(B 3) Eutropius
Einleitung
S. 3I. Historiographische Bemerkungen
Das Breviarium Eutrops bietet eine kurz gefasste Geschichte Roms von der legendären Gründung bis zur Regierungszeit Jovians (363–364 n. Chr.). Unterteilt ist es in zehn Bücher, von denen Buch 1 bis 6 die Geschichte der Republik, Buch 7 bis 10 die Geschichte der Kaiserzeit als eine Serie von Kaiserbiographien behandelt.1
Über das Leben des Autors weiß man wenig. Gesichert ist durch die einzige autobiographische Aussage innerhalb des Textes, dass Eutrop Teilnehmer des Perserfeldzugs Julians war, vgl. 10,16,1 ingenti apparatu Parthis intulit bellum, cui expeditioni ego quoque interfui. Er war dabei wohl kein Soldat, sondern gehörte zu den comites des heidnischen Kaisers, dessen Standpunkt er bei der Beurteilung der Geschichte seiner Vorgänger des Öfteren übernommen zu haben scheint.2 Sein Geschichtswerk widmete S. 4 er dem Kaiser Valens, der es zuvor in Auftrag gegeben hatte.3 Trotz einiger jüngst geäußerter Zweifel kann ferner weiterhin als relativ sicher gelten, dass Eutrop magister memoriae am Hofe des Valens war.4 Schließlich scheint auch festzustehen, dass die Widmung des Geschichtswerks bald nach 369 erfolgte, nämlich nach der Annahme des Titels eines Gothicus maximus durch Valens.5
Andere im Werk selbst zu entdeckende Angaben sind mit Ausnahme eines Hinweises auf das Lager Kirkesion, das Eutrop als Teilnehmer der Julian-Expedition gekannt haben muss (Eutr. 9,2,3), zu vage, um daraus Informationen für die Biographie des Autors zu gewinnen.6 Von den übrigen späteren Zeugnissen zum Autor, die wiederholt zusammengetragen worden sind,7 bieten dagegen einige nur Extrapolationen, die aus demS. 5 Geschichtswerk selbst entwickelt sind. In anderen Fällen ist angesichts der Tatsache, dass der Name Eutropius sehr verbreitet war, unklar, ob wirklich eine Identität mit dem Profanhistoriker anzunehmen ist. Nach der meist vorgenommenen, mit großen Unsicherheiten behafteten Rekonstruktion seiner Laufbahn könnte Eutrop nach seiner Zeit als magister memoriae als Prokonsul Asiens amtiert haben. Nachdem er sich dann durch seine Verwicklung in die Theodorus-Affäre vom Hofe des Valens zurückziehen musste, machte er unter Gratian und Theodosius weiter Karriere, vielleicht als comes sacrarum largitionum, weiter dann als praefectus praetorio in Illyricum8 und als Konsul von 387.
Die Herkunft des Eutropius möchte die Suda in Italien verorten.9 Doch sind hier lediglich aus der Tatsache, dass Eutrop in „italischer Sprache“ schreibt, Schlussfolgerungen vorgenommen worden.10 Bonamente hält dagegen Eutrop für einen Griechen und zieht für diese Vermutung Nikephoros Gregoras heran.11 Allerdings kann Nikephoros das Urteil über den „Hellenen“ Eutrop nur aus dem Text Eutrops selbst gewonnen haben. Es ist daher wahrscheinlich, dass es sich ausschließlich auf den heidnischen Glauben des Autors bezieht,12 der vor allem aus der negativen Charakterisierung Konstantins und der Ignorierung christlicher Tatbestände hervorgeht.13 Des Weiteren weist Bonamente Eutrop dem antiochenischen Freundeskreis des Libanios zu. Diese Annahme beruht auf der S. 6Identifizierung des Historikers mit einem gleichnamigen Korrespondenten des Libanios sowie auf den Angaben über die Verwicklung des Prokonsuls Asiens Eutrop in die Theodorus-Verschwörung.14
Eine gewisse Wahrscheinlichkeit hat für sich, dass der Korrespondent des Symmachus (ep. 3,46–53) mit dem Breviator identisch ist. Denn dieser Korrespondent hat offenkundig bereits Proben historiographischer Expertise vorgelegt und Symmachus spricht die Erwartung aus, dass diese für die Verherrlichung der Kriegstaten des Kaisers Gratians eingesetzt werden möge.15 Aus dieser Korrespondenz geht zwar hervor, dass Eutrop Grundbesitz in Asien (ep. 3,53) hat. Dies schließt allerdings bei einem Spitzenfunktionär, der an verschiedenen Kaiserhöfen wirken konnte, eine Provenienz aus dem Westen nicht aus. So könnte durchaus Bordeaux der Herkunftsort des Historikers gewesen sein, wenn man eine Identifizierung mit dem gleichnamigen bei Marcellus erwähnten Autor in Betracht ziehen möchte.16
Sollte die These von der östlichen Herkunft zutreffen, würde Eutrop zu den griechischen Intellektuellen gehören, deren sprachlichen Leistungen – wie Ammian oder Claudian – die spätlateinische Literatur so viel verdankt. Bei einer solchen westlichen Identität müsste Eutrop zu den Anhängern Julians gehört haben, die ihm aus Gallien gefolgt waren.
Über hypothetisch bleibende, aber nicht völlig spekulative Kombinationen ist angesichts der Homonymien nicht hinauszugelangen. Die bereits erwähnten Elemente, die aus dem Geschichtswerk (einschließlich des Widmungskapitels) selbst gewonnen werden können, genügen aber bereits für eine zufriedenstellende historische Einordnung. Das GeschichtswerkS. 7 stammte aus der Feder eines hochrangigen Bürokraten und sprachlich versierten Experten17 am Hofe des Valens, der aus welchen Gründen auch immer Teilnehmer der Persienexpedition Julians gewesen ist, aber unter den Folgekaisern weiter Karriere gemacht haben dürfte. Seine Stellung als Mitglied einer Elite von Hoffunktionären ermöglichte es ihm, das Reich in seiner Gesamtheit in den Blick zu nehmen.
Diese Funktionärselite wusste gegenüber dem Kaiser durchaus Erwartungen und Empfehlungen zu formulieren. Raffiniert betont Eutrop in seinem Proömium, Valens sei bei der Verwaltung des Reiches „den Taten berühmter Männer schon gefolgt (…), noch bevor er sie durch Lektüre kennenlernte“. Damit legt er den Kaiser in pädagogischer Weise darauf fest, entsprechend dem vertrauten Modell römischer Geschichtsauffassung18 die römische Geschichte als eine Serie von Beispielen zu begreifen, in denen die Ideale der Funktionärselite bald erfüllt, bald in tadelnswerter Weise vernachlässigt wurden.19 Vor allem für die Vorgängerkaiser, die als Nachfolger der „berühmten Männer“ gesehen wurden, wird in der Art einer Bilanz verzeichnet, wer die Normen erfüllt und wer zu den schlechten Kaisern zählt.20
Dabei wird die Regierung eines Kaisers nach zwei Hauptgesichtspunkten gewertet. Für die Innenpolitik umschreibt Eutrop sein Ideal mit civilis, bzw. mit civilitas.21 Diese Begriffe sind dabei im Deutschen nicht einfach wiederzugeben. „Bürgerlich“ wirkt bisweilen antiquiert, wurde aber hier in der Regel belassen, da es die Sache eher trifft, als Ausdrücke wie „leutselig“ oder „herablassend“. Der Begriff ist nur aus der Problematik der Prinzipatsideologie zu verstehen, in der der Kaiser zwar Monarch ist, sichS. 8 aber innerhalb der vermeintlich weiter existierenden alten Verfassungs- und Gesellschaftsordnung nicht nur so verhalten muss, als sei er nur ein nobilis unter anderen, ein primus inter pares, sondern dies auch noch am besten selbst glaubt. Als Variante von civilitas kann moderatio gelten.22 Das Gegenteil ist die Arroganz, also die superbia, für die Eutrop auch den Begriff insolentia verwendet.23 Für die Außenpolitik besteht das Ideal in der Demonstration imperialer Stärke. Umschrieben wird dieses Ideal mit Adjektiven wie strenuus, mit Substantiven wie fortitudo, virtus, gloria,24 vor allem aber dadurch, dass imperiale Großtaten in positiv wertender Weise in der Art eines Bulletins aufgeführt werden.
Im besten Falle gelingt es, beiden Gesichtspunkten gleichermaßen gerecht zu werden. Unerreichbar ist nach Überzeugung Eutrops hier Trajan gewesen. Dieser Kaiser verschiebt die seit Augustus stabilen Grenzen, wobei die imperialen Erfolge von Eutrop übertrieben werden, indem Trajan die Wiedergewinnung von Städten im rechtsrheinischen Germanien zugeschrieben wird.25 Für die Eroberung Dakiens stellt Eutrop, um den imperialen Erfolg dieses Kaisers deutlich zu machen, eine scharfe Kontrastierung zu den Verhältnissen der Gegenwart her, indem er darauf hinweist, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Taifalen, Victofalen und Terwingen das Gebiet besetzt halten (Eutr. 8,2,2). In ungewöhnlich kleinteiliger Weise werden die Eroberungen und Erfolge Trajans im Osten aufgeführt (Eutr. 8,3). Diesen militärischen Ruhm überstrahlt dann noch die civilitas des Kaisers, für die Eutrop zahlreiche Beispiele anführt (Eutr. 8,5). Weitere Musterkaiser in der Porträtserie des Breviators sind Mark Aurel, Claudius Gothicus oder Probus, der Aurelian gloria militari gleichkommt, morum autem civilitate übertrifft.
In diesen Wertungen ist Eutrop selbstverständlich wenig originell, sondern greift bekannte Muster auf. Denn beide Ideale sind bereits in der frühkaiserzeitlichen Geschichtsschreibung Normen gewesen, die für die Beurteilung von Kaisern maßgeblich waren.26 Bei schlechten Kaisern wieS. 9 Tiberius korrespondiert tyrannisches Verhalten im Innern mit der Erlahmung des imperialen Schwunges, bei seinem Gegenspieler, dem potentiellen besseren Princeps Germanicus, gehen Bürgersinn und Sinn für imperiale Größe Hand in Hand. Trotzdem hatte die Festlegung des regierenden Kaisers auf diese konventionellen Programme, wie sie durch das historische Kurzhandbuch des Eutrop erfolgte, für die Eliten des ausgehenden vierten Jahrhunderts durchaus auch aktuelle politische Bedeutung. Mit der bei Eutrop geradezu penetranten Betonung des Ideals des civilis princeps, die gegenüber Aurelius Victor als Besonderheit auffällt,27 die sich aber ähnlich beispielsweise im Panegyrikus des Claudius Mamertinus findet,28 formulierte nämlich die Funktionärselite, die sich in einer Kontinuität zum altrömischen Senat wähnte, auch wenn sie insbesondere im Osten mit dem früheren Senat wenig gemeinsam hatte, ihre Erwartungen. Wenig berechenbare und potentiell gefährliche Parvenüs wie Valentinian und Valens sollten darauf festgelegt werden, dass trotz der absoluten Macht des Kaisers, die nicht grundsätzlich in Frage gestellt wurde, die Illusion eines angemessenen Umgangs mit der unmittelbaren Umgebung von Würdenträgern gepflegt wurde. Exemplarisch beschreibt Eutrop diesen Aspekt anhand der Charakterisierung Mark Aurels: „Er stand mit allen in Rom auf gleichem Fuß und wurde dadurch, dass er auf dem Gipfel der Macht stand, zu keiner arroganten Überhebung fortgerissen und war von bereitwilligster Großzügigkeit.“ (Eutr. 8,12,1)Die Bedeutung, die dieses Verhalten für Eutrop hat, erklärt sich damit, dass sich bekanntlich an der Wende des dritten zum vierten Jahrhundert die monarchische Repräsentation in besonderem Maße sakralisiert und abgehoben hatte, einen Prozess, den Eutrop, seinen Quellen folgend, im Zusammenhang mit der Regierung Diokletians charakterisiert und beklagt hat.29 Trotz dieser Formen des „Dominats“ und hieratischen Überhöhung, die für das spätantike Kaisertum als typisch betrachtet werden, blieben Kommunikation und Betonung der Ansprechbarkeit dem spätantiken Kaisertum nicht unbekannt, sondern waren zum Machterhalt unabdingbar.S. 10 Die Architektur spätantiker Residenzen betont zwar auf der einen Seite die erhabene Unnahbarkeit des Kaisers im zeremoniellen Kontext, stellt aber auf der anderen Seite durch die Serie von Banketträumen die Gastlichkeit und den sozialen Umgang des Kaisers heraus.30 In Eusebs Vita Constantini ist dementsprechend Konstantin auf der einen Seite ein halbgöttliches Wesen, das in Edelsteinprunk in einem Sitzungssaal thront, auf der anderen Seite aber ein Kaiser, der in freundlichem Gespräch gemeinsam mit den Funktionärsbischöfen beim Bankett tafelt.31 Auch im Bericht Ammians über den Rombesuch des Constantius fällt auf, dass der Kaiser einerseits seine imperiale Hoheit zur Schau stellt, andererseits um die Demonstration seiner Leutseligkeit bei Volk und Senat bemüht ist.32
Eutrop verbindet also mit der Betonung des Ideals des civilisprinceps die Hoffnung, Valens auf einen angemessenen und respektvollen Umgang mit den höfischen Würdenträgern festzulegen. Zu diesem Ideal gehörte seiner Ansicht nach, abweichend von dem, was einem modernen Staatsideal entsprechen würde, dass der Kaiser zwar auch sonst freigiebig ist, aber seine „Freunde“ – d. h. vor allem seine hochgestellte höfische Umgebung, zu der etwa Eutrop selbst gehörte – mit Wohltaten und Ehren überhäuft. Für Augustus wird rühmend hervorgehoben, er habe „auf die bürgerlichste Weise“ gelebt, „gegen jedermann äußerst freigiebig, gegen seine Freunde im höchsten Maße treu, die er zu so großen Ehren erhob, dass er sie beinahe seiner eigenen Höhe gleichstellte.“33 In der Bilanz des Claudius wird positiv verzeichnet, dass er sich zumindest „gegen bestimmte Freunde (gesittet verhielt)“ und sie an herausragenden Ehrungen partizipieren lässt (Eutr. 7,13,4). Der Musterkaiser Trajan „bereicherte öffentlich und privat alle und erhöhte sie mit Ehrenämtern, auch wenn er sie nicht besonders gut kannte“ (Eutr. 8,4). Die Bilanz des Antoninus Pius ist unter anderem deshalb positiv, weil dieser „sein ganzes Vermögen durch die Soldzahlungen an die Soldaten und durch Gefälligkeiten für seine Freunde verringert“ habe (und das alles bei gefüllter Staatskasse!) (Eutr. 8,8,3).
S. 11Besonders eingehend mustert Eutrop das Verhältnis zu den „Freunden“ der höfischen Umgebung für die Kaiser der eigenen Zeit. Im Urteil über Konstantin wird in Zusammenhang mit der Katastrophe von 326 zwar eine schwankende Haltung konstatiert, gleichwohl insgesamt die Bereicherung bzw. angemessene Belohnung der höfischen Umgebung durch den Kaiser positiv hervorgehoben.34 Ebenso differenziert fällt das Urteil über Constantius II. aus, der einerseits (in religionspolitischen Fragen?) zu sehr seiner Umgebung folgt, gleichwohl aber andererseits insgesamt gerade im Verhältnis zu den Freunden, die er angemessen belohnt, richtig handelt.35 Bei Julian ist zwar das Verhalten gegenüber den Freunden korrekt, aber aus der Sicht eines Höflings hätte man sich angemessenere Entlohnungen für die geleisteten Dienste vorstellen können: Julian sei zwar „gegenüber den Freunden großzügig“ gewesen, aber angeblich weniger sorgfältig, als es einem so großen Princeps geziemt hätte (Eutr. 10,16,3). Letzteres kann man als ein Indiz dafür verstehen, dass Eutrop trotz seiner Gefolgschaft zu Julian leer ausging.
Aus der Perspektive eines zivilen Funktionärs, die Eutrop einnimmt, ist auch verständlich, dass er stets die Kaiser rühmend hervorhebt, die von der Armee strenge Disziplin einfordern und deren übertriebene Ansprüche in großer moderatio zurückweisen. Von einem guten römischen Kaiser wird erwartet, dass er in gleicher Weise wie republikanische Heerführer seine Armee zu zügeln versucht36 und für eine expansive und aggressive Außenpolitik einsetzt. Die von Eutrop aufgeführten zahlreichen Beispiele der Beziehung zwischen Kaisern und Soldaten zeigen freilich, dass der Autor sich durchaus klar darüber ist, wie schwer die Durchsetzung derS. 12 Disziplin für die römischen Kaiser des dritten und vierten Jahrhunderts ist. Bei Aurelius Alexander (Severus Alexander) erwähnt er zwar den Namen Severus, mit dem etwa der Autor der Historia Augusta spielt, nicht, wohl aber weiß er zu berichten: „Die militärische Disziplin lenkte er sehr streng. Einige aufrührerische Legionen entließ er in ihrer Gesamtheit.“ (Eutr. 8,23) Postumus stellt sich der Disziplinlosigkeit seiner Soldaten entgegen und wird getötet, „weil er die Stadt Mainz … den Soldaten nicht zur Plünderung überlassen wollte“ (Eutr. 9,9,1). Einer der wenigen positiven Züge Aurelians besteht darin, dass er „großenteils ein Verbesserer der militärischen Disziplin und der verkommenen Sitten“ (Eutr. 9,14) war. Probus, „ein strenger, tatkräftiger und gerechter Mann“ kündigt an, dass „man in Kürze keine Soldaten mehr brauchen werde“37. Das Thema der militärischen Disziplin und der Beziehung zwischen Kaisern und Soldaten erscheint gerade auch für die Geschichte des vierten Jahrhunderts als eine Konstante der Darstellung Eutrops.38 Im Einzelnen lassen sich anführen: 10,2,3 (Aufruhr der Prätorianer); 10,2,4 (Soldaten lassen Severus im Stich); 10,3,1 (Maximian muss Aufruhr und Beschimpfungen der Soldaten ertragen); 10,9,1 (Dalmatius wird durch einen Militärputsch beseitigt); 10,9,4 (Durchsetzung des Constans gegenüber den Soldaten); 10,10,1 (Constantius entgleitet wegen der Disziplinlosigkeit der Soldaten der Sieg von Singara); 10,11,1 Vetranio (wird durch Konsens der Soldaten zur Abdankung gezwungen).
Die von Eutrop beschriebenen Normen kaiserlichen Verhaltens gewinnen dadurch ihre Durchschlagskraft, dass sie ohne den Hauch eines Zweifels als über Jahrhunderte gültig hingestellt werden, so dass sich aktuell regierende Kaiser ihnen verpflichtet fühlen müssen. Nur unterschwellig lässt sich bei Eutrop die Wahrnehmung von Veränderungen registrieren, wenn etwa der Senat ab dem dritten Jahrhundert als Institution nach der Reichskrise keine Rolle spielte und dementsprechend auch seine Mitwirkung in der Darstellung von Ereignissen des vierten Jahrhunderts fast völlig ausgeblendet wird,39 und zwar auch für Situationen, in denen andereS. 13 Quellen noch von einer Restbedeutung des Senats berichten.40 Auffällig ist aber sonst, dass Veränderungen nicht bemerkt werden, weder die Verwandlung der aus der senatorischen Aristokratie stammenden „Freunde“ des Kaisers in eine Elite ziviler Funktionäre, noch die Veränderungen der Armee, wie sie mit dem Stichwort der „Barbarisierung“ verbunden sind.41
Diese statischen Vorstellungen werden dadurch verfestigt, dass es für Eutrop keinen Bruch zwischen Republik und Kaiserzeit gibt. Eine Reihe von Verweisen macht ganz deutlich, dass es in seinen Augen trotz der tausendjährigen Entwicklung, die er beschreibt, eine historische Tiefenschärfe nicht gibt, sondern die römische Geschichte von den Anfängen der Republik bis in die späte Kaiserzeit einen einzigen Nahraum bildet, in dem die Nobiles der mittleren Republik sich von spätantiken Kaisern kaum unterscheiden. Die Illusion der Gleichförmigkeit konnte sich daraus entwickeln, dass in der Tat die Reihe der Konsuln vom frühen Rom bis in die eigene Zeit reichte (Eutr. 1,9,1). In einem solchen homogenen Geschichtskontinuum erschien dann der Vergleich der Kaiserwürde mit der (positiv aufgefassten) Diktatur nachvollziehbar: „Nichts anderes als die alte Diktatur kann man ähnlicher nennen der Herrschaftsgewalt, die jetzt Eure Friedfertigkeit innehat“ (Eutr. 1,12,2). Die angebliche Kontinuität von Diktatur und Kaiserwürde wird von Eutrop dabei unter anderem durch den irrigen Verweis auf die Übernahme der Diktatur durch Augustus illustriert.42 Verschränkt wird die altehrwürdige Vergangenheit mit der kaiserzeitlichen Gegenwart durch den Vergleich Traians mit Romulus sowie den des Antoninus Pius mit Numa Pompilius (Eutr. 8,8,1), während Mark Aurel sogar von Numa abstammen soll (Eutr. 8,9,1), oder durch den Vergleich zwischen Markomannenkrieg und den Punischen Kriegen (Eutr. 8,12,2). Besonders wichtig – und zweifelsohne nicht nur durch die stilistische Anlehnung an Cicero – ist die ständige Benutzung von Vokabular aus demS. 14 öffentlichen Leben der Republik, um Phänomene der Gegenwart zu bezeichnen, wie etwa die nobiles (Eutr. 10,4,3), senatus auctoritas (Eutr. 9,1), homo novus43, factio44 oder proscriptio45. Manchmal dient die Angleichung an die Verhältnisse der späten Republik der Zeitkritik: Die Verluste der Schlacht von Pharsalos werden mit denen der Schlacht von Mursa durch identische Betrachtungen über die entgangenen Chancen zur imperialen Expansion durch die Vernichtung militärischer Ressourcen gleichgesetzt.46 Die identische Bezeichnung von Sulla und Konstantin als vir ingens zeigt ebenfalls an, wie der Vergleich mit der republikanischen Bürgerkriegsepoche hier Kritik an den aktuellen Zuständen implizieren kann.47 Religionspolitische Bedeutung hat, dass Eutrop offenkundig die Divinisierung der römischen Kaiser, die er für jeden einzelnen Kaiser bis zu den kürzlich verstorbenen Kaisern Julian und Jovian sorgfältig verzeichnet, durch Details zur Geschichte des Romulus zu erklären und auf diese Weise auch die in der Gegenwart herrschenden christlichen Kaiser zu belehren versuchte.48
Auch in untergeordneten Details und Verweisen auf die eigene Gegenwart geht es immer wieder um die Vorstellung vermeintlicher Kontinuität zwischen Republik und eigener Zeit, etwa in der Behauptung zur Neugründung Karthagos: „Unter den Konsuln Lucius Caecilius Metellus und Titus Quintius Flamininus wurde Karthago in Africa, 22 Jahre, nachdem es von Scipio vernichtet worden war auf Befehl des Senats wiedererrichtet; es steht auch jetzt noch“ (Eutr. 4,21).Für die Verwaltungsgeographie werden wiederholt Verhältnisse der späten Kaiserzeit auf die Republik zurückprojiziert, etwa im permanenten Pluralgebrauch von Hispaniae, womit nicht die Provinzen der Republik, sondern eher die der spätantiken Diözese Hispaniae gemeint sind, oder aber in der eindeutig anachronistischen Benennung der Provinz Rhodope (6,2,1). Das neben Syrien aufgeführte Phönikien (6,8,4 und 13) spiegelt wohl ebensoS. 15 Verhältnisse der spätantiken Provinzialordnung wider49 wie die mit dem Gebiet der Helvetier identifizierten Provinz Maxima Sequanorum (6,17,2). Ähnliches gilt vermutlich für die armenischen Kleinsatrapien Arzanene und Sophanene, die im Zusammenhang mit Tigranes erwähnt werden (6,9 und 13), aber vor allem in den Friedensschlüssen von 298 und 363 relevant waren. Die Gebiete, die Antonius im zweiten Triumvirat zugesprochen werden, werden eindeutig als Einheiten der spätantiken Verwaltungsgeographie umrissen.50 Bei der Erwähnung von Byzanz wird auf Konstantinopel verwiesen: „nach Byzanz, das jetzt Konstantinopel heißt“ (Eutr. 6,6,3).
Die Orientierung an der Vergangenheit bedeutet bei Eutrop einerseits, dass es keinen qualitativen Unterschied zwischen den damaligen und den gegenwärtigen Verhältnissen gibt, was Voraussetzung dafür ist, dass sich die in der Vergangenheit funktionierenden Erfolgsrezepte ohne weiteres in der Gegenwart wiederholen lassen. Sie bedeutet aber andererseits, dass die als nahe empfundene Vergangenheit beständigen Vorbildcharakter hat. Die großen Truppenführer der Republik sind aus dieser Perspektive betrachtet, wie schon das Vorwort Eutrops suggeriert, einerseits direkte Vorgänger der römischen Kaiser, andererseits aber auch deren Vorbilder. Vespasian, Probus oder Constans51 sehen sich bei der Disziplinierung des römischen Heers mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert wie der virmilitaris P. Scipio Africanus Numantinus, der „zuerst das lasterhafte und feige Heer mehr durch Übung als durch Strafe ohne jede Grausamkeit auf den richtigen Weg“ brachte (Eutr. 4,17,2). Exemplarisch bei der Durchsetzung von Disziplin ohne die Anwendung von Grausamkeit ist dann auch Metellus: „Dieser brachte das Heer durch gewaltige Strenge und Mäßigung, weil er niemandem etwas Blutiges antat, zur Ordnung und führte es zur römischen Disziplin zurück“ (Eutr. 4,27,1). Eutrop verzeichnet, wie Probus und – mit Einschränkungen – auch Constans in gleicher Form wie Metellus diese ausgewogene Mischung von Strenge undS. 16 Mäßigung gelingt, während Aurelian eindeutig an dieser Herausforderung scheitert.52
Besonders deutlich wird im Zusammenhang mit dem Jovianfrieden von 363 dargelegt, wie Normen der republikanischen Außenpolitik auch für die Gegenwart Geltung haben und als wie anstößig das Verhalten des Vorgängers des aktuell regierenden Kaisers Valens gelten muss. Denn der Verzichtfrieden, den Jovian im Sommer 363 mit den Persern schließen musste und der insbesondere die Abgabe von Territorien im östlichen Mesopotamien, die Aufgabe der Tigrisgrenze und die Überlassung der Hoheit über Armenien an die persische Monarchie vorsah,53 rief in senatorischen Kreisen anscheinend einhellige Empörung hervor,54 jedenfalls spätestens, als nach dem Tode Jovians mit dessen politischer Leistung abgerechnet wurde. Eutrop interpretiert den Vertrag als skandalöse Abweichung von Regeln, die eine kontinuierliche Expansion Roms garantiert hätten. Jovian habe „einen Frieden mit Schapur, der zwar notwendig, aber schmachvoll war“ geschlossen. Die Grenzen seien aufgegeben und ein „beträchtlicher Teil des römischen Reiches“ ausgeliefert worden. Dieses Verhalten stellt nach Ansicht Eutrops einen Bruch mit einer über 1000 Jahre andauernden Tradition der römischen Außenpolitik dar: „Das geschah vor ihm in den fast 1.118 Jahren seit der Gründung des römischen Reiches zu keinem Zeitpunkt. Ja, unsere Legionen wurden bei Caudium von Pontius Telesinus, in Spanien bei Numantia und in Numidien zwar sogar unter das Joch geschickt, aber es wurde nichts von den Grenzen aufgegeben. Und diese Friedensbedingung wäre nicht völlig zu tadeln, wenn er die aus dem Vertrag sich ergebende Notwendigkeit damals, sobald es möglich war, hätte ändern wollen, so wie es von den Römern in allen diesen Kriegen, von denen ich berichtet habe, gemacht worden ist. Denn die Samniten, Numantiner und Numider wurden sofort angegriffen und der Frieden war nicht gültig.“ (Eutr. 10,17,2).
Die Bewertung des Jovianfriedens durch Eutrop ist in mehrfacher Hinsicht hochtendenziös, etwa in der Verschiebung der Verantwortung von Julian, der die Katastrophe zu verantworten hatte, auf Jovian und derS. 17 Unterstellung, Jovian sei es beim Friedensschluss ausschließlich darum gegangen, seine Herrschaft zu sichern. Als skandalös wird nicht nur – wie bei Festus – die Abtretung von römischen Gebieten als solche empfunden, sondern vor allem die Tatsache, dass der Friedensschluss überhaupt ratifiziert und nicht sofort für ungültig erklärt wurde. In diesem Zusammenhang verweist – und hier wird wieder die Einheit des Kontinuums von republikanischer und eigener Geschichte deutlich – Eutrop auf die Gegenbeispiele, nämlich die angebliche sofortige Verwerfung von ungünstigen Friedensschlüssen im zweiten Samnitenkrieg, im Krieg gegen Numantia und im Bellum Jugurthinum. Diese mit dem Jovianfrieden kontrastierenden Beispiele werden dementsprechend in der Darstellung der republikanischen Geschichte breiter behandelt. In der Darstellung des Zweiten Samnitenkriegs wird nach Auskünften Eutrops wie im Jovianfrieden nach der Niederlage von Caudium ein Frieden aus der Zwangslage heraus zunächst abgeschlossen, aber vom Senat und Volk abgelehnt, so dass weitergekämpft werden muss: „Später brachten die Samniten den Römern unter den Konsuln Titus Veturius und Spurius Postumius eine schmachvolle Niederlage bei und schickten sie unter das Joch. Der Friedensvertrag, der mit ihnen nur aus Zwang geschlossen worden war, wurde jedoch von Senat und Volk aufgehoben. Danach wurden die Samniten vom Konsul Lucius Papirius besiegt und 7.000 von ihnen unters Joch geschickt. Papirius triumphierte über die Samniten.“ (Eutr. 2,9,1 f.) Ähnliches wiederholt sich Eutrop zufolge bei Numantia, wo die unrühmlichen Friedensschlüsse des Q. Pompeius und des Hostilius Mancinus auf Befehl von Volk und Senat gebrochen und Mancinus als Verantwortlicher den Feinden ausgeliefert werden sollen (Eutr. 4,17,1). Schließlich zeigt Eutrop, wie der „äußerst schmachvolle“ Friedensschluss des Calpurnius Bestia vom Senat für ungültig erklärt wird (Eutr. 4,26,1).
Neben diesen Beispielen, die Eutrop im Zusammenhang mit dem Jovianfrieden explizit wieder in Erinnerung bringt, führt er in seiner Darstellung der republikanischen Geschichte darüberhinaus weitere Fälle an, die die vermeintliche Intransigenz der res publica gegenüber nachteiligen Friedensschlüssen in schwierigen Situationen illustrieren. Friedensfühler der Karthager im Ersten Punischen Krieg werden von römischer Seite auf Initiative des Regulus so entschieden abgelehnt, dass S. 18kein Senator überhaupt dafür ist, karthagische Gesandte vorzulassen.55 3,10,3 heißt es im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten des Zweiten Punischen Kriegs: „Angesichts dieser Übel hielt es gleichwohl kein Römer für richtig, auf einen Friedensschluss zu sprechen zu kommen.“ Des weiteren betont Eutrop, wie Rückschläge im Krieg gegen Perseus die Römer nicht von der Fortsetzung der Kriegführung abhalten: „Obwohl besiegt, wollten die Römer dennoch dem König nicht den Frieden gewähren, um den er bat, außer unter den folgenden Bedingungen, dass er sich und die Seinen dem Senat und Volk von Rom übergab“ (Eutr. 4,6,3).
Gerade die Beurteilung des Jovianfriedens, der mit seiner Abtretung von Territorien56 ein vermeintlicher Verstoß gegen seit jeher aufrecht erhaltene Grundprinzipien römischer Außenpolitik gewesen sein soll, zeigt die geringe Originalität der Darstellung Eutrops. Eine ähnliche Auffassung findet sich in verkürzter Form und ohne den Verweis auf Parallelbeispiele bei Rufius Festus, im Zusammenhang mit einem Exkurs über die römische Ostgrenze seit Lucullus und Pompeius bei Zosimos.57 Die Besonderheit des Beitrags des Eutrop ist hier vor allem in der expliziten Erläuterung zu den Vergleichsfällen aus der Geschichte der Republik zu erkennen.58
Die Art und Weise, in der Eutrop den Jovianfrieden verurteilt, lässt deutlich werden, dass seine scheinbar nüchterne Darstellung in Wirklichkeit eine deutlich tendenziöse Bewertung der Geschichte der letzten zwei bis drei Generationen vornimmt. Julian gehört in dieser Darstellung zweifelsohne zu den besonders positiv dargestellten Kaisern, trotz seines Misserfolges im Perserkrieg, der allerdings seinem Nachfolger in die Schuhe geschoben wird. Dagegen ist das Bild Konstantins und seinerS. 19 Söhne extrem ambivalent und im Einzelnen deutlich von den Themen beeinflusst, durch deren Formulierung sich Julian von Cousin und Onkel distanziert hatte, insbesondere dem Thema des Familienmordes oder dem des angeblichen Versagens in der Kriegführung nach außen.59
Die Haltung gegenüber Konstantin und Julian lässt erkennen, dass Eutrop nicht selbst Christ war.60 Er legt Wert darauf, die Divinisierung für jeden Kaiser sorgfältig zu verzeichnen, ignoriert dagegen die neuen religiösen Gegebenheiten so gut wie völlig. Die Bekehrung Konstantins kommt, abweichend von den Äußerungen Julians oder später Eunaps, überhaupt nicht zur Sprache. Ob es Eutrop darum geht, den Eindruck einer geradezu statischen historischen Kontinuität nicht zu stören, ob er Verfechter des Toleranzprinzips, religiös indifferent oder versteckter paganer Ideologe war, bleibt offen. In der Distanzierung gegenüber dem ersten christlichen Kaiser Konstantin wirkt zwar offenkundig das Ressentiment der julianischen Epoche ein, wie etwa die Bemerkung über die Verwandtenmorde und die Angleichung Konstantins an Nero zeigt.61 Gleichwohl deutet sich für die Bewertung der Religionspolitik eine gewisse Äquidistanz gegenüber Konstantin und Julian an, wenn Eutrop dem Julian einen allzugroßen Verfolgungseifer gegenüber den Christen vorwirft (10,16,3). Wichtiger bei der Negativcharakterisierung Konstantins und seiner Söhne, die Eutrop in der Nachfolge Julians vornimmt, ist wohl weniger die Religionspolitik dieser Kaiser gewesen, als vielmehr der Umstand, dass die neue valentinianische Dynastie sich von der Vorgängerdynastie abgrenzen wollte und aus diesem Grunde Eutrop hoffen konnte, mit seinen Äußerungen gegen Konstantin und seine Söhne keinen Anstoß zu erregen. Um dabei gleichwohl sowohl der Toleranzpolitik Valentinians I. wie der prochristlichen Politik des Valens gerecht zu werden, schien es Eutrop angebracht, einen kritischen Hinweis auf die Verfolgungspolitik Julians einzufügen.
