KFHist: (A 3) Philostratos von Athen Skip to main content

Ein Editionsprojekt der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

HHUD Düsseldorf

(A 3) Philostratos von Athen



Einleitung

Synkellos (test. 1) erwähnt in einer für die Chronistik nicht unüblichen biogra­phisch-literaturgeschichtlichen Notiz, die vielleicht sogar auf die Chronik des Eusebios zurückgeht, einen athenischen Historiker Philostra­tos, der in der Zeit Aurelians seine Blüte erlebte.1 Der Hinweis auf dessen Herkunft aus Athen legt nahe, ihn der dortigen Familie der Philostrate zuzuweisen und ihn vielleicht mit dem Autor der εἰκόνεϲ zu identifizieren2 oder mit einem der inschriftlich bekannten athenischen Politiker.3 Der athenische Archon von 255/256 hat dabei dadurch, dass er wohl mit dem Philostratos identisch ist, der während eines Goteneinfalls der 250er oder frühen 260er Jahre das athenische Aufgebot führte, das sich mit dem gesamthellenischen Aufgebot an den Thermo­pylen einfand,4 ein schärferes Profil erhalten. Er war wohl unmittelbar han­delnder und verantwortlicher Akteur während der drama­tischen Ereignisse der Reichskrise. Dass er dies dann auch in einer von ihm verfassten zeitgeschichtlichen Darstellung dokumentiert hat, würde ihn mit Dexippos gleichstellen, der ebenfalls der Führer eines athenischen Selbstverteidigungsaufgebots und gleichzeitig Zeithistoriker war.

Einen Historiker Philostratos erwähnt ferner Johannes Malalas (fr. 1). Da dieser Philostratos Ereignisse aus der beginnenden Allein­herrschaft des Gallienus (260–268) beschreibt, ferner die Geschichte von Palmyra (bzw. des Odainathos) behandelte, liegt eine Identifizierung mit dem bei Synkellos ge­nannten Historiker nahe, zumal Synkellos im unmit­telbaren Zusammen­hang mit der Erwähnung des Philostratos den Sieg Au­relians über die Palmyrener hervorhebt und auf den bei Zenobia wirkenden Philosophen Longinos hinweist.5

Diese von Jacoby und anderen vorgenommene Identifizierung der bei Synkellos und bei Malalas genannten Personen hat mit der Entdeckung des Tatenbe­richts Schapurs an Plausibilität gewonnen. Denn die detaillierten Angaben, die bei Malalas zu finden sind, decken sich mit diesem Taten­bericht partiell.6 Sie bestätigen, dass Malalas hier zumindest Splitter echter zeitge­nössischer Geschichtsschreibung aus dem 3. Jh. bewahrt hat. Aller­dings weist Malalas diesem Autor auch offenkundig falsche Aussagen zu, insbe­sondere die Behauptung, Schapur sei 260 durch Odainathos getötet wor­den. Diese Irrtümer machen eine direkte Benutzung des Autors durch Malalas eher unwahrscheinlich. Janiszewski schlägt daher vor, dass Mala­las Philostra­tos nur mittelbar durch Domninos kannte.7 Mit der Einschät­zung dieses Domninos gibt es ihrerseits größere Probleme. Der allein durch Malalas bekannte Autor kann nämlich – anders als Philostratos – nicht verortet werden und die übrigen angeblichen Zitate aus seiner Chronik verweisen nicht auf detaillierte Zeitgeschichte.8

Wie dem auch sei: Erzählungen eines Domni­nos, nämlich eine lange Darstellung über den Einfall und das Ende Schapurs in der Konfron­tation mit Sampsigeramos sowie ein Hinweis über die Aktion des Spates in Kilikien, rahmen in der Tat im Text des Malalas die aus Philostratos stammenden Teile. Da die aus Domninos stammenden Teile von Malalas als Gegendarstellung zur Erzählung des Philostratos aufgefasst werden, sind sie in der vorliegenden Ausgabe einerseits deshalb mit ange­führt und übersetzt, um die Ausführungen zu Philostratos besser verständ­lich er­scheinen lassen. Andererseits erfolgt die Aufnahme deshalb, weil Malalas die Abgrenzung der von ihm benutzten Quellen ganz willkürlich vor­nimmt. Für den von ihm zitierten Autor Magnus von Karrhai hat er bei­spielsweise anscheinend einige Passagen ausgeklammert und willkürlich einem Autor Eutychianos zugewiesen, andere Teile der eigenen Erzählung zugeschlagen, ohne dabei erkennen zu lassen, dass er die anfangs zitierte Quelle Magnus von Karrhai weiterhin verwendet.9

