5est sancta ecclesia, ubi beati apostoli positi sunt, die V Id. April.

(371) Gratiano Augusto II et Probo.

(372) Modesto et Arintheo.

(373) Valentiniano IIII et Valente IIII.

(374) Gratiano III et Equitio.

IIII (quart. I expunct.) B

IIII (quart. I expunct.) B

10(375) post consulatum Gratiani III et Equitii:

(1) his conss. thermae Carosianae dedicatae sunt agente praefecto

viro clarissimo Vindalonio Magno (2) et ipso anno diem functus

Va­lentinianus senior XV Kal. Dec. in castello Brigetione (3) et leva-

tus est Valentinianus iunior Augustus filius Augusti Valentiniani ab

15exercitu in tribunali die X Kal. Dec. in civitate Acinco.


Brigetione Becker (cf. Mommsen, app. crit.) : virgitione B

(376) Valente Augusto V et Valentiniano iuniore Augusto:

(1) his conss. victi et expulsi sunt Gothi a gente Hunorum et suscep-

ti sunt in Romania pro misericordia iussione Augusti Valentis (2) et

ipso anno introivit corpus Augusti Valentiniani Constantinopolim

constantinopl B

20die V Kal. Ian.


constantinopl B

(377) Gratiano IIII et Merobaude:

(1) his conss. gens Gothorum, qui pro misericordia suscepti sunt, re-

bellaverunt adversus Romanos; (2) ad quos expugnandos missi sunt

expugnandos (dos add. alt. man.) B

comites cum militibus et pugnaverunt cum Gothis.


expugnandos (dos add. alt. man.) B