Zum Bild des Geschichtsschreibers Eutrop gehört auch die Frage des von ihm gewählten Umgangs mit dem ihm vorliegenden Quellenmaterial. Für die von ihm angestrebte orientierende Behandlung der Gesamtheit der römischen Geschichte genügte die Zusammenfassung weniger einschlägiS. 20ger Geschichtsdarstellungen. Sein eigenes Bestreben lag vor allem darin, bekannte Sachverhalte in komprimierter Form zusammenzufassen. Für die Geschichte der Republik bietet Eutrop im Großen und Ganzen eine Epitome des Livius62, wobei er nicht selbst die Masse des livianischen Werkes verarbeitet hat, sondern von einer oder mehreren bereits existierenden handhabbaren Kurzfassungen ausgegangen ist, die bisweilen abweichende Versionen und zusätzlichen Stoff enthielten. Aus diesen Livius-Epitomen haben eventuell auch Rufius Festus und Hieronymus (für sein Chronikwerk) geschöpft.63 Die Sache wird dabei – wie in kontaminierten Überlieferungen – dadurch kompliziert, dass zumindest Hieronymus neben der Quelle Eutrops durchaus Eutrop selbst benutzt haben kann, und zwar sowohl für die Geschichte der Republik als auch für die Geschichte der Kaiserzeit.
Sicher ist, dass Eutrop für die meisten Informationen zur Geschichte der Kaiserzeit von Augustus bis in die Zeit Constantius II. die sogenannte Enmannsche Kaisergeschichte (EKG), also die von Alexander Enmann erschlossene Geschichte der römischen Kaiser, benutzt hat, die in die Zeit bis zur Schlacht von Straßburg (357) reichte.64 Diese Kaisergeschichte benutzte wiederum für die Zeit bis Domitian im Großen und Ganzen Sueton65, so dass Eutrop für diese Epoche der Kaisergeschichte nur wenigeS. 21 Angaben hat, die sonst nicht bekannt sind. Unentbehrlich werden die aus der EKG schöpfenden Autoren als historische Informationsquelle dann vor allem für das dritte und frühe vierte Jahrhundert. Zweifelsohne war auch für diese Zeit die EKG weiterhin kein sehr umfangreiches Geschichtswerk, bot aber doch eine erhebliche Fülle an Details. Dort wo Eutrop der einzige Gewährsmann für diese oder jene Angabe ist und sich bei Aurelius Victor keine Parallelen finden, wird man für die überwiegende Zahl der Fälle annehmen dürfen, dass Eutrop hier die gemeinsame Quelle weiter benutzt hat, während Aurelius Victor sich eine größere Freiheit im Umgang mit seiner Vorlage nimmt, sehr vieles ausklammert und Informationen aus zusätzlichen Quellen einfügt. In anderen Fällen hat aber auch Eutrop Informationen, die in der vollständigeren Vorlage enthalten waren, ausgeblendet. Was Eutrop jenseits der EKG aus anderen Quellen entnommen hat, lässt sich so gut wie nicht feststellen. Für die Zeit Konstantins und seiner Söhne ist allerdings erkennbar, dass er die ursprünglich gegenüber dem konstantinischen Herrscherhaus sehr positive Tendenz der EKG umgekehrt oder nuanciert hat, was eventuell durch die Aufnahme von Zusatzinformationen aus weiteren Quellen noch stärker akzentuiert worden ist. Dagegen ist für die Zeit der Tetrarchie und des Constantius Chlorus ebenso wie für die Schilderung des gallischen Sonderreichs der Charakter der EKG bei Eutrop noch gut zu erkennen, etwa in der zugunsten des Constantius Chlorus eingenommenen Darstellung historischer Zusammenhänge.66
Schwierig ist die Frage nach den Quellen für die Kapitel, die die Zeit nach der Schlacht von Straßburg behandeln und die daher, selbst wenn man mit 357 das spätestens mögliche Datum für die Fertigstellung der EKG wählt,67 nicht auf die EKG zurückgehen können. Es fallen für die Darstellung der Zeit von 357 bis zum Jovianfrieden von 363 enge Beziehungen zwischen Rufius Festus, Hieronymus und Eutrop auf. Ähnlich formuliert sind beispielsweise die Angaben über den notwendigen, nach Eutrop aber schmachvollen Frieden bei Hieronymus und Eutrop. Hier. chron. 243 c schreibt: Iovianus rerum necessitate compulsus Nisibin et S. 22magnam Mesopotamiae partem Sapori Persarum regi tradidit. Bei Eutrop 10,17,1 heißt es: pacem cum Sapore, necessariam quidem, sed ignobilem, fecit, multatus finibus ac nonnulla imperii Romani parte tradita. Eutrop bringt stärker seine Empörung über den Frieden zum Ausdruck, weiß statt von der Abtretung eines Teils Mesopotamiens von der Abtretung eines nicht unbeträchtlichen Teils des römischen Reiches und betont anschließend durch den Kontrast zu den republikanischen Exempeln die Schmach des Friedens: quod ante eum annis mille centum et duobus de viginti fere, ex quo Romanum imperium conditum erat, numquam accidit (es folgen Kontrastbeispiele aus der Zeit der Republik). Anschließend weiß Eutrop hinzuzufügen, dass sich Jovian wegen der Begierde, die Herrschaft zu sichern, ehrlos verhält: sed dum aemulum imperii veretur intra Orientem residens, gloriae parum consuluit. Ähnlich berichtet in diesem Punkt Festus, der aber gleichzeitig die Friedensbedingungen selbst sehr viel genauer als Eutrop überliefert und hierin mit Hieronymus übereinstimmt: condicionibus (quod numquam antea accidit) dispendiosis Romanae rei publicae impositis ut Nisibis et pars Mesopotamiae traderetur, quibus cupidior regni quam gloriae Iovianus in imperio rudis adquievit.68 Dass es für den schmachvollen Frieden keinen Präzedenzfall gibt, betont weiter Festus in der zitierten Passage in gleicher Weise wie Eutrop, auch wenn er dies nicht durch historische Parallelen unterstreicht. Festus enthält dabei wiederum freilich keinen Hinweis auf die Notwendigkeit des Friedensschlusses, den man bei Eutrop und Hieronymus findet. Eutrop, Festus und Hieronymus scheinen also unabhängig voneinander ähnliches Quellenmaterial benutzt zu haben, auch wenn nicht ausgeschlossen ist, dass Hieronymus und Rufius Festus neben dieser Quelle auch Eutrop selbst benutzt haben.69 Auch für Ammianus Marcellinus, der ebenfalls deutliche Parallelen zu diesen Erzählungen enthält und etwa wie Eutrop als Motiv für den S. 23übereilten Friedensschluss die Angst vor potentiellen Rivalen nennt,70 ist durchaus anzunehmen, dass er innerhalb seines kunstvoll aus diversen Quellenmaterialien geflochtenen Textgewebes Eutrop selbst benutzt und erweitert hat. Eine eindeutige Klärung der zeitgenössischen Quellengrundlage ist angesichts dieser vielfachen Verschränkungen nicht möglich. Sie zeigen aber auf jeden Fall an, dass Eutrop als Schriftsteller sich mitten in einem durch heftige Diskussionen geprägten historiographischen Kontext befand und dass seine Stimme hier Autorität und Gewicht hatte. Diese Autorität und die handhabbare Kürze und der prägnante Stil haben seinem Werk ein Nachleben gesichert. Ein Aspekt dieses Nachlebens ist der Umstand, dass bis heute das Bild der geschichtlichen Entwicklungen des dritten und vierten Jahrhunderts vom Standpunkt dieses Autors geprägt ist.
II. Bemerkungen zum Text
1. Handschriftliche Überlieferung
Wenn auch für diese Edition keine erneute Prüfung des reichen hsl. Materials zu Eutrop vorgenommen wurde, sollen doch die erhaltenen Hss. in aller Kürze aufgeführt und ihr Zusammenhang erläutert werden. Dies scheint insbesondere deshalb geboten, weil die letzte auf Autopsie der wichtigsten Hss. basierende Edition von Hellegouarc’h (1999; 22002) die Überlieferungsgeschichte allzu knapp darstellt.71 Eine eingehende Untersuchung über diese, die auch die Textgeschichte einschlösse, ist immer noch ein Desiderat.72 So können auch diese Ausführungen zur Überlieferungsgeschichte des Breviariums nur eine Skizze sein, die Santinis und Hellegouarc’hs Ausführungen unter Berücksichtigung der neueren kodikologischen S. 24Literatur zusammenfasst und in einzelnen Punkten (besonders hinsichtlich der Datierung und Einordnung einzelner Hss.) korrigiert oder ergänzt.
Die heutige Kenntnis der Eutrop-Überlieferung ruht auf dem von Hartel und Droysen in den 1870er Jahren gelegten Fundament, das in den 1960er und 70er Jahren von Scivoletto und Santini erweitert wurde.73 Das von diesen aufgestellte Stemma erfuhr jedoch Kritik, weil es der Kontamination einiger Eutrop-Hss. zu wenig Rechnung trägt.74 Einigkeit besteht in der Scheidung mehrerer Überlieferungsstränge des Eutrop-Textes, die jeweils verschiedene gleichberechtigte Vertreter haben. Daneben stehen einige Hss., die Merkmale verschiedener Klassen aufweisen.
Die wichtigste Unterscheidung betrifft Eutrop und seine Fortsetzer: Im 2. Drittel des 8. Jh. überarbeitete Paulus Diaconus in Montecassino das Breviarium ab urbe condita und setzte es bis in Justinians Zeit fort.75 Diese unter dem Titel Historia Romana bekannte Fortsetzung ist in mehr als 160 Hss. überliefert.76Paulus behielt Eutrops Bucheinteilung bei, fügte 6 (in einigen Hss. 7) Bücher hinzu und ergänzte die ersten 10 Bücher um einige Zusätze aus Hieronymus, Orosius, der Epitome de Caesaribus u. a. (z. B. um einen Abriss der italischen Urgeschichte bis zur Gründung Roms). Die Widmungsepistel an Kaiser Valens ersetzte Paulus durch eine an seine Schülerin Adelperga, die Tochter des Langobardenherzogs Desiderius. Da die Abfassungszeit der Historia Romana die ältesten erhaltenen Eutrop-Hss. um ein Jh. übertrifft, kommt ihr bei der Beurteilung der Eutrop-Überlieferung große Bedeutung zu. Allerdings zogen viele Schreiber den Eutrop-Text zur ‚Korrektur‘ der Historia Romana heran, so dass eine Unzahl kontaminierter Hss. entstand; auch in Bibliothekskatalogen wurden hin und wieder Paulus-Hss. irrtümlich dem Eutrop zugeschrieben. Einen ersten Versuch, aus der Paulus-Tradition den Text des Breviariums S. 25wiederzugewinnen, stellt das von William von Malmesbury und seinen Schülern im Jahr 1129 angefertigte Exemplar dar.77Ein weiteres, größtenteils von Paulus’ Zusätzen befreites Exemplar ist der Vaticanus Latinus 1860 aus dem Jahr 1313, wahrscheinlich in Italien (möglicherweise in Montecassino) entstanden, der den Text der ersten 10 Bücher enthält.78 Während Droysen in dieser Hs. eine Kopie von Paulus’ Eutrop-Exemplar sah, erkannte Scivoletto in ihr eine nachträglich ‚bereinigte‘, gekürzte Fassung der Historia Romana.79 – Um das Jahr 1000 verfasste Landolfus Sagax eine Fortsetzung der Fortsetzung, die mit einer von Eutrop und Paulus abweichenden Einteilung in 24 Bücher bis zum Jahr 806 reicht. Dieses ebenfalls ‚Historia Romana‘ benannte Werk wird seit der editio princeps von Pierre Pithou (1569) zur Unterscheidung von Paulus’ Werk als Historia Miscella bezeichnet und ist für den Eutrop-Text ohne Belang.80
Das Breviarium ab urbe condita selbst ist in mehr als 20 Hss. überliefert,81 deren wichtigste für die Textkonstitution nach den Studien von Scivoletto, Santini und Hellegouarc’h82 in vier Klassen einzuordnen sind:
1. Zur ersten Klasse (Droysen: A, Scivoletto / Santini: φ) gehören zwei Hss., darunter die älteste erhaltene: G (Forschungsbibliothek Gotha, Ms. Memb. I. 101),83 geschrieben im 9. Jh. (vor 840) im Kloster Murbach, im Februar 1795 für die Herzogliche Bibliothek Gotha erworben und kurz darauf von Tzschucke für seine Edition herangezogen,84 aber erst von S. 26Mommsen in ihrem vollen Wert erkannt.85 Sie enthält viele Schreibfehler und wurde von verschiedenen Schreibern nachträglich korrigiert, teils in Übereinstimmung mit anderen Textzeugen, teils offenbar eigenmächtig.86 An einer Stelle (Eutr. 2,13,4) ergänzt die jüngere Hand das richtige Cognomen des Konsuls Decimus Mus und ist damit allen anderen Textzeugen überlegen. Eng verwandt mit dieser Hs. ist der verlorene Fuldensis (F), den F. Sylburg in seiner Edition (1590) benutzte.87 Hellegouarc’h datierte dieses „exemplar pervetustum“ vermutungsweise ins 11. Jh. Wie Droysen gezeigt hat, stimmt der Text von F oft mit G überein, ist aber stellenweise besser (z. B. 4,17,2; 5,3,4), was allgemein auf eine genauere Wiedergabe der gemeinsamen Vorlage zurückgeführt wird. Die von Sylburg mitgeteilten Incipit-/Explicit-Angaben an den Buchgrenzen belegen auch den Titelzusatz ab urbe condita.
2. Die zweite, von Santini etablierte Klasse (κ/λ/μ)88 besteht vor allem aus den Hss. CIHM, die Droysen zwar z. T. kannte, aber als unwichtig für die Textgestaltung erachtete; er hielt diese Hss. für kontaminierte Vertreter der A-Familie, während Rühl ihnen einen höheren Stellenwert zuschrieb. Die Varianten der Klasse haben meist keinen Überlieferungswert, aber gelegentlich weisen sie einen den übrigen Klassen überlegenen Text auf.89C (Paris, Bibliothèque nationale, Latinus 7240, früher Colbertinus 3001), in Chartres Ende des 11. Jh. geschrieben,90 enthält nicht den gesamten Text, sondern bricht hinter 9,8,1 factus esset ab. Der älteste vollständige Vertreter dieser Klasse, I (Oxford, Bodleian Library, Lincolniensis Lat. 100), wurde um 1125 in der Abtei Malmesbury von William und seinen Schülern geschrieben.91 Er hat weniger Schreibfehler als C und kann daher zur Kontrolle herangezogen werden. Der Text ist von denselben SchreiS. 27bern nachträglich korrigiert worden; die Änderungen lassen sich nach Santini eher als Konjekturen denn als Interpolationen aus anderen Hss. erklären.92 Möglicherweise am selben Ort wie C (Chartres), auf jeden Fall aber in Frankreich sind auch zwei weitere Hss. entstanden: im 12. Jh. H (London, British Library, Harleianus 2729),93 deren Text jedoch unvollendet ist und nach 2,7,2 victoriae in94 abbricht (auf der nächsten Quaternio folgt die Historia Romana des Paulus von einem anderen Schreiber, mit dem Titel incipit lib(er) eut(r)opii [sic]historiographi de romana historia); und gegen Ende des 12. Jh. M (Paris, Bibliothèque nationale, Latinus 18104) mit dem ganzen Text.95 Gerade die letztere Hs. ist jedoch durch viele Auslassungen (vgl. 6,7,2 [paraverunt]; 7,18,4 [ideo]) entstellt.
Zu derselben Klasse gehört auch die Mitte des 12. Jh. in Chartres entstandene Hs. Pa (Paris, Bibliothèque nationale, Latinus 5802), die über Mailand nach Paris gelangte und erstmals von Rühl verglichen wurde.96 Ihr Eutrop-Text, der weitgehend mit C übereinstimmt, ist mit Korrekturen und Marginalien verschiedener Schreiber des 13. und 14. Jh. (u. a. Petrarca) versehen. Die Lesarten in den Marginalien stammen aus G oder den Hss. des Paulus Diaconus.97
Gewissermaßen zwischen der 1. und 2. Klasse steht die verlorene Hs. S aus dem Dominikanerkloster in Bordeaux, die Vinetus in seiner Edition (1553) heranzog.98 Ihre Varianten stimmen nach Santini mit G und CIHM überein und bieten außerdem einige Male gegen diese und alle anderen Hss. den richtigen Text (3,22,2 centum milibus; 3,5 per consulem; 6,20,2 Palaeopharsalum). Aus diesen Zusammenhängen hat Santini überzeugend S. 28geschlossen, dass S auf dieselbe Vorlage wie G und CIHM zurückgeht; Hellegouarc’h stellt S dagegen zur 2. Klasse, ohne die Übereinstimmungen mit G zu erörtern.99
3. Zur dritten Klasse (Droysen: B, Scivoletto / Santini: χ/ψ) zählen als wichtigste die Hss. VLO, zu denen Santini A und Hellegouarc’h Br hinzufügte. Die Hs. V (Vaticanus Latinus 1981), geschrieben Ende des 10. oder im 11. Jh. in der Abtei Saint-Vivant de Vergy (Bistum Autun), wurde von Scivoletto entdeckt und klassifiziert.100 Der Text ist unvollendet und reicht nur bis einschließlich Eutr. 7,9 in Galliam [sic] collocavit; die letzte Seite (fol. 21 verso, ab Eutr. 7,7 GnaeusCornelius Gallus) ist von einer anderen Hand geschrieben. Viele abweichende Lesarten der Hs. sind willkürliche Änderungen des Schreibers, die auf intensives Studium des Textes hinweisen. Daneben finden sich aber auch echte Überlieferungsvarianten,101 in denen V teils in Übereinstimmung mit anderen Hss., teils gegen diese (auch gegen LO) das Richtige hat. Scivoletto (und nach ihm Santini) nahm für G und VLO eine gemeinsame Vorlage an, einen ‚codex gallicus‘ (γ) merowingischer Zeit; Fehler in G und VLO führte er auf falsche Auflösungen von Ligaturen dieser Vorlage zurück.102
Der zweite wichtige Vertreter der 3. Klasse ist die karolingische Hs. L (Leiden, Universitätsbibliothek, Bibliotheca Publica Latina 141), im letzten Viertel des 9. Jh. wohl in der Abtei Saint-Armand (Départment Nord) geschrieben und vor der Mitte des 16. Jh. nach Gent verkauft;103 später gelangte sie nach Leiden. Sie wurde erstmals 1545 von Schoonhoven zur Ausscheidung der paulinischen Zusätze herangezogen104 und galt bis zur Entdeckung von G als maßgeblicher Überlieferungszeuge. Der Text hat S. 29zwar viele Sonderfehler (auch größere Auslassungen wie 7,8,1 f. duodecim – ante enim),105 aber hin und wieder auch bessere Lesarten als die anderen Klassen. Jünger als L, aber nicht direkt abhängig von ihr ist O (St. Omer, Bibliothèque d’agglomération, Bertinianus 697) aus dem 10. oder 11. Jh., die im 14. Jh. in die Abtei St. Bertin in St. Omer gelangte.106 Ihr Eutrop-Text ist durch zahlreiche orthographische und sonstige Fehler entstellt (Verwechslung von Kardinal- und Ordinalzahlen, Auslassung von praenomina), hat aber z. B. keine Lücke in 7,8,1 f.107 Eine Abschrift von O ohne eigenen Überlieferungswert ist die Hs. Br (Brüssel, Königliche Bibliothek, 6439–6451),108 die gegen Ende des 11. oder Anfang des 12. Jh. in Nordfrankreich geschrieben wurde.109 Durch Blattverlust fehlt der Anfang vor 1,11,1 recipe]retur in regnum) sowie der Text von 8,19,1 Britannia bis 9,21,1 ordine. Während Droysen, Rühl und Santini diese Hs. ignorierten, teilte Hellegouarc’h ihre Lesarten im Apparat mit.
Wichtiger ist die Beurteilung der Hs. A (Cambridge, Corpus Christi College, Parker Library, Ms. 129), geschrieben in der 1. Hälfte des 14. Jh. in der Abtei St. Augustin zu Canterbury,110 die zuerst von Santini herangezogen wurde. Ihr Text stimmt größtenteils mit VLO überein, ist aber gelegentlich überlegen (z. B. 2,11,3 adverso A : atro VLO; 5,7,1 medos A : metos LO). Diese Vorzüge deutete Santini als Zeichen für eine genauere Übereinstimmung mit dem Hyparchetyp der 3. Klasse. Dagegen wies Reynolds zu Recht auf die Möglichkeit hin, dass die überlegenen Varianten aus anderen Hss. kontaminiert sein könnten.111 So hat A auch gemeinsame Fehler mit der Paulus-Tradition (z. B. 3,6,1 finitumque bellum : ‑toque bello A Paul.; 4,4,3 concessae sunt : concesserunt A Paul.; 4,8,2 venit om. A Paul.; 4,27,4 per Marium : per Marium acti sunt A Paul.), auf die Santini und Hellegouarc’h nicht eingegangen sind. Wenn demzufolge S. 30die Filiation von A nicht eindeutig festzustellen ist, kann die Hs. doch am sichersten als ein mit Paulus Diaconus kontaminierter Abkömmling der dritten Klasse angesehen werden.
4. Die vierte Klasse (Droysen: C; Scivoletto / Santini: π) bilden die Hss. des Paulus Diaconus, die ihrerseits in zwei Familien zerfallen.112 Von den neun Paulus-Hss., die Santini in seinen kritischen Apparat aufnahm,113 stammt die älteste (die allerdings nur Ausschnitte des Textes bietet) noch aus dem 8. oder 9. Jh.114 Über Paulus’ Vorlage (π, Scivolettos ‚codex italicus‘) lässt sich nur so viel sagen, dass ihr Text meist mit der 1. und 3. Klasse und nur selten mit der 2. Klasse des Eutrop-Textes übereinstimmt.115 Die Paulus-Hss. weichen gelegentlich auch so voneinander ab, dass sie mit verschiedenen Eutrop-Klassen übereinstimmen; eine Kontamination dieser Hss. mit den ‚reinen‘ Eutrop-Hss. ist dabei ebenso möglich wie willkürliche Schreiberänderungen. Weil Paulus’ Historia Romanabei der Textkonstitution des Breviariums nur schiedsrichterliche Bedeutung zukommt, werden ihre Lesarten im Apparat dieser Edition nur nach dem von Crivellucci konstituierten Text zitiert (wie bei Hellegouarc’h) und Abweichungen der Paulus-Hss. voneinander nicht berücksichtigt.
Neben diesen klassifizierbaren Textzeugen stehen einige Hss., deren Position in der Überlieferungsgeschichte schwer zu bestimmen ist, da sie Einflüsse verschiedener Klassen aufweisen und z. T. hohen Alters sind. An erster Stelle steht ein Eutrop-Florilegium, das im 8. oder 9. Jh. in Norditalien entstand und von dem zwei voneinander unabhängige Abschriften existieren.116 Die (von Rühl bekannt gemachte) ältere D (Sankt Petersburg, Russische Nationalbibliothek, Class. Lat. Q.v.9) ist Teil einer im 9. Jh. in S. 31Norditalien (wohl in Verona)117 entstandenen Miszellan-Hs., die auch Justinus, Isidor von Sevilla, Jordanes und den Anonymus Valesianus enthielt und später aufgeteilt wurde.118 Der Eutrop-Text, der das 1.–4. und 6.–7. Buch (bis Eutr. 7,9 Romana res floruit) umfasst, hat viele Lücken (2,7,1–17. 19,1–20,3. 22,1–24,1. 26,1–28. 3,1,2–7,1. 14,3–17. 18,3–19. 4,2,2. 6,1–17,2. 19–27,4. 6,1,1–7,2. 8,1–13. 15 f. 17,3–18,2); incipit, explicit und inscriptio fehlen. Zur Ergänzung zog Droysen die Hs. P (Vaticanus Palatinus Latinus 927) heran, die im Jahr 1181 im Kloster Sancta Trinitas bei Verona geschrieben wurde.119 Ihre Eutrop-Exzerpte setzen unter dem Titel epythoma ex libris eutropi victorini historici de consulibus mit 1,8,2 hinc consules cepere (sic) ein und reichen bis 7,8,4 in campo marcio (sic) sepultus; teils ergänzen sie D, teils decken sie sich mit ihr.120 Der Text von DP stimmt meist mit der 3. Klasse überein, gelegentlich aber auch mit G.121 Ob darin ein Zeichen für Kontakt der 1. mit der 3. Klasse vor dem 9. Jh. zu sehen ist oder ob man die Veroneser Exzerpte (wie Droysen) mit dem Hyparchetyp beider Klassen in Verbindung bringen darf, ist nicht zu entscheiden. Santini sah in D einen unabhängigen Zeugen der 3. Klasse, Hellegouarc’h stellte die Hs. dagegen zur 4. Klasse, mithin zur Paulus-Tradition.122 Der Exzerptor hat den Text mit einigen Interpolationen und willkürlichen Änderungen versehen, die bei der Konstitution von Eutrops Text nicht in Betracht kommen.123
Santini und Hellegouarc’h brachten mit D noch eine andere Hs. in Verbindung: Q (Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 323), aus der 2. Hälfte des 12. Jh. (wohl aus Deutschland)124 enthält das Breviarium mit S. 32drei großen Lücken (1,20–2,2; 2,18–6,12; 6,18–22). Der Text stimmt mit keiner der vier Klassen überein und ist insbesondere von den Fehlern in G frei. Während Hartel den besseren Text auf Schreiberkonjekturen zurückführte und Droysen die Hs. demzufolge ignorierte, sahen Santini und Hellegouarc’h Q als eigenständig an und zogen sie als Kontrollinstanz für gute Lesarten heran.125
Ebenfalls außerhalb der sonstigen Tradition steht der Blattfüller der Hs. J (Bamberg, Universitätsbibliothek, Msc. Class. 31 = E. III. 22), die im frühen 10. Jh. in Italien geschrieben wurde und im 12. Jh. an die Stiftsbibliothek Bamberg gelangte.126 Auf dem freien Platz unter dem explicit von Festus’ Breviarium (auf einem mit der Ziffer 52 nummerierten verso und vor dem fol. 53 recto vom selben Schreiber verfassten Inhaltsverzeichnis, dem auf dem verso Florus’ Epitome folgt) hat ein etwas späterer Schreiber die Widmungsepistel von Eutrops Breviarium sowie einige weitere (rätselhafte) Bemerkungen hinzugefügt.127 Die Hs. ist von großer Bedeutung, weil sie als einzige den Titel magister memoriae für Eutropius bezeugt. Welche Vorlage der Schreiber verwendete, ist ungewiss; P. L. Schmidt stellte die Hs. aufgrund des fehlenden Titels Gothico zur 1. und 2. Klasse.128 Da der Schreiber den Inhalt des Breviariums mit ordo imperii Romani a rege Romulo usque Valentiniano et Valente Augusti wiedergab, ist es unwahrscheinlich, dass er seine Vorlage aufmerksam bis zum Ende gelesen hat, denn das Breviarium endet bekanntlich mit Jovian.
Darüber hinaus sind noch fünf weitere Hss. aus dem 12. bis 15. Jh. bekannt, die Eutrops Breviarium (ganz oder teilweise) enthalten: Eine Hs. in Hereford (Cathedral Library, O. II. 9) aus dem 12. Jh., wohl in der S. 33benachbarten Belmont Abbey entstanden,129 deren Text nach 9,18 abbricht. Eine weitere Hs. in Paris (Bibliothèque nationale, Latinus 6113), unbekannter Herkunft, stammt auch aus dem 12. Jh.,130 ist aber unvollendet und reicht nur bis 7,19,1 factus in palestinam imperator; ihr Text geht offenbar auf mehrere Vorlagen zurück, denn er weist gemeinsame Varianten mit allen vier Hss.-Klassen auf.131 Eine Londoner Hs. (British Library, Royal 13 A X) hat vier Einzelblätter aus dem späten 12. Jh., mit dem Text 4,24 Cato consul – 5,9,2 bella funestissima; (fol. 106; 104) und 6,15 claris quidem – 7,4 qui superfuerant (fol. 105; 107), dessen Textgestalt mit der 2. Klasse übereinstimmt.132 In Oxford (Bodleian Library, Laud. Lat. 4) befindet sich eine 1406 von Johannes Merylynch in der Abtei Glastonbury geschriebene Hs. mit vollständigem Eutrop-Text.133 Eine historiographische Sammelhs. in Augsburg (Universitätsbibliothek, Cod. II.1.2°190), die 1464 im Kloster Sankt Mang in Füssen geschrieben wurde, enthält eine gekürzte Fassung der Bücher 1–2 und 6–10.134
Zu erwähnen sind ferner drei kurze Eutrop-Exzerpte, die in Hss. des 11. und 12. Jh. unbekannter Herkunft (wohl aus Deutschland) als Ergänzung zu Sallusts Catilina und Jugurtha angefertigt wurden. Die älteste und ausführlichste Hs. dieser Gruppe befindet sich in Rostock (Universitätsbibliothek, Mss. philol. 27).135 Sie wurde vielleicht in Fulda im S. 342. Viertel des 11. Jh. geschrieben und enthält neben einer Marginalie mit Eutr. 4,27,4 ante currum – strangulatus est den ganzen Text des 5. Buchs.136 Allerdings ist das Exzerpt nicht Eutrops Breviarium zuzuordnen, wie die Kataloge fälschlich angeben, sondern der Historia Romana des Paulus Diaconus, wie die Bindefehler und Zusätze aus Orosius belegen. Ein weiteres Exzerpt mit Eutr. 4,27,4 (mit einigen Eingriffen des Schreibers) befindet sich im Vatikan (Palatinus Latinus 883, 12. Jh.)137 und ist keiner Klasse sicher zuzuordnen. Das dritte Exzerpt, ebenfalls mit Eutr. 4,27,4, befindet sich in Wien (Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 284, aus der 2. Hälfte des 12. Jh.).138 Der Text ist durch einen Bindefehler (acti sunt nach Marium) als Abkömmling der paulinischen Tradition zu erkennen.
Schließlich gibt es noch zwei bisher übersehene Exzerpte bzw. Schreiberzitate aus dem 8. Buch in Hss. des 15. Jh.: Eines im Vaticanus Latinus 1900 (geschrieben in Norditalien zwischen 1432 und 1440),139 einer Hs. der Historia Augusta. Der Eutrop-Text (8,2,1–8,5,3) auf fol. 116 verso ist von einem späteren Schreiber in zwei Spalten mit dem Titel vita sive perbreve epitho(me) divi Traiani Augusti p(rincipis) opti(mi) atq(ue) sa(n)ctis(simi) hinzugefügt und enthält außer einer Reihe unerheblicher Sonderfehler einige geistreiche Zusätze, die offenbar vom Schreiber selbst herrühren.140 Aufgrund einiger Bindefehler (z. B. 8,3,1 Ctesiphontem : et Tesifontem; 8,5,2 CXLIV pedes : CXL pedes) ist auch bei diesem Exzerpt Paulus’ Historia Romana als Vorlage anzunehmen.141 Das zweite Exzerpt ist neben S. 35zahlreichen anderen Klassikerzitaten im Vaticanus Latinus 2940 (15. Jh.) auf fol. 168 recto aufgeführt (Traianus respondit: talem se imperatorem esse privatis quales esse sibi imperatores privatos optassent = Eutr. 8,5,1).142
Aufgrund des bis jetzt bekannten Materials kann die Textgeschichte des Breviariums nur annäherungsweise umrissen werden. Trotz Etablierung der vier Klassen liegt die Entstehungszeit der verschiedenen Überlieferungsstränge im Dunkeln.143 Die Untersuchungen von Mommsen, Droysen und Wagener haben ergeben, dass die 1. Klasse (trotz aller Fehler ihres wichtigsten Zeugen G) im Allgemeinen die beste Überlieferung bietet. Die anderen Klassen sind nur dann vorzuziehen, wenn sie gegen die 1. Klasse übereinstimmen, oder wenn sie Lücken und offensichtliche Fehler der 1. (und 2.) Klasse verbessern.144 Ein schematisches Vorgehen aufgrund dieser Gewichtungen genügt allerdings nicht zur Herstellung des Textes: Wie schon Wagener hervorhob, sind in schwierigen Fällen immer Eutrops Nachahmer und Zeitgenossen (Festus, Hieronymus, Orosius) sowie die Übersetzung des Paianios heranzuziehen, die allerdings (trotz Wageners Hochschätzung) mit Vorsicht zu gebrauchen ist. Wenn auch das nicht weiterführt, müssen Entscheidungen anhand des Sprachgebrauchs und der Wahrscheinlichkeit getroffen werden.