Das Problem des Verhältnisses zwischen Domninos und Philostratos ist bei einer Ausgabe der Fragmente des Philostratos auch deshalb eingehend zu dokumentieren, weil die Domninospassagen letztlich – bei allen Verzerrungen durch Zwischenquellen – die gleiche zeithistorisch wertvolle Ebene erkennen lassen wie die Philostratos-Passagen und sich damit vom rahmenden Text des Malalas deutlich abheben. Bis auf die zeitlich falsche Einordnung der Odainathosepi­sode und die irrigen Angaben über Schapurs Tod ist die Domninos-Passage, was die Informationen über die 250er Jahre betrifft, als qualitativ sehr hoch einzuschätzen. Sie enthält zwar einiges, was Malalas aus zusätzlichen Quellen hinzugezogen hat, etwa die Angabe zur antiochenischen Stadtära (s. fr. 1,2). Die Darstellung des Verrats des Mareades10 stammt aber ebenso aus einer zeitgenössischen Quelle wie diejenige der Taten des Hohepriesters von Emesa, der als Uranius Anto­ninus in den 250er Jahren eine zeitlich und lokal befristete Kaiserherr­schaft aufbaute und der als Nachahmer des Elagabal gelten kann.11 Auch sind die Angaben über die Operationen Schapurs, wenn man von den irrigen Nachrichten zum Tod des Sasanidenherrschers absieht, durchaus mit den sonstigen Nachrichten über den Verlauf der zweiten Agoge kombinierbar.

Erkennbar ist, dass die Erzählungen von Domninos und Philostratos, wie sie von Malalas wiedergegeben werden, aneinander angeschlossen werden können, weil sie sich großenteils auf verschiedene Ereignisse beziehen, nämlich einerseits auf die im Tatenbericht des Perserkönigs als zweite „Agoge“ bezeichnete Aktion Schapurs, den ersten Einfall Schapurs nach Syrien und in die benachbarten Provinzen um 253,12 andererseits auf die dritte Agoge, den umfangreichen Einfall nach der Gefangennahme Valerians 260.13 Nur die letzten Elemente der Domninosepisode, in denen über Odainathos berichtet wird, können nicht mit den Ereignissen von 253 in Zusammenhang gebracht werden. Vielmehr ist der letzte Teil der Domninos zugeschriebenen Passage ebenfalls auf den Einfall nach der Ge­fangennahme Valerians zu beziehen.14 Vielleicht hat Malalas wegen dieses Bezugs zu Odainathos angenommen, Domninos und Philostratos würden völlig verschiedene Berichte zu ein- und derselben Episode bieten. Das würde allerdings voraussetzen, dass er wirklich selbst Domni­nos und Philostratos miteinander abgeglichen hat.

Die ungeklärte Identität des Domninos lässt hinsichtlich seiner Beziehung zu Philostratos verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zu. Möglich ist, dass Malalas in einer „hoffnungslos verwirrten Darstellung“ (Hartmann, Geschichtsschreibung 101) tatsächlich aus zwei Autoren, einem lokalgeschichtlichen Chronisten15 und einem Zeithistoriker, schöpfte, aber bei der Zuweisung dann ganz willkürlich vorging.16 Es ist aber auch zu erwägen, ob bei Malalas eine Zusammen­fassung der Zeitgeschichte des Philostratos über die beiden nach Syrien und Kleinasien führenden Einfälle Schapurs in irreführender Weise auf zwei, sich angeblich widersprechende Autoren verteilt worden ist. Dabei ist nicht ausgeschlossen, aber auch nicht beweis­bar, dass, wie Janiszewski, Missing Link 102 f. vermutet, diese Zusammenfassung vielleicht vom Chronisten Domninos selbst stammte. Wäre es der Fall, dann hätte Malalas Domninos in missverständlicher Weise zitiert, der wiederum für größere Teile seiner Erzählung Philostratos benutzte.