Über die Frage, wann und wo die verschiedenen Überlieferungsstränge entstanden sind, besteht nach wie vor keine Einigkeit. Von den Ansichten Droysens und Wageners, die die Scheidung der 1., 3. und 4. Klasse in der Spätantike ansetzten,145 ist man inzwischen abgekommen. Plausibler scheint Scivolettos (von Santini weiterentwickelte) Hypothese, dass die 1., 2. und 3. Klasse auf einen ‚codex gallicus‘ (γ) und die 4. Klasse auf einen ‚codex italicus‘ (π) des frühen Mittelalters zurückgehen.146 Santini hält es darüber S. 36hinaus für wahrscheinlich, dass Eutrop selbst zwei verschiedene Fassungen des Breviariums herausgegeben habe: Den Titel Gothico, der nur in der 3. Klasse belegt ist, habe er nach dem Tod des Kaisers in der Schlacht von Adrianopel (378) getilgt.147 Umgekehrt hält P. L. Schmidt die Version mit dem Titel Gothico (und dem Schluss Eutropius v. c. peculiariter suus) für jünger und hält es für denkbar, sie als „Versuch des (372–378 amtlosen) Aufsteigers“ zu deuten, „mit Valens wieder ins Reine zu kommen.“148 Die erste Fassung wäre dann unmittelbar nach Jovians Tod publiziert worden.
2. Die griechischen Übersetzungen
Zur Verbreitung von Eutrops Breviarium trugen die früh entstandenen griechischen Übersetzungen bei. Die erste, bis auf wenige Lücken vollständig erhaltene stammt von einem gewissen Paianios, der wohl mit dem in mehreren Briefen des Libanios erwähnten Sophisten aus Antiocheia zu identifizieren ist.149 Als einzige bekannte griechische Übersetzung eines profanen Geschichtswerks der Spätantike ist diese Übertragung von großem Interesse für die Literaturgeschichte. Wie aus einer Bemerkung zu den Perserkönigen Hormizd II. und Schapur II. zu schließen ist,150 verfasste Paianios seine μετάφραϲιϲ τῆϲ τοῦ Εὐτροπίου Ῥωμαϊκὴϲ ἱϲτορίαϲ um 379, also nur zehn Jahre nach Eutrop. Von den fünf erhaltenen Hss. des Werks hat nur eine (Athos, Kloster Iviron, Nr. 812, wohl aus dem 12. Jh.)151 einen nahezu vollständigen Text (es fehlt der Schluss ab 10,16,3), während die übrigen alle die Kapitel 6,9–11 auslassen S. 37und in 10,12,2 abbrechen.152 Die jüngste Hs. dieser Gruppe, eine (später verlorene) Abschrift des Exemplars aus der Bibliothek von F. Pithou, lag der editio princeps von F. Sylburg 1590 zugrunde.153 Die erste von Sylburg unabhängige Edition, für die neue Kollationen vorgenommen wurden, war die von Th. Mommsen initiierte und von H. Droysen erarbeitete MGH-Ausgabe (1879). Leider waren die Herausgeber einem Hinweis von C. de Boor auf die Hs. im Kloster Iviron nicht nachgegangen.154 So blieb es S. Lambros vorbehalten, diese 1897 bekannt zu machen und 1912 in seiner Paianios-Edition zu verwerten.155 Bedauerlicherweise ignorierte Lambros seinerseits wichtige Vorarbeiten (so den grundlegenden Aufsatz von Schulze, De Paeanio) und nahm auch die MGH-Ausgabe nicht zur Kenntnis.
Philologische und historische Studien zu Paianios sind selten: Seitens der Philologie wurde er mehr als Orakel für Konjekturen im Eutrop-Text gebraucht als um seiner selbst willen untersucht. Beim Erscheinen von Lambros’ Edition hatte sich auch dieses Interesse weitgehend gelegt. Die wenigen eingehenden Studien heben übereinstimmend hervor, dass es dem Übersetzer gelungen ist, den trockenen Stil des Breviarium in ein recht elegantes Griechisch zu übertragen.156 Im Gegensatz zu Eutrops oft stereotyper Ausdrucksweise strebt Paianios nach Variation. Seine Formulierungen sind dementsprechend frei gewählt; außerdem hat er Einzelheiten ergänzt, ausgelassen oder umgestellt, womit teils die Darstellung klarer als bei Eutrop, teils aber auch der Sinn des lateinischen Originals verfälscht wird. Die Kürzungen des Übersetzers betreffen Praenomina und EinzelheiS. 38ten der Erzählung, die Erweiterungen erstrecken sich auf die Erläuterung oder Umschreibung römischer Termini und Beinamen.
Eine zweite griechische Übersetzung hat nach der Suda der Historiker Kapiton von Lykien verfasst,157 dessen schriftstellerische Tätigkeit in die Regierungszeit der Kaiser Anastasios I. (491–518) und Maurikios I. (518–527) fällt.158 Ob dieses Werk mit den Spuren einer von Paianios verschiedenen Eutrop-Übersetzung zu verbinden ist, die sich in der Chronik des Johannes von Antiochia sowie in der Suda und den Konstantinischen Exzerpten finden, ist ungewiss. Während die meisten Eutrop-Editoren sich dieser von Henri Valois aufgestellten Hypothese vorbehaltlos anschlossen,159 überwiegt in jüngerer Zeit die Skepsis:160 Die von Johannes benutzte Übersetzung kann ebenso gut von ihm selbst wie von Kapiton oder jemand anderem stammen. Dass mehrere griechische Übersetzungen im Umlauf waren, illustriert eine dritte Version der Diokletian-Passagen, auf die sich im 9. Jh. Theophanes Confessor stützte.161 Jedenfalls zeichnet sich die von Johannes benutzte griechische Übersetzung durch eine größere Nähe zum Wortlaut des Eutropius aus.162
Die große Bedeutung der griechischen Übersetzungen, insbesondere der fast gleichzeitigen des Paianios, für die Textkritik von Eutrops Breviarium ist seit dem 19. Jh. grundsätzlich anerkannt. Für die Textkonstitution sind sie jedoch nur von begrenztem Nutzen, weil bei Abweichungen vom lateinischen Text oft nicht zu entscheiden ist, ob es sich um willkürliche Eingriffe des Übersetzers handelt oder ob ihm ein anderer als der überlieferte Text vorlag. Von den Dutzenden Verbesserungsvorschlägen, die unter Verweis auf Paianios (gegen die hsl. Eutrop-Überlieferung) vorgetraS. 39gen wurden,163 fanden nur wenige die Billigung der Editoren. Meist geben Paianios’ Abweichungen vom überlieferten Eutrop-Text keinen Anlass zum Eingriff in den lateinischen Text, sondern sind eher Beispiele zeitgenössischer Interpretation des Breviariums.
3. Zur Textkonstitution und Anlage des kritischen Apparats
Der lateinische Text des Breviariums ist nach den kritischen Ausgaben von Santini (1979; 21992) und Hellegouarc’h (1999; 22002) gestaltet. Dabei werden regelmäßig die Lesarten der Hss. G CIHMPa VLOA und in einigen Fällen die von F S D Q J mitgeteilt, soweit sie aus den Editionen ersichtlich sind. Auf die erneute Kollation der Hss. wurde, wie eingangs erwähnt, weitgehend verzichtet, abgesehen von einzelnen Stellen in den Hss., die als Digitalisate im Internet zur Verfügung stehen.164 Zur Evaluation einzelner Stellen wurden außerdem die Editionen Droysen (1879), Wagener (1884) und Rühl (1887) sowie die einschlägige Literatur herangezogen, die in deutscher Sprache vor allem im späten 19. Jh. und in italienischer seit Mitte des 20. Jh. erschienen ist. Zur Verifikation älterer Konjekturen wurden außerdem die älteren Ausgaben von Schoonhoven (Basel 1546 / 1552), Vinetus (1553), Sylburg (1590), Verheyk (1762), Tzschucke (ed. maior 1796), Dietsch (1849) und Hartel (1872) geprüft.165 Die Orthographie des lateinischen Textes folgt den von Droysen und Wagener erarbeiteten Grundsätzen.166 Die (seltenen) Zitate (Fabius Pictor: 3,5; Suet.: 7,21,1. 3; Verg.: 9,13,1) sind mit den aktuellen Ausgaben verglichen worden. Wo Eutrops Quellen und Benutzer zur Textkonstitution hilfreich sind, wurden im Apparat Hinweise auf die Belegstellen gesetzt.
Um den kritischen Apparat nicht unnötig zu belasten, wurde nur eine Auswahl der Lesarten und Konjekturen berücksichtigt, die Droysen und Santini in ihren Ausgaben mitteilten. Rein orthographische Varianten und eindeutige Abschreibfehler wurden nicht verzeichnet, Sonderfehler einzelner Hss. (oder Hss.-Klassen) und willkürliche Schreiberänderungen nur S. 40ausnahmsweise, vor allem bei Eigennamen und Zahlenangaben. Der kritische Apparat ist in eindeutigen Fällen negativ gehalten, bei mehr als zwei Varianten und unterschiedlichen Verbesserungsvorschlägen jedoch zur besseren Übersicht positiv. Nach dem Vorbild von Hellegouarc’h wurden die von Scivoletto und Santini etablierten griechischen Siglen der verschiedenen Klassen (φ, κ/λ/μ, χ/ψ, π) in ihre jeweiligen Hss.-Siglen aufgelöst; ebenso wurden die Varianten der paulinischen Tradition nach der Edition von A. Crivellucci, Pauli Diaconi Historia Romana, Roma 1914angegeben, ohne zwischen verschiedenen Hss. zu unterscheiden. Da Paulus in der Historia Romana seine Vorlage überarbeitete und erweiterte, sind seine Umformulierungen und Sonderfehler grundsätzlich nicht berücksichtigt worden. In den seltenen Fällen, wo Varianten innerhalb der paulinischen Tradition für die Textgestaltung wichtig sind, werden diese unter Angabe einer bestimmten Paulus-Hs. oder mit der pauschalen Bemerkung cum nonnullis Pauli codd. angeführt.
Gelegentlich sind im Apparat die griechischen Übersetzungen des Breviariums angeführt. Bei Paianios wurden die Editionen von Droysen (1879) und Lambros (1912) parallel benutzt, da die Edition von Lambros zwar den vollständigsten Text bietet, aber leider nicht ganz zuverlässig ist.167 Die Fragmente der jüngeren Übersetzung, die Kapiton von Lykien zugeschrieben wird (s. o.), werden mit Stellenangaben nach ihren jeweiligen Textzeugen, der Suda und der Chronik des Johannes Antiochenus, zitiert, und zwar nach Adler-Nummern bzw. bei Johannes nach den Editionen von Roberto (2005) und Mariev (2008).
S. 414. Bemerkungen zur Übersetzung
Die Übersetzung wurde für die Bücher 1–9 von Jonathan Groß, für das Buch 10 von Bruno Bleckmann angefertigt.
Eutrops Breviarium bietet trotz der augenscheinlichen Anspruchslosigkeit seiner Diktion unerwartete Schwierigkeiten, da der Stil des Autors einerseits vom Streben nach Ausdruckskürze bis hin zur Prägnanz zeugt und andererseits durch Wiederholungen, stereotype Wendungen und Inkonzinnitäten gekennzeichnet ist. Eutrop war bemüht, wiederkehrende Vorgänge jeweils unterschiedlich wiederzugeben, und weist ein entsprechend reiches Vokabular auf; sein dichter Stil kann im Deutschen oft nicht in ähnlicher Kürze wiedergegeben werden, wenn eine möglichst klare Wiedergabe der Gedanken das Ziel ist. Wo eine von Friedhelm Müller oder anderen Übersetzern geprägte Formulierung an Klarheit und Kürze nicht mehr zu übertreffen war, wurde sie daher dankbar übernommen; das gilt insbesondere für die zahlreichen wiederkehrenden Ausdrücke, die Eutrop verwendet.
Die Personennamen wurden je nach ihrer Herkunft in lateinischer oder griechischer Form wiedergegeben. So steht für Ptolomaeus Ptolemaios, für Seleucus Seleukos und für Odenathus Odainathos. Die im lateinischen Text abgekürzten lateinischen Praenomina wurden in der Übersetzung ausgeschrieben. Bei den Ortsnamen wurden die im Deutschen gebräuchlichen Formen bevorzugt bzw. die modernen, soweit sie mit einer antiken Stadt zu identifizieren sind. Besondere Schwierigkeiten ergaben sich bei der Wiedergabe der Ländernamen: Hier folgt Eutrop manchmal den Gegebenheiten der spätantiken Territorialverwaltung, manchmal gebraucht er nur geographische Begriffe, also beispielsweise Britanniae (7,13,3. 9,21 f.) oder Britannia (7,14,4. 19. 8,19,1. 10,2,1). Bisweilen ist nicht zu erkennen, warum nebeneinander Gallia (vielleicht für die Prätorianerpräfektur) und Galliae steht, letzteres entweder im Sinne der nordgallischen Diözese oder der Gesamtheit der gallischen Provinzen.168 Solchen Feinheiten in der Übersetzung entsprechen zu wollen, wäre ein vergebliches Unterfangen.
Eutrops Jahresangaben mit Äquivalenten der christlichen Zeitrechnung zu versehen, schien nicht empfehlenswert, da Eutrops Chronologie einerseits unzuverlässig und inkonsistent ist und gerade im republikanischen Teil oft um mehrere Jahre fehlgeht, und da andererseits die Chronologie der spätantiken Ereignisse, die im Fokus dieser Edition stehen, im historischen Kommentar dargelegt wird. Dagegen wurden die Entfernungs-, Flächen- und Raummaße sowie Gewichte, die Eutrop vor allem in den ersten Büchern oft nennt, zur besseren Anschaulichkeit in Einheiten des metrischen Systems umgerechnet.169 Auf eine Umrechnung des Nennwertes S. 42der Edelmetalle (sowie der Eutr. 6,17,3 genannten 40.000.000 Sesterzen) wurde verzichtet.
1 Für die genaue Einteilung s. Bird, Structure and Themes 87–90. Buch 1 behandelt die Geschichte bis zur Eroberung Roms durch die Gallier und entspricht der ersten Dekade des Livius. Buch 2 behandelt die Zeit vom Galliereinfall bis zum Ende des Ersten Punischen Kriegs bzw. dem Nachspiel, der Eroberung von Falerii, und entspricht Livius Buch VI bis Buch XX. Buch 3 behandelt die Zeit vom Ende des Ersten Punischen Kriegs bis zum Ende des Zweiten Punischen Kriegs (Sieg bei Zama). Im 4. Buch wird die Entsprechung zu den Dekaden des Livius aufgegeben, das Buch reicht vom Ende des Zweiten Punischen Kriegs bzw. dem Anfang des Zweiten Makedonischen Kriegs bis zum Triumph des Marius über Jugurtha. Das kürzeste Buch (5) behandelt die Geschichte von der Niederlage gegen Kimbern und Teutonen bis zum Sieg Sullas und des Pompeius über die Marianer, Buch 6 die Zeit von der Ordnung des Staates durch Sulla bis zur Ermordung Caesars, beide Bücher lassen sich als Bücher über den ersten und zweiten Bürgerkrieg verstehen ( Bird, 88). Für die Kaiserzeit sind die Zäsuren folgendermaßen: Buch 7 behandelt die Zeit von den Anfängen des Augustus bis zum Ende Domitians; Buch 8 beginnt in Anspielung auf Valens mit dem Konsulat von Vetus und Valens und der Regierung Nervas und schließt mit der Regierungszeit des Severus Alexander; Buch 9 setzt mit Maximinus Thrax als dem ersten Soldatenkaiser ein und reicht bis zur Abdankung Diokletians; Buch 10 behandelt die Zeit von der Übernahme der Oberkaiserherrschaft durch Constantius (305) bis zum Tode Jovians (364). Überlegungen, in welcher Form eine Gesamtaufteilung des Geschichtswerks vorzunehmen sind, bei Gasti, Introduzione XXVI f.: zwei (Republik I–VI; Kaiserzeit VII–X) oder drei Teile (Republik, Kaiserzeit bis Domitian, Kaiserzeit ab Domitian). Einen Hinweis auf eine Zweiteilung will Gasti, XXVII der Einleitung entnehmen.
2 S. Kommentar zu 10,16,1. Scivoletto, La civilitas 36 f. Anm. 48 bringt Argumente dafür, dass Eutrop Julian als Militär begleitete.
3 Vgl. Proömium.
4 In den Eutrophandschriften, die dem Paulus Diaconus beigegeben sind, findet sich diese Angabe nicht. Sie ist isoliert nur beim Codex J (Bamberg, Msc. Class. 31 = E. III. 22) zu finden, was von R. Peiper, Zu Eutropius, Philologus 33 (1874) 686 zum ersten Mal ausgewertet wurde. Argumente für die Benutzung dieser Angabe bei Bonamente, La dedica del „Breviarium“, bes. 282–84. Gegen die Benutzung dieser Angabe der Bamberger Handschrift Burgess, Eutropius.
5 Der Titel Gothicus findet sich allerdings jeweils nur in einem Teil der Überlieferung, s. Bonamente, La dedica del „Breviarium“. Die Schwierigkeiten, denen Valens ab 371/372 begegnete, ignoriert Eutrop anscheinend, vgl. Bird, Eutropius and Festus 16 f. Das würde darauf hinweisen, dass sein Geschichtswerk 369 oder spätestens 370 publiziert wurde.
6 Auffällig ist, dass Caesarea maritima in einer Notiz, die allerdings von einigen Editoren als später Zusatz gesehen wird, sehr deutlich als blühende Metropole der eigenen Zeit gerühmt wird, obwohl es im Kontext nicht notwendig ist, vgl. Eutr. 7,10,3: (Caesarea) in Palaestina, quae nunc urbs est clarissima. Nur vor dem Hintergrund eines Aufenthalts während der Geschichte des Valens, insbesondere während der in Phrygien bei Nakoleia durchgeführten Aktionen gegen Procopius, ist vielleicht die auffällige Prominenz von Eumeneia in der Erzählung Eutrops zu erklären, vgl. Eutr. 4,4,2. Die Angabe über die Nachkommen der Zenobia, die „noch heute“ in Rom leben (Eutr. 9,13,2), erlaubt natürlich nicht den Schluss, dass hier persönliche Bekanntschaft mit den Verhältnissen in Rom aufscheint. Auf Kenntnis der Zustände jenseits der Donaugrenze scheint die aktualisierende Passage über das ehemalige trajanische Dakien hinzuweisen, vgl. Eutr. 8,2,2: provincia trans Danubium facta in his agris, quos nunc Taifali, Victohali et Tervingi habent. Diese Informationen waren am Hof des Valens verfügbar. In 9,23 verweist Eutrop auf die Regelungen Diokletians in Ägypten, die bis zur eigenen Zeit nachwirken.
7 Vgl. die Synthesen bei PLRE 1, 317 s. v. Eutropius 2; Seeck, Briefe des Libanius 151–53; Schmidt, Eutropius 202 f.; Müller, Eutropii Breviarium 1–5; Gasti, Introduzione XX–XXIV. Im Einzelnen sind die Details und insbesondere die Frage, welche Zeugnisse man hinzuziehen kann und welche nicht, umstritten, ohne dass es sinnvoll wäre, hier diese Diskussion genauer darzustellen, vgl. im Einzelnen (auch zu den folgenden Ausführungen) Bonamente, La biografia di Eutropio lo storico; ders.; Giuliano 19–45; Neri, Medius Princeps 65–68.
8Bonamente, Giuliano 35 f. Belege in PLRE 1, 317 s. v. Eutropius 2.
9 Suda ε 3375. Vgl. Schmidt, Eutropius 202 T 1.
10 Vgl. dazu von Haehling, Religionszugehörigkeit 221; Bonamente, Giuliano 20; Neri, Medius princeps 65.
11 Zum Zeugnis des Nikephoros Gregoras (bei Lambecius [P. Lambeck], Comment. De bibl. Caesar. Vindobon. libri VIII, Wien 1665–79, VIII 136) Schmidt, Eutropius 202 T. 5; Müller, Eutropii breviarium 1 Anm. 2. Bonamente, Giuliano 21 Anm. 4 bezieht allerdings gegen diese Skepsis gegenüber der Benutzung des Zeugnisses des Nikephoros Gregoras Stellung und bringt Argumente dafür, dass Nikephoros vom Hellenentum des Eutrop nicht im konfessionellen Sinn ausgegangen ist.
12 S. auch Gasti, Introduzione XXI Anm. 21.
13 So auch Paulus Diaconus im Widmungsschreiben der Historia Romana (Schmidt, Eutropius 202 T 14): quia utpote vir gentilis in nullo divinae historiae cultusque nostri fecerit mentionem. Vgl. Bonamente, Giuliano 21 f. Zum negativen Urteil über Konstantin und positiven Urteil über Galerius als Indiz für die Glaubenseinstellung Eutrops von Haehling, Religionszugehörigkeit 218 f. und weitere Literatur bei Bonamente, Giuliano 15 Anm. 14.
14Lib. or. 1,159; Amm. 29,1,36. Vgl. Bonamente, Giuliano 21–29. Bonamente 24 besteht auf der Identität zwischen dem Schüler und Neffen des Akakios und Sophisten Eutrop mit dem Historiker. Er folgt den Rekonstruktionen von Seeck, Briefe des Libanius 151–53. Eine Verbindung ergebe sich auch daraus, dass der Übersetzer des Eutrop, Paianios, gemeinsamer Schüler des Akakios und des Libanios war, vgl. Lib. ep. 1307,6 mit Bonamente 27, vgl. Seeck. Die Nähe zu Libanios würde dann auch erklären, warum Eutrop Teilnehmer des Perserfeldzugs war.
16 Marcellus in der Praefatio seines Werkes über Medizin (Schmidt, Eutropius 202 T 2): Nec solum veteres medinicae artis auctores (Latine dumtaxat sermone perscriptos), cui rei operam … aliique nonnulli etiam proximo tempore inlustres honoribus viri, cives ac maiores nostri, Siburtius, Eutropius atque Ausonius, commodarunt, lectione scrutatus sum … Zur These der Identität mit diesem Eutrop vgl. Bonamente, Giuliano 20 mit Anm. 3 (Literatur).
17 Der einfache Stil des Eutrop ist in Wirklichkeit durchaus kunstvoll.
18 Vgl. U. Walter, Memoria und res publica. Zur Geschichtskultur im republikanischen Rom, Frankfurt 2004, 42–50.
19 Das gleiche Bemühen um eine exemplarische Auffassung der Geschichte wird in Epit. Caes. 48,11 f. Theodosius zugeschrieben
20 Die abschließende Notiz, wer divinisiert wurde und wer nicht, fällt allerdings nicht völlig mit dieser Bewertung zusammen, da auch von Eutrop als eher problematisch betrachtete Figuren wie Konstantin durchaus divinisiert werden.
21 Sammlung der Passagen bei Scivoletto, La civilitas 20–22. Der Begriff civilitas ist nach Scivoletto, 29 f. mit Anm. 29 von Eutrop selbst in systematischer Form gebraucht worden für Fälle, die entweder für clementia oder für comitas stehen. Eutrop hat, wie Scivoletto, La civilitas 22 zeigt, mit seinem Konzept der civilitas, in der letztlich die Fähigkeit des Kaisers zu erkennen ist „di scendere dal fastigium imperii“, Ammian und die Historia Augusta beeinflusst.
22 Eutr. 8,4 (von Traian):gloriam tamen militarem civilitate et moderatione superavit.
23 Eutr. 8,12,1. In Eutr. 10,6,3 wird insolentia anders gebraucht, aber eine Assoziation mit der tyrannischen superbia ist gleichwohl hier möglich.
24 Eutr. 8,19,1 (bellica gloria).
25 Eutr. 8,2,2. Bordone 338 bezieht das auf die Errichtung der Städte Nijmwegen (Ulpia Noviomagus Batavorum) und Xanten (Colonia Ulpia Traiana). Aber diese Städte liegen diesseits des Rheins. Gemeint sind vielleicht im Dekumatgebiet errichtete Städte.
26 Vgl. das civile ingenium bei Germanicus (Tac. ann. 1,33), dem ein aggressiver Kurs in der Außenpolitik gegenübersteht. Generell zum Problem des civilis princeps im frühen Prinzipat A. Wallace-Hadrill, Civilis Princeps: Between Citizen and King, JRS 72 (1982) 32–48.
27 Bei Aurelius Victor gibt es nur zwei Belege für civilis in diesem Sinne, vgl. Scivoletto, 23; vgl. Bonamente, Giuliano 169.
28Civilitas bei Claudius Mamertinus, vgl. Paneg. 3,27,3; 28,1 und 31,1. S. Bonamente, Giuliano 167 Anm. 127.
29 Eutr. 9,26. Vgl. zu diesen neuen Formen des Zeremoniells Kolb, Herrscherideologie 38–42.
30 Aussagen für diese formalisierten Festbankette lassen zumindest die Reste der Villen/Palastarchitektur in Gamzigrad oder Split zu, vgl. U. Brandl / M. Vasić, Roms Erbe auf dem Balkan. Spätantike Kaiservillen und Stadtanlagen in Serbien, Mainz 2007, 71–74.
31 Eus. vit. Const. 3,10 und 3,15,2.
32 R. Klein, DerRombesuch des Kaisers Konstantius II. im Jahre 357, Athenaeum 57 (1979) 98–115
33 Eutr. 7,8,4. Die Gleichstellung ist vermutlich auf Freunde wie Agrippa und Maecenas zu beziehen.
34 Eutr. 10,7,2: „Zwar war er bei einigen Freunden von schwankender Haltung, aber bei den übrigen vortrefflich, wobei er nichts an Gelegenheiten ausließ, wodurch er sie reicher und glänzender machen konnte.“; vgl. Eus. vit. Const. 4,1.
35 Eutr. 10,15,2: „Er verdiente es, zu den Vergöttlichten gerechnet zu werden, ein Mann von herausragender Ruhe, sanft, allzu sehr den Freunden und Vertrauten vertrauend, bald auch zu sehr den Frauen ergeben, einer, der freilich sich in den ersten Jahren seiner Herrschaft sich mit großer Bescheidenheit aufgeführt hat, auch jemand, der seine Vertrauten bereicherte, und nicht zuließ, dass diejenigen ohne Ehrungen blieben, deren mühevollen Dienste er erprobt hatte.“
36 Von der Sache ist diese Forderung nach severitas für römische Kaiser bei Eutrop deutlich vorhanden, auch wenn der Begriff severus für die Kaiser des dritten und vierten Jahrhunderts wenig begegnet. Vgl. die Untersuchung von M. Molin, Severitas, une valeur politique romaine en échec au IIIe siècle, in: M. H. Quet (Hg.), La crise de l’empire romain de Marc Aurèle à Constantin. Mutations, continuités, ruptures, Paris 2006, 185–209.
37 Eutr. 9,17,3. Viele dieser Urteile stammen aus der Enmannschen Kaisergeschichte.
38 Eine Sammlung von Verhaltensregeln im Umgang zwischen dem Kaiser und dem Heer, die in Manchem Ähnlichkeiten mit den von Eutrop festgestellten Normen enthält, bietet Julian in seiner zweiten Rede an Constantius, vgl. Iul. Imp. or. 3, 86 d–87 d.
39 Für die Epoche der Reichskrise wird in einigen Fällen noch auf die Mitwirkung des Senats bei der Kaisererhebung verwiesen, vgl. 9,7 oder 9,12. Zu 9,1 (Nichtbeteiligung des Senats) s. Kommentar.
40 Nur in den Bemerkungen zur Divinisierung von Kaisern des vierten Jahrhunderts ist noch ein impliziter Hinweis auf institutionelle Mitwirkung des Senats zu erkennen, vgl. den Kommentar zu Eutr. 10,8,3; 15,2; 18,2. Nicht erwähnt wird beispielsweise, dass der Senat nach 312 Konstantin in den ersten Rang im Kaiserkollegium aufrücken ließ.
41 Dieses Stichwort bezeichnet allerdings in unzureichender Weise die Veränderungen im römischen Heer, vgl. den Überblick bei M. Rocco, L’esercito romano tardoantico. Persistenze e cesure dai Severi a Teodosio I, Padua 2012. Hervorzuheben ist auch, dass Eutrop immerhin für das Heer Julians die Herkunft der Elitetruppen aus dem rechtsrheinischen Raum kennt, vgl. Kommentar zu Eutr. 10,15,1.
42 Eutr. 1,12,2. Diese Behauptung wird in der Augustusbiographie im siebten Buch nicht wiederholt.
43 Eutr. 10,4,2 mit Kommentar.
44 Eutr. 9,20,3 und 10,9,3 mit Kommentar.
45 Eutr. 9,23 mit Kommentar. Zum bellum civile vgl. Kommentar zu 10,4,3.
46 Vgl. Eutr. 6,21,1 und 10,12,1.
47 Eutr. 4,27,2 und 10,5 mit Kommentar.
48 Zur Bedeutung von Eutr. 1,1,2 vgl. Bonamente, Giuliano 155. Bonamente 156 geht davon aus, dass Eutrop in systematischer Form religionspolitische Notizen eingefügt hat, wie z. B. zu Numa Pompilius (1,3,2); Tarquinius Superbus (1,8,1); Domitian (7,23,5). Letzteres ist eine Notiz zur Baupolitik, die sich in der Enmannschen Kaisergeschichte in Anpassung an das suetonische Schema befunden hat.
49 Syrien ist bis in die Zeit des Septimius Severus eine einzige Provinz. Eine selbständige Provinz mit der Bezeichnung Phoenice (und der Provinzhauptstadt Tyros) gibt es erst im vierten Jahrhundert.
50 Eutr. 6,3,3. Asia, Pontus, Oriens entspricht den Diözesen Asiana, Pontica, Oriens.
51 Eutr. 7,20,1; 9,17,3; 10,9,4.
52 Eutr. 9,13,1 und 14 mit Kommentar. Zur Mischung von Strenge und Mäßigung s. das angebliche Idealverhältnis bei Tiberius: Vell. Pat. 2,114,3.
53 Vgl. den Kommentar zu Eutr. 9,18,1.
54 Vgl. R. Turcan, L’abandon de Nisibe et l’opinion publique (363 ap. J.-C.), in: R. Chevalier, Mélanges d’archéologie et d’histoire offerts à A. Piganiol, Bd. 2, Paris 1966, 875–90.
55 Detaillierte Darstellung der Regulusepisode, einer prototypischen Erzählung zur Unnachgiebigkeit römischer Außenpolitik, bei Eutr. 2,24,3–25,3. Nicht-Vorlassen karthagischer Gesandter: Eutr. 2,25,2.
56 E. Chrysos, Räumung und Aufgabe von Reichsterritorien. Der Vertrag von 363, BJ 193 (1993) 165–202.
57 Ruf. Fest. 3,32; Amm. 25,9,7–11; Zos. 3,32. Die Reste eines vergleichbaren Exkurses im Zusammenhang mit dem Frieden Jovians finden sich in der Leoquelle des Zonaras, vgl. dazu Bleckmann, Reichskrise 76–93: Dabei wird auch der von Philippus Arabs abgeschlossene und dann angeblich vom Senat kassierte Frieden zum kontrastierenden Exemplum stilisiert.
58 Die Ausführungen bei Amm. 25,9,9 und 11 sind mit ihren Beispielen (Niederlage an den caudischen Pässen, Albinus, Mancinus) Eutrop auffällig ähnlich und vermutlich von diesem abgeleitet. S. im Einzelnen zu den Beziehungen zwischen Ammian und Eutrop Kelly, Ammianus 246–50. Zusätzlich hat Ammian noch Beispiele über die Verweigerung des Triumphs für lediglich zurückeroberte Gebiete aus Val. Max. 2,8,4 integriert.
59 Vgl. zu Konstantin vor allem die Beobachtungen von Neri, Medius princeps; Barbero, Costantino 714–19.
60 Das war bereits dem literaturgeschichtlichen Urteil des Nikephoros Gregoras nicht entgangen. S. oben S. 5.
61 Vgl. den Kommentar zu Eutr. 10,6,3.
62 Zum expliziten Zeugnis der Suda κ 342 vgl. Scivoletto, La civilitas 33 Anm. 40.
63 S. zur Ableitung von Eutrop und Festus aus einer gemeinsamen Grundquelle für die Geschichte der Republik G. Reinhold, Das Geschichtswerk des Livius als Quelle späterer Historiker. Wissenschaftliche Beilage zum Jahresbericht des Luisenstädtischen Gymnasiums zu Berlin, Ostern 1898, Berlin 1898; zu den Gemeinsamkeiten von Eutrop und Hieronymus für die Geschichte der Republik, s. Helm, Hieronymus und Eutrop I. Andere Forscher gehen dagegen für die Republikgeschichte von der Benutzung Eutrops durch Festus aus, vgl. z. B. M. Capozza, Nota sulle fonti di Eutropio per l’età regia, AAPat 75 (1962–1963) 349–85, hier 357 mit Anm. 23. Gleichwohl hat Capozza Zweifel an einer direkten Benutzung des Livius durch Eutrop, sondern betont Unterschiede. Beispiele für Unterschiede zu Livius Scivoletto, La civilitas 35 f. Die These der Zwischenquelle bereits bei Pirogoff, De Eutropii fontibus, 39 f.