Unabhängig von der Frage, wie die Domninos-Stücke mit dem Philo­stratos zugewiesenen Stück zu verbinden sind, und unabhängig davon, wie man das Philostratos-Fragment ausschneiden muss, bleibt das Philo­stratos-Fragment, auch wenn man nur den von Malalas gezogenen Um­grenzungen folgt, mit seinen Übereinstimmungen mit dem Tatenbericht Schapurs zur dritten Agoge signifikant genug. Es lässt erahnen, wie groß der Verlust der den Sasanidenkriegen und den dramatischen Ereignissen des 3. Jh. gewidmeten Historiographie ist.

Dass sich Philostratos nicht ausschließlich auf die Geschichte der römisch-persischen Kriege be­schränkte, lässt das neue, von Jones17 mit einiger Wahrscheinlichkeit dem Philostratos zugewiesene Fragment über die fünfzehnjährige Dauer der in der Regierung des Trebonianus Gallus ausgebrochenen Pest vermu­ten. Falls eine Identifikation des Autors mit dem atheni­schen Archon von 255/256 und dem Kommandeur des Selbst­verteidigungsaufgebots im Wiener Palimpsest vorgenom­men werden kann, waren wohl auch die Kämpfe zwischen Goten einerseits, Griechen und Römern andererseits Gegenstand seiner Darstellung.


1 S. test. 1. Vgl. auch für die folgenden Darlegungen die ausführliche Erläuterung von Janiszew­ski, Missing Link 97–109.

2 Vgl. Münscher, Die Philostrate sowie die weitere im Kommentar zu test.**3 und **4 genannte Literatur.

3 Vgl. test. **3.

4 Vgl. hierzu Piso, Bemerkungen zu Dexippos Vindobonensis 210; Mallan / Davenport, Dexippus and the Gothic Invasions 212 f. Zwingend ist die Identifi­zierung nicht, vgl. Mallan / Davenport, Dexippus and the Gothic Invasions 213: „On current evidence, the Philostratus of the Vienna fragment could conceivably be identified with: (a) Philostratos the Athenian historian; (b) L. Flavius Philostratus, archon of 255/6; or (c) Philostratus, author of the second Eikones. They could all be the same man, or they could all be different men.“

5 Zum Philosophen Cassius Longinos s. I. Männlein-Robert, Longin, Philologe und Philosoph. Eine Interpretation der erhaltenen Zeugnisse, München 2001. Zu seinem Aufent­halt bei Zenobia und seiner Gefangennahme und Hinrichtung durch Aurelian, vgl. Hist. Aug. Aurel. 30,2 f.; Zos. 1,56,2 f. Wie Longinos und Nikostratos (A 2) könnte man Philo­stratos zu den am Hofe der Zenobia präsenten „Sophisten“ und Intellektuellen rechnen.

6 Vgl. Jeffreys, Malalas’ sources 190.

7 Janiszewski, Missing Link 102.

8 Zur Diskussion um Domninos vgl. Janiszewski, Missing Link 282–91, der den Autor für den Verfasser lokalantiochenischer Patria hält und ihn in die Mitte des 4. Jh. einordnet. Die Anachronismen (z. B. Phoenice Libanensis) oder die falsche Datierung der Einnahme Antiocheias mag man Domninos als Zwischenquelle zuweisen, sie können aber auch eine Eigenleistung des Malalas oder einer weiteren, von Malalas im Unterschied zu Domninos nicht genannten Zwischenquelle sein. S. auch die nächste Fußnote.