64 Vgl. Enmann, Eine verlorene Geschichte; P. L. Schmidt, § 536. Die sogenannte Enmannsche Kaisergeschichte, in: R. Herzog (Hg.), Restauration und Erneuerung 284–374 n. Chr., München 1989, 196–98; Bleckmann, Überlegungen zur Enmannschen Kaisergeschichte; Burgess, On the Date of the Kaisergeschichte. Zur Enmannschen Kaisergeschichte ist auf KFHist B 1 zu verweisen, ferner auf Passagen, in denen in diesem Kommentar bereits einige Gemeinsamkeiten zwischen Eutrop und Aurelius Victor behandelt werden.
65 Zu dem um einige Informationen erweiterten Grundstock aus Sueton bzw. zur Benutzung eines „Suetonius auctus“ Scivoletto, La civilitas 34.
66 Vgl. Eutr. 9,8–11; 9,23–10,3 (s. den Kommentar).
67Enmann, Eine verlorene Geschichte 443–60 war noch von einem von den Tetrarchen bis zur Schlacht von Straßburg reichenden Fortsetzer der Kaisergeschichte ausgegangen, eine Annahme, die durch die damalige Datierung der Historia-Augusta in die tetrarchische Zeit notwendig war. Mit der durch Dessau entdeckten späten Entstehungszeit der Historia Augusta fällt diese Notwendigkeit weg.
68Ruf. Fest. 29,1.
69 Als gering stuft Helm, Hieronymus und Eutrop 301 an dieser Stelle die Übereinstimmungen zwischen Eutrop und Hieronymus ein. Als Indiz für eine gemeinsame Benutzung einer ersten Auflage des Nicomachus Flavianus hat Ratti, der allerdings später eine andere Auffassung hinsichtlich des Nicomachus Flavianus vertreten hat, diese Übereinstimmungen aufgefasst, vgl. S. Ratti, Jérôme et Nicomaque Flavien: sur les sources de la Chronique pour les années 357–364, Historia 46 (1997) 479–508, hier 495–99 (mit Verweis auf Berührungspunkte auch zu anderen Quellen).
70 Eutr. 10,17,3: dum aemulum imperii veretur; Amm. 25,9,8: dum extimescit aemulum potestatis. Vgl. den Kommentar. Zur Abhängigkeit Ammians von Eutrop Bird, Eutropius and Festus 16. S. auch die Studien von Kelly, Ammianus 240–253.
71 Vgl. die Rez. von M. Festy, AntTard 9 (2001) 448–51; P. K. Marshall, CR 51 (2001) 271 f.; H. W. Bird, Gnomon 74 (2002) 726–28; C. M. Lucarini, A&R 48 (2003) 41–44; C. Santini, Latomus 62 (2003) 168–71.
72 So schon Reynolds, Text and Transmission 161 f.; Mortensen, Diffusion 114 f. Im DNP Suppl. 2 (2007), Geschichte der antiken Texte, fehlt Eutrop. Das hsl. Material zu Eutrop und seinen Fortsetzern hat L. B. Mortensen (Syddansk Universitet, Odense) weitgehend vollständig gesammelt; seine Angaben zu Datierung und Textumfang einzelner Hss. sind jedoch im Einzelnen korrekturbedürftig.
73Scivoletto, Traduzione manoscritta; Santini, Praefatio XIII.
74 Vgl. die Rez. von H. Bardon, Latomus 40 (1981) 452 f.; R. Verdière, Latomus 41 (1982) 396 f.; J. Hellegouarc’h, RPh 56 (1982) 169 f. sowie Reynolds, Text and Transmission 159–62; Schmidt, Eutropius 206 f.
75 Zur Datierung um 770 (die Vorschläge reichen von 763 bis 784) vgl. B. Cornford, Paul the Deacon’s Understanding of Identity, his Attitude to Barbarians, and his “Strategies of Distinction” in the Historia Romana, in: R. Corradini u. a. (Hgg.), Ego Trouble. Authors and their Identities in the Early Middle Ages (Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 15) Wien 2010, 47–68, hier 47 f. Anm. 2.
76Mortensen, Diffusion 115–17. Die maßgebliche Edition stammt von A. Crivellucci, Pauli Diaconi Historia Romana, Roma 1914; vgl. dens., Per l’edizione della Historia Romana di Paolo Diacono, Bullettino dell’istituto storico italiano 40 (1921) 7–103.
77 Heute in Oxford, Bodleian Library, Arch. Selden B.16; s. Mortensen, Diffusion 184 (Nr. 117).
78Mortensen, Diffusion 195 (Nr. 187). Droysen verwendete für diese Hs. die Sigle D, Santini und Hellegouarc’h Vt.
79Scivoletto, Traduzione manoscritta 148–51 weist auf Bindefehler der Hs. mit G hin.
80 Edition: A. Crivellucci, Landolfi Sagacis Historia Romana, 2 Bde., Roma 1912 / 1913. Von den 26 Hss. (s. Mortensen, Diffusion 117 f.) kommt hauptsächlich der Vaticanus Palatinus Latinus 909 in Betracht, den Droysen, Praefatio LXII als das Handexemplar des Landolfus Sagax erwies.
81Mortensen, Diffusion 115 zählt 20 Hss., zu denen noch fünf kurze Exzerpte und zwei verlorene Hss. hinzutreten.
82Scivoletto, Traduzione manoscritta; Santini, Praefatio V–XV; Hellegouarc’h, Introduction LVIII–LXXII.
83Mortensen, Diffusion 173 (Nr. 51).
84 K. H. Tzschucke, Eutropii Breviarium historiae Romanae (editio minor), Leipzig 1804. In der editio maior (1796, s. u.) hatte Tzschucke die Hs. bereits erwähnt (LX f.), aber noch nicht verwenden können.
85 Th. Mommsen, Eutropius Breviarium ab urbe condita, Hermes 1 (1866) 486 = ders., Gesammelte Schriften, Bd. 7, Berlin 1909, 432 f.
86 Z. B. Eutr. 2,24,1CXXX : tantus Gp.c.; 4,17,2 fame confecit ⟨laborare⟩ Gp.c.
87F. Sylburg, Romanae historiae scriptores Graeci minores, Bd. 3, Frankfurt 1590, 62–233; 901–12. Vgl. F. Lüdecke, Sylburgs Codex des Eutropius, Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik 112 (1875) 874–9.
88Santini, Praefatio VI. Die drei Siglen ergeben sich daraus, dass C und H nur einen Teil des Eutrop-Textes haben.
89 Z. B. Eutr. 2,2,1 (Praeneste); 9,4 (inter divos relati); 10,10,2 (liberalium artium).
90Rühl, Praefatio VI; Santini, Praefatio VII; Reynolds, Text and Transmission 160 mit Anm. 7; Mortensen, Diffusion 188 (Nr. 142).
91Reynolds, Text and Transmission 160 mit Anm. 9; Mortensen, Diffusion 184 f. (Nr. 121).
92Santini, Praefatio VII.
93Mortensen, Diffusion 179 (Nr. 86). Die Hs. enthält außerdem die Historia Romana des Paulus Diaconus, allerdings mit falscher Zuschreibung an Eutrop.
94 Die Angabe victoriae ui bei Santini, Praefatio VI ist ein Druckfehler. Der Schreiber der Hs. hat an mehreren Stellen Platz für rubrizierte Anfangsbuchstaben gelassen, die aber nur bis fol. 53 recto eingefügt wurden.
95Mortensen, Diffusion 189 (Nr. 147).
96Rühl, Praefatio VI f.; E. Pellegrin, La Bibliothèque des Visconti et des Sforza, ducs de Milan au XVe siècle, Paris 1955, 111. Zu Entstehungsort und ‑zeit vgl. Munk Olsen, L’étude 1,387; Mortensen, Diffusion 187 (Nr. 139). Santini, Praefatio VII datierte die Hs. ins 13. Jh.
97Santini, Praefatio VII; Hellegouarc’h, Introduction LXII f.
98 Wann der „antiquus ille Dominicalium Burdigalensium liber“ (Vinetus) verloren gegangen ist, steht nicht fest; in den Bibliothekskatalogen des späten 18. Jh. taucht er nicht (mehr?) auf, s. L. Desgraves, Élie Vinet, humaniste de Bordeaux (1509–1587), Genève 1977, 111 Anm. 2.
99Santini, Praefatio VII; Hellegouarc’h, Introduction LXIII f.; Droysen, Praefatio XX f. äußert sich nicht zur Abstammung von S.
100Scivoletto, Traduzione manoscritta 133–35 („11. sec.“); ebenso Munk Olsen, L’étude 3,1,237; Mortensen, Diffusion 195 (Nr. 191), der allerdings „Germany?“ als Entstehungsort angibt. Auf Ende des 10. Jh. datieren Santini, Praefatio VIII und Hellegouarc’h, Introduction LXIV die Hs.
101Scivoletto, Traduzione manoscritta 160–62. Als wichtigste Varianten führt Scivoletto an: 3,21,3 profugos statt perfugas; 4,27,1 elephantos; 6,3 deditionem; 6,12,3 militem.
102Scivoletto, Traduzione manoscritta 134–45; Santini, Praefatio XIII.
103 Munk Olsen, L’étude 2,726; Mortensen, Diffusion 176 (Nr. 69). Santini, Praefatio VIII und Hellegouarc’h, Introduction LXV datieren die Hs. in das frühe 10. Jh.; jedoch hat der Text Marginalien in einer Reimser Schrift des 9. Jh., s. B. Bischoff, Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts, Teil II, Wiesbaden 2004, 45 (Nr. 2161).
104 Hartel, Eutropius und Paulus Diaconus 61–5; vgl. H. Droysen, Die Eutropausgaben von Schoonhoven und E. Vinetus, Hermes 12 (1877) 385 f.
105Droysen, Praefatio V; Hellegouarc’h, Introduction LXV.
106Reynolds, Text and Transmission 160; Mortensen, Diffusion 191 (Nr. 161).
107Santini, Praefatio V–IX; Hellegouarc’h, Introduction LXV f.
108 So bereits Droysen, Praefatio V; vgl. Scivoletto, Traduzione manoscritta 132 f. Hellegouarch teilte einige Lesarten der Hs. unter der Sigle Br mit.
109 Als Entstehungsorte kommen die Abteien Lobbes, Saint-Vaast und St. Bertin in Frage, vgl. Reynolds, Text and Transmission 160 mit Anm. 12; Mortensen, Diffusion 191 (Nr. 20). Scivoletto, Traduzione manoscritta 132 f. nimmt mit Gewissheit St. Bertin als Entstehungsort von O und Br an.
110Mortensen, Diffusion 169 (Nr. 22). Ins späte 13. Jh. datieren Santini, Praefatio VIII und Hellegouarc’h, Introduction LXVI die Hs.
111Santini, Praefatio IX; Reynolds, Text and Transmission 160 Anm. 13.
112 Vgl. Droysen, Praefatio XXIX; Crivellucci, Praefatio IX–XXIII.
113Santini, Praefatio X–XII zog aus der 1. Familie fünf ältere Hss. unterschiedlicher geographischer Herkunft heran (ERTYW), dazu zwei aus der 2. Familie (Va Pe) sowie Vt und B.
114 Paris, Bibliothèque nationale, Baluze 270 (aus Mittelitalien; bei Santini B); s. Mortensen, Diffusion 185 f. (Nr. 127). Über diese seit 1909 bekannte Hs. vgl. noch Scivoletto, Traduzione manoscritta 151–55.
115Droysen, Praefatio IX–XIV; Scivoletto, Traduzione manoscritta 148–55; Santini, Praefatio X–XII; Hellegouarc’h, Introduction LXVII f.
116 Für die beiden Abschriften verwendete Droysen, Praefatio XIV die Siglen D und P; Santini und Hellegouarc’h ignorierten den Palatinus.
117 So übereinstimmend Reynolds, Text and Transmission 160 f.; Mortensen, Diffusion 167 (Nr. 14). Dagegen geben Santini (IX) und Hellegouarc’h (LXIX) als Entstehungsort Frankreich an.
118Rühl, Praefatio VII; R. Cessi, Di due miscellanee storiche medioevali, Archivio Muratoriano 13 (1913) 69–96. Die übrigen Teile befinden sich ebenfalls in der Russischen Nationalbibliothek (Class. Lat. Q.v.IV.5) sowie in der Staatsbibliothek zu Berlin (Phillipps 1885 und 1896).
119Mortensen, Diffusion 193 (Nr. 175).
120 Zum Verhältnis von D und P vgl. Droysen, Praefatio XIV–XVIII.
121 Vgl. Droysen, Praefatio XIV–XX; Rühl, Praefatio VII.
122Santini, Praefatio IX f.; XIII; Hellegouarc’h, Introduction LXIX f.
123 Beispiele bei Droysen, Praefatio XV–XVIII.
124 Hartel, Eutropius und Paulus Diaconus 60 f., Santini, Hellegouarc’h und Mortensen, Diffusion 198 (Nr. 206) datieren sie ins 12. Jh. Die exaktere Datierung nach Munk Olsen, L’étude 2,359 bestätigte mir Katharina Kaska (Wien) brieflich am 21.12.2017; nach ihrer Ansicht ist aber auch das von St. L. Endlicher, Catalogus codicum philologicorum Latinorum Bibliothecae Palatinae Vindobonensis, Wien 1836, 39 (Nr. 76) angegebene Datum „saeculi XIII“ nicht ganz auszuschließen.
125Santini, Praefatio IX f.; Hellegouarc’h, Introduction LXIX. Santini, Praefatio XIII stellte sie im Stemma über D als unabhängige Abschrift des ‚codex gallicus‘.
126 Vgl. Munk Olsen, L’étude 1,366; Mortensen, Diffusion 166 (Nr. 5). Ein Digitalisat der Hs. ist unter https://bavarikon.de/object/SBB-KHB-00000SBB00000095 verfügbar.
127 Nach dem letzten Wort der Widmungsepistel lectionem (sic) folgt in derselben Zeile: lege censorine cum liberis tuis p(ro)pitio d(omi)no chr(isto) semp(er). In den zwei letzten Zeilen am unteren Blattrand steht: ordo imperii romani a rege romulo usq(ue) ualentiniano et ualente augusti (sic) lib. x. h(o)c e(st) breuia(r)i(u)s ut fecisti. incipit. Zu diesen Zusätzen vgl. Burgess, Eutropius 79 f.
129 R. A. B. Mynors, R. M. Thomson (Hgg.), Catalogue of the Manuscripts of Hereford Cathedral Library, Hereford 1993, 15 f. (Nr. 58); Mortensen, Diffusion 174 (Nr. 57).
130Mortensen, Diffusion 188 (Nr. 140). Die Hs. ist über die Sammlungen von Thuanus und Colbert im 18. Jh. in die Nationalbibliothek gelangt.
131 Aus der 1. und 2. Klasse: 5,8,1 CCCC; 7,18,5 in vultum; 6,7,2; aus der 3. Klasse: 6,7,2 moverat paravere; 6,11,1 multis auxiliis; 6,10 Uscudamam : usque ad danuvium Par. Lat. 6113 : usque adamam VLOA; aus der 4. Klasse: 5,8,2 tantis exercitibus; 7,14,1 deformavit et minuit. Eine Übereinstimmung mit Paianios (5,4,1 septuagesimo) gegen alle anderen Hss. ist wohl Zufall.
132 G. F. Warner, J. P. Gilson, Catalogue of Western Manuscripts in the Old Royal and King’s Collections, Vol. 2, London 1921, 79 f.; Mortensen, Diffusion 180 (Nr. 91). Die Hs. enthält mehrere Marginalien von mindestens fünf verschiedenen Schreibern; fol. 106 mit dem Anfang (bis 5,4,1 gaius marius) ist an der falschen Stelle eingebunden worden.
133Mortensen, Diffusion 184 (Nr. 120).
134Mortensen, Diffusion 165 f. (Nr. 4); H. Hilg, Lateinische mittelalterliche Handschriften in Folio der Universitätsbibliothek Augsburg, Wiesbaden 1999, 320–2.
135 J. Ch. W. Dahl / P. D. F. Zäpelihn, Notitia codicis manuscripti C. C. Sallustii Bellum Catilinarium et Iugurthinum itemque Eutropii fragmentum continentis qui in bibliotheca Rostochiensi academica asservatur, Leipzig 1791, 6 f.; 35–40; Munk Olsen, L’étude 2,346; Mortensen, Diffusion 200; K. Heydeck, Die mittelalterlichen Handschriften der Universitätsbibliothek Rostock, Wiesbaden 2001, 111 f.
136 Nicht nur Eutr. 5,9,2, wie Mortensen angibt. Eine Auswahl der Lesarten teilten Dahl und Zäpelihn (vgl. vorige Anmerkung) mit. Ein Digitalisat der Hs. ist seit April 2016 verfügbar unter der URL http://purl.uni-rostock.de/rosdok/ppn719576652.
137Munk Olsen, L’étude 2,350 f.; Mortensen, Diffusion 200. Beide geben irrtümlich an, dass das Exzerpt Eutr. 4,11 enthalte.
138Munk Olsen, L’étude 2,360; Mortensen, Diffusion 200 (der fälschlich Eutr. 4,11 angibt). Genauere Kenntnis der Hs. und eine Bestätigung ihrer Datierung in die 2. Hälfte des 12. Jh. verdanke ich Katharina Kaska (Wien).
139 Zur genauen Herkunft und Datierung s. O. Desbordes / J.-P. Callu, Le “Quattrocento” de l’Histoire Auguste, RHT 91 (1989) 253–75, hier 270 f., die auch das Eutrop-Exzerpt erwähnen.
140 Am interessantesten ist wohl der Eutr. 8,4 eingeschaltete Vergleich Traians mit Galen (Schlusssatz: sub Traiano imperium revixit, sub Galeno medicina reluxit).
141 Nach den bei Crivellucci mitgeteilten Varianten kommt am ehesten die Hs. M (München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 3516, spätes 9. Jh.; vgl. K. Bierbrauer, Die vorkarolingischen und karolingischen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek, Wiesbaden 1990, 140 f. [Nr. 266]) in Frage, mit der der Vat. Lat. 1900 einige Bindefehler hat (8,5,1 ipsius : illius Vat.; 8,5,2 mense nono Eutr. (uno Paul.) : menseiunio M : mense iulio Vat.).
142 É. Pellegrin, Les manuscrits classiques latins de la Bibliothèque Vaticane, Tom. 3,2, Paris 2010, 46–51.
143 Vgl. Reynolds, Text and Transmission 162; Schmidt, Eutropius 206.
144Droysen, Praefatio XIV; Wagener, Jahresbericht 1,512–18.
145 Die 3. Klasse ist nach Droysen, Praefatio XXIII f. älter als Paianios, also vor 380 entstanden (dagegen Duncker, De Paeanio 14–7; Wagener, Jahresbericht 1,394–401); nach Wagener (ebd. 401 f.; 523–26; 529–31) lag sie Orosius und Isidor von Sevilla vor (gegen Isidor: Santini, Adversum Paganos 83). – Die 4. Klasse datierte Droysen, Praefatio XXVIII vor Cassiodor, Wagener (Eutropius Jahresbericht 1,512) vor die Epitome de Caesaribus.
146 Scivoletto, Traduzione manoscritta 148–59; Santini, Praefatio XIII f.
148Schmidt, Eutropius 206 f.
149 Sohn des Statthalters von Bithynien Kalliopios (PLRE 1, 174 s. v. Calliopius 1), Schüler des Akakios von Caesarea und des Libanios, ab 364 als Advokat in Palästina tätig; s. PLRE 1, 657 s. v. Paeanius; P. Janiszewski / K. Stenicka / E. Szabat (Hgg.), Prosopography of Greek Rhetors and Sophists of the Roman Empire, Oxford 2015, 271 f. (Nr. 766).
150 Zu Eutr. 9,24 πάπποϲ δὲ ἦν οὗτοϲ (Narseh) Ϲάπωρί τε καὶ Ὁρμίϲδῃ τοῖϲ εἰϲ τὴν ἡμετέραν ἡλικίαν ἀφικομένοιϲ. Zur Datierung (nach Sylburg) vgl. Schulze, De Paeanio 285 f.
151 Zu dieser Hs. vgl. S. Lambros, Ein neuer Codex des Päanius, ClRev 11 (1897) 382–90; dens., Catalogue of the Greek Manuscripts on Mount Athos / Κατάλογοϲ τῶν ἐν ταῖϲ βιβλιοθήκαιϲ τοῦ Ἁγίου Ὄρουϲ ἑλληνικῶν κωδίκων, Vol. 2, Cambridge 1900, 228 (Nr. 4932; 14. Jh.); Mariev, Ioannis Antiocheni fragmenta 20* f. mit weiterer Literatur. Anders als Lambros und seine Nachfolger datiert I. Pérez Martin, The Role of Maximos Planudes and Nikephoros Gregoras in the Transmission of Cassius Dio’s Roman History and of John Xiphilinos’ Epitome, Medievo Greco 15 (2015) 175–93 die Hs. ins frühe 12. Jh.
152 Die älteste dieser Hss. (Florenz, Biblioteca Laurenziana, Pluteus 70, 5, geschrieben ca. 1334–1342) ist nach Schulze, De Paeanio sowie Droysen, Praefatio XXI Anm. 11 und Lambros, Paianiu Metaphrasis 113 f. die Vorlage der jüngeren (Venedig, Biblioteca Marciana, Gr. Z. 523 [= 846], Mitte des 15. Jh.; München, Bayerische Staatsbibliothek, Cod. graec. 101, ca. 1555; Lanvellec, Bibliothèque de M. le Marquis de Rosanbo, Nr. 296, 16. Jh.).
153 Zu Sylburgs Hs. s. C. M. Lucarini, Il Codex Pithoei di Peanio e l’apografo di Sylburg, GIF N. S. 3 (2012) 267–71.
154Droysen, Praefatio XXI Anm. 11; de Boor kannte die Hs. nur aus einem Katalog.
155 S. Lambros, Ein neuer Codex des Päanius, ClRev 11 (1897) 382–90. Näheres zu seiner Edition (Lambros, Paianiu Metaphrasis) unten S. 39.
156 L. Baffetti, Di Peanio traduttore di Eutropio, Byz.-Neugr. Jbb. 3 (1922) 15–36; Reichmann, Römische Literatur 62–87; Malcovati, Traduzioni greche di Eutropio; Venini, Peanio traduttore.
157 Suda κ 342 (= FGrHist 750 T 1) Καπίτων· Λύκιοϲ ἱϲτορικόϲ. οὗτοϲ ἔγραψεν … μετάφραϲιν τῆϲ ἐπιτομῆϲ Εὐτροπίου Ῥωμαϊϲτὶ ἐπιτεμόντοϲ Λίβιον τὸν Ῥωμαῖον.
158 So K. Müller, Fragmenta Historicorum Graecorum, Bd. 4, Paris 1851, 133. Vgl. FGrHist 750; PLRE 2, 259 f. s. v. Capito; A. Kaldellis, BNJ 750.
159 Vgl. Droysen, Praefatio XXV; Santini, Praefatio XV; Ratti, Introduction 17; Hellegouarc’h, Introduction LVI. Droysen stellte die mutmaßlichen Kapiton-Fragmente in der MGH-Ausgabe unter dem Paianios-Text zusammen.
160 Vgl. U. Roberto, Il Breviarium di Eutropio nella cultura greca tardoantica e bizantina: la versione attribuita a Capitone Licio, MEG 3 (2003) 241–70; Mariev, Ioannis Antiocheni fragmenta 33* f. Skeptisch schon E. Schwartz, Art. Capito 10, RE 3,2 (1899) 1527.
161 Vgl. C. de Boor, Zu Iohannes Antiochenus, Hermes 30 (1885) 321–30, bes. 324–27; E. Condurachi, Una versione greca di un passo di Eutropio, RFIC 65 (1937) 47–50.
162Reichmann, Römische Literatur 86 f. Als Beispiel vgl. phil. Komm. zu 4,27,1.
163 Schulze, De Paeanio Eutropii interprete 298 f.; Malcovati, Le traduzioni greche 295–7. Weitere Vorschläge referiert Wagener, Jahresbericht 1,394–402.
164 Neben den oben erwähnten Digitalisaten der Bamberger und Rostocker Exzerpte ist vor allem auf die Angebote der Digital Vatican Library (https://digi.vatlib.it/) und Gallica (http://gallica.bnf.fr/) hinzuweisen. Fotografien einer Stelle der Hs. L und Cod. Vindobonensis 284 verdanke ich Antje Wessels (Leiden) bzw. Katharina Kaska (Wien).
165 Zu den früheren Ausgaben s. K. H. Tzschucke, Eutropii Breviarium historiae Romanae, Leipzig 1796, LXI–LXXXVII; Wagener, Jahresbericht 1,381–87.
166Droysen, Praefatio VII–IX; Wagener, Jahresbericht 2,320–25.
167 Lambros stützte sich auf die zweisprachige Edition (alt- und neugriechisch) von N. Dukas, Εὐτροπίου Ἐπιτομὴ τῆϲ Ῥωμαϊκῆϲ ἱϲτορίαϲ εἰϲ βιβλία δέκα μεταφραϲθεῖϲα ἐκ τῆϲ Λατινίδοϲ εἰϲ τὴν Ἑλληνίδα παρὰ Παιανίου, 2 Bde., Wien 1807. Wie oben erwähnt, ignorierte er wichtige Veröffentlichungen zu Paianios und wiederholte infolgedessen z. B. die Konjektur 5,1,4 Τευτόβοδον von M. Haupt, Coniectanea, Hermes 7 (1873) 7–13, hier 12. Lambros’ Text ist nicht fehlerfrei: 1,1,1 steht ἔτι statt οὔτε, 1,2,1 fehlt der Artikel bei τοὺϲ προβεβηκόταϲ, während er bei τῶν Ἰταλῶν gegen die Überlieferung hinzugefügt ist; 1,2,2 steht gegen die Überlieferung δέ (all dies ohne Anmerkungen im kritischen Apparat); 7,23 fehlen die Worte καὶ τὸ Ϲεράπιον.
168 Vgl. Eutr. 9,14,1 a quo … apud Argentoratum, Galliae urbem, ingentes Alamannorum copiae extinctae sunt, rex nobilissimus captus, Galliae restitutae.
169 Auf der Grundlage von Hultsch, Metrologie 80 f. Für die Gewichtsangaben wurde allerdings statt der dort vertretenen, von Boeckh geprägten ‚schweren libra‘ (= 327,5 g) die ‚mittlere libra‘ (= 325 g) bevorzugt, die W. Hahn, Moneta Imperii Byzantini. Rekonstruktion des Prägeaufbaues auf synoptisch-tabellarischer Grundlage, Bd. 1: Von Anastasius I. bis Justinianus I (491–565), Wien 1973, 20 empfiehlt.
Erklärung der Siglen, Zeichen und Abkürzungen in Text und Apparat
| G | cod. Gothanus Memb. I. 101 |
| F | cod. Fuldensis deperditus |
| C | cod. Parisinus Latinus 7240 (Colbertinus 3001) |
| I | cod.Lincolniensis Latinus 100 |
| H | cod. Harleianus 2729 |
| M | cod. Parisinus Latinus 18104 |
| Pa | cod. Parisinus Latinus 5802 |
| S | cod. Burdigalensis deperditus |
| V | cod. Vaticanus Latinus 1981 |
| L | cod. Leidensis Bibliothecae Publicae Latinae 141 |
| O | cod. Audomarensis Bertinianus 697 |
| A | cod. Cantabrigiensis C. C. C. 129 |
| D | cod. Petropolitanus Class. Lat. Q.v.9 (Dubrowski 327) |
| Q | cod. Vindobonensis 323 |
| J | cod. Bambergensis Class. 31 (E. III. 22) |
| Paul. | Paulus Diaconus, Historia Romana. Edition: A. Crivellucci, Pauli Diaconi Historia Romana, Roma 1914 |
| Paean. | Paeanius. Editionen: Droysen (MGH); S. Lambros,Παιανίου Μετάφραϲιϲ εἰϲ τὴν τοῦ Εὐτροπίου Ῥωμαϊκὴν ἱϲτορίαν, Νέοϲ Ἑλληνομνήμων 9 (1912) 1–115 |
| Aa.c. | Lesart in A vor der Korrektur (ante correctionem) |
| Ap.c. | Lesart in A nach der Korrektur (post correctionem) |
| As.l. | über der Zeile (supra lineam) übergeschriebene(r) Buchstabe(n) in A |
| Atext. | Lesart im Text von A |
| Amarg. | Lesart am Rand (in margine) von A |
| {aaa} | vom Editor getilgte Buchstaben |
| ⟨aaa〉 | vom Editor hinzugefügte Buchstaben |
| [aaa] | vom Editor in einer Lücke ergänzte Buchstaben |
| * | vom Schreiber freigelassener Raum im Umfang eines Buchstabens |
| add. | addidit |
| cf. | confer |
| cod(d). | codex (-ices) |
| corr. | correxit (-erunt) vel correctus, -a, -um |
| del. | delevit (-erunt) |
| dub. | dubitanter |
| om. | omisit (-erunt) vel omissus, -a, -um |
| rell. | reliqui |
| transpos. | transposuit (-erunt) |
magister memoriae.
stram memoriam, quae in negotiis vel bellicis vel civilibus eminebant,
5per ordinem temporum brevi narratione collegi, strictim additis etiam
his, quae in principum vita egregia extiterunt, ut‣tranquillitatis tuae
possit mens divina laetari prius se inlustrium virorum facta in
administrando imperio secutam, quam cognosceret lectione.
999om. Q Paul. Paean.999domino om. J999Gothico LOA : om. G CIHMPa J : valenti ****** maximo V2magister memoriae solus exhibet J6ut G CIHMPa A J : tot VLO6tuae quo VLO8post lectione add. eutropius v. c. peculiariter suus VLO
1. (1) Romanum imperium, quo neque ab exordio ullum fere minus
10neque incrementis toto orbe amplius humana potest memoria recordari,
cum inter pastores latrocinaretur, decem et octo annos natus urbem
exiguam in ‣Palatino monte constituit XI Kal. Maias, Olympiadis sextae
15anno tertio, post ‣Troiae excidium, ut qui plurimum minimumque
tradunt, anno trecentesimo nonagesimo quarto.
3XI Kal. Maias codd. : πρώτῃ τοῦ Μαίου μηνόϲPaean.
2. (1) condita civitate, quam ex nomine suo ‣Romam vocavit, haec
fere egit: multitudinem finitimorum in civitatem recepit, centum ex se-
nioribus legit, quorum consilio omnia ageret, quos senatores nominavit
20propter senectutem. (2) tum, cum uxores ipse et populus suus non habe-
rent, invitavit ad spectaculum ludorum vicinas urbis Romae nationes
atque earum virgines rapuit. commotis bellis propter raptarum iniuriam
ientes. haec omnia oppida urbem cingunt. et cum orta subito tempestate
2ferme VLOA20tum cum Gp.c. CIHMPa D Paul. : tunc cum VLOA Q : cum Ga.c.F2urbi Rühl
non comparuisset, anno regni tricesimo septimo ad deos transisse
creditus est et consecratus. deinde ‣Romae per quinos dies senatores
imperaverunt et his regnantibus annus unus completus est.
7creditus est et consecratus Gp.c. VLOA D Paul. (cf. Paean.πεπίϲτευται πρὸϲ θεοὺϲ ἀνειλῆφθαι.καθιερώθη οὖν ...) : creditus et consecratus CI : creditus et consecratus est HMPa : creditus est Ga.c.F
3. (1) postea ‣Numa Pompilius rex creatus est, qui bellum quidem
5nullum gessit, sed non minus civitati quam ‣Romulus profuit. (2) nam et
leges ‣Romanis moresque constituit, qui consuetudine proeliorum iam
latrones ac semibarbari putabantur, et annum discripsit in decem
menses prius sine aliqua supputatione confusum, et infinita ‣Romae
sacra ac templa constituit. morbo decessit quadragesimo et tertio
10imperii anno.
3discripsit Sanders : descripsit codd.
quorum alii sexto miliario absunt ab urbe Roma, alii octavo decimo,
bello superavit, urbem ampliavit adiecto ‣Caelio monte. (2) cum triginta
15et duos annos regnasset, fulmine ictus cum domo sua arsit.
2ostium ⟨Tiberis⟩Verheyk, duce Paean. (πρὸϲ ταῖϲ τοῦ Θύμβριδοϲ ἐκβολαῖϲ) : hostiam vel hostium codd.
6. (1) deinde regnum ‣Priscus Tarquinius accepit. hic numerum
senatorum duplicavit, ‣circum Romae aedificavit, ludos Romanos
instituit, qui ad nostram memoriam permanent. vicit idem etiam ‣Sabinos
et non parum agrorum sublatum isdem ‣urbis Romae territorio iunxit
25primusque triumphans urbem intravit. (2) muros fecit et cloacas,
occisus est regis eius, cui ipse successerat.
terrarum incognitus erat. (2) sub eo ‣Roma omnibus in censum delatis
habuit capita LXXXIII milia ‣civium Romanorum cum his, qui in agris
4murum duxit om. VLOA D2LXXXIII Gp.c. VLOA Paul. : LXXIII Ga.c. CIHMPa3postest add. XLII imperii anno VLOA
8. (1) L. Tarquinius Superbus septimus atque ultimus regum ‣Vol-
10octavo decimo miliario ‣ab urbe Roma positam civitatem imperium
perdidit. (2) nam cum filius eius, et ipse ‣Tarquinius, iunior, nobilissi-
stuprasset eaque de iniuria marito et patri et amicis questa fuisset, in
omnium conspectu se occidit. propter quam causam ‣Brutus, parens et
est, cumque imperasset annos quattuor et viginti cum uxore et liberis
suis fugit. ita ‣Romae regnatum est per septem reges annis ducentis
20quadraginta tribus, cum adhuc ‣Roma ubi plurimum vix usque ad
quintum decimum miliarium possideret.