9 Vgl. gegen die herkömmliche, Malalas folgende Abgrenzung der Stücke aus Magnus von Karrhai L. Dillemann, Ammien Marcellin et les pays de l’Euphrate et du Tigre, Syria 38 (1961) 87–158, hier 125 sowie 151. Zuzuweisen sind dem Magnus von Karrhai wohl auch Stücke über den Jovianfrieden und die Räumung von Nisibis nach dem Jovianfrieden (Joh. Mal. 13,27). Zur Problematik verweise ich auf B. Bleckmann, Magnus von Karrhai, in: J. Borsch, L. Carrara, M. Meier (Hgg.), Die Weltchronik des Johannes Malalas – Quellenfragen (Malalas-Studien 2), im Druck. Die Zurückhaltung Jacobys bei der Bemes­sung des Ausschnitts des Fragments aus Philostratos erklärt sich mit seinem Prinzip, nach Möglichkeit unter „möglichster ausschaltung aller subjektiven ansichten, die überlieferung vorzulegen“ und dabei nur einen Minimalbestand aufzunehmen, vgl. F. Jacoby, Die Frag­mente der griechischen Historiker (FGrHist), I, Genealogie und Mythographie, Berlin 1923, VI. Zur Würdigung dieses Vorgehens P. van Nuffelen, John of Antioch, Inflated and Deflated. Or: How (not) to collect fragments of Early Byzantine historians, Byzantion 82 (2012) 437–50, besonders 442 f.

10 Zusammenstellung der Informationen durch Hartmann, Mareades.

11 Baldus, Uranius Antoninus 236–40.

12 ŠKZ § 9–17 p. 28–33 Huyse. Das Datum 253 entspricht einer Mehrheitsmeinung.

13 ŠKZ § 22–31 p. 37–44 Huyse.

14 F. Millar, The Roman Near East 31 BC–AD 337, Cambridge (Mass.) 1993, 162.

15 Die Qualität der Informationen der Domninos-Passage erklärt sich nach Hartmann, Mareades 114, damit, dass er „im Kern verläßliche lokale Traditionen“ nutzte. Hartmann stützt sich auf Jeffreys, Malalas’ sources 178 f., die die Zitate aus Domninos mustert. Domninos enthält überwiegend lokalantiochenische Nachrichten, nämlich insbesondere zu Bauten: Wiedererrichtung der Stadtmauern von Antiocheia, 122 Jahre nach Stadtgründung, Tiberius’ Bauaktivitäten in Antiocheia, Trajans Ankunft in Antiocheia etc. Inwiefern Dom­ninos über detaillierte Ereignisgeschichte berichtete, ist außerhalb der Angaben zur Regie­rungs­zeit Valerians und zum Einfall der Perser unklar, wenn man von einer merkwürdigen Angabe zur angeblichen Eroberung Antiocheias unter Trajan absieht.

16 Sehr kritisch zur Kombination der Passagen Hartmann, Geschichtsschreibung 101: „Wir haben es hier also mit einem Beispiel der hoffnungslos verwirrten Darstellung des Malalas zu tun, der die zweifellos getrennten Berichte des Domninos über die Gegenwehr des Uranius Antoninus vor Emesa im Jahr 253 und die des Odaenathus am Euphrat in den Verlauf eines Perserfeldzugs zusammenzog und dieses Gemisch dann den Schilderungen des Philostratos gegenüber­stellte.“