4iovi GF CIHMPa Paul. : iovis VLOA Q6nobilissimam – collatini G CIHMPa Paul. : nobilissimi collatini VLOA
9. (1) hinc consules coepere, pro uno rege duo hac causa creati, ut, si
unus malus esse voluisset, alter eum habens potestatem similem
coerceret. (2) et placuit, ne imperium longius quam annuum haberent,
25ne per diuturnitatem potestatis insolentiores redderentur, sed civiles
semper essent, qui se post annum scirent futuros esse privatos. (3) fuerunt igitur anno primo expulsis regibus consules ‣L. Iunius Brutus,
30dignitas. placuerat enim, ne quisquam in urbe remaneret, qui Tarquinius
7creari Schoonhoven3sublata Gp.c.F LOA DQ Paul. : ablata CIHMPa : conlata Ga.c.30remaneret CIHMPa A DQ Paul. : maneret GF LO
ipsius factus est ‣L. Valerius Publicola consul. (5) commovit tamen
multis gentibus, ut in regnum posset restitui, dimicavit.
3ergo G CIHMPa Paul. : qui LOA3et loco G CIHMPa VLOA : in loco Q Paul.
vicem se occiderunt, ‣Romani tamen ex ea pugna victores recesserunt.
(2) Brutum matronae Romanae defensorem pudicitiae suae quasi
Lucretium Tricipitinum collegam sibi fecit ‣Lucretiae patrem, quo
10morbo mortuo iterum ‣Horatium Pulvillum collegam sibi sumpsit. (3) ita
primus annus quinque consules habuit, cum ‣Tarquinius Collatinus
morbo mortuus esset.
11. (1) secundo quoque anno iterum ‣Tarquinius, ut reciperetur in
rege, et ‣Romam paene cepit. verum tum quoque victus est. (2) tertio
anno post reges exactos ‣Tarquinius, cum suscipi non posset in regnum
auxilium, ‣Tusculum se contulit, quae civitas non longe ab urbe est,
victi sunt et de his triumphatum est. (4) quinto anno ‣L. Valerius ille,
‣Bruti collega et quater consul, fataliter mortuus est adeo pauper, ut
collatis a populo nummis sumptum habuerit sepulturae. quem matronae
25sicuti ‣Brutum per annum luxerunt.
20persenuit VLO25per annum VA Paul. : annum GF CIHMPa LO : anno D
antiqua huic imperii potestati, quam nunc ‣tranquillitas vestra habet,
ante eum ‣C. Caesar sub dictaturae nomine atque honore regnaverint. (3)
5dictator autem Romae primus fuit ⟨T.⟩Larcius, magister equitum primus
3octavianus CIHMPa VLOA DQ (cf. Paean.Ὀκταβιανόϲ) : octavius GF Paul. (cf. Ioh. Ant. fr. 32 Mariev = 80,1 Roberto Ὀκταούιοϲ)4regnaverunt CMPa VLO5⟨T.⟩Larcius Eussner2spurius cassius G CIHMPa Paul. : spurius papirius LO : papirius cassius VA
13. (1) sexto decimo anno post reges exactos seditionem populus
‣Romae fecit, tamquam a senatu atque consulibus premeretur. (2) tum et
ipse sibi tribunos plebis quasi proprios iudices et defensores creavit, per
10quos contra senatum et consules tutus esse posset.
2plebis HIMPa VLp.c.A D Paul. (cf. Paean. τριβούνουϲ πλήβιϲ) : plebi GF C La.c.O Q
4contra Romanos om. VLOA Q Paean.2acie G CIHMPa Paul. : et capti VLOA2opimam GF : optimam CIHMPa VLOA Paul.
15. (1) octavo decimo anno, postquam reges eiecti erant, expulsus ex
accepit. (2) Romanos saepe vicit, usque ad quintum miliarium urbis
accessit oppugnaturus etiam patriam suam legatis qui pacem petebant
20sent, quarum fletu et precatione superatus removit exercitum. atque hic
secundus post ‣Tarquinium fuit, qui dux contra patriam suam esset.
4postquam – erant GF CIHMPa Paul. : post reges eiectos VLO : post reges exactos A D : post exactos reges Q4romanosque VLOA2suam om. GF CIHMPa20precatione VLOA DQ Paul. : deprecatione GF CIHMPa
qui ex Fabia familia erant, contra ‣Veientes bellum soli susceperunt
promittentes senatui et populo per se omne certamen implendum. (2)
25itaque profecti, omnes nobiles et qui singuli magnorum exercituum
duces esse deberent, in proelio conciderunt. (3) unus omnino superfuit
ex tanta familia, qui propter aetatem puerilem duci non potuerat ad
pugnam. post haec census in urbe habitus est et inventa sunt civium
capita CXVII milia CCCXIX.
2soli om. CIHMPa2superfuit CIHMPa VLOA Paul. : superavit GF
miliario Romanus obsideretur exercitus, ‣L. QuintiusCincinnatus
dictator est factus, qui agrum quattuor iugerum possidens manibus suis
colebat. (2) is cum in opere et arans esset inventus, sudore deterso
5togam praetextam accepit et caesis hostibus liberavit exercitum.
anno VLOA : tamen anno CIMPa Q Paul. : anno tamen G Hfere GF D Paul. : ferme CIHMPa VLOA Q2romanus G CIHMPa Paul. : magnus VLOA2quintius G CIHMPa Paul. : quintus VLOA D5praetextam VLOA Paul. : -tatam GF CIHMPa
18. (1) anno trecentesimo et altero ab urbe condita imperium consu-
lare cessavit et pro duobus consulibus decem facti sunt, qui summam
potestatem haberent, decemviri nominati. (2) sed cum primo anno bene
virginem corrumpere voluit. quam pater occidit, ne stuprum a decem-
viro sustineret, et regressus ad milites movit tumultum. sublata est de-
cemviris potestas ipsique damnati sunt.
3altero codd. : primo Paean. (ἑνὶ) et Suda ν 469 (πρώτῳ)3decemviri nominati VLOA : decemviris nominatis G CHMPa : ac decemviri nominati sunt Paul.3bene G VLOA Paul. : benigne CHMPa : benignissime I10militarat dub. Droysen, duce Paean. (μεμαχημένοϲ)
19. (1) anno trecentesimo et quinto decimo ab urbe condita ‣Fidenates
magistro equitum victi etiam regem perdiderunt. ‣Fidenae captae et
20excisae.
ipsos missus est ‣Furius Camillus, qui primum eos vicit acie, mox etiam
25est ei invidia, quasi praedam male divisisset, damnatusque ob eam
secuti etiam urbem occupaverunt; neque defendi quicquam nisi ‣Capito-
liumpotuit. quod cum diu obsedissent et iam ‣Romani fame laborarent, a
6viginti GF CIHMPa : viginti deinde VLOA DQ : viginti inde Paul.4potuit, quoad Santini
simeque victi sunt. (4) postea tamen etiam accepto auro, ne ‣Capitolium
obsiderent, recesserunt, sed secutus eos ‣Camillus ita cecidit, ut et
aurum, quod his datum fuerat, et omnia, quae ceperant, militaria signa
revocaret. (5) ita tertio triumphans urbem ingressus est et appellatus
5secundus Romulus quasi et ipse patriae conditor.
6accepto – sed post fame laborarent transpos. Rühl
1. (1) anno trecentesimo sexagesimo quinto ab urbe condita, post
captam autem primo, dignitates mutatae sunt et pro duobus consulibus
facti tribuni militares consulari potestate. hinc iam coepit Romana res
norum{atque} omnibus deletis earundem exercitibus occupavit et tres
simul triumphos egit.
3romana res CIHMPa VLOA Paul. : roma GF3atque del. Baumgarten-Crusius
2. (1) T. etiam Quintius Cincinnatus‣Praenestinos, qui usque ad urbis
neste adgressus in deditionem accepit. (2) quae omnia ab eo gesta sunt
viginti diebus triumphusque ipsi decretus.
15ipsam praenestem GF VLOA Paul. : ipsum praeneste CIHMPa
3.verum dignitas tribunorum militarium non diu perseveravit. nam
post aliquantum nullos placuit fieri et quadriennium in urbe ita fluxit, ut
20potestates ibi maiores non essent. praesumpserunt tamen tribuni mili-
tares consulari potestate iterum dignitatem et triennio perseveraverunt.
rursus consules facti.
20praesumpserunt Ga.c.F IM A DQ Paul. : -rint CHPa : resumpserunt Gp.c. VLO4triennio LOA Paul. : triennum Ga.c.F V : ad triennium CIHMPa
ei ‣post Romulum secundus delatus est.
2delatus VLOA DQ Paul. : adlatus GF : allatus IH : oblatus C : ablatus MPa
rant. ibi nobilissimus de senatoribus iuvenis ‣L. Manlius provocantem
Gallum ad singulare certamen progressus occidit et sublato torque aureo
5colloque suo imposito in perpetuum Torquati et sibi et posteris
captivorum ex his in triumphum ducta.
2quinto VLOA5et sibi om. CIHMPa VLOA5et posteris G VLOA Paul. : a posteris CIHMPa8ducta CIHM Paul. : ducti Pa : adducta G VOA DQ : om. L
10erant, milites praestare nollent, ‣ex Romanis tantum tirones lecti sunt
factaeque legiones decem, qui modus sexaginta vel amplius armatorum
milia efficiebat; parvis adhuc Romanis rebus tanta tamen in re militari
15vit. (3) tum se ‣M. Valerius tribunus militum obtulit, et cum processisset
armatus, corvus ei supra dextrum bracchium sedit. (4) mox commissa
adversum Gallum pugna idem corvus alis et unguibus Galli oculos
verberavit, ne rectum posset aspicere. ita a tribuno ‣Valeriointerfectus
non solum victoriam ei, sed etiam nomen dedit: nam postea ‣idem
20Corvinus est dictus. ac propter hoc meritum annorum trium et viginti
consul est factus.
2idem {corvus}Duncker3interfectus. ⟨corvus⟩ Duncker
7. (1) Latini, qui noluerant milites dare, hoc quoque ‣a Romanis exi-
gere coeperunt, ut unus consul ex eorum, alter ex Romanorum populo
crearetur. (2) quod cum esset negatum, bellum contra eos susceptum est
25et ingenti pugna superati sunt; ac de his perdomitis triumphatum est.
statuae consulibus ob meritum victoriae in rostris positae sunt. (3) eo
8. (1) iam ‣Romani potentes esse coeperunt. bellum enim in
centesimo et tricesimo feremiliario ab urbe ‣apud Samnitas gerebatur,
Cursor cum honore dictatoris ad id bellum profectus est. qui cum
exercitum reliquit, praecepit, ne se absente pugnaret. (3) ille occasione
dictatore capitis damnatus, quod se vetante pugnasset, ingenti favore
militum et populi liberatus est tanta ‣Papirio seditione commota, ut
10paene ipse interficeretur.
3coeperant CIMPaV Paul.2et tricesimo fere G CIMPa Paul. : ferme et tricesimo VLOA3L. om. VLO Paean.2est G CIMPa Paul. : erat VLO Q5Duncker : redisset codd.
consulibus ingenti dedecore vicerunt et sub iugum miserunt. pax tamen
a senatu et populo soluta est, quae cum ipsis propter necessitatem facta
milibus hominum occisis. postea, cum pater ei‣Fabius Maximuslegatus
tas missi ingentibus proeliis eos confecere. (4) tum bellum ‣cum Samni-
tibus per annos quadraginta novem actum sustulerunt: neque ullus
hostis fuit intra ‣Italiam, qui Romanam virtutem magis fatigaverit.
2et om. VLOA15Papirius ⟨primus⟩Duncker, duce Paean. (πρῶτοϲ)4ei post legatus transpos. VLO4legatus Ga.c.F CIMPa : legatus datus Gp.c. A Q Paul. : legatus ei datus VLO
Cornelio Dolabella consule deletae sunt.
25a om. G CIMPa3deletae G Paul. : deleti CIMPaVA : delicti LO
primum ‣Romani cum transmarino hoste dimicaverunt. (2) missus est
cepisset, iussit eos per castra duci, ostendi omnem exercitum tumque
missa mox pugna, cum iam ‣Pyrrus fugeret, elephantorum auxilio vicit,
quos incognitos ‣Romani expaverunt. (3) sed nox proelio finem dedit;
cepit et eos summo honore tractavit, occisos sepelivit. quos cum adver-
10so vulnere et truci vultu etiam mortuos iacere vidisset, tulisse ad caelum
manus dicitur cum hac voce: se totius orbis dominum esse potuisse, si
tales sibi milites contigissent.
5quaecum⟨que a⟩Vinetus : quae cum codd. : quaecum⟨que⟩Santinipotuisse om. VLOA
terrore exercitus, qui eum cum consule sequebatur, ‣in Campaniam se
recepit. legati ‣ad Pyrrum de redimendis captivis missi ab eo honorifice
suscepti sunt, captivos sine pretio ‣Romam misit. (3) unum ex legatis
20visset, ut quarta parte regni promissa sollicitare voluerit, ut ad se trans-
ingenti admiratione teneretur, legatum misit, qui pacem aequis condi-
partem ‣Italiae, quam iam armis occupaverat, obtineret.
15praenestem GF2eum om. VLOA3redimendis om. Ga.c.F CIMPa S3missi om. VLO
reverti, quam si binorum hostium occisorum spolia retulissent. ita
elephanti interfecti, viginti milia caesa hostium et ‣ex Romanis tantum
3quod – potuissent Gp.c. Q Paul. : potuissent Ga.c. : quod armati capti fuissent VLOA : qui se armis defendere potuissent S CIMPa4si binorum Merula : sibi notorum GF CIMPa Q Paul. (cf. Paean. διεγνωϲμένων) : sabinorum VLOA5ferme VLOA5esse om. VLOA2mus Gp.c. : numinius L : mummius VOA : om. Ga.c. CIMPa Paul. Paean.4tarentum CIM VLOA Paul. : tamen GF : tum Pa
venit promittens veneno se ‣Pyrrum occisurum, si sibi aliquid pollice-
dixisse fertur: (3) „ille est ‣Fabricius, qui difficilius ab honestate quam
sol a cursu suo averti potest.“ tum rex ‣ad Siciliam profectus est.
fugavit, castra cepit. (5) ea die caesa hostium viginti tria milia. ‣Curius in
est.
2potuerat VLOA : poterat GF CIMPa Paul. : potuit Q2Manius om. GF CIMPa Paul.
2alexandrini G CIMPa VA Paul. : alexandria LO (cf. Paean. ἀπὸ τῆϲ Ἀλεξανδρείαϲ)
Ogulnio Sylburg : gulinio GF (cf. Paean. Κυλληνίου) : gallinio CIPa : gallino M : galinio S : culnio LOA : gulone Paul. : om. V
3ariminus codd. (cf. Paean. Ἀρίμινοϲ) : Ariminum Schoonhoven
5his triumphatum est.
iulio Paul. : iunio VLOA Paean. (Ἰουνίου) : ianio GF CIMPa S2et om. VLOA
18. (1) anno quadringentesimo septuagesimo septimo cum iam
fuerant. (2) ut igitur cognosceretur, quae copiae ‣Romanorum essent,
census est habitus. inventa sunt civium capita ducenta nonaginta duo
10milia trecenta triginta quattuor, quamquam a condita urbe numquam
2inventa Ga.c.F CIMPa : tum inventa Gp.c.LOA D Paul. Q : tunc inventa V4bello VLOA6et rege om. Ga.c. CIMPaa.c.
nenses et praeterea quinquaginta civitates in fidem acceptae. (2) tertio
deditque argenti ducenta talenta. (3) Afri‣in Sicilia victi sunt et de his
20secundo ‣Romae triumphatum est.
7⟨Crasso⟩Schulze, duce Paean. (Ὠτακίλιοϲ Κράϲοϲ)2contra – pacem om. V2regem Siculorum om. LOA2paratum Fmarg. CIMPa LOA Paul. : gestum Ftext. : paratum gestum G
20. (1) quinto anno Punici belli, quod ‣contra Afrosgerebatur,
dimicaverunt paratis navibus rostratis, quas Liburnas vocant. (2) consul
25ensiumducem vicit, triginta et unam naves cepit, quattuordecim mersit,
septem milia hostium cepit, tria milia occidit. neque ulla victoria
‣Romanis gratior fuit, quod invicti terra iam etiam mari plurimum
‣Sardiniamvastavit, multa milia inde captivorum adduxit, triumphum
3gerebatur G CIMPa Paul. : agebatur VLOA25navem GF2vastavit GF VLOA Paul. : vicit CIMPa2triumphum egit G VLOA Paul. : triumphavit CIMPa
mari pugnatum victusque est. nam perditis sexaginta quattuor navibus
runt. consules usque‣ad Carthaginem processerunt multisque vastatis
(3) contra tres ‣Carthaginiensium duces dimicans victor fuit, decem et
10octo milia hostium cecidit, quinque milia cum decem et octo elephantis
cepit, septuaginta quattuor civitates in fidem accepit. (4) tum victi ‣Car-
15rum dux ‣Regulus victus est ultima pernicie. (5) nam duo milia tantum
hominum ex omniRomano exercitu refugerunt, quingenti cum impera-
coniectus.
2hamilcarem regem GF CIa.c.MPa3usque om. Ga.c. CIMPaa.c.3vastatis ⟨oppidis⟩Sylburg : ⟨castellis⟩ vastatis Eussner, duce Paean. (πᾶν δὲ ὃ διῆλθον ἐκπολιορκήϲαντεϲ)2hominum om. Ga.c.F CIMPa2omni om. Ga.c.F2romano CIMPa VLOA D Paul. : romanorum I : om. GF Paean.2refugerunt G VLOA Paul. : remanserunt CIMPa
22. (1) M. Aemilio Paulo‣Ser. Fulvio Nobiliore consulibus ambo
20Romani consules ‣ad Africam profecti sunt cum trecentarum navium
classe. primum ‣Afros navali certamine superant. (2) Aemilius consul
centum et quattuor naves hostium demersit, triginta cum pugnatoribus
cepit, quindecim milia hostium aut occidit aut cepit, militem suum
ingenti praeda ditavit. et subacta ‣Africa tunc fuisset, nisi quod tanta
25fames erat, ut diutius exercitus expectare non posset. (3) consules cum
victrici classe redeuntes ‣circa Siciliam naufragium passi sunt et tanta
tempestas fuit, ut ex quadringentis sexaginta quattuor navibus octoginta
servari potuerint; neque ullo tempore tanta maritima tempestas audita
est. ‣Romani tamen statim ducentas naves reparaverunt neque in aliquo
30animus his infractus fuit.
servio VLOA Paul. : servilio GF CIMPa (cf. Paean. Ἑρβίλιοϲ)3navibus ⟨tantum⟩Rühl, duce Paean. (μόναϲ ἀθλίωϲ)ducentas G CIMPa Paul. : et VLO : om. A
23. (1) Cn. Servilius Caepio‣C. Sempronius Blaesus consules cum
ducentis sexaginta navibus ‣ad Africam profecti sunt. aliquot civitates
ceperunt. (2) praedam ingentem reducentes naufragium passi sunt.
itaque, cum continuae calamitates ‣Romanis displicerent, decrevit sena-
praesidium ‣Italiae salvae essent.
7caepio CIMPa LOA D : scaepio Ga.c.(cf. Paean. Ϲκηπίων) : scipio Gp.c. : coepio Paul.
tem superavit, viginti milia hostium cecidit, sex et viginti elephantos
10cepit, reliquos errantes per ‣Numidas, quos in auxilium habebat, collegit
et ‣Romam deduxit ingenti pompa, cum CXXX elephantorum numerus
Romanis obtineret ac permutationem captivorum faceret.
3viginti1VLOA Paul. Paean. (ἓξ καὶ εἴκοϲι) : ducenta GF CIMPaa.c.CXXX CIMPa VLOA Paul. : XXX Ga.c.F : tantus Gp.c.
1525. (1) ille‣Romam cum venisset, inductus in senatum nihil quasi
Romanus egit dixitque se ex illa die, qua in potestatem ‣Afrorum
venisset, Romanum esse desisse. (2) itaque et uxorem a complexu
removit et senatui suasit, ne pax cum ‣Poenis fieret. illos enim fractos tot
casibus spem nullam habere; tanti non esse, ut tot milia captivorum
20propter unum se et senem et paucos, qui ‣ex Romanis capti fuerant,
redderentur. itaque obtinuit. nam ‣Afros pacem petentes nullus admisit.
tenerent, negavit se in ea urbe mansurum, in qua, postquam ‣Afris
servierat, dignitatem honesti civis habere non posset. regressus igitur ‣ad
25Africam omnibus suppliciis extinctus est.
3esse desisse G CIMPa A Paul. (-sset D) : non esse dixisse LO (-sset V)3a om. F CIp.c.MPa3tanti GF Paul. : se tanti CIMPa LOA : sed tanti V20unum se et senem codd. (cf. Suda ρ 126 ἀνδρὸϲ ἑνὸϲ μόνου καὶ ἤδη γηραιοῦ) : unum se Baumgarten-Crusius : unum senem dub. Droysen
auspicia pugnavit et ‣a Carthaginiensibus victus est. nam ex ducentis et
viginti navibus cum triginta fugit, nonaginta cum pugnatoribus captae
sunt, demersae ceterae. (2) alius quoque consul naufragio classem
caio VLOA Paul. Paean. (Γάϊοϲ), cf. Oros. hist. 4,10,3 : cnaeo GF CIMPa :Lucio Merula2ducentis G CIMPa Paul. : CCCC VLOA : quattuor CCCC V
27. (1) C. Lutatio Catulo‣A. Postumio Albino consulibus, anno belli
quadringentas paraverunt. (2) numquam in mari tantis copiis pugnatum
5est. ‣Lutatius Catulus navem aeger ascendit; vulneratus enim in pugna
captae sunt, CXXV demersae, XXXII milia hostium capta, XIII milia
occisa, infinitum auri, argenti, praedae in potestatem ‣Romanorum
10redactum. ex classe Romana XII naves demersae. pugnatum est VI Idus
Martias. (4) statim pacem ‣Carthaginienses petiverunt tributaque est his
sunt. etiam ‣Carthaginienses petiverunt, ut redimi eos captivos liceret,
15publica custodia essent; qui autem a privatis tenerentur, ut pretio
dominis reddito ‣Carthaginem redirent atque id pretium ex fisco magis
quam a ‣Carthaginiensibus solveretur.
2a om.Gp.c. LO4LXIII Droysen, duce Oros. hist. 4,10,7 : LXXIII GF CIMPa A Paul. : LXII VLO : ἑξήκονταPaean.2CXXV Gp.c. VLOA : XXV Ga.c.F CIMPa S Paul.2XXXII G CIMPaPaul. : XXII VLO : XXIII A2hostium CIMPa VLOA Paul. : hominum Ga.c.F2XIII milia occisa G CIM Paul. : XII milia occisa F : XII occisa Pa : et occisa XIII milia VLOA3romanorum VLOA Paul. : romanum Ga.c. : romanam Gp.c. CIMPa
intulerunt, quae civitas ‣Italiae opulenta quondam fuit. quod ambo
20consules intra sex dies, quam venerant, transegerunt XV milibus
hostium caesis, ceteris pace concessa, agro tamen ex medietate sublato.
8sunt om. G CIMPa
1. (1) finito igitur Punico bello, quod per XXIII annos tractum est,
regem miserunt auxilia promittentes, quia ‣rex Syriae Antiochus bellum
5iam enim fuerat pugna transacta. (2) eodem tempore potentissimus ‣rex
modiorum tritici populo donum exhibuit.
XXIII I D : XXII Paul. : XXXIII GF : XXXVI C : XXX Pa : XII VLOAtractum G CIMPa Paul. : factum VLOA : transactum D4a Romanis G Pa VLOA : romanis CM : om. Paul. Paean.2hieron G CIMPa
10de his triumphatum.‣Carthaginiensestamen bellum reparare temptabant
et pacem impetravit.
4hieron CIMPa10triumphatum est G A Paul.10tamen codd. : tum Vinetus
15phatum est et pace omnibus locis facta ‣Romani nullum bellum habu-
erunt, quod his post Romam conditam semel tantum ‣Numa Pompilio
regnante contigerat.
7Bulco Droysen, duce Oros. hist. 4,12,2 : vulgo GF CIMPa Paul. : vulsco VLOA (cf. Paean.Βούϲκλου) : Bulbo Sylburg
(fr. 30a B.-W. = FRHist 1 F 21a), qui ei bello interfuit, DCCC milia
hominum parata ad id bellum fuisse. sed res per consulem tantum
25prospere gesta est. XL milia hostium interfecta sunt et triumphus
‣Aemilio decretus.
4L. om. G CIPa Paul.4hominum om. VLO4consulem S : consules GF CIMPa VLOA Paul.
2finitumque bellum G CIMPa : finito bello VLO : finitoque bello A Paul.
‣GallorumViridomarumnomine manu sua occidit. (2) postea cum colle-
stipiti inposita umeris suis vexit.
4viridomarum VLO : virodomarum GF : viriodomarum CIMPa S : vitrodomarum Paul.4stipiti G CIMPamarg. Paul. : ita praecepit et VLO
inlatum est, quia latrocinati navibus ‣Romanorum fuerant, quae frumenta
exhibebant; perdomitique sunt omnes. (2) eodem anno bellum Punicum
10adgressus est annum agens vicesimum aetatis copiis congregatis CL
milium. (3) huic ‣Romani per legatosdenuntiaverunt, ut bello abstineret.
mandaretur ‣Hannibali, ne bellum contra socios populi Romani gereret.
15victi sunt captique ab ‣Hannibale ultimis poenis adficiuntur.
2quia VLOA Paul. : iam G : nam CIMPa10aetatis suae GF CIMPa10CL GF CIPa Paul. : CXL VLOA Paean. (τεϲϲαρεϲκαίδεκα μυριάδαϲ)legatum GF CIMParenuntiaverunt D2legatos admittere GF CIMPa Paul. : legatis parere LOA : legatis parcere V : legatus parare D2Carthaginem miserunt G CIMPa Paul. : a carthaginiensibus petierunt VLOA D4data sunt G CIMPa Paul. : reddita VLOA D
20milia peditum, X milia equitum, septem et XXX elephantos adduxisse.
‣Ariminumtraiecit.
2bellum Carth. indictum est post 3,7,3 adficiuntur transpos. Rühl, duce Duncker2tum om. GF20X VLOA D Paul. Paean. (δέκα, cf. Liv. 21,38,4) : XI GF CIPa20septem om.VLOA6traiecit VLOA Paul. : transvexit GF CIMPa
Romanis‣Q. Fabius Maximus. is eum differendo pugnam ab impetu
fregit, mox inventa occasione vicit.
3adversus VLOA Paul. : ad G CIMPa4ab impetu VLOA Paul. : ab ambitu GF : ad ambitu CI S : ad ambitum MPaa.c.
10. (1) quingentesimo et quadragesimo anno a condita urbe ‣L. Aemi-
succedunt, qui abiensambo consules monuit, ut ‣Hannibalem,callidum
et inpatientem ducem, non aliter vincerent quam proelium differendo.
10pugnatum esset, ambo consules ‣ab Hannibale vincuntur. (3) in ea pugna
tur. nullo tamen Punico bello ‣Romani gravius accepti sunt; periit enim
in eo consul ‣Aemilius Paulus, consulares et praetorii XX, senatores
capti aut occisi XXX, nobiles viri CCC, militum XL milia, equitum III
15milia et quingenti. in quibus malis nemo tamen ‣Romanorum pacis men-
tionem habere dignatus est. servi, quod numquam ante, manumissi et
milites facti sunt.
6quadragesimo VLOA Paul. Paean., cf. Oros. hist. 4,16,1 : quinquagesimo GF CIMPa3abiens Pirogoff, duce Paean. (χωριζόμενοϲ τῶν πραγμάτων) : fabius codd.3ambo GF CMPaa.c.: ambos VLOA D Paul. Pap.c.: om. I3callidum Gp.c. Ip.c. LOA D Paul. : calidum Ga.c.F CIa.c.MPa (cf. Ioh. Ant. fr. 72 Mariev = 119,2 Robertoθερμοῦ) : om. V2id – Paulo del. Vinetus2magna om. VLOA D4et GF CIMPa Paean. (καί) : aut VLOA Paul.
20captivos redimerent; responsumque est a senatu eos cives non necessa-
rios, qui, cum armati essent, capi potuissent. ille omnes postea variis
suppliciis interfecit et tres modios anulorum aureorum ‣Carthaginem
misit, quos ex manibus equitum ‣Romanorum,senatorum et militum
Scipionibus Romanis ducibus vincitur. perdit in pugna XXXV milia
hominum; ex his capiuntur X milia, occiduntur XXV milia. mittuntur ei
‣a Carthaginiensibus ad reparandas vires XII milia peditum, IV milia
6senatorum om. G CIMPaa.c.3perdit CIMPa VLO Paul. : perdidit A D : perdita G3XXXV CIPa VLOA D Paul. : XXV Ga – vires VLOA Paul. : res G : rursus CIMPaSIV milia equitum om. G CIMPa S6XX VLOA Paul. : XXX GF CPa : et XXX I S
7quarto G CIMPa Paul. : quinto VLOA
13. (1) ita uno tempore quattuor locis pugnabatur: ‣in Italia contra
15missus fuerat, vivus est captus, occisa cum eo duodecim milia, capti
2in Hispaniis – Hasdrubalem om. VLO Paean.15cum eo post capti transpos. Eussner
accessit, equites eius usque ad portam. mox consulum cum exercitu
fratre Hasdrubale‣ambo Scipiones, qui per multos annos victores
25fuerant, interficiuntur, exercitus tamen integer mansit; casu enim magis
erant quam virtutedecepti. (3) quo tempore etiam a consule ‣Marcello
3usque ad portam CIMPa VLOA D Paul. : ad portam usque G : usque del. Droysen2hasdrubale Ia.c. D : hannibalis Ip.c. : hasdrubalis GF CPa VLOA Paul.4virtute codd. : temeritate Duncker4decepti GF CIMPa A Paul. : recepti VLO : intercepti Rühl2nobilissima urbs syracusana GF CIMPa A Paul. : nobilissimae urbis syracusanae LO (-cusae V) : nobilissima urbe Syracusana Santini, duce Paean. (ἐκεῖθεν)2asiae G VLOA Paul. Paean. : isauriae F CIMPa S30profectus est CIMPa A Paul.
eum ‣Romam cum captivis nobilibus misit. XL civitates in deditionem
Fulvium consulem subito adgressus cum octo milibus hominum
5interfecit.
nobilibus G CIM PaVLOA : nobilissimis Paul. (cf. Paean. ἐπιϲημοτάτοιϲ)6XXVI G CIMPa Paul. : XLVI VLOA6omni VLOA : omni*I : omnis G CMPa Paul.6et VLOA : est G CMPa Paul.2cum ingenti VLOA
ibidem bellum gesserat, annos natus quattuor et viginti, vir ‣Romanorum
omnium et sua aetate et posteriore tempore fere primus. (2) is ‣Cartha-
10ginem ‣Hispaniae capit, in qua omne aurum, argentum et belli apparatum
mam cum aliis mittit. ‣Romae ingens laetitia post hunc nuntium fuit.
‣Hannibalisfratrem victum fugat et praedam maximam capit.
hispanias GF VOA Paul. Paean. (Ἱϲπανίαιϲ) : hispaniam CIMPa L3omnes fere VLO Paul. : fere omnes CIMPa A : omnes GF Paean.15hispaniae GF VLOA Paul. : hispani CIMPa (cf. Paean. Ἱϲπάνουϲ)
Karthalonem occidit, XXV milia hominum captivorum vendidit, prae-
20dam militibus dispertivit, pecuniam hominum venditorum ad fiscum
rant prius, rursus se ‣Fabio Maximo dediderunt. (2) insequenti anno
Scipionem; LXX civitates receperunt. ‣in Italia tamen male pugnatum
6quintus VLOA : publius GF CIMPa S Paul.3XXV G CIMPa Paul. : XX VLOA
amicitiam accepit et primus omnium a victo obsides non poposcit.
ad hispanias GF CIMPa D : ad hispaniam LO Paul. : ab hispaniis V
30retinere G Da.c.: tenere VLO : retineri CIMPa Dp.c. Paul. : teneri A
civitatem in insidias conpositas incidit. strenue tamen pugnans occisus
est, ingentes eius copiae captae aut interfectae sunt, magnum pondus
5iam de belli coepit eventu. ‣Romanis ingens animus accessit; itaque et
ingenti gloria venit.
Romam om. VLOrelatum est VLOA D Paul. : relatum GFCMPa : delatum Ipost haec VLOA Paul. : posthac GF CIMPa
cam missus. cui viro divinum quiddam inesse existimabatur, adeo ut pu-
taretur etiam cum numinibus habere sermonem. (2) is ‣in Africa contra
15proelio castra capit cum quattuor milibus et quingentis militibus, XI
20quam ‣Scipio vastabat.
2interficit F CIMPa V : interfecit G LOA D Paul.15capit VLO D Paul. : cepit GF CIMPaA
tum ‣Romam missi sunt. quadraginta et quinque diebus his indutiae
datae sunt, quousque ire ‣Romam et regredi possent, et triginta milia
25pondo argenti ab his accepta sunt. senatus ex arbitrio ‣Scipionis pacem
iussit ‣cum Carthaginiensibus fieri. (3) Scipio his condicionibus dedit: ne
amplius quam triginta naves haberent, ut quingenta milia pondo argenti
darent, captivos et perfugas redderent.
2et quinque om.VLOA Paul.3et2om. VLO
2capti – dimissi codd. : capti sunt, sed iubente Scipione dimissi Duncker : capti {et} iubente Scipione dimissi sunt dub. Hartel
frequentibus proeliis victus ‣a Scipione petit etiam ipse pacem. cum
ventum esset ad colloquium, isdem condicionibus data est, quibus prius,
additis quingentis milibus pondo argenti centum milibus librarum
propter novam perfidiam. ‣Carthaginiensibus condiciones displicuerunt
bellum. (3) Hannibal tres exploratores ad ‣Scipionis castra misit, quos
captos ‣Scipio circumduci per castra iussit ostendique his totum exerci-
tum, mox etiam prandium dari dimittique, ut renuntiarent ‣Hannibali,
10quae ‣apud Romanos vidissent.
pondo argenti VLO : ponderibus argenti CIMPa S A Paul. : argenti ponderibus GF : ponderis argenti Dcentum milibus S : C̅CC I : centum milia GF Pap.c. A D Paul. : cum milia VLO5sed infertur VLOA2ostenditque VLOA D
23. (1) interea proelium ab utroque duce instructum est, quale vix
ulla memoria fuit, cum peritissimi viri copias suas ad bellum educerent.
tis equitibus, deinde cum viginti, postremo cum quattuor evasit. (2) in-
15venta in castris ‣Hannibalis argenti pondo ducenta milia, auri octoginta,
cetera supellectilis copiosa. post id certamen pax ‣cum Carthaginiensibus
nus ex eo appellari coeptus est. (3) finem accepit secundum Punicum
bellum post annum nonum decimum, quam coeperat.
15ducenta milia VLOA D (cf. Paean. εἰκόϲι μυριάδων) : viginti milia G CIPa Paul.15octoginta GF I VLOA D (cf.Paean. ὀκτῶsc.μυριάδων, vix recte): triginta CPa S : octingenta Paul. : om. M2nonum codd. : septimum Verheyk
liber IV
201.transacto Punico bello secutum est Macedonicum contra ‣Philip-
pum regem quingentesimo quinquagesimo et primo anno ab urbe con-
dita.
2quinquagesimo om. CIMPa
2. (1) T. Quintius Flamininus adversum ‣Philippumrem prospere
4Flamininus Sylburg : flaminius codd. (om. Pa)4rem G CPa Paul. : res I : et rem Paul. : regem VLOA D : regem missus rem Hartel, duce Paean. (ἐκπεμφθείϲ)2graeciae GFVLOA D Paul. : graecis CIMPa25ut A D Paul. : et ut LO (cf. Paean.) : om. GF CIMPa
redderet, quinquaginta solas naves haberet, reliquas ‣Romanisdederet,
per annos decem quaterna milia pondo argenti praestaret et obsidem
tulit bellum, ducem eorum ‣Nabidem vicit et quibus voluit condicionibus
5in fidem accepit. ingenti gloria duxit ante currum nobilissimos obsides,
4solas om. VLOA4dederet VLOA Paul. : redderet GF CIMPaobsidem daret VLOA Paul. : om. Ga.c.F : post Demetrium transpos. Gp.c. CIMPa5duxit G CIMPa VLOA : triumphavit duxit Paul. (cf. Paean. θριαμβεύων)
3. (1) transacto bello Macedonico secutum est Syriacum contra
bene pugnavit. castra ‣regis Antiochi nocturna pugna capta sunt, ipse
Demetrius redditus est.
2M.’ Santini3se hannibal VLOA10M.’ Santini
civitatem a ‣consule Cornelio Scipione ingenti proelio fusus est. auxilio
20Phrygia condidit. quinquaginta milia peditum, tria equitum eo certamine
ex parte regis occisa sunt. (3) tum rex pacem petit.isdem condicionibus
data est a senatu, quamquam victo, quibus anteofferebatur: ut ‣ex
talentorum et viginti obsides praeberet, ‣Hannibalem concitatorem belli
15legatus ⟨datus⟩Duncker4⟨apud⟩ Magnesiam Wagener, duce Paean. (ἐν Μαγνηϲίᾳ τῇ πρὸϲ Ϲιπύλῳ τῆϲ Ἀϲίαϲ) : magnesiam GFCIa.c.MPa S A D Paul. : ad magnesiam Ip.c.: magnam iam VLOpetiit Droysenisdem GF LOA D : quae isdem CIMPa : et isdem V2data est VLOA Paul. : data G : datur CIMPa2ante VLO D Paul. : om. G : antea CIMPa A2offerebatur GF Pap.c. VLOA D Paul. : ferebatur CIMPaa.c.7concessae sunt GF CIMPa : concessae erant VLO : concesserunt APaul.
Asiagenis accepit, quia‣Asiam vicerat, sicuti frater ipsius propter
‣Africam domitam Africanus appellabatur.
9asiagenis Ga.c.F CIMPa LO Paul. : asiagenus Gp.c. A D : asiaticus S (cf. Paean. Ἀϲιατικόϲ)
sepultus est.
11Quintus om. GF CIPa Paul.11Marcio Schoonhoven : marco codd. (cf. Paean. Μάρκου)11M. om. VLOA Paean.
rum‣P. Licinius consul contra eum missus est et a rege gravi proelio
praestare voluerunt nisi his condicionibus, ut se et suos senatui et popu-
uno proelio victus mox se dedidit. mater eius et uxor et duo filii, frater
quoque simul in potestatem ‣Romanorum venerunt. ita bello intra XXX
dies perfecto ante cognitum est ‣Gentium victum, quam coeptum bellum
25nuntiaretur.
4et regem om. GF CIMPa2eum codd. (cf. Paean. αὐτῷ) : Perseum Rühl4populo romano dederet G CIMPamarg. Paul. : tempore dederet Paa.c.: prodiderit VL : prodederit O3frater quoque VLOA Paul. : fraterque GF CIMPaante Gentium add. esse CIMPa
7. (1) cum Perseo autem ‣Aemilius Paulus consul III Nonas Septem-
bres dimicavit vicitque eum viginti milibus peditum eius occisis. equi-
tatus cum rege integer fugit.‣Romanorum centum milites amissi sunt.
30ipse rex, cum desereretur ab amicis, venit in ‣Pauli potestatem. (2) sed
lentem ad pedes sibi cadere non permisit et iuxta se in sella conlocavit.
3integer fugit VLOA : interfugit GF CIMPaPaul.2Aemilius Paulus om. VLO
dimidium eorum tributorum praestarent, quae regibus praestitissent, ut
appareret populum Romanum pro aequitate magis quam avaritia dimi-
care. itaque in conventu infinitorum populorum ‣Paulus hoc pronuntiavit
5et legationes multarum gentium, quae ad eum venerant, magnificentis-
sime convivio pavit dicens eiusdem hominis esse debere et bello vince-
re et in convivii apparatu elegantem esse.
2ut appareret om. GF CIMPaa.c.4itaque VLOA Paul. : atque GF CIMPa4infinitorum VLOA Paul. : finitimorum GF CIMPa
8. (1) mox septuaginta civitates ‣Epiri, quae rebellabant, cepit, prae-
10quae inusitatae magnitudinis fuisse traditur, adeo ut sedecim ordines
dicatur habuisse remorum. triumphavit autem magnificentissime in
curru aureo cum duobus filiis utroque latere adstantibus. ducti sunt ante
currum duo regis filii et ipse ‣Perseus XLV annos natus. (2) post eum
15currum ductus est. ad hoc spectaculum reges multarum gentium ‣Romam
Nicomeden senatui commendavit.
6dona om. GF CIMPaa.c.
10. (1) tertium deinde bellum contra ‣Carthaginem suscipitur, sexcen-
Manilio consulibus, anno quinquagesimo primo postquam secundum
25Punicum transactum erat. (2) hi profecti ‣Carthaginemoppugnaverunt.
25expugnaverunt VLOA2omnes] codd. : hostes dub. Santini, duce Paean. (πολεμίοιϲ) : omnes hostes dub. Verdière
habebatur. itaque per eum multa a consulibus prospere gesta sunt neque
vitabant GF CIMPa Paul. : evitabant VLO : dubitabant A6dimicaret Hartel :dimicasset G CIMPa VLO : dimicarat Paul.
fere amicus populi Romani anno vitae nonagesimo septimo mortuus
quadraginta quattuor filiis relictis ‣Scipionem divisorem regni inter filios
suos esse iussit.
12. (1) cum igitur clarum ‣Scipionis nomen esset, iuvenis adhuc
10consul est factus et contra ‣Carthaginemmissus. is eam cepit ac diruit.
spolia ibi inventa, quae variarum civitatum excidiis ‣Carthago collegerat,
sua recognoscebant. ita ‣Carthago septingentesimo anno, quam condita
erat, deleta est. (2) Scipio nomen, quod ‣avus eius acceperat, meruit,
15scilicet ut propter virtutem etiam ‣ipse Africanus, iunior, vocaretur.
10missus VLOA : est missus G CIMPa Paul.
Romanum praetorem ‣P. Iuventium contra se missum ad internicionem
philippum missus est et XXV milibus eius occisis ‣Macedoniam recepit.
20ipsum etiam ‣Pseudophilippum in potestatem suam redegit.
14. (1) Corinthiis quoque bellum indictum est nobilissimae ‣Graeciae
cepit et diruit. (2) tres igitur ‣Romae simul celeberrimi triumphi fuerunt:
25Macedonia, cuius currum praecessit ‣Andriscus, idem qui et
tabulae et alia urbis clarissimae ornamenta praelata sunt.
25idem G CIMPa A Paul. : id est VLO
dicebat, collectis servitiis rebellavit et, cum sedecim milia armatorum
30haberet, ‣a Tremellio quaestore superatus est.
Caepio ad idem bellum missus est, quod quidam ‣Viriathus contra
primo fuit, mox latronum dux, postremo tantos ad bellum populos
interfectores eius praemium ‣aCaepioneconsule peterent, responsum est
numquam ‣Romanis placuisse imperatorem a suis militibus interfici.
2quintus quoque caepio G VLO Paul. : quintus caepio IMPamarg. : quinque caepio C : quintus scipio Paa.c. A (cf. Paean. Ϲκηπίων)2viriathus F I : viriatus G CMPa VLOA Paul.5adversum VLOA2post a add. quinto VLOA2caepione codd. : ϹκιπίωνPaean.3imperatorem GF CIMPa (cf. Paean. τὸν ἡγούμενον) : imperatores VLOA Paul. (cf. Ioh. Ant. fr. 91 Mariev = 137 Roberto ϲτρατηγῶν)
civitas fuit opulentissima, superatus pacem ignobilem fecit. post eum ‣C.
mem, quam populus et senatus iussit infringi atque ipsum ‣Mancinum
hostibus tradi, ut in illo, quem auctorem foederis habebant, iniuriam
Numantinis bis Romani exercitus fuerant subiugati, ‣P. Scipio Africanus
secundo consul factus et ad ‣Numantiam missus est. is primum militem
vitiosum et ignavum exercendo magis quam puniendo sine aliqua
acerbitate correxit, tum multas ‣Hispaniae civitates partim cepit, partim
20in deditionem accepit, postremo ipsam ‣Numantiam diu obsessam fame
confecit et a solo evertit, reliquam provinciam in fidem accepit.
2ignobilem om. GF CIMPaa.c.ante cepit add. bello CIPa7confecit Fp.c.CIMPa : fecit Ga.c.Fa.c. (fecit laborare Gp.c.) : vicit VLOA
heredemque populum Romanum reliquit. ita imperio Romano per
testamentum ‣Asia accessit.
8eodem GF CIMPa VA : eo LO : illo D2heredem G CIMPa
phum egit, quarto decimo anno postquam priorem de Africa egerat.
25etiam om. GF25Vinetus : callecis Ga.c.CMPa Paul. : galatiis I : galliciis Gp.c.S VLO
fuerat. adversus eum missus ‣P. Licinius Crassus infinita regum habuit
5proelio interfectus est. caput ipsius ‣Aristonico oblatum est, corpus
deditionem conpulit. ‣Aristonicus iussu senatus Romae in carcere
Pergamum‣Romam rediens diem obierat.
4Romanos iuvit om. GF CIMPa8Perperna Verheyk, duce Paean. (Περπερνᾶϲ) : perpenna GF CIMPa A Paul. : perpinna VLO
‣in Africa iussu senatus reparata est, quae nunc manet, annis duobus et
viginti postquam ‣a Scipione fuerat eversa. deducti eo sunt cives
15Romani.
3eo sunt VLOA : eo sunt **G : sunt eo CIMPa : sunt Paul.
22.anno sexcentesimo vicesimo septimo ab urbe condita ‣C. Cassius
intulerunt et ‣Arvernorumtunc nobilissimae civitati atque eorum duci
consules ambo triumphaverunt.
3tum VLOA
23.M. Porcio Catone et ‣Q. Marcio Rege consulibus, sexcentesimo
consulibus de ‣Dalmatia triumphatum est.
2tricesimo om. GF C25annoque post M Paul. : post G CPaa.c.: post metellus I : anno V : postquam LO : annoque postquam A
24.ab urbe condita anno sexcentesimo tricesimo quinto‣C. Cato
consul ‣Scordiscis intulit bellum ignominioseque pugnavit.
tricesimo quinto G CIMPa Paul. : XXIIII VLO : XXXIIII A
2alterum ex Thracia hunc transpos. Sylburg, duce Paean. (κατὰ Θρᾳκῶν δὲ ἕτεροϲ) : post die exhibent A Paul. : om. GF CIMPaVLO
psalem,‣Micipsae filios fratres suos reges et populi Romani amicos,
interemisset. missus adversus eum consul ‣Calpurnius Bestia corruptus
regis pecunia pacem cum eo flagitiosissimam fecit, quae a senatu
improbata est. (2) postea contra eundem insequenti anno ‣Sp. Postumius
10Albinus profectus est. is quoque ‣per fratrem ignominiose contra
‣Numidas pugnavit.
4publius LOA : post Paul. : om. rell. codd.4Lucio LOA : om. G CIMPa V Paul. : ΠουβλίουPaean.6reprobata GF CIMPa
27. (1) tertio missus est‣Q. Caecilius Metellus consul. is exercitum
ingenti severitate et moderatione correctum, cum nihil in quemquam
cruentum faceret, ad disciplinam Romanam reduxit. ‣Iugurtham variis
15proeliis vicit, elephantos eius occidit vel cepit, multas civitates ipsius
cepit. et cum iam finem bello positurus esset, successum est ei ‣a C.
midiae cepit belloque terminum posuit capto ‣Iugurtha per quaestorem
qui pro eo ante pugnaverat. (3) a M. Iunio Silano collega ‣Q. Metelli
mox iussu consulis in carcere strangulatus est.
4est om. VLOA Paul.4exercitum – correctum codd. : exercitum ⟨a prioribus ducibus⟩ corruptum i. s. e. m. {correctum} dub. Pirogoff15elephantos VCIMPa Paul. : elephantes G LOA2victi sunt om. GF CIMPa Paul.3acti Droysen : victi GF CIMPa Paul. : subacti VLOA : subacti. acti Rühl2Marium acti sunt A Paul.
iuxta ‣flumen Rhodanum et ingenti internicione etiam castra sua et
5magnam partem exercitus perdiderunt. (2) timor ‣Romae grandis fuit,
quoque ei et quarto delatus est consulatus, quia bellum ‣Cimbricum
10protrahebatur. (4) sed in quarto consulatu collegam habuit ‣Q. Lutatium
Catulum.‣cum Cimbris itaque conflixit et duobus proeliis CC milia
hostium cecidit, LXXX milia cepit et ducem eorum ‣Teutobodum.
propter quod meritum absens quinto consul est factus.
2M. om. VLO2teutonis GF CIMPa Paul. : teutonibus VOA : etheodonibus L2tugurinis GF VOA Paul. (cf. Paean. Τουγούρουϲ) : tigurinis IM : tigurtinis CPa : iugurinis L2punicis bellis VLOAPaul.3venirent VLOA Paul. : redirent GF CIMPa2teutones GF CI : -nas VLO Paul. : -nos MPa3teutobodum VLOA : teutomodum GF CIMPaPaul. : ΤευτόβολονPaean. (-βοδον corr. Haupt)
tum est, sed a ‣Catuli parte felicius. (2) nam proelio, quod simul ambo
gesserunt, CXL milia aut in pugna aut in fuga caesa sunt, LX milia
capta. Romani milites ex utroque exercitu trecenti perierunt. tria et
20reportavit, ‣Catuli exercitus XXXI. is belli finis fuit; triumphus utrique
decretus est.
3. (1) Sex. Iulio Caesare et ‣L. Marcio Philippo consulibus, sexcente-
simo quinquagesimo nono anno ab urbe condita, cum prope alia omnia
25moverunt. qui cum annis numerosis iam populo Romano obedirent, tum
libertatem sibi aequam adserere coeperunt. perniciosum admodum hoc
bellum fuit. (2) P. Rutilius consul in eo occisus est, ‣Caepio nobilis iuve-
2a condita urbe VLOA3titus herennius PaVLOA : titus lucius herennius GF CIM : titus legennius Paul.
entius. (3) a Romanis bene contra eos pugnatum est ‣a C. Mario, qui
Sulla, qui inter alia egregia ita ‣Cluentium hostium ducem cum magnis
copiis fudit, ut ex suis unum amitteret. (4) quadriennio cum gravi tamen
5calamitate hoc bellum tractum est. quinto demum anno finem accepit
per ‣L. Cornelium Sullam consulem, cum antea in eodem bello ipse
multa strenue, sed praetor,egisset.
5quinto demum G CIMPa Paul. : quinto decimo LO(cf. Paean. πεντεκαιδεκάτῳ)4pro praetore CIMPa4egisset F VLOA : egessit Ga.c. : gessit Gp.c. CMPa : gessisset I Paul.
4. (1) anno urbis conditae sexcentesimo sexagesimo secundo pri-
mum ‣Romae bellum civile commotum est, eodem anno etiam Mithrida-
10ticum. causam bello civili ‣C. Marius sexiens consul dedit. (2) nam cum
am occupaverat, mitteretur isque exercitum ‣in Campania paulisper tene-
ret, ut belli socialis, de quo diximus, quod ‣intra Italiam gestum fuerat,
reliquiae tollerentur, ‣Marius adfectavit, ut ipse ad bellum Mithridaticum
15mitteretur. qua re ‣Sulla commotus cum exercitu ad urbem venit. illic
Asiam profectus est.
sexagesimo Paul. : om.GFCMPa VLO : octuagesimo I : quadragesimo A : ἑβδομηκοϲτῷPaean.9L. om. G CIMPa Paul.
que mandavit bellum se ei propter iniurias, quas passus fuerat, inlatu-
25manis et ipse pateretur. (2) quare iratus ‣Cappadociam statim occupavit
et ex ea ‣Ariobarzanen regem et amicum populi Romani fugavit. mox
omnem ‣Asiam litteras misit, ut ubicumque inventi essent cives Romani,
2cum VLOA : in G CIMPa Paul.responsum mithridati est GFPaul. : mithridati responsum est CIMPa : responsum VLOA3ex ea del. Rühl
‣Archelaum ducem suum cum centum et viginti milibus equitum ac
hominesinterficerentur. hac pugna ‣Mithridates cognita septuaginta
10commisit. primo proelio quindecim milia hostium interfecta sunt et
sunt, ‣Archelaus ipse triduo nudus in paludibus latuit. hac re audita
7Achaiae del. Duncker, duce Paean.7aristone codd. (cf. Paean. Ἀρίϲτων) : Aristione Tzschucke3homines om. VLO3interfecti sunt VLOA
legati ‣a rege Mithridate, qui pacem petebant, venissent, non aliter se
daturum ‣Sulla esse respondit, nisi rex relictis his, quae occupaverat, ad
regnum suum redisset. postea tamen ad colloquium ambo venerunt. pax
inter eos ordinata est, ut ‣Sulla ad bellum civile festinans a tergo pericu-
senatu et consulares viros interfecerunt, multos proscripserunt, ipsius
‣Sullae domo eversa filios et uxorem ad fugam conpulerunt. (4) univer-
num dimicavit non longe ‣a Capua. tum sex milia eius cecidit, sex cepit,
CXXIVsuos amisit. inde etiam ad ‣Scipionem se convertit et ante proe-
30lium totum eius exercitum sine sanguine in deditionem accepit.
15et ante Dalmatas transpos.VLOA15Maedos Tzschucke, duce Oudendorp : mesos Pa : medos A : moesos vel metos rell. codd.3rex om. G CIMPaa.c. Paean.4viros om. VLO6CXXIIII GF CIPa : CXXIII VLOA : XXIIII Paul. Paean. (τέϲϲαραϲ καὶ εἴκοϲι)
dimicavit et XV milibus eius occisis CCCC de suis perdidit. mox etiam
5et ad mortem conpulit. rursus pugnam gravissimam habuit contra ‣Lam-
milia hostium in eo proelio contra ‣Sullam fuisse dicuntur. XII milia se
‣Sullae dediderunt, ceteri in acie, in castris, in fuga insatiabili ira victo-
10Siciliam fugit et ibi ‣per Cn. Pompeium interfectus est, quem adulescen-
tem ‣Sulla atque annos unum et viginti natum cognita eius industria
traditis exercitibus praefecerat, ut secundus ‣a Sulla haberetur.
8essent ⟨et⟩Müller8Marius om. GF CMPa3XV G CIMPa Paul. : XX VLO3CCCC G CIMPa : quattuor milia VLOA Paul. (τεϲϲαράκονταPaean.)3etiam VLOA Paul. : et G CIM : etiam et Pa4Marium om. VLO9gnaeus G CIM Paul. : gaius Pa VOA : om. L4traditis LOA (lacunam exhibet V) : tantis Paul. : om. GF CIMPa : traductis dub.Lucarini
Mithridate ingenti gloria triumphavit. ‣Cn. etiam Pompeius, quod nulli
Africa triumphavit. (2) hunc finem habuerunt duo bella funestissima,
Italicum, quod et sociale dictum est, et civile, quae ambo tracta sunt per
20annos decem. consumpserunt autem ultra CL milia hominum, viros
consulares XXIV, praetorios VII, aedilicios LX, senatores fere CC.
4et aedilicios G CIPa
publicam conposuisset, bella nova exarserunt: unum ‣in Hispania, aliud
5ceterorum, qui interempti erant, ad bellum commovit ‣Hispanias. missi
10est. (3) ita duobus ducibus adversis ‣Sertorius fortuna varia saepe
pugnavit. octavo demum anno per suos occisus est et finis ei bello datus
prope ‣Hispaniae in dicionem populi Romani redactae.
6postsolus add. metellus Pamarg.VLOA Paul.2demum G CIMPa : decimo VLOA Paul. Paean.4populi romani CIMPa VLOA Paul. : populo romano GF
2. (1) ad Macedoniam missus est ‣Ap. Claudius post consulatum.
15levia proelia habuit contra varias gentes, quae ‣Rhodopamprovinciam
incolebant, atque ibi morbo mortuus est. (2) missus ei successor ‣C.
Danubium penetravit triumphumque meruit et intra triennium bello
finem dedit.
15rhodopam G CIMPa Paul. : rodopen A : europam VLO
adgressus ad dicionem redegit atque intra triennium bello finem dedit.
primus omnium Romanorum ‣in Tauro iter fecit. revertens triumphum
25accepit et nomen Isaurici meruit.
20consule VLOA Paul. : consulare GF M : consulari CIPa S2is om. G CIMPa V3olympum G CIMPa Paul. : olynthum LOA : om. V3post Corycum gravius interpunxit Wagener3Ciliciae del. Gruner4dicionem Ga.c.F IM LO : deditionem Gp.c. CPa VA Paul.
7gnaeus GF CIMPa7pro consule APaul. :proconsul VLO : om. GF CIMPa
bellum civile voluit commovere; intra unam tamen aestatem motus eius
oppressus est. (2) ita uno tempore multi simul triumphi fuerunt: ‣Metelli
6. (1) anno urbis conditae sexcentesimo septuagesimo sexto, ‣L.
rex ‣Bithyniae; et per testamentum populum Romanum fecit heredem.
10adversus eum ambo consules missi variam habuere fortunam. ‣Cotta
‣apud Chalcedonam victus ab eo acie etiam intra oppidum coactus est et
15obsedit fameque consumpsit et multis proeliis vicit, postremo
‣Byzantium, quae nunc Constantinopolis est, fugavit. navali quoque
ad centum fere milia regis extincta sunt.
4septuagesimo GF CIMPa Paul. : sexagesimo VLOAPaean.3chalcedonam F : calcedonam G CM : macedoniam Pa : alia rell. codd. : Chalcedona Droysen
7. (1) anno urbis Romae sexcentesimo septuagesimo octavo ‣Mace-
subito commotum est. septuaginta enim et quattuor gladiatores duce
am vagantes paene non levius bellum in ea, quam ‣Hannibal moverat,
25paraverunt. nam multis ducibus et duobus simul ‣Romanorum consulibus
victis sexaginta fere milium armatorum exercitum congregaverunt
calamitates ‣Italiae tertio anno bello huic est finis inpositus.
3bellum1 – novum om. Ga.c. : pugnaverat Gs.l.2duce spartaco GF IMPap.c. S A : duces spartaco LO : duces partago Paa.c.: ducibus spartaco Paul.4moverat paraverunt CIPa : moverat paravere VLOA : moverat paraverat Ga.c.(paraverant Gp.c.) : moverunt Paul. : moverat M6septuaginta G6milium Ip.c.M VLOA Paul. : militum G CIa.c.Pa
duces eius oppresserat, persecutus est eum et recepta ‣Paphlagonia atque
nobilissimas cepit. (3) secundo proelio ‣apud Caberam civitatem, quo
5ingentes copias ex omni regno adduxerat ‣Mithridates, cum XXX milia
tes fugatus est, castra eius direpta. ‣Armenia quoque minor, quam tenue-
4amison VLOA : amisson GF Pamarg. : amissas IPaa.c. S : amissos CMnobilissimas G CIMPa Paul. : bellicosissimas VLOACaberam Santini, duce Mariotti : gaveram GF Paul. : graveram CIMPa S : gabiram LOA : gabyra V : ΤάβερανPaean.10Mesopotamiam occupaverat om. GF CIMPa
septem milibus quingentis clibanariis et centum milibus sagittariorum et
15armatorum venientem decem et octo milia militum habens ita vicit, ut
lusreliquerat cum exercitus parte, ut regiones victas et iam ‣Romanorum
tuerentur, neglegenter se et avare agentes occasionem iterum ‣Mithridati
4repetens VLOA Paul. : repentes Ga.c.: repente Gp.c.: repetit CIM3Tzschucke : arzianenae vel arzianen codd.4septem milibus quingentis G CIMPa Paul. : septem quingentis milibus LOA : quattuor quingentis milibus V4centum om. VLO15decem et octo G CIMPa Paul. : XVII VLOA2reliquerat VLOA Paul. : ceperat F CIMPa : om. G2regiones VLOA Paul. : legiones GF CIMPa Scapta nisibi CMPa A Paul. : capta nisibin V : captam sibi I LO : nisibe G
3uscudamam CMPa Paul. : uscuadamam F : uscuadamum G : uscuamadam I : usque adamam VLOA25ad om. GF CIPasuper VLOA
onem cepit belloque confecto ‣Romam rediit. ambo tamen triumphave-
tantorum regnorum victor redisset.
6Callatim Glareanus : callatin VLO : calliton A : calathim GF CIMPa : galat(h)iam Paul.6histrum Paul. : histrium GF CIMPa A : istrum LO : histriam S8lucullus qui codd. : Luculli; is qui Eussner
511. (1) confecto bello ‣Macedonico manente Mithridatico, quod rece-
est. (2) ad id missus ‣Q. Caecilius Metellus ingentibus proeliis intra
insula triumphavit. (3) quo tempore ‣Libya quoque Romano imperio per
10testamentum ‣Appionis, qui rex eius fuerat, accessit; in qua inclutae
2post auxiliis add. multis VLOA
12. (1) dum haec geruntur, piratae omnia maria infestabant ita, ut
‣Romanis toto orbe victoribus sola navigatio tuta non esset; quare id
bellum ‣Cn. Pompeio decretum est. quod intra paucos menses ingenti et
15felicitate et celeritate confecit. (2) mox ei delatum etiam bellum contra
minore nocturno proelio vicit, castra diripuit, quadraginta milia eius
occidit,viginti tantum de exercitu suo perdidit et duos centuriones. (3) Mithridates cum uxore fugit et duobus comitibus. neque multo post,
20cum in suos saeviret, ‣Pharnacis filii sui apud milites seditione ad
mortem coactus venenum hausit. hunc finem habuit ‣Mithridates. periit
autem apud ‣Bosphorum, vir ingentis industriae consiliique. regnavit
annis sexaginta, vixit septuaginta duobus, contra ‣Romanos bellum
habuit annis quadraginta.
4infestabant VLOA Paul. : infesti tenebant GF CIMPa15ei om. GF CIMPa2regem G CIMPa VLOA : reges Paul. : del. Rühl3milia eius occidit G CIMPa V Paul. : milibus eius occisis LOA4viginti G CIMPa Paul. : triginta VLOA20milites G CIM A Q Paul. : multes Pa : militem V : militum LO4autem om. G CIMPaannos VLO
2513.Tigrani deinde ‣Pompeius bellum intulit. ille se ei dedidit et in
suum, cum procubuisset ad genua ‣Pompeii, in manibus ipsius conloca-
vit. quod ei ‣Pompeius reposuit honorificeque eum habitum regni tamen
25dedidit CIMPa Q Paul. : dedit G VLOA2ab artaxata miliario VLOA Q3ipsius CIMPa VLOA Paul. : suis GFei G CIMPa Paul. : et VLO : ei et Asophanene G CIMPa(ϹωφανήνηνPaean.) : sofene Paul. : sofine VLOA
daret, quia bellum sine causa ‣Romanis commovisset.
6argenti ⟨indicta⟩Rühl
14. (1) Pompeius mox etiam ‣Albanis bellum intulit et eorum regem
‣Orodenter vicit, postremo per epistulas ac munera rogatus veniam ei ac
spatiosior fieret, delectatus loci amoenitate et aquarum abundantia. inde
cepit, XII milibus ‣Iudaeorum occisis, ceteris in fidem acceptis. his
2oroden ter G CIMPa : orodentem VLOA : prudenter vel prodenter Paul.5artacen CIMPa LO Paul. : artacon GF : ἈρϲάκηνIoh. Ant. fr. 101 Mariev = 148 Roberto: om. V3lucus ibi CIMPa S : lucius sibi G : locus ibi VLOA Q Paul. (cf. Paean. ὡϲ ἂν ἀφθονωτέρῳ χρῷντο τῷ χωρίῳ) : loco sibi D4loci codd. : luci legisse videtur Paean. (ἄλϲουϲ)est om. VLOA D
urbe condita sexcentesimo octogesimo nono, ‣L. Sergius Catilina, nobi-
lissimi generis vir, sed ingenii pravissimi, ad delendam patriam coniura-
20expulsus est. socii eius deprehensi in carcere strangulati sunt, ab ‣Anto-
nio altero consule ‣Catilina ipse victus proelio est et interfectus.
8gaio VLOA : gnaeo GF CIPa Paul.8ab urbe condita CIMPa VLOA Q: urbis conditae GF Paul.2octogesimo CIPa VA Paul. Paean. : nonagesimo GF : septuagesimo LO
16.sexcentesimo nonagesimo anno urbis conditae,‣D. Iunio Silano et
bello piratico et Mithridatico. nulla umquam pompa triumphi similis
7urbis conditae GF CIMPa Paul. : ab urbe condita LOA2de2om. VLOA3⟨huius⟩vel⟨Pompei⟩triumphi EussnerAristobulus Vinetus : aristobolus codd. : ἈριϲτοβούλουPaean.et om. G Pa LOA
argenti infinitum pondus. hoc tempore nullum per orbem terrarum grave
6infinitum pondus VLOA : pondus infinitum CIMPa : infinitum G Q Paul.
17. (1) anno urbis conditae sexcentesimo nonagesimo tertio ‣C. Iulius
Caesar, qui postea imperavit, cum ‣L. Bibulo consul est factus; decreta
gravissima usque ‣ad Oceanum Britannicum processit. (3) domuit autem
dem ‣Romanorum cognitum erat; eos quoque victos obsidibus acceptis
stipendiarios fecit. ‣Galliae autem tributi nomine annuum imperavit
15nos semel praesens et absens in ‣Germania bis; nam legati eius duo
8gaius Pa VLOA Paul. : gnaeus G CIM5primos G CIMPa Paul. : primus VLO DQ : primum A (cf. Paean. πρῶτον)3centena Paul. : sescentena G : sescenta F : DCCIMPa : centum LOA DQ : om. Veos quoque G CIPa VA Q Paul. : et eos quoque LO : eosque D7sestertium codd. : stipendium Duncker : ⟨stipendium⟩ sestertium dub. Rühlaurunculeius G CIMPa Q Paul. : arunculeius S VLO : arunculenus A
18. (1) circa eadem tempora anno urbis conditae sexcentesimo nona-
postremum interfectus est ‣cum filio clarissimo et praestantissimo iuve-
ne. (2) reliquiae exercitus ‣per C. Cassium quaestorem servatae sunt, qui
singulari animo perditas res tanta virtute restituit, ut ‣Persas rediens trans
‣Euphraten crebris proeliis vinceret.