17 Jones, Historian Philostratus.



Erklärung der Siglen, Zeichen und Abkürzungen in Text und Apparat

Zu den Siglen der Hss. vgl. die jeweiligen Editionen.
test. / fr. *1 unsicher, ob als Zeugnis oder Fragment anzusehen
test. / fr. **1 Zugehörigkeit des Zeugnisses (Fragments) unsicher
{aaa} vom Editor getilgte Buchstaben
⟨aaa⟩ vom Editor hinzugefügte Buchstaben
(aaa) vom Editor aufgelöste Abkürzungen
⟦aaa⟧ vom Schreiber oder anderer Hand getilgte Buchstaben
⌈aaa⌉ Bereich der Buchstaben, die in der fotografischen Reproduktion einer Inschrift lesbar sind
ạạạ unsicher erhaltene Buchstaben
a͙a͙a͙ vom Editor gegenüber der Lesung eines Papyrus oder einer Inschrift geänderte Buchstaben (vgl. R. Merkelbach, ZPE 12 [1973] 211 f.)
[aaa] vom Editor in einer Lücke ergänzte Buchstaben
̣ ̣ ̣ ̣ unleserliche Reste von Buchstaben
[ ̣ ̣ ̣ ̣] Zahl der in einer Lücke verlorengegangenen Buchstaben
* vom Schreiber freigelassener Raum im Umfang eines Buchstabens
A.a.c. Lesart in A vor der Korrektur (ante correctionem)
A.p.c. Lesart in A nach der Korrektur (post correctionem)
A.corr. korrigierte Lesart in A (was vorher in A stand, ist unklar)
A.s.l. über der Zeile (supra lineam) übergeschriebene(r) Buchstabe(n) in A
Amarg. Lesart am Rand (in margine) von A
add. addidit vel addiderunt
ca. circa
cf. confer
cod(d). codex (-ices)
coll. collato
corr. correxit vel correctus, -a, -um
del. delevit
dub. dubitanter
ed(d). editor (-es)
ed. princ. editio princeps
leg. legit
litt. litterae
om. omisit vel omiserunt
sc. scilicet
suppl. supplevit
transpos. transposuit
v. versus

Erklärung der Zeichen in der Übersetzung

(?) Unsicherheit in Gestaltung bzw. Verständnis des tradierten Textes
(oder ... ?) Wiedergabe einer im kritischen Apparat vermerkten Konjektur
[-] Lücke oder einzelne Buchstaben, wodurch der Zusammenhang bzw. die Syntax nicht gestört ist. Über die Länge dieses Bereiches gibt das Zeichen keine Auskunft.
[---] Lücke oder einzelne Buchstaben, wodurch der Zusammenhang bzw. die Syntax gestört ist. Über die Länge dieses Bereiches gibt das Zeichen keine Auskunft.

testimonia

1. (1) Syncell. p. 469,26 sq. Mossh.

Αὐρηλιανὸϲ τοὺϲ Παλμυρηνοὺϲ ἐχειρώϲατο καὶ Γαλλίαν ὑπέ-

ταξεν· ἐφ᾽ οὗ φαϲι Φιλόϲτρατον τὸν Ἀθηναῖον ἱϲτοριογράφον καὶ

Λογγῖνον ἀκμάϲαι.

**2. Dexipp. e priore scriptura cod. palimpsesti Vindob. hist. gr. 73 fol.

192 verso 30 – recto 6

ϲτρατηγοὶ δὲ τοῦ παντὸϲ πολέμου αἱρετοὶ ἀπεφάνθηϲαν ὑπὸ

τῶν Ἑλλήνων Μαριανόϲ τε, ὃϲ δὴ προαιρεθεὶϲ ἦν ἀρχεῖν τῆϲ

μαριανοϲ cod. : Μαρ⟨κ⟩ιανόϲ Martin et Grusková

Ἑλλάδοϲ ἐκ βαϲίλεωϲ τῆϲ ἐντὸϲ πυλῶν, καὶ ἐπὶ τῷδε Φιλόϲτρατόϲ

τε Ἀθηναῖοϲ, ἀνὴρ λόγουϲ καὶ γνώμην κράτιϲτοϲ, καὶ Δέξιπποϲ,

5ὃϲ δὴ πέμπτον εἶχε τὴν ἐν Βοιωτοῖϲ ἀρχήν.


2 μαριανοϲ cod. : Μαρ⟨κ⟩ιανόϲ Martin et Grusková

**3. IG II/III2 2245

Παναθηναΐδι λεʹ. ἀγαθῇ τύχῃ· []πὶ ἄρχοντοϲ Λ. Φλα(βίου)

Φιλοϲτρ[τ]ου Ϲτειριέωϲ, κοϲμητεύοντοϲ [Γα.] Καλπ[ο]υρνίου

Πρόκλου Ἑρμείου [ο] ϲυνϲτρ[ε]μματάρχαι τὴν ϲτήλην []ναϲτή-

ϲαντεϲ τόν τε κοϲμητὴν καὶ τοὺϲ ϲυνάρχονταϲ αὐτοῦ καὶ τοὺϲ περὶ

5τὸ Διογένειον καὶ τοὺϲ ϲυνεφήβου[ϲ] ἀνέγραψαν.