2519. (1) hinc iam bellum civile successit exsecrandum et lacrimabile,
quo praeter calamitates, quae in proeliis acciderunt, etiam populi Roma-
ni fortuna mutata est. (2) Caesar enim rediens ‣ex Gallia victor coepit
poscere alterum consulatum atque ita, ut sine dubietate aliqua ei defer-
30ne iussusque dimissis exercitibus ad urbem redire. propter quam iniuri-
am ‣ab Arimino, ubi milites congregatos habebat, adversum patriam cum
exercitu venit. (3) consules ‣cum Pompeio senatusque omnis atque uni-
5paravit.
20. (1) Caesar vacuam urbem ingressus dictatorem se fecit, inde
10proelio victus est et fugatus, evasit tamen, quia nocte interveniente
Palaeopharsalum productis utrimque ingentibus copiis dimicaverunt.
Pompei acies habuit XL milia peditum, equites in sinistro cornu
15sexcentos, in dextro quingentos, praeterea totius ‣Orientis auxilia, totam
nobilitatem, innumeros senatores, praetorios, consulares et qui
magnorum iam bellorum victores fuissent. ‣Caesar in acie sua habuit
peditum non integra XXX milia, equites mille.
2regressus VLOA D Paul. : reversus G CIMPa2Vinetus : paleopharsalum S : palaeofarsalum Ip.c. : paleofarsacum G CIa.c.MPa Paul. : palcofarsacum LO : palofarsacum A3pompei G CIMPa VLOA : pompeia DPaul.15sexcentos G CIMPa Paul. : mille VLOA15in dextro om. VLO6bellorum G CIMPa Paul. : populorum LOA7non om. VLOA Paean.
21. (1) numquam adhuc Romanae copiae in unum neque maiores
20neque melioribus ducibus convenerant totum terrarum orbem facile
subacturae, si contra barbaros ducerentur. (2) pugnatum tamen est
ingenti contentione victusque ad postremum Pompeius et castra eius
tutor a senatu datus fuerat propter iuvenilem eius aetatem, acciperet
25auxilia. qui fortunam magis quam amicitiam secutus occidit ‣Pompeium,
mas fudisse dicitur, tanti viri intuens caput et generi quondam sui.
3tamen codd. : tum Hartel, duce Ioh. Ant. fr. 103, 8 Mariev = 150,1, 56 Roberto (τότε δ᾽οὖν)25qui om. VLOA4etiam om. VLOA
5fuerat, rebellantem ‣in Ponto et multas populi Romani provincias
occupantem vicit acie, postea ad mortem coegit.
4in auxilio VLOA DQ : in auxilium CIMPa Paul. : auxilium G : auxilio Santini6vicit acie G CIMPa Paul. : provocati V : pervicacie LO : vicit in acie A
Aemilio Lepido, qui et magister equitum ‣dictatori ante annum fuerat.
Cornelius Faustus,‣Sullae dictatoris filius. (3) contra hos commisso
2et – dictatori A : ei m. e. dictatori Ip.c. Paul. : ei m. e. et dictator GF CIa.c.MPa : et m. e. dictator VLO3varus G CIMPa Paul. : varrus V : varro LOA Paean. (Βάρρων)4contra hos om. GF
‣Sex. Pompeius ingens bellum praeparaverant. multa proelia fuerunt,
ut fugientibus suis se voluerit occidere, ne post tantam rei militaris
gloriam in potestatem adulescentium natus annos sex et quinquaginta
veniret. denique reparatis suis vicit. ex Pompeii filiis‣maior occisus est,
‣minor fugit.
2est om. G CIMPa3praeparaverant VLOA Paul. : praeparaverunt G Q : reparaverant MPa : reparaverunt C : pompei magni erant inter eos ergo I in rasura7reparatis codd. : revocatis Hartel (cf. Ioh. Ant. fr. 103, 12 Mariev = 150,1, 115 ἀνακαλεϲάμενοϲ)7ex LOA Paul. : et G CIMPaa.c.7filiis LOA Paul. : filius G CIMPa D : filii V
agere insolentius coepit et contra consuetudinem Romanae libertatis.
cum ergo et honores ex sua voluntate praestaret, qui a populo antea
deferebantur, nec senatui ad se venienti adsurgeret aliaque regia et
4deferebantur CIMPa VLOA : referebantur Paul. : adferebantur G
senatoribus equitibusque Romanis. praecipui fuerunt inter coniuratos
5inter ceteros venisset ad curiam, tribus et viginti vulneribus confossus
est.
7eius genere Shackleton Bailey8gaius VLOA Paul. : gnaeus G : gener CIa.c.MPa
1. (1) anno urbis septingentesimo fere ac nono, interfecto ‣Caesare,
civilia bella reparata sunt. percussoribus enim ‣Caesaris senatus favebat,
10batur. ergo turbata re publica multa ‣Antonius scelera committens a se-
natu hostis iudicatus est. (2) missi ad eum persequendum duo consules,
‣Caesaris nepos, quem ille testamento heredem reliquerat et nomen suum
ferre iusserat (hic est qui postea ‣Augustus est dictus et rerum potitus).
15quare profecti contra ‣Antonium tres duces vicerunt eum. evenit tamen
ut victores consules ambo morerentur. quare tres exercitus uni ‣Caesari
Augusto paruerunt.
3civili bello G CIMPa10publica om. VLOest om. VLOA2octavius G3testamento G CIMPa Paul. : per testamentum LOA : testamentum V
‣Caesaris magister equitum fuerat et tum militum copias grandes
testamentum fuerat adoptatus, ‣Romam cum exercitu profectus extorsit,
ut sibi vicesimo anno consulatus daretur. (2) senatum proscripsit, ‣cum
Antonio ac ‣Lepidorem publicam armis tenere coepit. per hos etiam
25‣Cicero orator occisus est multique alii nobiles.
20post Caesar add. octavianus D20pacem post Antonio transpos. VLOAprofectus est G VLOA2et rem VLO DQ
quos occupaverant. profecti sunt igitur contra eos ‣Caesar Octavianus
pidus. (2) apud Philippos ‣Macedoniaeurbem contra eos pugnaverunt.
gesserat, victam interfecerunt. (3) ac sic inter eos divisa est res publica,
occisus.
3occupaverunt GF CIMPa3sunt om. G CIMPa4marcus G CIMPa Paul. : magnificus VLOA4victam interfecerunt om. GF CIMPaa.c.10perusiam G CIMPa
15pax om. GF
3pacorum G CIMPa : parthorum LOA Q : pastorum V D Paul.
6. (1) interim ‣Pompeius pacem rupit et navali proelio victus fugiens
duxit uxorem. (2) contra ‣Persas etiam ipse pugnavit. primis eos proeliis
25vicit, regrediens tamen fame et pestilentia laboravit et, cum instarent
‣Parthi fugienti, ipse pro victo recessit.
3ipse – recessit D Paul. (ὡϲανεὶ ἡττημένῳPaean.) : ipsi pro vico recessit LO : ipse pro vita recessit V : ipsi pro victoria cessit A : ipsis pro victoria cessit GF CIMPa
30qua LOA Paul. : quo GF CIMPa V30cum G CIMPa Paul. : quod V : om. LOA
stum imperio Romano adiecta est praepositusque ei ‣C. Cornelius Gal-
lus; hunc primum ‣Aegyptus Romanum iudicem habuit.
transirent G CIMPa Paul. : transierunt LOA : transierint V7gaius OA : gnaeus GF CIMPa VL Paul.
rediit, duodecimo anno quam consul fuerat. (2) ex eo rem publicam per
quadraginta et quattuor annos solus obtinuit; ante enim duodecim annis
ad finem quinquaginta et sex anni fuerunt. (4) obiit autem septuagesimo
campo Martio sepultus, vir qui non inmerito ex maxima parte deo simi-
lis est putatus. neque enim facile ullus eo aut in bellis felicior fuit aut in
pace moderatior. quadraginta et quattuor annis, quibus solus gessit im-
perium, civilissime vixit, in cunctos liberalissimus, in amicos fidissi-
15mus, quos tantis evexit honoribus, ut paene aequaret fastigio suo.
10atella DPaean. (Ἀτέλλῃ) : variant rell. codd. : Nola dub. Oudendorp3maxima G CIMPa Paul. : maiore V DQ : maiori LOA6fidissimus G CMPa VLOA : fidelissimus I DQ Paul.
9.nullo tempore ante eum magis Romana res floruit; nam exceptis
civilibus bellis, in quibus invictus fuit, Romano adiecit imperio ‣Aegyp-
ingentes copias cecidit, ipsos quoque ‣trans Albimfluvium summovit,
privignum suum administravit (sicut ‣per Tiberium privignum alterum
obsides, quod nulli antea, ‣Persae ei dederunt. reddiderunt etiam signa
Romana, quae ‣Crasso victo ademerant.
3tunc VL Paul. : tum G CIMPa OA Q4Salassos Schoonhoven : calas(s)os G CIMPa VLOA Paean. (Κάλαϲϲοϲ) : talassos Paul.6panticapaeum LOA Paean. (Παντικάπαιον) : panticapetum V : ante- vel anticapeum G CIMPa : ponti cappadocem Pamarg.Paul.6⟨multis⟩proeliis Eussner, duce Paean. (μάχαιϲπολλαῖϲ)7albim CPa : alvem GF Paul. : albam LOA9sicut – Pannonicum parenthesin esse censui25XL Q Paean. (τεϲϲαράκοντα χιλιάδεϲ), cf. Suet. Tib. 9,2 : quadringenta G CIMPa A Paul. : LXX V : LXCC L : CCLX O
fuerat, munera et legatos ad eum miserunt. (2) Galatia quoque sub hoc
provincia facta est, cum antea regnum fuisset, primusque eam ‣M.
Lollius pro praetore administravit. (3) tanto autem amore etiam apud
5barbaros fuit, ut reges populi Romani amici in honorem eius conderent
‣in Palaestina, quae nunc urbs est clarissima. (4) multi autem reges ex
regnis suis venerunt, ut ei obsequerentur, et habitu Romano, togati
scilicet, ad vehiculum vel equum ipsius cucurrerunt. (5) moriens divus
10appellatus. rem publicam beatissimam ‣Tiberio successori reliquit, qui
privignus ei, mox gener, postremo adoptione filius fuerat.
11. (1) Tiberius ingenti socordia imperium gessit, gravi crudelitate,
scelesta avaritia, turpi libidine. nam nusquam ipse pugnavit, bella per
legatos gessit suos. (2) quosdam reges ad se per blanditias evocatos
regnum in provinciae formam redegit et maximam ‣civitatem appellari
nomine suo iussit, quae nunc Caesarea dicitur, cum Mazaca antea
vocaretur. hic tertio et vicesimo imperii anno, aetatis septuagesimo
octavo, ingenti omnium gaudio mortuus est ‣in Campania.
4ante Tiberius add. gaius GF, sunt Ia.c., sed Ip.c. (cf. Paean. ἀλλὰ)3blanditias GF LOA Paul. : blanditiam CIMPa4nunc om. GF
et ingressus ‣Suebiam nihil strenue fecit. (3) stupra sororibus intulit, ex
una etiam natam filiam cognovit. (4) cum adversum cunctos ingenti
25avaritia, libidine, crudelitate saeviret, interfectus ‣in palatio est anno
aetatis vicesimo nono, imperii tertio, mense decimo dieque octavo.
2natam del. Rühl2cognovit codd. : agnovit Merula3dieque LOA Q Paul. : die G CIMPa
crudeliter et insulse. (2) Britanniae intulit bellum,quam nullus ‣Romano-
nomen inposuit. (4) tam civilis autem circa quosdam amicos extitit, ut
egregie fecerat, triumphantem ‣ipse prosequeretur et conscendenti
‣Capitolium laevus incederet. (5) is vixit annos IV et LX, imperavit XIV.
10post mortem consecratus est divusque appellatus.
4insulse G CIMPa Paul. : insule LOA Q4britanniae intulit bellum AQ : brittanis intulit bellum CIMPa LO Paul. : bellum brittanis intulit GF4quam G LOA : quos CIMPa : quo Paul.2gaium G CIMPa Paul. : iulium LOA3britannias G CIMPa Paul. : britanniam LOA Q4IV et LX G CIMPa Paul. : LXIII LOA
Romanum imperium et deformavit et diminuit, inusitatae luxuriae
sumptuumque, ut qui exemplo ‣C. Caligulae in calidis et frigidis lavaret
unguentis, retibus aureis piscaretur, quae blattinis funibus extrahebat.
15infinitam senatus partem interfecit, bonis omnibus hostis fuit. (2) ad
postremum se tanto dedecore prostituit, ut et saltaret et cantaret in
scaena citharoedico habitu vel tragico. (3) parricidia multa commisit
fratre, uxore, ⟨sorore,⟩matre interfectis. ‣urbem Romam incendit, ut
spectaculi eius imaginem cerneret, quali olim ‣Troia capta arserat. (4) in
20re militari nihil omnino ausus ‣Britanniam paene amisit. nam duo sub eo
sustulerunt legionesque Romanas sub iugum miserunt. (5) duae tamen
sub eo provinciae factae sunt, ‣Pontus Polemoniacus concedente rege
2deformavit et diminuit LOA (cf. Paean.κατῄϲχυνε καὶ ... ἐμείωϲε) : deformavit et minuit Paul. : deformavit G CIMPaa.c.4aureis G CIMPa Paul. : variis LOA15omnibus G CIMPa Paul. : hominibus LOA2prostituit G I LOA Paul. : prostravit CMPa S2sorore add. Duncker, duce Paean. (καὶ τὴν ἀδελφὴν)3illic capta LOA Q
2515. (1) per haec Romano orbi execrabilis ab omnibus simul
destitutus est et a senatu hostis iudicatus; cum quaereretur ad poenam,
quae poena erat talis ut nudus per publicum ductus furca capiti eius
inserta virgis usque ad mortem caederetur atque ita praecipitaretur ‣a
25simulque LOA3capite LO Paul.4a GVLOA Paul. : e F CMPa : ex Iliberti LOA : se liberti G CIMPa Paul.est om. GF CIMPa
et ‣Nomentanam viam ad quartum urbis miliarium, se interfecit. (2) aedi-
anae appellantur. (3) obiit tricesimo et altero aetatis anno, imperii quarto
decimo, atque in eo omnis ‣Augusti familia consumpta est.
6se interfecit G CIMPaPaul. : interfectus est LOA6is aedificavit LOA2dictae om.LOA3tricesimo et altero G CIMPa LOA : XXXI Paul. Paean.
516. (1) huic‣Ser.Galba successit, antiquissimae nobilitatis senator,
cum septuagesimum et tertium annum ageret aetatis, ‣ab Hispanis et
‣Gallis imperator electus, mox ab universo exercitu libenter acceptus. (2) nam privata eius vita insignis fuerat militaribus et civilibus rebus; saepe
consul, saepe pro consule, frequenter dux in gravissimis bellis. huius
10breve imperium fuit et quod bona haberet exordia, nisi ad severitatem
sunt Aurelia via non longe ‣ab urbe Roma.
5servius CIMPa Paul. : servilius LOA S : servilis G3probata G3vita om. Ga.c.F (virtute Gp.c.)3saepe consul om. G2proconsul GF IM
17. (1) Otho occiso ‣Galba invasit imperium, materno genere nobilior
15quam paterno, neutro tamen obscuro. (2) in privata vita mollis et ‣Neroni
familiaris, in imperio documentum sui non potuit ostendere. (3) nam
factus esset a Germanicianis exercitibus imperator, bello contra eum
20tes tamen copias ad bellum haberet, sponte semet occidit. petentibus
militibus, ne tam cito de belli desperaret eventu, cum tanti se non esse
dixisset, ut propter eum bellum civile moveretur, voluntaria morte obiit
tricesimo et octavo aetatis anno, nonagesimo et quinto imperii die.
4lucius otho GF Paul.15et Neroni familiaris om. G CIMPa4esset ingentes GF CIMPa Paul. : esset cum plures LOA (cf. Paean. πλείονοϲ) : est et, cum plures Duncker (deleto cum ante apud)20semet ipsum LOA20et petentibus G CIMPa8nonagesimo et quinto G CIMPa Paul. : XXV LOA
18. (1) dein ‣Vitellius imperio potitusest, familia honorata magis
25quam nobili. nam pater eius non admodum clare natus tres tamen ordi-
narios gesserat consulatus. (2) hic cum multo dedecore imperavit et gra-
vi saevitia notabilis, praecipue ingluvie et voracitate, quippe cum de die
saepe quarto vel quinto feratur epulatus. (3) notissima certe cena memo-
9imperio potitus CIMPa A Paul. : imperii potitus LO : in imperio positus G9est LOA Paul. : et G : ex CIMPa
(4) hic cum ‣Neroni similis esse vellet atque id adeo prae se ferret, ut
etiam exequias ‣Neronis, quae humiliter sepultae fuerant, honoraret, a
5ni imperatoris fratre, quem ‣cum Capitolio incendit. (5) interfectus autem
est magno dedecore: tractus ‣per urbem Romam publice, nudus, erecto
coma capite et subiecto ad mentum gladio stercore in vultum et pectus
ab omnibus obviis adpetitus, postremo iugulatus et ‣in Tiberim deiectus,
etiam communi caruit sepultura. (6) periit autem aetatis anno septimo et
10quinquagesimo, imperii mense octavo et die uno.
3duo milia codd. : διϲμυρίουϲ Paean.4id – ferret Paul. : id adeo se praeferret Q : id adeo per se ferret LO : adeo se praeferret A : ideo se praeferret G CI Patext. (id adeo Pamarg.) : se praeferret M2magno dedecore CIMPa Paul. : dedecore G : et cum magno dedecore LOA3capitis CIMPa S3in vultum G CIMPa : involutum LO : in vultu A : involuto Paul.
tor, princeps obscure quidem natus, sed optimis conparandus, privata
missus tricies et bis cum hoste conflixerit, duas validissimas gentes,
adiecerit. (2) Romae se in imperio moderatissime gessit. pecuniae tan-
tum avidior fuit, ita ut eam nulli iniuste auferret. quam cum omni dili-
gentiae provisione colligeret, tamen studiosissime largiebatur, praecipue
indigentibus. nec facile ante eum cuiusquam principis vel maior est
20liberalitas comperta vel iustior. placidissimae lenitatis, ut qui maiestatis
quoque contra se reos non facile punierit ultra exilii poenam. (3) sub
25‣Commagenen, quae sub regibus amicis egerant, in provinciarum
formam redegit.
3apud Palaestinam LOA Paul. : palaestinae G CIMPa6punierit G IMPa Paul. : punieret LOA
20. (1) offensarum et inimicitiarum ‣inmemor fuit, convicia a
causidicis et philosophis in se dicta leviter tulit, diligens tamen coercitor
30per haec cum senatui, populo, postremo cunctis amabilis ac iucundus
et om.G LOA30et populo G IMPa A
‣habuit, ut, cum multae contra eum coniurationes fierent, quas patefactas
ingenti dissimulatione contempsit, in senatu dixerit aut ‣filios sibi
5successuros aut neminem.
4agens aetatis L Paul. : aetatis agens OA : agens G MPa : habens I5successuros G Ip.c. LOA Paul. : successores CIa.c.MPa
21. (1) huic‣Titus filius successit, qui et ipse Vespasianus est dictus,
vir omnium virtutum genere mirabilis adeo, ut „amor et deliciae humani
generis“ (Suet. Tit. 1) diceretur, facundissimus, bellicosissimus, mode-
ratissimus. causas Latine egit, poemata et tragoedias Graece conposuit.
10(2) in oppugnatione ‣Hierosolymorum sub patre militans duodecim pro-
tis in imperio fuit, ut nullum omnino puniret, convictos adversum se
coniurationis dimiserit et in eadem familiaritate quam antea habuerit.
(3) facilitatis et liberalitatis tantae fuit, ut, cum nulli quicquam negaret
15et ab amicis reprehenderetur, responderit nullum tristem debere ab
imperatore discedere; praeterea, cum quadam die in cena recordatus
fuisset nihil se illo die cuiquam praestitisse, ‣dixerit: „amici, hodie diem
que milia ferarum in dedicatione eius occidit.
3moderatissimus om. GF CIMPa10hierosolymorum Paul. : -arum rell. codd.3puniret codd. : punierit Hartel3sese G CIPa4dimiserit CIMPa LOA : redemissent G : dimisit Paul. et dimiserit F4quam G Paul. : qua CIMPa LOA4habuerit G CIMPa Paul. : habuerat receperit LOAet liberalitatis om. GF CIMPa4cuiquam CIMPa LOA : quicquam GF Paul.
2022. (1) per haec inusitato favore dilectus morbo ‣periit in ea, qua
erat factus, aetatis anno altero et quadragesimo. (2) tantus luctus eo
mortuo publicus fuit, ut omnes tamquam in propria doluerint orbitate.
senatus obitu ipsius circa vesperam nuntiato nocte inrupit in curiam et
25tantas ei mortuo laudes gratiasque congessit, quantas nec vivo umquam
egerat nec praesenti. ‣inter divos relatus est.
3altero et quadragesimo G CIMPa Paul. : XLII LOA : ἑνὸϲ πρὸϲ τοῖϲ τεϲϲαράκονταPaean.
dominum se et deum primus appellari ‣iussit. nullam sibi nisi auream et
argenteam statuam ‣in Capitolio passus est poni. (3) consobrinos suos in-
terfecit. superbia quoque in eo execrabilis fuit. (4) expeditiones quattuor
solam lauream usurpavit. multas tamen calamitates isdem bellis passus
usSabinus consularis et ‣Cornelius Fuscus praefectus praetorio cum ma-
10gnis exercitibus occisi sunt. (5) Romae quoque multa opera fecit, in his
peum et ‣stadium. (6) verum cum ob scelera universis exosus esse
quadragesimo quinto, imperii quinto decimo. funus eius ingenti dedeco-
15re per vespillones exportatum et ignobiliter est sepultum.
3poni ante passus est transpos. LOA Q5cattos G CIMPa Paul. : gothos vel gothios LOA3cattisque G CIMPa Paul. : gothis quidem LO : gothisque Aoppius Q Paul. : appium G : appius CIMPa : ulpius LOA2isium S LOA Q Paul. Paean. (Ἴϲιον)2serapium Q Paean. (Ϲεράπιον)3quadragesimo Schoonhoven (cf. Paean. τεϲϲαρακοϲτῷ) : tricesimo codd. (cf. Ioh. Ant. fr. 134 Mariev = 190,1 Roberto εʹ καὶ λʹ γεγονὼϲ ἔτη)
1. (1) anno octingentesimo et quinquagesimo ab urbe condita, ‣Vetere
et ‣Valente consulibus, res publica ad prosperrimum statum rediit bonis
principibus ingenti felicitate commissa. ‣Domitiano enim exitiabili
tyranno ‣Nerva successit, vir in privata vita moderatus et strenuus,
20nobilitatis mediae; qui senex admodum operam dante ‣Petronio Secundo
factus. aequissimum se et civilissimum praebuit. (2) rei publicae divina
6praetorio om. LOA7et civilissimum om. LOA
annum et quattuor menses imperii sui ac dies octo, aetatis septuagesimo
et altero anno, atque ‣inter divos relatus est.
3septuagesimo et altero G CIMPa Paul. : XXII LO : ἑνὶ καὶ ἑβδομηκοϲτῷPaean.
nia, familia antiqua magis quam clara. nam pater eius primum consul
cam ita administravit, ut omnibus principibus merito praeferatur, inusi-
tatae civilitatis et fortitudinis. (2) Romani imperii, quod ‣post Augustum
defensum magis fuerat quam nobiliter ampliatum, fines longe lateque
10victo subegit, provincia ‣trans Danubium facta in his agris, quos nunc
passuum in circuitu tenuit.
2nam om. GF4⟨vir⟩inusitatae Hartelfortitudinis ⟨fuit⟩Schoonhoven3praeparavit GF CIMPa3decibalo GF CIMPa Paul. (ΔεκίβαλλονPaean.) : decebalo S LOA
provinciae formam redegit. ‣in mari rubro classem instituit, ut per eam
‣Indiae fines vastaret.
7parthomasiri LOA, variant rell. codd.4anthemusium codd. : Ἀνθεμουϲίαν Paean.
4.gloriam tamen militarem civilitate et moderatione superavit ‣Ro-
mae et per provincias aequalem se omnibus exhibens, amicos salutandi
25causa frequentans vel aegrotantes vel cum festos dies habuissent,
convivia cum isdem indiscreta vicissim habens, saepe in vehiculis
eorum sedens, nullum senatorum laedens, nihil iniustum ad augendum
fiscum agens, liberalis in cunctos, publice privatimque ditans omnes et
honoribus augens, quos vel mediocri familiaritate cognovisset, ⟨per⟩
30orbem terrarum aedificans multa, inmunitates civitatibus tribuens, nihil
non tranquillum et placidum agens, adeo ut omni eius aetate unus
senatorum VLOA Paul. : senatorem G CMPa : senator Ia.c.7⟨per⟩ orbem t. a. multa Eussner : orbem t. a. multa codd. : ⟨urbes⟩ orbe t. a. multas dub. Mommsen
senator damnatus sit atque is tamen per senatum ignorante ‣Traiano. ob
haec per orbem terrarum deo proximus nihil non venerationis meruit et
vivus et mortuus.
5. (1) inter alia dicta hoc ipsius fertur egregium: amicis enim culpan-
5tibus, quod nimium circa omnes communis esset, ‣respondit talem se im-
peratorem esse privatis, quales esse sibi imperatores privatus optasset.
(2) post ingentem igitur gloriam belli domique quaesitam ‣e Perside
autem aetatis anno sexagesimo tertio, mense nono, die quarto, imperii
10nono decimo, mense sexto, die quinto decimo. ‣inter divos relatus est.
foro, quod aedificavit, sub ‣columna posita sunt, cuius altitudo CXLIV
pedes habet. (3) huius tantum memoriae delatum est, ut usque ad
nostram aetatem non aliter in senatu principibus adclametur nisi
ut vel adsentantibus vel vere laudantibus occasionem magnificentissimi
praestet exempli.
10nono PaLOA : uno GF Paul. : primo CIM Ssolus G Paul. : et solus LOA Q : solusque IMPa6CXLIV G CIMPa S LO Q (cf. Paean. τεϲϲαράκοντα καὶ τεϲϲάρων) : CLXIIII A : CXL Paul. (cf. Cassiod. chron. 766)4vel vere laudantibus Q Paul. : vel re vel laudantibus G : vel laudantibus CIMPa A : om. LO
gloriae invidens statim provincias tres reliquit, quas ‣Traianus addiderat,
25deterruerunt, ne multi cives Romani barbaris traderentur, propterea quia
transtulerat ad agros et urbes colendas. ‣Dacia enim diuturno bello
‣Decibali viris fuerat exhausta.
7. (1) pacem tamen omni imperii sui tempore habuit, semel tantum
30per praesidem dimicavit. (2) orbem Romanum circumiit. multa aedi-
magnam clementiae gloriam habuit, diligentissimus tamen circa aera-
imperii anno vicesimo primo, mense decimo, die vicesimo nono.
5senatus ei tribuere noluit divinos honores, tamen cum successor ‣ipsius
‣T. Aurelius AntoninusFulvius hoc vehementer exigeret et universi
senatores palam resisterent, tandem obtinuit.
2die – nono die vicesimo nono Schoonhoven : die viginti novem LOA : die vicesimo GF CIPa Paul. : die nono Q(cf. Paean. ἡμέραϲ ἐννέα)4antoninus G cum Pauli cod. Perusino H 75 : antonius rell. codd.4universi codd. : diversi dub. Dunker
etiam Pius nominatus, genere claro, sed non admodum vetere, vir insi-
aequetur. (2) vixit ingenti honestate privatus, maiore in imperio, nulli
acerbus, cunctis benignus, in re militari moderata gloria, defendere ma-
gis provincias quam amplificare studens, viros aequissimos ad admini-
strandam rem publicam quaerens, bonis honorem habens, inprobos sine
15aliqua acerbitate detestans, regibus amicis venerabilis non minus quam
terribilis, adeo ut barbarorum plurimae nationes depositis armis ad eum
controversias suas litesque deferrent sententiaeque parerent. (3) hic ante
imperium ditissimus opes quidem omnes suas stipendiis militum et
circa amicos liberalitatibus minuit, verum aerarium opulentum reliquit.
miliario ‣ab urbe duodecimo, vitae anno septuagesimo tertio, imperii
vicesimo tertio, atque ‣inter divos relatus est et merito consecratus.
6Titus Sylburg : marcus codd. (om. I et Paean.)4maiore G CIMPa LOA : maior Paul. (cf. Suda α 2762 καὶ κατὰ τὴν ἡγεμονίαν ἀμείνων ἔδοξεν εἶναι)6plurimae Ip.c. LOA Paul. : primae GF CIa.c.MPa7sententiaeque parerent om. LOA2tertio G CIMPa : octavo LOA : septimo Paul.3divos CIMPa LOA : deos GF cum nonnullis Pauli codd.
9. (1) post hunc imperavit ‣M. Antoninus Verus haud dubie nobilissi-
25tino rege penderet, et cum eo ‣L. Annius Antoninus Verus. (2) tumque
primum Romana res publica duobus aequo iure imperium administran-
tibus paruit, cum usque ad eum singulos semper habuisset Augustos.
4verus APaul. Paean. (Οὔηροϲ) : servus LO : om. G CIMPa2a Numa Pompilio materna om. G CIMPa25Annius om. GF Paean.25verus CIMPa LOA : severus GF Paul.25tumque LOA Q Paul. : tuncque G CIMPa
Faustinam iuniorem, consobrinam suam. (2) hi bellum ‣contra Parthos
nobilissimam cum quadringentis milibus hominum cepit; ‣Parthicum
triumphum revexit. ‣cum fratre eodemque socero triumphavit. (3) obiit
‣cum fratre in vehiculo sederet, subito sanguine ictus, casu morbi, quem
‣Graeci apoplexin vocant. (4) vir ingenii parum civilis, reverentia tamen
‣fratris nihil umquam atrox ausus. cum obisset undecimo imperii anno,
‣inter deos relatus est.
3autem om. LOA3galeriam G CIM Paul. caleariam Pa : valeriam LOA4suos om. Ι LOA
1511. (1) post eum‣M. Antoninus solus rem publicam tenuit, vir quem
mirari facilius quis quam laudare possit. a principio vitae tranquillissi-
mus, adeo ut ex infantia quoque vultum nec ex gaudio nec ex maerore
mutaverit. philosophiae deditus Stoicae, ipse etiam non solum vitae mo-
ribus, sed etiam eruditione philosophus. (2) tantae admirationis adhuc
20iuvenis, ut eum successorem paraverit ‣Hadrianus relinquere, adoptato
tamen ‣Antonino Pio generum ei idcirco esse voluerit, ut hoc ordine ad
imperium perveniret.
2a om. GF3ex1GF CIMPa : in LOA : ab Paul.
12. (1) institutus est ad philosophiam ‣per Apollonium Chalcedoni-
25nepotem, Latinas autem eum litteras ‣Fronto orator nobilissimus docuit.
est imperii fastigio, liberalitatis promptissimae. (2) provincias ingenti
benignitate et moderatione tractavit. ‣contra Germanos eo principe res
30quantum nulla memoria fuit, adeo ut ‣Punicis conferatur. nam eo gravius
2⟨Sextum⟩ Chaeronensem Egnatius25eum om. Gest om. G CIMPa2et om. G CMPaa.c. Paul.30nam eo Paul. Pap.c.: nam et Q : nam GF CIMPaa.c. : quod ergo LOA
tantus casus pestilentiae fuit, ut post victoriam Persicam Romae ac per
Italiam provinciasque maxima hominum pars, militum omnes fere
copiae languore defecerint.
perierant CIMPa Paul. : pergent G : perierunt LOA
513. (1) ingenti ergo labore et moderatione, cum ‣apud Carnuntum iugi
triennio perseverasset, bellum ‣Marcomannicum confecit, quod cum his
rursus ‣cum Commodo Antonino filio suo, quem iam Caesarem fecerat,
10‣triumphavit. (2) ad huius belli sumptum cum aerario exhausto largitio-
nes nullas haberet neque indicere provincialibus aut senatui aliquid
distraxit, vasa aurea, pocula crystallina et murrina, ‣uxoriam ac suam
sericam et auream vestem, multa ornamenta gemmarum. ac per duos
15continuos menses ea venditio habita est multumque auri redactum. post
victoriam tamen emptoribus pretia restituit, qui reddere conparata
voluerunt; molestus nulli fuit, qui maluit semel empta retinere.
3Suebi Droysen : suevi codd.10sumptum G CIMPa Paul. : usum LOAet om. GF CMPa
14. (1) hic permisit viris clarioribus, ut convivia eodem cultu, quo
ipse, et ministris similibus exhiberent. in editione munerum post victo-
20riam adeo magnificus fuit, ut centum simul leones exhibuisse tradatur.
(2) cum igitur fortunatam rem publicam et virtute et mansuetudine
reddidisset, obiit XVIII imperii anno, vitae LXI, et omnibus certatim
adnitentibus ‣inter divos relatus est.
2LXI LOA Paul. : LX GF CIMPa
15.huius successor ‣L. Antoninus Commodus nihil paternum habuit,
25nisi quod contra ‣Germanos feliciter et ipse pugnavit. Septembrem men-
sem ad nomen suum transferre conatus est, ut Commodus diceretur. sed
luxuria et obscenitate depravatus gladiatoriis armis saepissime in ludo,
deinceps etiam in amphitheatro cum huiusmodi hominibus dimicavit.
‣obiit morte subita atque adeo, ut strangulatus vel veneno interfectus
25quod om.G CIMPa25septembrem codd. : ΝοέμβριονPaean.4depravatus IPamarg. A Paul. : pravatus O : privatus G CMPaa.c. L Q (cf. Oros. hist. 7,16,2)dimicavit CIMPa Paul. : se dimicavit G : saepe dimicavit LOA
putetur,cum annis XII ‣post patrem et VIII mensibus imperasset, tanta
execratione omnium, ut hostis generis humani etiam mortuus iudicare-
tur.
7putaretur LOA
16.huic successit ‣Pertinax grandaevus, ut qui septuagenariam atti-
5gisset aetatem, praefecturam urbi tum agens, ex senatus consulto impe-
rare iussus. octogesimo die imperii praetorianorum militum seditione et
Iuliani scelere occisus est.
ut qui Schoonhoven : et qui GF CIMPa Paul. : iam et qui LOA (cf. Paean. ἤδη)
18. (1) hinc imperii Romani administrationem ‣Septimius Severus
omni memoria et ante et postea ‣ex Africa imperator fuit. (2) hic primum
15fisci advocatus, mox militaris tribunus, per multa deinde et varia officia
fuerat occisus. parcus admodum fuit, natura saevus. (4) bella multa et
faceret. idcirco Parthicus, Arabicus, Adiabenicus dictus est. multa ‣toto
orbe Romano reparavit. sub eo etiam ‣Clodius Albinus, qui in occidendo
25‣apud Lugdunum et interfectus.
romani LOA Q Paul. : summam F : somni G : omnis CIMPa20et Arabas interiores et Adiabenos om. GF CIMPaa.c. S4adiabenos Q Paean.(Ἀδιαβηνῶν) : azabenos LO Paul. : arabenos Aadiabenicus Q Paean.(Ἀδιαβηνικόϲ) : azabinicus APaul. : aiabinicus LO : om.G CIMPa
19. (1) Severus tamen praeter bellicam gloriam etiam civilibus
studiis clarus fuit et litteris doctus; philosophiae scientiam ad plenum
adeptus. novissimum bellum ‣in Britannia habuit, utque receptas
provincias omni securitate muniret, ‣vallum per CXXXII passuum milia
4CXXXII GF CIMPa S A QPaean. (δύο καὶ τριάκοντα πρὸϲ τοῖϲ ἑκατὸν ϲημείοιϲ), cf. Oros. hist. 7,17,7 : EXXXII LO : variant Pauli codd.30duxit Q : deduxit G CIMPa Paul. : reduxit LOA
2antenam lacunam esse censuit Dietsch : postquam Duncker
20. (1) M. igitur Aurelius Antoninus Bassianus, idemque Caracalla,
morum fere paternorum fuit, paulo asperior et minax. opus ‣Romae
egregium fecit ‣lavacri, quae Antoninianaeappellantur, nihil praeterea
memorabile. inpatientis libidinis, qui novercam suam ‣Iuliam uxorem
Parthos expeditionem anno imperii sexto, mense secundo, vix egressus
quadragesimum tertium annum. funere publico elatus est.
3lavacri quae antoninianae G IM : lavacra q. a. F cum Pauli cod. Vat. Lat. 7312 : lavacri quae antonianae LOA Q Paul. : lavacrique antoniniani Pa : lavacra, quae Antoniniana Duncker : lavacri, quae ⟨thermae⟩ Antoninianae Rühl duce Cellario
21.deinde ‣Opilius Macrinus, qui praefectus praetorio erat, cum filio
‣Diadumeno facti imperatores nihil memorabile ex temporis brevitate
15gesserunt. nam imperium eorum duum mensium et unius anni fuit.
seditione militari ambo pariter occisi sunt.
Caracallae filius putabatur; sacerdos autem ‣Heliogabali templi erat. is
cum ‣Romam ingenti et militum et senatus expectatione venisset, probris
20se omnibus contaminavit. inpudicissime et obscenissime vixit
biennioque post et octo mensibus tumultu interfectus est militari et cum
6symiasera F : symia seram G : symia syra LOA : simia serena S : simia sera Pa : suria sera Paul. : Ϲυμία ϹευήραPaean.
Augustus nominatus, iuvenis admodum; susceptoque adversus ‣Persas
25bello ‣Xerxen eorum regem gloriosissime vicit. militarem disciplinam
severissime rexit. quasdam tumultuantes legiones integras exauctoravit.
adsessorem habuit vel scrinii magistrum ‣Ulpianum iuris conditorem.
decimo imperii anno et die nono.‣in Mamaeam matrem suam unice pius.
7nono LOA : octavo G CIMPa Paul.
1.post hunc‣Maximinus ex corpore militari primus ad imperium
accessit sola militum voluntate, cum nulla senatus intercessisset
auctoritas neque ipse senator esset. is bello adversus ‣Germanos feliciter
5occisus est, deserentibus eum militibus suis, ‣cum filio adhuc puero, cum
quo imperaverat triennio et paucis diebus.
8maximianus GF LA3neque LOA Paul. : ne G : nec CIMPa4aquileia GF CMPa Paul.
nus, duo superiores obscurissimo genere, ‣Gordianus nobilis, quippe
cuius pater, ‣senior Gordianus, consensu militum, cum proconsulatum
Orientem profectus ‣Parthis bellum intulit, qui iam moliebantur erum-
15pere. quod quidem feliciter gessit proeliisque ingentibus ‣Persas adflixit.
exequias ‣Romam revexit, ipsum divum appellavit.
10maximiano GF LA Paul.15persas CIMPa LOA Paul. Paean. (Πέρϲαϲ) : parthos G (cf. Oros. hist. 7,19,4 et Ioh. Ant. fr. 171 Mariev = 225 Roberto Παρθικάϲ)2circesio LOA (cf. Paean. Κιρκηϲίου) : circenso G : circesso CIMPa Paul.
4barbarico solo CIMPa4inter divos relati CIMPa : inter divos referri G : senior meruit inter divos referri LOA Q : variant Pauli codd.
5.mox imperatores creati sunt ‣Gallus Hostilianus et Galli filius
5quem opprimendum cum ambo profecti essent, ‣Interamnae interfecti
sunt non conpleto biennio. nihil omnino clarum gesserunt. sola pestilen-
tia et morbis atque aegritudinibus notus eorum principatus fuit.
6.Aemilianus obscurissime natus obscurius imperavit ac tertio men-
se extinctus est.
tu Caesar est appellatus. horum imperium Romano nomini perniciosum
et paene exitiabile fuit vel infelicitate principum vel ignavia: ‣Germani
ignobili servitute consenuit.
8. (1) Gallienus cum adulescens factus esset Augustus, imperium
primum feliciter, mox commode, ad ultimum perniciose gessit. nam
tus, mox in omnem lasciviam dissolutus tenendae rei publicae habenas
probrosa ignavia et desperatione laxavit. (2) Alamanni vastatis ‣Galliis
vindicare.
20ingenuo G IMPa Paul. : genuo LOA Q (cf. Paean. Γέννυον)20trebelliano G LOA Paul. : rebelliano CIa.c.MPa : rebellabat inde aliquandiu Ip.c.marg. : Regaliano Salmasius
9. (1) tum desperatis rebus et deleto paene imperio Romano ‣Postu-
30mus‣in Gallia obscurissime natus purpuram sumpsit et per annos decem
8tum GF IMPa LOA Q : tam Paul. : iam Pauli cod. Perusinus H 75 (cf. Paean. ἤδη)8deleto IMPa Q Paul. : delecto G : deiecto LOA8postumius IMPaLA (ΠοϲτούμιοϲPaean. et Ioh. Ant. fr. 175 Mariev = 230 Roberto)
tione reparaverit. qui seditione militum interfectus est, quod ‣Mogontia-
cum, quae adversus eum rebellaverat ‣Laeliano res novas moliente,
diripiendam militibus tradere noluisset. (2) post eum‣Mariusvilissimus
5opifex purpuram accepit et secundo die interfectus est. (3) Victorinus
postea ‣Galliarum accepit imperium, vir strenuissimus, sed cum nimiae
libidinis esset et matrimonia aliena corrumperet, ‣Agrippinae occisus est
‣actuario quodam dolum machinante imperii sui anno secundo.
Laeliano droysen : l. aeliano LOAPaean. (Λουκίῳ Αἰλιανῷ) : lolliano G IMPaa.c. Paul. (cf. Ioh. Ant. fr. 175 Mariev = 230 RobertoΛολλιανῷ) : aemiliano Q6vilissimus LOA Paul. : civilissimus GF IMPaa.c.
10administrans absens a militibus imperator electus est et apud ‣Burdiga-
lam purpuram sumpsit. seditiones multas militum pertulit. sed dum haec
travit.
3cum – gererentur LOA
20proelio vicit. parcus vir ac modestus et iusti tenax ac rei publicae geren-
dae idoneus, qui tamen intra imperii biennium morbo interiit. divus
appellatus est. senatus eum ingenti honore decoravit, scilicet ut in curia
clipeus ipsi aureus, item ‣in Capitolio statua aurea poneretur.
2postumium IMPa (Ποϲτούμιοϲ Paean.)4claudius qui IM4electus G IMPa Paul. : electus est LO : electus anno nono est A3interiit G IMPa Paul. : obiit LOA
25electus est, unicae moderationis vir et civilitatis, aequandus fratri vel
praeferendus. consensu senatus appellatus Augustus septimo decimo
imperii die occisus est.
6quintillus Pa : quintillius IMPaul. : quintilius GF LOA3praeferendus IMPa LOA Paul. : procernendus GF4imperii die LOA Paul. : anno imperii GF Ia.c.MPaa.c. : die imperii Ip.c.Pamarg.
fines pristinos varia bellorum felicitate revocavit. superavit ‣in Gallia
adsiduas seditiones ferre non poterat; quin etiam per litteras occultas
5„eripe me his, invicte, malis“ (Aen. 6,365). (2) Zenobiam quoque, quae
gravi proelio cepit ingressusque ‣Romam nobilem triumphum quasi
reliquit.
7virgiliano IMPa LOA Paul.4occidentis orientisque IMPa4occidentisque om. GFtetricus etiam LOA
14.hoc imperante etiam ‣in urbe monetarii rebellaverunt vitiatis pe-
crudelitate conpescuit. plurimos nobiles capite damnavit. saevus et
15sanguinarius ac necessarius magis in quibusdam quam in ullo amabilis
imperator. trux omni tempore, etiam ‣filiisororisinterfector, disciplinae
tamen militaris et morum dissolutorum magna ex parte corrector.
15ac necessarius om. G IMPafilii IMPa LOA Paul. : filiae GFinterfector IM LOA Paul. : interemptor F : intertor G
aedificavit, in quo infinitum auri gemmarumque constituit. ‣provinciam
in mare fluenti, cum antea fuerit in laeva. (2) occiditur ‣servi sui fraude,
25qui ad quosdam militares viros, amicos ipsius, nomina pertulit adnotata
falso manum eius imitatus, tamquam ‣Aurelianus ipsos pararet occidere;
itaque ut praeveniretur, ab isdem interfectus est ‣in itineris medio, quod
phrurium appellatur. mors tamen eius inulta non fuit. meruit quoque
30inter divos referri.
20vastata IMPa A Paul.4retinere G LOA : retineri IMPa Q Paul.6in add. Sylburglocus om. GF IMPaa.c.
16.Tacitus‣post hunc suscepit imperium, vir egregie moratus et rei
publicae gerendae idoneus. nihil tamen clarum potuit ostendere intra
serat, duobus mensibus et diebus XX in imperio fuit neque quicquam
5dignum memoria egit.
8moratus LOA Paul. : moderatus GF IMPaa.c.3praeventus est GF5memoriae GF
17. (1) post hunc‣Probus, vir inlustris gloria militari, ad admini-
strationem rei publicae accessit. ‣Gallias a barbaris occupatas ingenti
proeliorum felicitate restituit. quosdam imperium usurpare conatos,
superiorem vineis conseruit et provincialibus colendos dedit. (3) hic
cum bella innumera gessisset, pace parata dixit brevi milites necessarios
non futuros. vir acer, strenuus, iustus et qui ‣Aurelianum aequaret gloria
tumultu militari in turri ferrata.
3proeliorum om. G3colendas LOA2parta IMPa15tamen est Q Paul. : est tamen IMPa : autem est LO : est autem A : est G
haberet, vi divini fulminis periit. (2) Numerianus quoque, filius eius,
quem secum Caesarem ‣ad Persas duxerat, adulescens egregiae indolis,
cum oculorum dolore correptus in lecticula veheretur, inpulsore ‣Apro,
25qui socer eius erat, per insidias occisus est. et cum dolo occultaretur
ipsius mors, quousque ‣Aper invadere posset imperium, foetore cadave-
ris prodita est. milites enim, qui eum sequebantur, putore commoti
diductis lecticulae palliis post aliquot dies mortem eius notam habere
potuerunt.
nobilissimas M LOA : notissimas G IPa Q Paul. (cf. Paean.ἐπιφανεϲτάταϲ)supra G IMPa :super LOA Paul.6putore G IMPa Paul. : foetore LOA7diductis G IMPa Q : deductis S LOA
navit. plurimos innoxios fictis criminibus occidit, matrimonia nobilia
corrupit, condiscipulis quoque, qui eum in auditorio vel levi fatigatione
5taxaverant, perniciosus fuit. ob quae omnibus hominibus invisus non
multo post poenas dedit. (2) nam ‣de Perside victor exercitus rediens
obscurissime natum, adeo ut a plerisque scribae filius, a nonnullis
10‣Anullini senatoris libertinus fuisse credatur.
5taxaverant G IMPaa.c. A : taxaverunt Paul. : relaxaverunt LO : vexaverunt Pap.c.5omnibus om. LOA5invisus G IMPa Paul. : inrisos LOA3dalmatiis IMPa
20. (1) is prima militum contione iuravit ‣Numerianum nullo suo dolo
constitisset, in conspectu exercitus manu ‣Diocletianigladio percussus
15Margum ingenti proelio vicit proditum ab exercitu suo, quem fortiorem
tassent et factioni suae ‣Bacaudarum nomen inponerent, duces autem
20culium Caesarem misit, qui levibus proeliis agrestes domuit et pacem
‣Galliae reformavit.
6is om.IMPaa.c.3gladio post est transpos. Paul. : om. LOA3certe ⟨aut⟩Hartel : ⟨vel⟩ certe dub. Santini
21.per haec tempora etiam ‣Carausius, qui vilissime natus strenuae
militiae ordine famam egregiam fuerat consecutus, cum ‣apud Bononiam
integra aut provincialibus reddita aut imperatoribus missa, cum suspicio
6per haec tempora G IMPa A Paul. : hoc tempore Fs.l.: post haec tempora LO6strenuae G IMPa LOA : serenae Paul. 3armoricae LOA
praeda exciperet atque hac se occasione ditaret, ‣a Maximiano iussus
occidi, purpuram sumpsit et ‣Britannias occupavit.
7atque – occasione om. GF IMPa
22. (1) ita cum per omnem orbem terrarum res turbatae essent,
rant, repudiare conpulsi. (2) cum Carausio tamen, cum bella frustra
temptata essent contra virum rei militaris peritissimum, ad postremum
pax convenit. eum post septennium ‣Allectus socius eius occidit atque
praefecti praetorio oppressus est. ita ‣Britanniae decimo anno receptae.
britannia – recepta est LOA
est. ‣circa Lingonas die una adversam et secundam fortunam expertus
est. nam cum repente barbaris ingruentibus intra civitatem esset coactus
20tam praecipiti necessitate, ut clausis portis in murum funibus tolleretur,
vix quinque horis mediis adventante exercitu sexaginta fere milia ‣Ala-
profligavit domitis Quinquegentianis et ad pacem redactis. ‣Diocletianus
25interfecit. victoria acerbe usus est: totam ‣Aegyptum gravibus proscripti-
onibus caedibusque foedavit. ea tamen occasione ordinavit provide
multa et disposuit, quae ad nostram aetatem manent.
6bene om. G IMPaa.c.20tolleretur LOA Paul. : collegeretur GF : colligeretur IMPaa.c.
24.Galerius Maximianus primum ‣adversus Narseum proelium inse-
30magis quam ignave dimicasset; admodum enim parva manu cum copio-
12adversus Narseum proelium insecundum Paul. (ϲτρατεύϲαϲ γὰρ κατὰ Ναρϲοῦ Paean.) : adversum proelium exin insecundum G :adversum proelium exin secundum IMPaa.c. S : adversum narseum proelium et secundum LOA
sissimo hoste commisit. pulsus igitur et ‣ad Diocletianum profectus, cum
ei in itinere occurrisset, tanta insolentia ‣a Diocletiano fertur exceptus, ut
per aliquot passuum milia purpuratus tradatur ad vehiculum cucurrisse.
successu ingenti nec minore consilio, simul fortitudine, quippe qui
etiam speculatoris munus cum altero aut tertio equite susceperit. pulso
‣Narseo castra eius diripuit; uxores, sorores, liberos cepit, infinitam ex-
trinsecus ‣Persarum nobilitatem, gazam Persicam copiosissimam. ipsum
cum praesidiis tum morantem ovans regressus ingenti honore susceptus
est. (2) varia deinceps et simul et viritim bella gesserunt ‣Carpis et
rum copias ‣in Romanis finibus locaverunt.
5Hormisdae ⟨patre⟩dub. Müller10ad diocletianum LOA Paul. : a diocletiano G IMPa8tum (vel tamen) morantem A Q Paul. : tum morante G LO (morant G) : commorante IMPa
1526.Diocletianus moratus callide fuit, sagax praeterea et admodum
subtilis ingenio et qui severitatem suam aliena invidia vellet explere.
diligentissimus tamen et sollertissimus princeps et qui imperio Romano
primus regiae consuetudinis formam magis quam Romanae libertatis
invexerit adorarique se iussit, cum ante eum cuncti salutarentur. orna-
20menta gemmarum vestibus calciamentisque indidit. nam prius imperii
insigne in chlamyde purpurea tantum erat, reliqua communia.
2ut qui Hartel2invidia om. GF Ia.c.MPa : opera Is.l.2explere GF IMPa Paul. : expellere LO : extolere A3in imperio LOA4primus om. GFinvexerit Ip.c. Q : invexit LOA : invexerat G Ia.c.MPa Paul.
27. (1) Herculius autem propalam ferus et incivilis ingenii asperi-
tatem suam etiam vultus horrore significans. hic naturae suae indulgens
‣Diocletiano in omnibus estsaevioribus consiliis obsecutus. cum tamen
25ingravescente aevo parum se idoneum ‣Diocletianus moderando imperio
esse sentiret, auctor ‣Herculio fuit, ut in vitam privatam concederent et
stationem tuendae rei publicae viridioribus iunioribusque mandarent.
3est G IMPa LOA Q : et Paul.3saevioribus G Q Paul. (ἀπηνεϲτέραϲPaean.) : severioribus IMPa LOA25parum G LOA Paul. : non IMPa
post triumphum inclitum, quem ‣Romae ex numerosis gentibus egerant
pompa ferculorum inlustri, qua ‣Narsei coniuges sororesque et liberi ante
praeclaro otio senuit inusitata virtute usus, ut solus omnium post
conditum Romanum imperium ex tanto fastigio sponte ad privatae vitae
statum civilitatemque remearet. contigit igitur ei, quod nulli post natos
10homines, ut cum privatus obisset, inter divos tamen referretur.
2senuit G IMPa A Q Paul. : se tenuit LO : consenuit Rühl
1. (1) his igitur abeuntibus administratione rei publicae ‣Constantius
et ‣Galerius Augusti creati sunt divisusque inter eos ita Romanus orbis,
‣Galerius obtineret sumptis duobus Caesaribus. (2) Constantius tamen
tudinem recusavit, vir egregius et praestantissimae civilitatis, divitiis
provincialium ac privatorum studens, fisci commoda non admodum
adfectans dicensque melius publicas opes a privatis haberi quam intra
unum claustrum reservari, adeo autem cultus modici, ut festis diebus, si
20amicis numerosioribus esset epulandum, privatorum eiargento ostiatim
petito triclinia sternerentur. (3) hic non modo amabilis, sed etiam vene-
‣Maximiani sanguinariam temeritatem imperio eius evaserant. obiit
6administratione GF M : ab administratione I : administrationem LOA Paul. : ad administrationem Pa20cum amicis IMPa20ei om. GF IMPa20argentum G Paul.
2. (1) Galerius vir et probe moratus et egregius re militari, cum
Britannia creatus est imperator et in locum patris exoptatissimus
moderator accessit. (3) Romae interea praetoriani excito tumultu
morabatur, Augustum nuncupaverunt. quo nuntio ‣Maximianus Hercu-
lius ad spem arrectus resumendi fastigii, quod invitus amiserat, ‣Romam
advolavit ‣e Lucania, quam sedem privatus elegerat in agris amoenis-
simis consenescens, ‣Diocletianumque etiam per litteras adhortatus est,
15ut depositam resumeret potestatem, quas ille inritas habuit. (4) sed ad-
rum scelere desertus est. auctae ‣Maxentii opes confirmatumque impe-
6in re LOA5maximinum A Pa : maximianum rell. codd.4illyrico commoratus G IMPa Paul. : illyricum moratus LOA : illyrico moratus Q15inritas codd. : irrisas Schulze, duce Paean. (κατεγέλαϲε)
203. (1) Herculius tamen Maximianus post haec in contione exerci-
tuum filium ‣Maxentium nudare conatus seditionem et convicia militum
tulit. (2) inde ‣ad Gallias profectus est dolo conposito, tamquam a filio
stantinum reperta occasione interficere; qui ‣in Galliis et militum et
nis, captis eorum regibus, quos etiam bestiis, cum magnificum specta-
culum muneris parasset, obiecit. detectis igitur insidiis ‣per Faustam
20exercituum A Paul. : exercitum LO : exercitus G IMPa
oppressus (ex ea enim navigare ad filium praeparabat) poenas dedit
iustissimo exitu, vir ad omnem acerbitatem saevitiamque proclivis,
infidus, incommodus, civilitatis penitus expers.
7viro om.LOA7nuntiaverat LOA Paul.
oriundus, notus ei antiqua consuetudine et in bello, quod ‣adversus
Narseum gesserat, strenuus laboribus et officiis acceptus. (2) mors ‣Ga-
lerii confestim secuta. ita res publica tum a novis quattuor imperatoribus
10mino novis hominibus. (3) quinto tamen ‣Constantinus imperii sui anno
bellum ‣adversum Maxentium civile commovit, copias eius multis
proeliis fudit, ipsum postremo ‣Romae adversum nobiles omnibus exitiis
15novas molitus vicinum exitium fortuita ‣apud Tarsum morte praevenit.
5a Galerio post Licinius transpos. LOA3strenuus G Ia.c. LOA Paul. : strenuis Ip.c.MPa Q2ita res publica Q Paul. : ita ut res publica GF IMPa : is a re publica O : is aut res publica L : ipsa res publica A3et1om. G IMPa Paul.3maximiano OA Paean.2maximianus OA Paean.
5.Constantinus tamen vir ingens et omnia efficere nitens, quae
animo praeparasset, simul principatum totius orbis adfectans, ‣Licinio
bellum intulit, quamquam necessitudo et adfinitas cum eo esset; nam
20ingenti apparatu bellum ‣apud Cibalas instruentem repentinus oppressit
occupavit.
4ac LOA Q Paul. : et G IMPa20cibalis GF IMPa6omnique A Q Paul. : omniaque LO : omnibus G : et omnibus IMPaa.c.6ac macedonia LOA
6. (1) varia deinceps inter eos bella et pax reconciliata ruptaque est.
postremo ‣Licinius navali et terrestri proelio victus apud Nicomediam se
25dedidit et contra religionem sacramenti ‣Thessalonicae privatus occisus
est. (2) eo tempore res Romana sub uno Augusto et tribus Caesaribus,
‣Italiaeque praeessent. (3) verum insolentia rerum secundarum aliquan-
tum ‣Constantinus ex illa favorabili animi docilitate mutavit. primum
8bella ⟨gesta⟩Rühl2favorabili Q : favorabilis rell. codd.
commodae indolis iuvenem interfecit, mox ‣uxorem, post numerosos
amicos.
7. (1) vir primo imperii tempore optimis principibus, ultimo mediis
5conparandus. innumerae in eo animi corporisque virtutes claruerunt.
militaris gloriae adpetentissimus, fortuna in bellis prospera fuit, verum
ita ut non superaret industriam. nam etiam ‣Gothos post civile bellum
varie profligavit pace his ad postremum data ingentemque apud bar-
baras gentes memoriae gratiam conlocavit. (2) civilibus artibus et stu-
10diis liberalibus ‣deditus, adfectator iusti amoris, quem ab omnibus sibi et
liberalitate et docilitate quaesivit. sicut in nonnullos amicos dubius ita in
reliquos egregius nihil occasionum praetermittens, quo opulentiores eos
clarioresque praestaret.
3adpetentissimus LOA Paul. : adtentissimus G IMPaa.c.ad om. G IMPaa.c.10ab omnibus sibi Sylburg, duce Paean. (παρὰ πάντων) : omnibus ibi GF MPaa.c. : ab omnibus I : omnis ibi LOA : omnem sibi Paul. Pamarg.3et docilitate om. LOA
8. (1) multas leges rogavit, quasdam ex bono et aequo, plerasque
15superfluas, nonnullas severas. primusque ‣urbem nominis sui ad tantum
fastigium evehere molitus est, ut ‣Romae aemulam faceret. (2) bellum
tricesimo anno imperii, aetatis sexto et sexagesimo ‣Nicomediae in villa
publica obiit. (3) denuntiata mors eius etiam per crinitam stellam, quae
20inusitatae magnitudinis aliquamdiu fulsit; eam‣Graeci cometen vocant.
atque inter divos meruit referri.
3nicomediae IMPa LOA : nicomedia G : nicomediam Paul.4est etiam G IMPa20eam LO Q Paul. : et eam A : quam Μ : om. G
9. (1) is successores filios tres reliquit atque ‣unum fratris filium.
verum ‣Dalmatius Caesar prosperrima indole neque patruo absimilis
haud multo post oppressus est factione militari {et}‣Constantio patrueli
25suo sinente potius quam iubente. (2) Constantinum porro bellum ‣fratri
stantis duces interemerunt. (3) ita res publica ad duos Augustos redacta.
‣Constantis imperium strenuum aliquamdiu et iustum fuit. mox, cum et
4is om. LOA3et del. Rühl
conversus, cum intolerabilis provincialibus, militi iniucundus esset, fac-
cui Helenae nomen est, anno imperii septimo decimo, aetatis tricesimo,
5rebus tamen plurimis strenue in militia gestis exercituique per omne
vitae tempus sine gravi crudelitate terribilis.
3pravioribus LOA Paul. : gravioribus G IMPaa.c.haud Paul. : aut LO : autem G IM : hic non Pa : non Q5plurimis LOA Paul. : pluribus G IMPa
perpessus saepe captis oppidis, obsessis urbibus, caesis exercitibus,
10Singaram haud dubiam victoriam ferocia militum amisit, qui pugnam
seditiose et stolide contra rationem belli die iam praecipiti poposcerunt.
militum electo. quem grandaevum iam et cunctis amabilem diuturnitate
15et felicitate militiae ad tuendum ‣Illyricum principem creaverunt, virum
probum et morum veterum ac iucundae civilitatis, sed omnium libera-
lium artium expertem adeo, ut ne elementa quidem prima litterarum nisi
grandaevus et iam imperator acceperit.
2caesis exercitibus om. G IMPaa.c.10singaram G IMPa A : sigaram LO : singarum Q Paul. : Singara Droysen, duce Paean. (Ϲιγγάροιϲ)3in cunctis GF6artium om. G LOA Q Paul.6prima Schoonhoven : primarum G IMPa Q Paul. : privatarum LOA
11. (1) sed ‣a Constantio, qui ad ultionem fraternae necis bellum
20civile commoverat, abrogatum est ‣Vetranioni imperium; novo inusitato-
que more consensu militum deponere insigne conpulsus. (2) Romae
riam manum imperium vindicante. qui saevis exordiis dignum exitum
nanctus est. vicesimo enim atque octavo die ‣a Magnentianis ducibus
gravissimaeque proscriptiones et nobilium caedes fuerunt.
25pilo om. GF Pa
ac paene captus. ingentes Romani imperii vires ea dimicatione con-
sumptae sunt, ad quaelibet bella externa idoneae, quae multum trium-
phorum possent securitatisque conferre. (2) Orienti mox ‣a Constantio
victus vim vitae suae ‣apud Lugdunum attulit imperii anno tertio, mense
miserat.
4senonis codd. (τοῦ ἀδελφοῦ Ϲενῶνοϲ Paean.) : Senonibus vel apud Senonas Cellarius : ⟨Decentius⟩ Senonis Zangemeister
13.per haec tempora etiam ‣a Constantio multis incivilibus gestis
10‣Gallus Caesar occisus est, vir natura ferus et ad tyrannidem pronior, si
ante diem tricesimum extinctus est solusque imperio Romano eo
tempore ‣Constantius princeps et Augustus fuit.
4in imperio G IMPa
bari expugnassent, alia obsiderent, ubique foeda vastitas esset Roma-
numque imperium non dubia iam calamitate nutaret. a quo modicis
copiae extinctae sunt, rex nobilissimus captus, ‣Galliae restitutae. (2)
20multa postea ‣per eundem Iulianumegregia adversum barbaros gesta
imperium restitutum.
20egregia G LOA Q Paul. : egregie IMPa
familiaribus credens, mox etiam uxoribus deditior, qui tamen primis
imperii annis ingenti se modestia egerit, familiarium etiam locupletator
neque inhonores sinens, quorum laboriosa expertus fuisset officia, ad
5severitatem tum propensior, si suspicio imperii moveretur, mitis alias, et
cuius in civilibus magis quam in externis bellis sit laudanda fortuna.
7inhonores G : inhonoros F IMPa Paul. : sine honore LOA5tum G MPa LO Paul. : tamen IA
intulit bellum, cui expeditioni ‣ego quoque interfui. aliquot oppida et
10populatus castra ‣apud Ctesiphontem stativa aliquamdiu habuit. (2) remeansque victor, dum se inconsultius proeliis inserit, hostili manu
‣interfectus est VI Kal. Iul., imperii anno septimo, aetatis altero et
tricesimo, atque inter divos relatus est, vir egregius et rem publicam
insigniter moderaturus, si per fata licuisset. (3) liberalibus disciplinis
15adprime ‣eruditus, Graecis doctior atque adeo, ut Latina eruditio nequa-
quam cum Graeca scientia conveniret, facundia ingenti et prompta,
memoriae tenacissimae, in quibusdam philosopho propior, in amicos li-
beralis, sed minus diligens quam tantum principem decuit. fuerunt enim
nonnulli, qui vulnera gloriae eius inferrent. in provinciales iustissimus
20et tributorum, quatenus fieri posset, repressor, civilis in cunctos, medio-
crem habens aerarii curam, gloriae avidus ac per eam animi plerumque
inmodici. nimius religionis Christianae insectator, perinde tamen ut
cruore abstineret;‣M. Antonino non absimilis, quem etiam aemulari
studebat.
3expugnavit Merula : oppugnavit codd.10aliquamdiu om. GF15eruditione quamquam codd. : corr. Schoonhoven3et prompta LOA Paul. : promptae G IMPaquam tantum IMPa A (cf. Ioh. Ant. fr. 205 Mariev = 272 Roberto τοιῷδε βαϲιλεῖ) : quantum G LO Q Paul.6provincialibus LOA9nimius om. LOA : post Christianae transpos. Rühlpost abstineret levius interpunxit Droysen
2517. (1) post hunc‣Iovianus, qui tunc domesticus militabat, ad
obtinendum imperium consensu exercitus lectus est, commendatione
2consensu LOA Paul. : consul G : consulto IMPa
Sapore, necessariam quidem, sed ignobilem, fecit multatus finibus ac
nonnulla imperii Romani parte tradita. (2) quod ante eum annis mille
5centum et duobus de viginti fere, ex quo Romanum imperium conditum
erat, numquam accidit. quin etiam legiones nostrae ita et ‣apud Caudium
sub iugum missae sunt, ut nihil tamen finium traderetur. ea pacis
conditio non penitus reprehendenda foret, si foederis necessitatem tum,
10cum integrum fuit, mutare voluisset, sicut a Romanis omnibus his bellis,
‣Numidis confestim bella inlata sunt neque pax rata fuit. (3) sed dum
aemulum imperii veretur ‣intra Orientem residens, gloriae parum
15repentina morte ‣obiit, vir alias neque iners neque inprudens.
18. (1) multi ‣exanimatum opinantur nimia cruditate (inter cenandum
enim epulis indulserat), alii odore cubiculi, quod ex recenti tectorio
calcis grave quiescentibus erat, quidam nimietate prunarum, quas gravi
frigore adoleri multas iusserat. (2) decessit imperii mense septimo,
20tertio decimo Kal. Mart., aetatis, ut qui plurimum vel minimum tradunt,
tertio et tricesimo anno, ac benignitate principum, qui ei successerunt,
inter divos relatus est. nam et civilitati propior et natura admodum
ano consulibus, anno urbis conditae millesimo centesimo et octavo
25decimo. quia autem ad inclitos principes venerandosque perventum est,
interim operi modum dabimus. nam reliqua stilo maiore dicenda sunt,
quae nunc non tam praetermittimus quam ad maiorem scribendi diligen-
tiam ‣reservamus.
20tertio G MPa LOA : quarto I Paul.is LOA Paul. : hic G IMPa Q