**4. IG XII 8,27

ὁ ἱερεὺϲ τοῦ ἐπωνύμου τῆϲ πόλεωϲ Ἡφαίϲτου Λ. Φλ(άβιοϲ)

Φιλόϲτρατοϲ τὸν ὸν τοῦ ἀρχιερέωϲ Π. Αἰλ(ίου) Μητροφάνουϲ

Προϲπαλτίου, Π. Αἴλιον Ἐργοχάρην Προϲπάλτιον, τὸν ἴδιον

Προϲπάλτ⟨ι⟩ον Kontoleon

ἀδελφιδοῦν, γυμναϲιαρχήϲαντα, ἄρξαντα τὴν ἐπώνυμον ἀρχήν,

5ϲτρατηγήϲαντα, ἀγορανομήϲαντα, μηδεμίαν μήτε ἀρχὴν μήτε

ὑπηρεϲίαν παραλιπόντα ἐν τῇ πατρίδι, εὐνοίαϲ τῆϲ εἰϲ αὐτὸν

χάριν· ψ(ηφίϲματι) β(ουλῆϲ) δ(ήμου)


3 Προϲπάλτ⟨ι⟩ον Kontoleon


fragmenta

1 (2)

Joh. Mal. 12,26,53–95 Thurn (cod. O)

(1) ἐπὶ δὲ τῆϲ αὐτοῦ (sc. Valeriani) βαϲιλείαϲ εἷϲ τῶν πολιτευο-

μένων Ἀντιοχείαϲ τῆϲ μεγάληϲ ὀνόματι Μαριάδηϲ ἐκβληθεὶϲ ἐκ

τῆϲ βουλῆϲ κατὰ ϲυϲκευὴν τοῦ παντὸϲ βουλευτηρίου καὶ τοῦ

δήμου (ἐλείπετο γὰρ εἰϲ τὰ ἱππικὰ εἰϲ οἱονδήποτε μέροϲ, εἰ

5ἐϲτρατήγηϲεν, μὴ ἀγοράζων ἵππουϲ, ἀλλὰ τὰ τοῦ ἱππικοῦ

δημόϲια ἀποκερδαίνων) ἀπῆλθεν εἰϲ τὴν Περϲίδα καὶ ἐπηγγείλατο

τῷ βαϲιλεῖ Περϲῶν Ϲάπωρι προδίδειν αὐτῷ Ἀντιόχειαν τὴν

προδίδειν O : προδιδόναι vel προδοῦναι Chilmead

μεγάλην, τὴν ἰδίαν αὐτοῦ πόλιν. (2) καὶ ἦλθεν ὁ αὐτὸϲ Ϲαπώρηϲ

βαϲιλεὺϲ Περϲῶν μετὰ δυνάμεωϲ ϲτρατοῦ πολλοῦ διὰ τοῦ λιμίτου

10Χαλκίδοϲ καὶ παραλαμβάνει τὴν Ϲυρίαν πᾶϲαν καὶ πραιδεύει

αὐτήν. καὶ παραλαμβάνει Ἀντιόχειαν τὴν μεγάλην πόλιν ἐν ἑϲπέρᾳ

καὶ πραιδεύει αὐτὴν καὶ ϲτρέφει καὶ καίει αὐτήν, χρηματιζούϲηϲ

τότε τῆϲ μεγάληϲ Ἀντιοχείαϲ τιδʹ. ἀπεκεφάλιϲε δὲ καὶ τὸν πολιτευ-

όμενον ὡϲ προδότην ὄντα πατρίδοϲ ἰδίαϲ. (3) παρέλαβε δὲ καὶ

15πάντα τὰ ἀνατολικὰ μέρη καὶ ϲτρέφει καὶ καίει καὶ πραιδεύει αὐτὰ

καὶ ἐφόνευϲεν πάνταϲ ἕωϲ πόλεωϲ Ἐμίϲηϲ τῆϲ τοῦ Λιβάνου

Φοινίκηϲ. καὶ ἐξελθὼν ὁ ἱερεὺϲ τῆϲ Ἀφροδίτηϲ ὀνόματι Ϲαμψι-

γέραμοϲ μετὰ βοηθείαϲ ἀγροικικῆϲ καὶ ϲφενδοβόλων ὑπήντηϲεν

αὐτῷ. (4) καὶ προϲεϲχηκὼϲ ὁ Ϲαπώρηϲ βαϲιλεὺϲ Περϲῶν ἱερατι-

20κὸν ϲχῆμα παρήγγειλεν τῷ ϲτρατῷ τῷ ἰδίῳ μὴ τοξεῦϲαι κατ’

αὐτῶν μήτε ἐπελθεῖν αὐτοῖϲ μήτε πολεμῆϲαι αὐτοῖϲ, εἰϲ πρεϲβείαν

ἐπελθεῖν Chil­mead : ἀπελθεῖν O

δεχόμενοϲ τὸν ἱερέα∙ προεδήλωϲεν γὰρ αὐτῷ ἱερεὺϲ δέξαϲθαι

αὐτὸν πρεϲβεύοντα ὑπὲρ τῆϲ ἰδίαϲ χώραϲ. (5) ἐν τῷ δὲ διαλέ-

γεϲθαι αὐτὸν τῷ ἱερεῖ, ἐν ὑψηλῷ βωμῷ καθημένου τοῦ αὐτοῦ

25βαϲιλέωϲ Ϲαπώρη, ἔρριψεν εἷϲ τῶν ἀγροίκων ϲφενδοβόλῳ λίθον

ϲαπώρη Ο : Ϲαπώρου Chilmead | ἔρριψεν Op.c. : ἔριψεν Oa.c.

ἔρριψεν Op.c. : ἔριψεν Oa.c.

καὶ ἔδωκε τῷ αὐτῷ Ϲαπώρῃ βαϲιλεῖ κατὰ τοῦ μετώπου, καὶ

εὐθέωϲ ἀπέθανεν ἐπὶ τὸν τόπον. (6) καὶ ταραχῆϲ γενομένηϲ ἤκου-

ϲεν ὁ ϲτρατὸϲ αὐτοῦ, ὅτι ἀπέθανεν. καὶ ὑπολαβόντεϲ Ῥωμαίουϲ


7 προδίδειν O : προδιδόναι vel προδοῦναι Chilmead13 τιδʹ Chilmead : δτιʹ O : τιδʹ vel διτʹ Dindorf : δτʹ Müller : τιʹ Ensslin : τδʹ Stauffenberg21 ἐπελθεῖν Chil­mead : ἀπελθεῖν O25 ϲαπώρη Ο : Ϲαπώρου Chilmead25 ἔρριψεν Op.c. : ἔριψεν Oa.c.


καταφθάϲαι ἔφυγον ἐπὶ τὸ λίμιτον πάντεϲ κα καταδιωκόμενοι

κα add. Stauffenberg

30ὑπὸ τῶν ἀγροίκων καὶ τοῦ ἱερέωϲ Ϲαμψιγεράμου ἐάϲαντεϲ τὰ τῆϲ

πραίδαϲ πάντα ἀφανεῖϲ ἐγένοντο. (7) ὑπήντηϲεν δὲ αὐτοῖϲ διὰ τοῦ

λιμίτου ἀντιποιούμενοϲ Ῥωμαίων Ὀδαίναθοϲ βαϲιλεὺϲ Ϲαρακη-

νῶν βαρβάρων,κρατῶν τὴν Ἀραβίαν χώραν, ὅϲτιϲ εἶχε γυναῖκα

Ζηνοβίαν ὀνόματι, Ϲαρακηνὴν βαϲιλίϲϲαν. (8) καὶ πάνταϲ τοὺϲ

35Πέρϲαϲ τοὺϲ τῆϲ βοηθείαϲ Ϲαπώρη ἀνήλωϲεν Ὀδαίναθοϲ

ϲαπώρη Ο : Ϲαπώρου Chilmead

βαϲιλεὺϲ Ϲαρακηνῶν, καθὼϲ Δομνῖνοϲ ὁ ϲοφὸϲ χρονογράφοϲ

ἐξέθετο· (9) ὁ δὲ ϲοφώτατοϲ Φιλόϲτρατοϲ ἄλλωϲ ϲυνεγράψατο

τὰ περὶ Ϲάπωροϲ βαϲιλέωϲ Περϲῶν εἰπών, ὅτι καὶ τὴν Ϲυρίαν

ϲάπωροϲ O : Ϲαπώρη Stauffenberg

πᾶϲαν παρέλαβε καὶ ἔκαυϲε ϲὺν τῇ μεγάλῃ Ἀντιοχείᾳ ἄλλαϲ

⟨καὶ〉 ἄλλαϲ Chilmead

40πόλειϲ πολλάϲ· ὁμοίωϲ δὲ καὶ τὴν Κιλικίαν παρέλαβε καύϲαϲ

Ἀλεξάνδρειαν τὴν μικρὰν καὶ Ῥωϲϲὸν καὶ Ἀνάζαρβον καὶ Αἰγὰϲ καὶ

Αἰγὰϲ Dindorf : αἶγαϲ O

Νικόπολιν καὶ ἄλλαϲ πολλὰϲ πόλειϲ τῆϲ Κιλικίαϲ καὶ διὰ τῆϲ

Καππαδοκίαϲ κατῆλθεν ἐπὶ τὰ Περϲικὰ μέρη, καὶ ὅτι ἀπήντηϲεν

αὐτῷ Ὀδαίναθοϲ βαϲιλεὺϲ Ϲαρακηνῶν εἰϲ ϲυμμαχίαν αὐτοῦ,

45φηϲίν, ἐλθὼν καὶ ἐφόνευϲεν αὐτόν. Δομνῖνοϲ δὲ ἀληθέϲτερον

φηϲίν O : φήϲαϲ dub. Jacoby

ἐφόνευϲεν O : ἐνίκηϲεν Philostratum scripsisse censuit Jacoby

μᾶλλον ἐξέθετο εἰρηκώϲ, ὅτι ἐπὶ τὴν Κιλικίαν Ϲπάτην τὸν

ϲατράπην αὐτοῦ ἐξέπεμψεν μετὰ πλήθουϲ.


29 κα add. Stauffenberg32 35 44 ⟨Ὀδ〉αίναθοϲ Jacoby duce Chilmead, qui δέναθοϲ : ἔναθοϲ O35 ϲαπώρη Ο : Ϲαπώρου Chilmead38 ϲάπωροϲ O : Ϲαπώρη Stauffenberg39 ⟨καὶ〉 ἄλλαϲ Chilmead41 Αἰγὰϲ Dindorf : αἶγαϲ O45 φηϲίν O : φήϲαϲ dub. Jacoby45 ἐφόνευϲεν O : ἐνίκηϲεν Philostratum scripsisse censuit Jacoby

2

Evagr. h. e. 4,29 p. 179,9–12 B.-P. (codd. ALPB)

ἐνεμήθη τοίνυν, ὥϲ μοι λέλεκται, μέχρι τοῦ δεῦρο (sc. usque ad

annum 594) δύο καὶ πεντήκοντα χρόνουϲ τοῦτο τὸ πάθοϲ ἅπαντα

τὰ πρώην νικῆϲαν. Φιλόϲτρατοϲ γὰρ θαυμάζει, ὅτι γε πεντεκαί-

πρώην codd. : πρῶτα Jones | νικῆϲαι B

νικῆϲαι B

δεκα ὁ κατ᾿ αὐτὸν ἐκράτηϲε λοιμόϲ.


3 πρώην codd. : πρῶτα Jones3 νικῆϲαι B